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13 November 2020 / Lesezeit: 2 minuten

Wichtige Begriffe und Zahlen

Social Entrepreneurship auf einen Blick

Social Entrepreneurs stellen Impact über Profit und wollen so soziale und ökologische Herausforderungen lösen.

Illustrationen: Katinka Reinke

Illustrationen: Katinka Reinke

Die am 2. November erschienene Ausgabe des enorm Magazins dreht sich um die immense Bedeutung von Social Entrepreneurship – gerade in Zeiten einer Pandemie. In diesem Glossar erklären wir einige der Begriffe, die wir in unseren Artikeln verwenden und geben datenbasierte, aktuelle Einblicke in die deutsche Social-Business-Landschaft.

Social Entrepreneurship / Sozialunternehmer*innentum

Dazu zählen Unternehmen (oft sogenannte Social Start-ups) und Gründer*innen, die innovative Produkte und Dienstleistungen entwickeln, um gesellschaftliche Herausforderungen zu lösen. Ein sozialer beziehungsweise ökologischer Mehrwert steht dabei im Vordergrund, Gewinne werden meist als Mittel zum Zweck gesehen. Dadurch entspricht Social Entrepreneurship mindestens einem der 17 UN-Nachhaltigkeitsziele.

Frauen gründen fast die Hälfte der Sozialunternehmen, nämlich 46,7 Prozent. Das zeigt der aktuelle „Deutsche Social Entrepreneurship Monitor“ (DSEM) des Vereins Social Entrepreneurship Netzwerk Deutschland (SEND).

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Hybride Organisationen

Sozialunternehmen können auch als hybride Organisationen bezeichnet werden, weil sie sowohl gemeinnützige als auch gewinnorientierte Aspekte in sich vereinen. Neben Einnahmen aus dem Verkauf von Produkten und Dienstleistungen spielen oft auch Fördergelder und Spenden, staatliche Transferleistungen oder Crowdfunding und -investing eine Rolle bei ihrer Finanzierung.

Deutsche Social Start-ups arbeiten laut DSEM vor allem zu den Themen hochwertige Bildung, nachhaltiger Konsum / Produktion, Gesundheit / Wohlergehen und menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum.

Social Impact

Sozialunternehmen verschreiben sich einem Social Impact. Sie möchten gesellschaftliche Herausforderungen lösen, sprich ökologische und soziale Probleme, etwa die Erderhitzung, Plastikverschmutzung, Kinder- und Altersarmut, die Integration geflüchteter Menschen oder veraltete Strukturen im Bildungssystem. Social-Start-up-Gründer*innen wollen dabei Ursachen nachhaltig bekämpfen statt nur Symptome zu lindern.

Startkapital: 73,1 % der deutschen Social Entrepreneurs nutzten laut DSEM eigene Ersparnisse, 30,7 % finanzielle Unterstützung durch Familie und Freund*innen. Staatliche Mittel konnten nur 23,1 % in Anspruch nehmen.

Mission-Drift

Zu einem Mission-Drift kann es kommen, wenn sich Social Entrepreneurs von ihren Missionen entfernen und verstärkt unternehmerischen Zielsetzungen folgen. Sie maximieren dann nicht mehr primär den gesellschaftlichen, sondern den (eigenen) finanziellen Nutzen. Um dem vorzubeugen, ziehen viele Organisationen es vor, ihre Gewinne zu reinvestieren, statt sie an eventuelle Shareholder auszuschütten.

Mittlerweile ordnen sich laut Deutscher Startup Monitor 2020 43,4 Prozent aller deutschen Start-ups der Green Economy zu. Das sind rund sieben Prozentpunkte mehr als im Vorjahr.

„Es ist doch skurril, dass Unternehmen gefördert werden, die weder ökologisch noch sozial produzieren, Sozialunternehmer*innen hingegen nicht“ sagt Markus Sauerhammer in seinem Gastbeitrag

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45,8 Prozent der Social Entrepreneurs haben, so zeigt es der aktuelle DSEM von SEND, eine finanzielle Planungssicherheit von maximal sechs Monaten.

Was muss sich ändern, um die Existenz von Social Entrepreneurs zu sichern? Eine neue Gewinnformel muss her, appelliert Zarah Bruhn. Wie die aussehen könnte, beschreibt sie hier.

In Deutschland gibt es keine eigene Rechtsform für Sozialunternehmen, anders in vielen Nachbarländern. 2020 beschlossen auch die Niederlande, neben der BV (vergleichbar mit der GmbH) und der Stiftung, die mBV („soziale GmbH“) einzuführen.