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20 June 2019 / Lesezeit: 3 minuten

Advertorial

Vom Hinterhof auf die große Bühne

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Alle Kultur- und Kreativpiloten aus dem Jahr 2018 auf einer Bühne versammelt

Titelbild: William Veder

Bis 14. Juli 2019 lief die Bewerbungsphase der Kultur- und Kreativpiloten Deutschland 2019. In diesem Jahr feiert die Auszeichnung für kreatives Unternehmertum ihr 10-jähriges Jubiläum. Es ist die einzige Auszeichnung der Bundesregierung für die Kultur- und Kreativwirtschaft. Sie wird jährlich vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien vergeben. Ein persönliches Gespräch von Katja Armbruckner mit den Initiatoren Sylvia Hustedt und Christoph Backes

Katja Armbruckner: Wie kamt ihr auf die Idee, die Kultur- und Kreativpiloten ins Leben zu rufen?

Jedes Jahr werden bei den Kultur- und Kreativpiloten von der Bundesregierung 32 Unternehmen ausgezeichnet. Die Auszeichnung richtet sich an Unternehmen, Selbständige, Gründer*innen und Projekte aus der Kultur- und Kreativwirtschaft und deren Schnittstellen zu anderen Branchen

Sylvia Hustedt: Ein verbreitetes Verständnis war: Kultur und Wirtschaft, das geht doch gar nicht zusammen. Was die Kultur- und Kreativwirtschaft ist und das wirtschaftliche und innovative Potenzial, das in ihr liegt, kannte außerhalb der Branche eigentlich niemand. Also haben wir uns überlegt, dass wir Beispiele zeigen müssen, wer die Unternehmer*innen sind, die die Kultur- und Kreativwirtschaft repräsentieren.

Christoph Backes: Wir haben einen offenen Call gemacht: Bewerbt euch, mit euren Ideen, egal, was es ist, und überzeugt uns davon, was ihr Tolles macht! Darauf meldeten sich dann zum Beispiel Dark Horse, die mit 32 Leuten ein Unternehmen gründen wollten. Oder jemand wie Daniel Kerber, der nur eine Skizze für ein alternatives Flüchtlingscamp mitbrachte. Durch den Verzicht auf vordefinierte Ergebnisse werden wir immer wieder überrascht, was für unternehmerische Talente und Persönlichkeiten der Wettbewerb Kultur- und Kreativpiloten hervorbringt.

Was hat die Auszeichnung in den letzten zehn Jahren bewirkt?

SH: Man darf nicht unterschätzen, welches Potenzial das Netzwerk mittlerweile für die Kreativpilot*innen hat. Das ist extrem wichtig. Die fangen an, querbeet auch über die Jahrgänge hinweg Projekte miteinander zu machen und Unternehmen zu gründen (Heartbeat Medical).

CB: Menschen, die abseits der Kultur- und Kreativwirtschaft agieren und die bei uns dann coachen oder in der Jury sitzen, adoptieren ein Stück weit den Kreativpilot*innen-Nachwuchs und haben Interesse daran, dass daraus starke Leute werden, die erfolgreich sind. Dass bei uns Unternehmer*innen aus anderen Branchen Kreativ-Unternehmer*innen begleiten wollen, führt dazu, dass wir mittlerweile eine hohe Akzeptanz auch jenseits der Kultur- und Kreativwirtschaft haben.

Warum ist es wichtig, dass die Kultur- und Kreativwirtschaft branchenübergreifend besser wahrgenommen wird?

SH: Bei der Auszeichnung wird es für uns spannend, wenn Menschen ihren eigentlichen Kontext verlassen und interdisziplinär denken. Entwickelt ein Gamer ein Spiel für die Neuro- und Physiotherapie, dann gehört er streng definitorisch nicht mehr zur Kultur- und Kreativwirtschaft, sondern zur Gesundheitsbranche (Urban Invention). Aber an diesen Stellen zeigt sich, dass immer etwas passiert, wenn man die Perspektive wechselt. Und, wenn man ein Problem in der Gesellschaft erkennt und es löst. Das findet man in der Kultur- und Kreativwirtschaft sehr oft.

CB: Inzwischen geht es darum, sich klar zu machen, wie verwoben Kultur- und Kreativwirtschaft als Querschnittsbranche in der gesamten Wirtschaft ist. Kultur steckt aber auch als Gesellschaftsthema überall drin: in Form von Subkultur, Hochkultur, Interkultur. Die Akteure*innen der Kultur- und Kreativwirtschaft sind absolute Expert*innen im Reframing und Erneuern. Und da beginnt das, was man Soft Innovation nennt.

Wo geht es hin mit den Kultur- und Kreativpiloten?

SH: Die Kultur- und Kreativwirtschaft ist erwachsen geworden. Früher standen bei unserer Arbeit Themen wie unternehmerische Professionalisierung im Vordergrund. Heute geht es darum, dass die Branche als eine Art Zukunftslabor agiert.

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CB: Genau darum geht es: Cross-Innovation und Wagnisprojekte zu machen. Das bedeutet, sich zu öffnen, den Kultur- und Kreativwirtschaftsbezug woanders zu suchen, die Andersartigkeit zu akzeptieren und anzuerkennen. Jenseits der Kultur- und Kreativwirtschaft spannende Unternehmer*innen zu finden, die sich ähnlichen Herausforderungen stellen müssen. Alle Seiten würden davon profitieren. Stärker über Zuständigkeitsdimensionen hinweg zu entwickeln, halte ich für zeitgemäß.