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28 Oktober 2022 / Lesezeit: 3 minuten

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Faire Partnerschaften auf Augenhöhe

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Monica Stephano Mhilu baut schwarzen Pfeffer und Zitronengras in Tansania an. SONNENTOR bietet ihr dafür faire und stabile Preise sowie eine langfristige Partnerschaft

Alle Fotos: SONNENTOR

Alle Fotos: SONNENTOR

Globale Lieferketten sind zu komplex, um soziale und ökologische Standards zu sichern, heißt es oft. SONNENTOR beweist mit seinem Engagement in Ländern wie Tansania und Peru das Gegenteil.

Wenn Cleopa Ayo die Handelspartner:innen von SONNENTOR besucht, muss er früh aufstehen. Ayo betreut für den Bio-Gewürzspezialisten mehr als 600 Bauernfamilien in den Usambara-Bergen im Nordosten Tansanias. Es ist eine faszinierende Welt mit 30 Millionen Jahre alten Regenwäldern und unzähligen Tier- und Pflanzenarten. Kaum eine Straße führt zu den verstreut lebenden Familien, nicht selten sind es nur Pfade. Besuche sind deshalb oft nur mit dem Motorrad möglich. Stundenlang springt man über Schlaglöcher und umkurvt die Wurzeln mächtiger Bäume.

Inmitten des wilden Grüns bauen die Familien das an, was sie zum Leben brauchen – Mangos und Bananen etwa, Jackfrüchte oder Kokosnüsse. Doch deswegen ist Cleopa nicht hier. Ihn interessiert das, was den Familien die Möglichkeit verschafft, über die Selbstversorgung hinaus ein finanzielles Einkommen zu erwirtschaften – Pfeffer und Zitronengras etwa, Nelken, Zimt und viele andere Gewürze. Denn all das gedeiht in der Höhenluft bei 95 Prozent Luftfeuchtigkeit hervorragend.

Cleopa Ayo besucht die Bäuerinnen und Bauern, um sie beim Anbau der Gewürze zu beraten. Er gibt Tipps, um den Ertrag zu verbessen, er bewundert die Fingerfertigkeit, mit der sie die Zimtrinde von den Bäumen schälen, und bespricht mit ihnen, wie die Ernte den Weg aus den Bergen hinunter in die Städte findet. Von dort aus wird sie ins niederösterreichische Sprögnitz gebracht, wo SONNENTOR seinen Sitz hat.

Vor Ort in Tansania prüft Gertrude Biedermann vom SONNENTOR Einkaufsteam zusammen mit Direkthandelspartner Cleopa Ayo die Qualität der Pfefferkörner

Direkter Handel garantiert faire und stabile Preise

60 Prozent seiner Rohwaren bezieht das Unternehmen bereits auf diese Weise im direkten Handel mit den Erzeuger:innen. Viel Aufwand für Produkte, die man auch komplett über den Weltmarkt beziehen könnte, oft günstiger. Doch das würde der Philosophie widersprechen, mit der Johannes Gutmann die Firma SONNENTOR 1988 gegründet hat. „Es ist natürlich aufwendiger, aber weltweite Anbauprojekte und Partnerpflege sind uns sehr wichtig“, versichert Gutmann. „Wir möchten den Anbaupartner:innen mit stabilen Preisen, unabhängig vom Weltmarkt, eine gute Lebensgrundlage bieten.“ Langfristig soll der Anteil des Direkthandels noch weiter erhöht werden.

Johannes Gutmann ist schon immer gern eigene Wege gegangen. Das war bereits bei der Gründung des Unternehmens so, als sich der damals 23-Jährige gegen den Zeitgeist in der Landwirtschaft entschied. Viele Höfe konzentrierten sich in diesen Jahren auf ein einziges monokulturell erzeugtes Produkt. Gutmann dagegen setzte auf Vielfalt und natürlichen Anbau. Vor allem Kräuter hatten es ihm angetan. Mit ihnen zog er von einem Bauernmarkt zum nächsten. So wurde der Mann mit der markanten runden Brille zu einem Bio-Verfechter, lange bevor „bio“ zu einem Gütesiegel wurde.

Bio und sozial von Anfang an

Der Erfolg gab Johannes Gutmann recht. Er überzeugte weitere Bauernfamilien, seinem Beispiel zu folgen, und aus dem Ein-Mann-Betrieb entwickelte sich ein internationales Unternehmen. Heute hat SONNENTOR mehr als 500 Mitarbeiter:innen und über 1000 Anbaupartner:innen weltweit. Auch das Sortiment wuchs über die Jahre. Zu den Kräutern, die viele als Tee genießen, kamen Gewürze, Kaffee und Kakao hinzu, alles aus biologischem Anbau.

Bio-Pionier der ersten Stunde: SONNENTOR Gründer Johannes Gutmann

Im selben Geist gestaltet SONNENTOR auch seine Lieferketten, die längst um die Welt reichen. Denn nicht alles wächst in Österreich. „Wir achten neben der Qualität der Rohwaren auch auf die Werte der Partner:innen entlang der Lieferkette“, sagt Johnnes Gutmann. „Dazu wurde ein Verhaltenskodex niedergeschrieben, der sich an internationalen Richtlinien und sozialen Standards orientiert.“ Deren Einhaltung wird bei regelmäßigen Besuchen vor Ort überprüft. „Das übernehmen unsere Wertehüter:innen und Schätzesammler:innen“, wie Gutmann die Mitarbeitenden des CSR- und des Einkaufsteams nennt.

Naturschutz durch nachhaltige Landwirtschaft

Von dem kleinteiligen Ansatz bei SONNENTOR profitieren nicht nur die Erzeuger:innen, sondern auch die Natur. Das Projekt in den Usambara-Bergen ist das beste Beispiel dafür. Statt in großem Stil Regenwälder zu roden, um agrarindustrielle Strukturen zu schaffen, schützt der Gewürzanbau bestehende Strukturen. So gehen Landwirtschaft und der Erhalt der Biodiversität Hand in Hand.

Das Ehepaar Ramirez lebt in Peru und baut seit über zehn Jahren Kaffee für SONNENTOR an

Ein ähnliches Projekt unterstützt SONNENTOR seit einigen Jahren in der Region um Jaén in Peru. Dort bauen rund 60 Bäuerinnen und Bauern in einer Kooperative auf 250 Hektar Bio-Kaffee an. Die Bohnen wachsen inmitten der Urwälder auf 1.600 bis 1.800 Metern Höhe, zwischen Bananen und Papaya-Bäumen. Während der Erntezeit von Juni bis September sind die Bäuerinnen und Bauern immer wieder in den Plantagen unterwegs, um die Früchte von Hand zu pflücken. Statt die Bohnen zu den schwankenden Kursen an den Kaffeebörsen zu verkaufen, liefert die Kooperative sie direkt an SONNENTOR. Das Unternehmen sichert ihr auskömmliche Preise zu und leistet zudem Beratung bei der internationalen Logistik, die mit viel Bürokratie verbunden ist.

Johannes Gutmann bringt die dahinterstehende Überzeugung auf den Punkt: „Leben und leben lassen ist unser Leitbild. Wir lieben faire Partnerschaften auf Augenhöhe.“

Sonnentor

SONNENTOR feiert im nächsten Jahr sein 35-jähriges Jubiläum. Direkter Handel, Kreislaufwirtschaft und nachhaltige Verpackungen sind für die Mitarbeitenden selbstverständlich. Damit zeigen sie: #EsGehtAuchAnders

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