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31 January 2019 / Lesezeit: 2 minuten

perspektiven

Guter Wille allein reicht nicht

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Gudrun Leibbrand hat als Produktmanagerin wesentlichen Anteil an der Entwicklung der 100 Prozent kreislauffähigen „Organic 3.0“-Körperpflegeserie von SPEICK Naturkosmetik

Titelbild: SPEICK Naturkosmetik

Die konsequente Ausrichtung der gesamten Produktionskette auf Nachhaltigkeit stellt Unternehmen vor große Herausforderungen. Selbst ein Betrieb wie SPEICK Naturkosmetik, der beispielhaft für eine Mensch und Umwelt schonende Kreislaufwirtschaft steht, stößt dabei mitunter an Grenzen. Darüber haben wir mit der Leiterin des SPEICK Produktmanagements, Gudrun Leibbrand, gesprochen

Frau Leibbrand, mit „Organic 3.0“ hat SPEICK eine Produktlinie geschaffen, bei der Texturen und Verpackungen zu 100 Prozent kreislauffähig sind. Wie lange dauerte die Entwicklung, und was war die größte Schwierigkeit?

Das Unternehmen SPEICK Naturkosmetik feierte 2018 sein 90. Jubiläum. Seine Produktlinie „Organic 3.0“ war Runner-up des Sustainable Packaging Award 2016 und wurde 2017 mit dem Vivaness Best New Product Award und dem Green Product Award ausgezeichnet

Es brauchte gut drei Jahre von der Idee bis zur Vorstellung unseres ersten komplett kreislauffähigen Produkts auf der Vivaness in Nürnberg Anfang 2016. Nicht die Entwicklung einer naturreinen und veganen Rezeptur ohne qualitative Abstriche war dabei die größte Heraus­forderung – hier haben wir ja viel Erfahrung und wurden bereits mehrfach aus­gezeichnet. Ungleich schwerer war es, gänzlich abbaubare Bio­-Kunststoff­flaschen aufzutreiben. Erst in Brasilien sind wir schließlich fündig geworden.

Aber ist Bio-PE aus brasilianischem Zuckerrohr wirklich nachhaltig, und widerspricht seine Verwendung nicht Ihrem Bekenntnis zu Regionalität?

Bio­-PE ist ein wahrer Öko­-Tausendsassa: sortenrein, grundwasser­- und boden­neutral, frei von Schwermetallen, also ideal für thermisches und stoffliches Recycling. Darüber hinaus hat Bio­-PE im Gegensatz zu herkömmlichem Kunststoff eine positive Klimabilanz, weil die pflanz­lichen Rohstoffe ja viel CO2 binden. Auch Anbau und Ernte unseres Zuckerrohrs sind nachhaltig und erfolgen im Rahmen des Ressourcen­- und Sozialmanagements von WeForest. Der lange Transportweg ist ein Problem, aber leider gibt es bislang keine regionale Alternative, sonst hätten wir darauf zurückgegriffen.

Eines der Ziele von SPEICK ist es, die ökologische Kreislaufwirtschaft hierzulande zu fördern. Wann, denken Sie, werden Sie Ihren Verpackungsbedarf aus einheimischem Bio-PE-Quellen decken können?

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Sagen Sie es mir, ich weiß es leider nicht. Wir versuchen natürlich, unsere Partner­lieferanten zu motivieren, doch unser Einfluss als vergleichsweise kleiner Abnehmer ist sehr beschränkt. Es sind zwar viele neue Projekte im Entstehen, aber um hier einen Durchbruch zu erzielen und wirtschaftliche Rentabilität zu erreichen, braucht es sicher noch deutlich mehr Nachfrage nach Bio­-PE und auch KonsumentInnen, die bereit sind, einen höheren Preis für nachhaltige Ver­ packungen aus der Region zu bezahlen.