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2 February 2018 / Lesezeit: 3 minuten

Elektromobilität

Wo ist die nächste Ladestation?

Ladestationen für Elektroautos: Oft sind sie noch schwer zu finden. Neue digitale Angebote versprechen Hilfe

Titelbild: anaterate/Pixabay

Titelbild: anaterate/Pixabay

Immer mehr deutsche Autofahrer steigen auf Elektromobilität um. Doch die Suche nach einer geeigneten Ladestation gestaltet sich meist schwierig. Zum Glück helfen einige Apps und Karten beim Finden

Der Trend zum Umstieg auf Elektroautos hält an: Laut Kraftfahrt-Bundesamt hat sich die Zahl der zugelassenen Elektroautos im Januar 2018 im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt. Damit liegt der Marktanteil von Elektroautos mittlerweile bei etwa einem Prozent. Trotz der vielen neuen Elektrofahrzeuge auf den Straßen und einer großen öffentlichen Aufmerksamkeit, haben die Fahrer oft noch Probleme, eine geeignete Ladestation zu finden.

„Viele Menschen greifen nicht auf Elektroautos zurück, weil sie sich nicht sicher sind, ob sie es bis zur nächsten Ladesäule schaffen”, sagt Andrea Frank von der Verbraucherzentrale Bundesverband. Dass es noch nicht genügend Ladesäulen generell gebe, sei aber ein schwindendes Problem, da viele neue Säulen gebaut werden – schwieriger ist es für Elektroauto-Fahrer weiterhin, bei den vielen verschiedenen Säulen und Anbietern den Überblick zu behalten und die passende Säule zu finden.

Immer mehr Ladestationen für Elektroautos

Ein voll aufgeladenes Elektroauto hat (noch) keine Reichweite wie eines mit Brennstoffmotor. Gerade bei längeren Fahrten ist es deswegen wichtig, auf dem Weg passende Ladestationen zu finden. Schwierig kann das deshalb werden, weil die Betreiber der Ladestationen oft keine Ladung rund um die Uhr anbieten oder komplizierte Anmeldungen nötig sind. Die Lademöglichkeiten unterscheiden sich durch Stromstärke, Stromart und Stecker. Des Weiteren ist auch die Leistungsfähigkeit einer Ladestation ein wichtiges Kriterium – denn sie macht die Ladegeschwindigkeit aus.

Unterschiede gibt es auch in den Kosten der sogenannten Stromtankstellen. Manche sind komplett kostenlos – andere rechnen pro Ladung, Kilowattstunde oder Minute ab. Und hier kann man deutliche Preisunterschiede erkennen: Kostet eine Kilowattstunde an der einen Ladesäule 30 Cent, ist sie nur ein paar hundert Meter weiter gleich doppelt so teuer. Die Intransparenz bei den Preisen, so Andrea Frank von der Verbraucherzentrale Bundesverband, sei ein großes Problem für Fahrer von Elektrofahrzeugen.

Bei so vielen Kriterien kann es schon ein wenig dauern, eine geeignete Ladestation zu finden – und dann ist die auch noch oft besetzt. Abhilfe schaffen zum Glück gleich mehrere Apps und Online-Karten, die die Suche nach der nächsten passenden Ladestation erleichtern. NewMotion zählt zu den führenden Ladeinfrastruktur- und Service-Anbietern in Europa und hilft Elektroautobesitzern auf der Suche nach Strom mit der App myNewMotion.

App zeigt Ladesäulen an

Die Tochtergesellschaft der Shell richtet vorwiegend neue Ladestationen für Privat und Unternehmen ein – ihr Ziel ist es, den Menschen den Umstieg auf Elektromobilität leicht zu machen. Etwa mit der App myNewMotion, die über 64.000 Ladestationen in 25 Ländern verzeichnet – und die Suche nach einer passenden denkbar einfach macht. Durch verschiedene Filter werden nur für das eigene Auto beziehungsweise den eigenen Bedarf geeignete Stationen in der Nähe angezeigt. Diese können dann im Preis miteinander verglichen werden. Die App zeigt auch an, ob die Ladesäule frei oder belegt ist. Nutzern von myNewMotion ist es außerdem möglich, eigene Ladestationen in die App einzutragen und so anderen Elektroauto-Fahrern anzubieten.

Die App listet jedoch nur Ladestationen, die mit der kostenlosen NewMotion Ladekarte bedient werden können. Dazu gehören allerdings schon ziemlich viele Stationen – und wer die Karte besitzt, kann das Starten und Stoppen der Ladung an vielen Standorten auch direkt über die App regeln.

Welche Alternativen gibt es?

Neben NewMotion bieten auch noch viele andere Apps und Karten praktische Hilfe beim Suchen von Ladestationen. Die App Nextcharge zum Beispiel zeigt neben kostenpflichtigen auch kostenlose Stationen an – allerdings können neben dieser Information keine Preise verglichen werden. Besonders praktisch an Nextcharge ist, dass hier Ladestationen auf einer Route gefunden und eingetragen sowie die gesamten Daten an das eigene Navi geschickt werden können. So kann ein kompletter Reiseverlauf mit einem Elektroauto im Voraus geplant werden.

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Die App Next Plug gibt zusätzlich Vorschläge, was während der Ladezeit des Autos in der Umgebung unternommen werden kann. So schlägt sie Cafés, Restaurants und Sehenswürdigkeiten in der Nähe der Ladestation vor. Für den Browser empfiehlt sich die auf den deutschsprachigen Raum fokussierte Karte e-stations.de an, die ebenfalls mit verschiedenen Suchfunktionen und Filtern die Suche nach einer Ladestation erleichtert.

Weitere Verbesserungen sind nötig

Die Karten und Apps sind eine große Hilfe für Fahrer von Elektrofahrzeugen. Der Verbraucherzentrale Bundesverband sieht allerdings ein Problem darin, dass hinter diesen Angeboten oft Großkonzerne der Auto- und Elektroindustrie stecken, die eigene Interessen verfolgen. Was es bräuchte, so Andrea Frank, sei eine neutrale und zentrale Plattform von einem unabhängigen – eventuell staatlichem – Anbieter. Die verschiedenen Anbieter der Ladesäulen sollten dazu verpflichtet werden, ihre Standorte und die dazugehörigen Informationen wie zum Beispiel die Preiszusammensetzung anzugeben und regelmäßig zu aktualisieren. So könnte eine allgemeine Übersicht geschaffen werden, der die Verbraucher restlos vertrauen können.