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24 Juni 2022 / Lesezeit: 3 minuten

Bundesweiter Wettbewerb

Gewinner von „Jugend gründet“ will Öko-Weinbau erleichtern

Bodenbearbeitung im Weinberg, hier bei Neustadt an der Weinstraße. Der Gewinner von „Jugend gründet“ hat eine App entwickelt, die den Pestizid-Einsatz reduzieren soll, indem sie Reb-Krankheiten frühzeitig erkennt und Maßnahmen vorschlägt.

Bild: IMAGO / U. J. Alexander

Bild: IMAGO / U. J. Alexander

Am 21. und 22. Juni fand das Bundesfinale von Jugend gründet statt – ein Businessplan- und Planspiel-Wettbewerb für Schüler:innen und Auszubildende. Gewonnen hat dieses Jahr ein Abiturient aus Rheinland-Pfalz mit seiner App zur Früherkennung von Reb-Krankheiten im Weinbau.

Mario Schweikert vom Leibniz-Gymnasium in Neustadt an der Weinstraße hat den diesjährigen Schüler:innenwettbewerb Jugend gründet gewonnen. Der Abiturient aus Rheinland-Pfalz wurde für seine App „Vine Leaf Disease and AI“ ausgezeichnet, die es zum kostenlosen Download im AppStore und Playstore gibt.

Schweikert wolle mit seiner Geschäftsidee zum Umweltschutz beitragen. „Die App soll durch eine frühe und direkte Schädlingsdiagnose den Einsatz von Pestiziden sowie deren Rückstände in Traubenerzeugnissen reduzieren und unsere Umwelt schonen“, wird er in einer Pressemitteilung zitiert. Schweikert kommt aus einer Weinregion. „Wir haben festgestellt, dass sehr viele Pestizide ausgebracht werden und uns gefragt, wie wir das ändern können“, sagte er. Schweikerts App nutzt Smartphone-Bilder und künstliche Intelligenz, um Rebkrankheiten schon dann auf Blättern zu erkennen, wenn diese für das menschliche Auge noch nicht sichtbar sind. Sie fungiert aber nicht nur als Frühwarnsystem, sondern auch gibt auch Behandlungstipps für die verschiedenen Weinblattkrankheiten.

Auch auf enorm: Immer mehr Frauen im Weinbau tätig

Außerdem wurde der Abiturient für seine App „Vine Leaf Disease and AI“ mit dem Sonderpreis Künstliche Intelligenz ausgezeichnet und erhält einen leistungsfähigen Rechner mit spezieller Grafikkarte für die Berechnung von KI-Lösungen. Der Hauptpreis ist aber eine geführte Reise ins Silicon Valley im US-Staat Kalifornien, gestiftet von der Steinbeis-Stiftung, mit Besuchen bei Start-ups, Weltunternehmen und touristischen Highlights.

Mario Schweikert aus Neustadt an der Weinstraße hat das Bundesfinale 2022 von Jugend gründet gewonnen.
Bild: jugendgruendet.de

Am Bundesfinale haben 10 Teams teilgenommen

Insgesamt 22 Schüler:innen, die besten zehn Teams aus ganz Deutschland, hatten sich mit ihrer Leistung im Wettbewerb für das Jugend gründet Bundesfinale 2022 qualifiziert. Das Finale bildete den Höhepunkt des Wettbewerbsjahres und konnte nach zwei Jahren im Pandemiemodus wieder im Präsenzformat zu Gast beim Hauptsponsor Porsche AG durchgeführt werden. Vor Ort war es die Aufgabe der Teams, mit der Präsentation ihrer innovativen Geschäftsideen auf der „Jugend gründet Zukunftsideenmesse“ und im anschließenden Jurygespräch die Expert:innen zu überzeugen. Vorgestellt wurden, neben Schweikerts KI-App zur Erkennung von Reb-Krankheiten (INFOrmAtIc Teens), ein Energiegewinnungssystem aus Fahrwind (Enstreet), ein Brettspiel zur Vermittlung von Schulstoff (Gamsecond@ry), ein flexibles Palettenlagerregal (HSK Lagertechnik), ein Löschaufsatz für Feuerwehrschläuche (Löschigel), ein nachhaltiger, modularer Schuh (ModiShoe), ein Raumluftfilter aus Moos (Mozz), eine Bezahl-App für den öffentlichen Nahverkehr (PocketPay), ein Maschinen-Ökosystem zum Recycling von Plastikmüll (QiTech Industries) und eine Tierwohl-App für die Pferdehaltung (Tr@ckMyHorse).

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Auf Platz 2 landete das Projekt zum Recycling von Plastikmüll, QiTech Industries aus Rheinland-Pfalz: Speziell entwickelte Maschinen stellen aus Plastikmüll Filamente für den 3D-Druck her. Platz 3 ging an Mozz aus Karlsruhe mit ihrem neuartigen Luftreiniger aus Moos, der über Sensoren das Raumklima reguliert. Es waren rund 730 Geschäftsideen eingereicht worden. Der Wettbewerb wird seit knapp 20 Jahren vom Bundesbildungsministerium gefördert.

Im Wettbewerbsjahr 2021/22 haben insgesamt 4.106 Schüler:innen und Auszubildende aus ganz Deutschland an Jugend gründet teilgenommen: 729 innovative Geschäftsideen wurden eingereicht.

Gründungsvisionen für eine bessere Zukunft

Um sich im Laufe des Wettbewerbsjahres an die Spitze zu kämpfen, haben die Finalteams viel geleistet: In der Businessplan-Phase (1. Schulhalbjahr) schlüpften die Wettbewerbsteilnehmenden in die Rolle von Innovator:innen und entwickelten innovative Geschäftsideen und ein Konzept für die Umsetzung – den Businessplan. Bereits hier waren die Teams mit den besten Businessplänen dazu eingeladen, ihre Geschäftsideen bei vier Online-Pitch-Events im März und April zu präsentieren. So konnten wertvolle Bonuspunkte für den möglichen Finaleinzug gesammelt werden.

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Bei Jugend gründet geht es neben der Entwicklung von Geschäftsideen mit Verdienstmöglichkeiten, sondern auch ganz konkret um persönliche Gründungsvisionen für eine Zukunft in der digitale Lösungen und smarte Produkte den modernen Alltag nachhaltig erleichtern. Wer es letztendlich ins Bundesfinale schafft, entschied sich erst mit dem Ende der Planspiel-Phase (2. Schulhalbjahr). Im Unternehmensplanspiel „Start-up Simulator“ nahmen die Teams die Manager-Rolle ein und steuerten ein virtuelles Start-up mit ihren strategischen Entscheidungen durch die Höhen und Tiefen der Konjunktur mit dem Ziel, sich gegen die KI-gesteuerte Konkurrenz durchzusetzen und das Start-up erfolgreich am Markt zu etablieren. (mit dpa)