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27 Januar 2022 / Lesezeit: 10 minuten

New Work, Co-Working-Spaces und ein Pionier

Transkript: Good News Podcast Folge 44

Das Co-Working Café St. Oberholz, gegründet von Ansgar Oberholz, ist eine Institution in Berlin. Es ist der Ort für mobile Arbeiter:innen aus aller Welt schlechthin.

Bild: IMAGO / Rolf Zöllner

Bild: IMAGO / Rolf Zöllner

Hier findest du eine schriftliche Fassung der Podcastfolge 44 von „Good News“. In dieser Folge sprechen wir darüber, wie Co-Working-Spaces Bankleute und mobile Arbeiter:innen zusammenbringen können, wie gemeinschaftlich genutzte Arbeitsflächen auch abseits der Metropolen funktionieren und was Ansgar Oberholz, der Gründer des legendären St. Oberholz in Berlin, eigentlich damit zu tun hat.

Das Transkript soll den Podcast möglichst barrierefrei auch nicht-hörenden Menschen zugänglich machen. In dieser Folge spricht Good-News-Redakteur:innen Bianca Kriel mit Anja Dilk, Redakteurin beim enorm Magazin über New Work, also neue Arbeit.

Bianca: Hallo und herzlich willkommen zu Good News – gute Nachrichten und konstruktive Gespräche! Ein Podcast von Good News. Heute geht es um New Work, also neue Arbeit. Aber eigentlich geht es vor allem um Ansgar Oberholz. Dazu gleich mehr.

Apropos Arbeit: Wir gehören zur Good Family und zur Good Family gehört auch Good Jobs, die Plattform für Jobs mit Sinn. Wenn ihr also auf der Suche nach einem Job seid, geht auf goodjobs.eu. Oder wenn ihr sogar Lust habt, nachhaltige Organisationen für Good Jobs zu begeistern und das Good Jobs-Netzwerk zu erweitern, bewerbt euch: Good Jobs freut sich auf eine neue Sales-Managerin oder einen neuen Sales-Manager. Den Link packen wir euch in die Shownotes. Aber erst einmal: der gute Nachrichten-Überblick.

Noch werden in Deutschland etwa 450 Bahnlinien mit Dieselzügen befahren. Für einen emissionsfreieren Bahnverkehr schickt die Deutsche Bahn nun erstmals Batteriezüge für den Regionalverkehr auf die Gleise. Die von „Alstom“ entwickelten Züge sind bis Mai 2022 in Baden-Württemberg und Bayern unterwegs.

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Als erste Kommune in Deutschland will die Stadt Rodgau ein Gesetz beschließen, das es untersagt, Tiere im Zirkus, auf Jahrmärkten oder Rummelplätzen auszustellen. Das Verbot soll für kommunale Grundstücke gelten und zum Schutz der Tiere dienen.

125 queere Mitarbeiter:innen der katholischen Kirche haben ihr Coming-out verkündet. Priester:innen, Gemeinde- und Pastoralreferent:innen sowie Religionslehrer:innen fordern eine Änderung des kirchlichen Arbeitsrechts. Die sexuelle Orientierung oder geschlechtliche Identität soll künftig kein Kündigungsgrund mehr sein.

Haie tragen einen wichtigen Teil zur Erhaltung der Meere bei. Zum Schutz der Tiere will eine Bürgerinitiative den Handel mit Haiflossen in der EU nun stoppen. Für das Vorhaben kamen bereits über eine Million Unterschriften zusammen. Die EU-Kommission muss sich folglich mit der Initiative und einem möglichen Verbot auseinandersetzen. Bis zum 31. Januar 2022 können Bürger:innen der EU die Initiative noch unterschreiben.

Einem internationalen Forschungsteam ist mit dem Einsatz von Optogenetik – ein Mix aus optischen Technologien und Genetik – ein medizinischer Durchbruch gelungen: Durch Aktivierung des Proteins Rhodopsin in der Netzhaut kann ein 58-jähriger blinder Proband unter Zuhilfenahme einer Spezialbrille teilweise wieder sehen.

Bianca: Hallo, mein Name ist Bianca. Ich bin Redakteurin bei Good News und ich freue mich, dass wir heute über New Work sprechen bzw. über die dazugehörenden Coworking-Spaces und noch konkreter über einen Pionier von diesen Coworking-Spaces, Ansgar Oberholz. Ich freue mich besonders, dass Anja heute mit dabei ist, Redakteurin beim enorm-Magazin. Sie hat Ansgar Oberholz begleitet. Herzlich willkommen Anja.

Anja: Hallo Bianca. Ich freue mich sehr.

Bianca: Ich mich auch. Anja, New Work ist so ein Buzz-Begriff geworden und wahrscheinlich auch in vieler Munde. Ich denke auch, dass viele das intuitiv erfassen können oder auch vieles dazu wissen. Aber wie ist das eigentlich entstanden? Was hat es auf sich mit diesem Begriff?

Anja: Ja, das ist in der Tat interessant. New Work ist ja ein ganz alter Begriff. Geprägt wurde er von dem Philosophen Frithjof Bergmann, der 1930 in Sachsen geboren wurde und von den Nazis nach Österreich floh. Später wurde er in den USA Philosophieprofessor. Zeitlebens hat Bergmann die Frage beschäftigt: Wie können Menschen zufrieden mit ihrer Arbeit werden? Wie kann man Arbeit, Freiheit, Selbstbestimmung, Gemeinschaft verbinden und auch noch davon leben? In seinen Arbeiten zu New Work entwickelte er schon in den 1970er Jahren, das muss man sich mal vorstellen, an der Universität Michigan und an seinem Center of New Work einen Gegenentwurf zum Lohnarbeitssystem, das Menschen, seiner Einschätzung nach, krank macht. Die zentralen Werte seiner New Work waren Selbstständigkeit, Freiheit, Sinn bei der Arbeit und Teilhabe an der Gemeinschaft. Früh verbunden mit dem Aufstieg des Computers und den damit verbundenen neuen Möglichkeiten. Ich habe den Bergmann selbst mal kennengelernt. Ist echt ein cooler Typ, der auch noch mit 87, 2017 war das, auf der „New Work Experience“-Messe, einem Kongress, mit erhobenen Fäusten zum Vortrag im Rollstuhl auf die Bühne rollte. Der ist leider im vergangenen Jahr gestorben, mit 91. Seit Frithjof Bergmann also ist New Work in der Tat zum Buzzword geworden und meint oft inzwischen eine ganz breite Palette von Themen: Flexibles Arbeiten, variabel in Zeit und Ort, Flexibilisierung von Strukturen, von Denkmustern, Unternehmensorganisation.

Es geht um agiles, also dynamisches rollenflexibles Arbeiten, um Führen nach den Bottom-up Methoden, manchmal um eine fast demokratische Unternehmensorganisation, Abbau von Hierarchien und in manchen Unternehmen sogar den Aufbau von transparenten Gehaltssystemen. Kein Wunder, dass die Literatur zum Thema längst ganze Regal-Wälder füllt. Und seit den 2010er Jahren, würde ich sagen, haben sich die Kongresse über New Work wirklich vervielfacht. Auch bekannte Ex-Manager von Konzernen wie der ehemalige Personalchef der Telekom, Thomas Sattelberger, sind schon vor Jahren irgendwann aufgesprungen und haben sich dafür stark gemacht. So geht es nicht weiter mit unserem Human Resources Management, wir müssen es anders machen in unserer Wirtschaft. Einen großen Schub bekam die New Economy natürlich schon vorher, nämlich Anfang der Nullerjahre, durch die Digitalisierung und den Aufstieg der dotcom companies, der New Economy also und ihren Kickern, flache Hierarchien, jeder ist Unternehmer-Kultur. Heute ist New Work ja fast schon Asbach. Jeder will da irgendwie mitmachen, Unternehmen genauso wie Selbstständige. Und diese Lust auf flexibles, selbst organisiertes Arbeiten spiegelt sich im Boom der Coworking-Spaces überall in Deutschland und anderswo auf der Welt halt wieder. Dieses Netz von Coworking-Spaces überziehen ja den urbanen Raum in krassem Ausmaß.

Bianca: Einer der Pioniere dieser Coworking-Spaces, ein Vorreiter ist Ansgar Oberholz. Du warst ja mit ihm unterwegs. Erzähl mal!

Anja: Ja, tatsächlich. Ansgar Oberholz war schon in der dotcom Zeit mittendrin in der Arbeitskultur der Zukunft. Er hat selbst digital gearbeitet, weil er ein kleines Kind hatte damals mit 23 und hat ein paar Jahre nach dem Platzen der Blase mit seiner alten Freundin und heutigen Frau, Koulla Louca, das St. Oberholz in Berlin aufgemacht. Das Café ist heute echt eine Institution in Berlin, am Rosenthaler Platz, der Ort für mobile Arbeiter:innen aus aller Welt schlechthin. Mit Latte und Lemon Cake sitzen da die Leute manchmal stundenlang hinter ihren Laptops und in den Meeting-Ecken und arbeiten. Im ersten Stock gibt es eine ganze Etage nur mit Arbeitsplätzen. Aber es gehört auch zum Café noch. Cool ist vor allem die Geschichte des Cafés. Die kennt nämlich kaum einer. Ursprünglich gehörte der Laden den Brüdern Aschinger aus Süddeutschland. Im Berlin der 1920er Jahre, den Goldenen Twenties also, war es Zuflucht für Kriegsheimkehrer, verarmte Künstler und die Bohème der Zeit. Prominente wie Alfred Döblin und George Grosz gingen dort ein und aus. Es gab Schinken, Knacker und Erbsensuppe und Bier und dazu Brötchen umsonst. Die Brötchen à la dicretion, so viel man wollte. Ansgar Oberholz hat daher 2005 gesagt: Wir greifen diese Tradition einfach auf und machen das ähnlich. Wir reichen statt gratis Brötchen, gratis WLAN und gratis Strom für die Laptops. Und das war damals ganz außergewöhnlich. Richtig berühmt aber wurde das Café erst, weil da zwei bekannte Web-Freaks ein Buch schrieben, das deutschlandweit zum Bestseller wurde. Sascha Lobo und Holm Friebe: „Wir nennen es Arbeit“. Im Buch gibt es ein eigenes Kapitel über das Café, das für sie Sinnbild für die neue Arbeitswelt und ihre mobilen Arbeiter:innen war: Die digitale Bohème. Ja, so wurde das St. Oberholz berühmt und arbeiten im Café ein Geschäftsmodell. Später eröffnete Ansgar Oberholz viele richtige Coworking-Spaces. 15 hat er davon jetzt, meist in Berlin. Und er hat vor allem immer wieder neue Ideen für die neue Arbeit.

Bianca: Da bin ich gespannt. Du bist ja mit ihm rumgezogen. Was hast du da erlebt?

Anja: Ja, das war wirklich großartig. Wir sind wirklich weit gefahren. Erst nach Potsdam zur alten Post in Babelsberg. So ein alter DDR-Bau, Glasplatte. Gleich daneben hatte die Stasi ihre Räume. 2019 würde diese Post geschlossen, stand lang leer. Dann sollte ein Bio-Supermarkt da rein. Dann machte Ansgar Oberholz dem Besitzer einen anderen Vorschlag: Ich mache ein Co-Working daraus, aber eins, das auch Café, Begegnungs- und Eventort für alle im Kiez ist. Und das ist schon echt ein cooler Mix dort aus alt und neu. Man sieht noch so die alten Metallfliesen, über die die Paketwagen bollerten oder die Säulen aus Holz-Beton-Mix der DDR, die Reste der alten Briefsortier-Anlagen, die metallenen Querstangen, an denen früher die Wildfänge, also diese Vorhänge, hingen vor den Ausgangstoren der Post, wenn die Sachen verladen wurden. Und dann halt die Flätz- und Arbeitslandschaften für Co-Working und Kiez-Café. Im Februar macht Potsdam auf.

Besonders beeindruckt hat mich unsere nächste Station und das war die ehemalige Garde-Kur-Anstalt in Biesenthal. Das ist eine Art Schloss, in dem sich im 19. Jahrhundert, die Offiziere des Kaisers regenerierten. Unter den Nazis wurde eine Polizeischule daraus. Ist wirklich ein creepy space, super gruselig am See, umgeben von einer Graffiti besprühten Mauer mit so Friedhofskerzen drauf. Da steigen wohl nachts immer mal wieder Leute ein, da gibt es auch ganze Videos und witzige Clips auf YouTube. Das ganze Gelände wurde im Krieg untertunnelt. Da kann man heute noch runter steigen, in der Offiziers-Kantine steht noch die Rückwand der Schnaps-Basis, ist total witzig, so mit Spiegel. Man sieht also richtig, wie die Offiziere sich noch einen gekippt haben am Ende des Tages, an dem sie gechillt haben, um sich von ihrem schweren Job zu erholen. Und auf dem Fischgrätparkett in der Sporthalle sind immer noch die Markierungen für Spiele aufgemalt. Das sind 10.000 Quadratmeter und da soll ein riesiges Work- und Life Areal entstehen. Denn dieser Trend ist, glaubt Ansgar Oberholz, absehbar. Viele mobile Arbeiter:innen wollen raus aus der Stadt, zumindest für Projekte oder Phasen. Das zeigt sich auch bei Airbnb. Da werden die Buchungen immer länger, weil die Leute vermutlich nicht nur Urlaub machen an den Orten, die sie buchen, sondern dort auch arbeiten wollen. Aber wie kann man arbeiten in einem normalen Appartement? Das ist halt nicht so toll, weil meist kann man da nur am Küchentisch sitzen. Es ist ja nicht darauf eingerichtet, dass man mehr dort tut, als zu kochen, zu schlafen, vielleicht ein bisschen zusammenzusitzen. Aber arbeiten? Nein. Also hat er sich überlegt: Räume, die geeignet sind fürs Chillen und Arbeiten, am besten mit Café und Restaurant, also Versorgung um die Ecke und daher auch noch attraktiv für die Bewohner:innen der Orte in der Nähe. In dem Fall, also in Biesenthal, gibt es halt wenig und deshalb startet er das jetzt. Ist aber noch ganz am Anfang. Nur hat der Stadtrat in Biesenthal bereits zugestimmt.

Bianca: Ja, das klingt gut, weil meistens oder zumindest meinem Kopf, verbinde ich so Coworking-Space mit urbanen Orten. Aber Biesenthal gehört ja da jetzt nicht unbedingt dazu. Und ihr wart ja auch noch in Frankfurt an der Oder!

Anja: Ja, genau. Biesenthal hat so etwa 5000 Einwohner. Frankfurt/Oder ist da schon deutlich größer. Aber natürlich nicht gerade eine Metropole, wo viele solcher Spaces sind. Und wir waren dort im Blok O. Das gibt es seit 2018 auch, eben eröffnet von Ansgar Oberholz, und ist wirklich sehr, sehr ungewöhnlich. Hier sitzen nämlich Coworking-Hipster und Sparda-Bank-Angestellte in einem ehemaligen Kinderkaufhaus zusammen. Kann das funktionieren? Klar, hat sich auch Ansgar Oberholz gefragt, als damals tatsächlich ein Sparda-Manager auf ihn zukam mit dem Vorschlag. Denn Bankfilialen sind ja nicht gerade sexy, die locken die Leute längst nicht mehr. Dieser Manager hoffte, sie so attraktiver machen zu können, gerade für jüngere Kund:innen. Anfangs gab es dann wohl schon Berührungsängste. Die Sparda-Mitarbeiter:innen haben sich wohl gefragt: Ja, was ist mit der Bank-Sicherheit? Wieso habe ich jetzt keinen festen Schreibtisch mehr? Wie mache ich das überhaupt mit den Kund:innen. Und die Coworker:innen andererseits mussten sich daran gewöhnen, dass die Sparda-Leute Priorität in den Konfi-Räumen haben. So war das, damit die Bankgeschäfte laufen können, verabredet. Aber inzwischen scheint es gut zu laufen, denn die haben sich ganz gut zusammengerauft, es gab auch einige Workshops, wo man sich gemeinsam weitergebildet hat und überlegt: Wie kann hier New Work funktionieren? Ich finde es total spannend, dass ein Unternehmen so etwas ausprobiert. Es ist bestimmt auch als Kunde lustig, so Bank-Beratung in Co-working Spaces-Ambiente, finde ich. Und ich finde es erstaunlich, dass eine einfache regionale Bank den Mut dazu hat. Denn auch wenn New Work natürlich längst alle machen wollen, haben wir ja schon am Anfang darüber gesprochen, schon weil man ja als Top-Down-Company kaum noch Nachwuchs findet, das ist ja total ewiggestrig, trotzdem scheint der Ansatz für viele Unternehmen letztlich noch irgendwie Voodoo, wie Ansgar Oberholz es nennt. Also irgendwie cool, ein „must have“ . Aber wie genau, wissen viele Unternehmen dann doch nicht. Und warum? Was bringts jetzt? Ein bisschen agiles Arbeiten ja, aber bringt halt auch nur wenig, wenn es nicht zum Unternehmen, zur und zum Führungsmodell passt und zur Kultur, die man auch wirklich leben will.

Bianca: Ich finde dieses Beispiel so toll mit der Bank und diesem Co-working Space, weil es einfach auch zwei Welten zusammenbringt, die vorher vielleicht auch nicht besonders viel voneinander mitbekommen haben. Das Beispiel gefällt mir wirklich sehr sehr gut.

Anja: Das war auch total spannend, als wir uns das angeschaut haben via Facetime auf unserer Tour, weil Frankfurt Oder war dann doch zu weit. Da habe ich via Facetime mit einigen Leuten da kurze Interviews führen können, also sowohl von der Sparda-Seite als auch vom Coworking. Und es ist wirklich ein bunter Mix, also irgendwie, eine Yogalehrerin,  Leute, die Master da schreiben, jemand, der als Angestellter des Coworkings gewechselt hat zur Sparda und die jetzt vertritt im Empfang. Und dann eine Auszubildende, die erzählt, dass sie eigentlich nur deshalb da hingegangen ist, weil sie das so cool findet und man merkt richtig, wie das so ein bisschen eingefahrene Strukturen aufknackt. Fand ich total spannend.

Bianca: Was denkst du denn? Wie wird sich das Ganze noch entwickeln? Wie könnte denn die Zukunft von dieser New Work und dem Zusammenarbeiten, wie könnte das aussehen?

Anja: Na ja, wir haben ja alle gemerkt, durch Corona hat sich schon einiges geändert in vielen Unternehmen. Es geht halt auch anders, flexibler in jedem Fall. Und das ändert oft auch die Kultur und das Selbstverständnis. Es gibt eine Studie, die zeigt, dass 75 Prozent der Beschäftigten in Deutschland wollen gar nicht mehr jeden Tag ins Büro, weil sie das einfach gelernt haben zu schätzen, wenn man auch im Homeoffice arbeitet einen Teil der Woche und diesen Wechsel hat. Ob deshalb Arbeiten mit Sinn für viele Leute, also eine Arbeit, die befriedigt, mit der man etwas bewirken kann, ob das wirklich für viele Leute damit verbunden auch besser möglich ist, das ist natürlich nicht ein leichter Schritt, aber es sind alles kleine Schritte in diese Richtung. Interessant fand ich die Prognose von Ansgar Oberholz, der längst auch Unternehmen zu New Work berät. Er geht davon aus, dass 90 Prozent der Companies ihre Büros in den nächsten zwei bis drei Jahren schon verkleinern werden, also deutlich verkleinern werden und viel digitaler und flexibler arbeiten. Natürlich ist das total getriggert von Corona. Und natürlich liegt es auch daran, weil Unternehmen damit Geld sparen. Trotzdem ändert das die Kultur. Und auch interessant: Er schätzt, dass Unternehmen dafür auch eigene Hubs einrichten, also so kleine zentrale Knotenpunkte an zentralen Orten, die Mitarbeiter:innen gut erreichen können. Zum Beispiel so neben einem Park and Ride oder am Rande einer großen Wohnanlage oder einer Familienhaus-Siedlung, wo einige Mitarbeiter:innen arbeiten oder an einem wichtigen Autobahnkreuz. Oder dass sie eben Plätze im Coworking-Spaces anmieten werden und Kooperationen wie die Sparda vielleicht eingehen.

Bianca: Vielleicht sehen wir uns ja mal wieder in unserem gemeinsamen Büro.

Anja: Das wäre schön. Da ist es nämlich auch super und ich finde, wir sitzen ja mit vielen kleinen Unterorganisationen unseres Gesamtunternehmen zusammen und das ist auch schon so ein bisschen Coworking oder?

Bianca: Total, weil das ja einzelne Unternehmen sind, die zusammengehören. Und da gibt es ja auch viel Synergie-Potenzial und Austausch. Da hast du total recht. Es ist auch ein bisschen wie ein Coworking-Space. Vielen Dank, Anja!

Anja: Sehr gerne, Bianca!

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