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24 July 2019 / Lesezeit: 3 minuten

Marooned Ocean Foundation Bermuda

Müllfrei im Paradies

Wale passieren die Insel Bermuda auf ihrer Reise zu Sommer-Futtergründen – für unsereiner ein Naturspektakel, für Bewohner der Insel atemberaubender Alltag. Doch auch hier bleibt die Verschmutzung nicht fern und birgt viele Gefahren für die Umwelt sowie Lebewesen der Insel in sich.

Jedes noch so kleine Stück Müll verunreinigt unsere Gewässer und es braucht mindestens eine Hand, um es wieder aus dem System zu entfernen. Ebenso zählt auch jeder Cent um Projekte zu fördern, die sich das Säubern unserer Meere zur Aufgabe machen

Adam Johnson und Conor Outerbridge haben sich dafür ein besonders traumhaftes – und gleichzeitig auch bedrohtes – Idyll ausgesucht: ihre Heimat, die Insel Bermuda. Die Bilder, die einem bei dem Gedanken an die Insel im Nordatlantik in den Kopf kommen, entsprechen in der Tat auch der Realität: ein Paradies wie aus dem Bilderbuch. Doch auch hier bleibt die Verschmutzung der Gewässer durch Müll nicht fern – Strände und das offene Meer sind bunt „geschmückt“ mit immer mehr Tüten, Plastikflaschen, Reifen oder auch mal einem schwimmenden Kühlschrank.

Johnson und Outerbridge wollen mit ihrer Organisation „Marooned Ocean Foundation“ diese Müllberge von Stränden und Gewässern entfernen. Doch nicht nur das: Hauptziel ist es, die Ursachen für die Verschmutzung zu bekämpfen und mehr Aufmerksamkeit bei den Menschen vor Ort als auch weltweit zu verankern. 

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Die Abhängigkeit vom Import

Nachhaltigkeit zu implementieren, auf einer Insel so klein und abhängig wie Bermuda, ist schwer, weil der gewohnte Alltag zu stark vom Import geprägt ist. Das hält die beiden jedoch nicht ab, mit Aufmerksamkeit erregenden Aktionen wie Standup-Paddling um die gesamte Insel oder durch langfristige Zusammenarbeiten mit Schulen die Augen der Inselbewohner zu öffnen. Ein eigens gedrehter Kurzfilm hilft ihnen, vor allem die jungen Inselbewohner zu erreichen und zu aktivieren. Zusätzlich verkaufen sie T-Shirts aus nachhaltiger Produktion, die verschiedene Drohnenaufnahmen der Insel, aufgenommen von Outerbridge selbst, als Motiv haben. Die Einnahmen daraus spenden sie zu 100 Prozent an ausgewählte Meeresschutzprojekte. Einen Auszug der eigenen Aufnahmen sind in der Bildergalerie zu sehen.

Mit ihren regelmäßigen Strandsäuberungen hat die Marooned Ocean Foundation allein innerhalb eines Jahres bereits etwa drei Tonnen Müll gesammelt. Der größte Teil davon wird aus dem Atlantik angeschwemmt. Besonders der Golfstrom, der für das paradiesische Inselklima verantwortlich ist, bringt gleichzeitig auch eine graue Müllwolke mit sich.

Bermuda von oben – ein Paradies. Auch hier “schmückt” Müll die Bilderbuchstrände.

Spendenaktionen für Inselprojekte

Das Ziel von Johnson und Outerbridge ist es, die Insel weiterhin von Müll zu befreien und auf lange Sicht die gestrandete Menge Abfall reduzieren zu können. Doch das gelingt nur, wenn grenzübergreifend die Aufmerksamkeit kreiert werden kann, die auf globalem Level längst überfällig ist. Hinzu kommt, dass die Folgen viel mehr als nur Verschmutzung sind: Meereslebewesen sterben, egal ob Fische oder Korallen. Und bei Letzteren setzen die zwei an, um wieder mehr Leben unter Wasser zu kultivieren.

Das erste Herzensprojekt, das die beiden Gründer unterstützen, wird von der Living Reefs Foundation geleitet. Dabei handelt es sich um eine gemeinnützige Organisation, die sich für den Erhalt der farbenprächtigen Korallenriffe Bermudas sowie den Schutz der vielfältigen Meereslebewesen einsetzt. Ein Korallenriff ist nicht nur wertvoll und notwendig für den Erhalt eines gesunden Ökosystems in unseren Ozeanen, es dient auf einer Insel wie Bermuda gleichzeitig auch als natürlicher Schutz vor schweren Stürmen und ist ein unabdingbarer Bestandteil der Tourismusindustrie und der Handels- und Freizeitfischerei. Insgesamt geht es um jährliche Einnahmen zwischen 722 Millionen und 1,1 Milliarden Dollar, was 10 bis 17 Prozent des BIPs Bermudas entspricht.

Nachhaltige Korallengärten 

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Living Reefs wurde von Dr. Samia Sarkis gegründet, einer Meeresbiologin von der Insel, mit über 30 Jahren Erfahrung in der Meereswelt. Um die Korallenriffe wiederherzustellen, werden neue Korallengärten unter Wasser angelegt. Pyramidenförmige Gerüste helfen dabei, die Lebewesen in diesem Gebiet wieder prächtig wachsen zu lassen. Das Besondere und Einzigartige daran ist, dass Living Reefs Larven sammelt, diese im Labor anbaut und die gezüchteten Babykorallen erst nach mindestens zwölf Monaten auspflanzt. Begeistert sind Johnson und Outerbridge „besonders von dem nachhaltigen Ansatz, der sich von dem unterscheidet, was bereits da draußen ist“. Und sie hoffen, dass sie auch weiterhin etwas bewegen können um noch mehr Aufmerksamkeit und finanzielle Unterstützung für den Erhalt ihres Heimatparadieses zu erzielen. 

Klar ist: die Aktionen und Aktivitäten der Marooned Ocean Foundation ist nur ein Beispiel von vielen, das deutlich macht, wie stark wir unsere Ozeane verschmutzen und umso mehr wie wichtig der Einsatz jedes Einzelnen ist – schließlich wird aus jeder noch so kleinen Hand, die Müll aufhebt und entsorgt, auch ein Kopf mehr, der mitdenkt, aktiviert und verändert.