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23 September 2020 / Lesezeit: 2 minuten

Wal-Reise online verfolgen

Die Wanderung der Südkaper

Ein Südlicher Glattwal oder Südkaper an der Meeresoberfläche.

Bild: imago images / imagebroker

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Im 19. Jahrhundert wurden die Südlichen Glattwale fast ausgerottet. Die Population hat sich in den letzten zehn Jahren erholt. Nun bedroht der Klimawandel die auch Südkaper genannten Meeresriesen. Forscher*innen wollen nun mit einem Projekt mehr über ihre Wanderwege auf der Südhalbkugel erfahren. Dabei zuschauen kann jede*r.

Die Reise von sechs mit Peilsendern ausgestatteten Südlichen Glattwalen, auch Südkaper genannt, lässt live im Internet verfolgen. Ziel des Projekts sei es, mehr über die Wanderrouten der Südkaper zu erfahren, teilte Forschungsleiterin Emma Carroll von der Universität von Auckland in Neuseeland am Dienstag mit. Für jeden der sechs Wale – in der Sprache der Maori als Tohora bekannt – findet sich eine andersfarbige Linie auf der Landkarte im Netz.

Südkaper gehören zur Familie der Glattwale. Ausgewachsen erreichen sie eine Länge von bis zu 18 Metern und ein Gewicht von bis zu 80 Tonnen. Sie durchwandern in der Regel die Meere der Südhalbkugel zwischen dem 30. und 50. südlichen Breitengrad. Die Südkaper ernähren sich bevorzugt von mehreren Krebsarten – und sie haben keine Finne.

Südkaper vor Neuseeland: veränderte Wanderroute

Für das Projekt haben sich den Angaben zufolge acht Wissenschaftler auf eine Expedition nach Port Ross auf Auckland Island gut 400 Kilometer südlich der neuseeländischen Südinsel begeben. Dort brachten sie im August die Sender an und führten Untersuchungen an den Tieren durch. Im Internet ist zu sehen, dass die Wale Port Ross – wo sie jeden Winter zusammenkommen – bereits verlassen haben.

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Ihre weitere Wanderung verlief zunächst anders als von den Wissenschaftlern angenommen. „Wir hatten erwartet, dass sie nach Norden in die wärmeren Gewässer in der Nähe Neuseelands und Australiens ziehen würden, wo wir ihre traditionellen Nahrungsgründe vermuten“, sagte Carroll. „Aber bisher sind sie noch weiter nach Süden in Richtung Antarktis geschwommen, so dass wir noch nicht wissen, ob sie irgendwann wieder in den Norden zurückkehren werden.“

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Die größte Bedrohung für die Südkaper sei der Klimawandel, sagte Meeresökologe Simon Childerhouse vom Cawthron Institut, das an dem Forschungsprojekt beteiligt ist. Im 19. Jahrhundert sei diese Walart durch Jagd nahezu ausgerottet worden. Im Jahr 2009 sei die Population aber wieder auf rund 2000 Tiere angewachsen gewesen.