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2 November 2020 / Lesezeit: 4 minuten

Nachhaltige Investition in die Zukunft

Wälder als Teil der Klimalösung

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Wälder sind die Lunge und Arche unseres Planeten und eine Lösung im Kampf gegen den Klimawandel – sie dauerhaft anzulegen und vor Raubbau zu schützen ist die Mission der Genossenschaft The Generation Forest

Alle Fotos: Emir Lebedev / The Generation Forest

Alle Fotos: Emir Lebedev / The Generation Forest

Artenvielfalt, Klimaschutz und Rendite – geht das zusammen? Wie die Genossenschaft The Generation Forest mit einer neuen Art der Forstwirtschaft das Klima retten will.

Die verkohlten Baumgerippe haben sie nie losgelassen. Iliana Armién war noch ein Kind, als sie sah, wie ein Stück tropisches Paradies in Flammen aufging. Ihr Vater schuf so Weideland. Brandrodung war das Mittel der Wahl – und ist es bis heute. Vielerorts bleibt Bauern nichts anderes übrig, um ihre Familien zu ernähren. Aber schon damals wusste Iliana, dass es eine bessere Lösung geben muss: ein wirtschaftliches Auskommen mit dem Wald statt gegen ihn. Es ist allerhöchste Zeit.

420 Millionen Hektar, eine Fläche so groß wie die ganze EU – so viel Wald hat die Erde allein seit 1990 verloren. Iliana Armiéns Heimat Panama hat binnen 80 Jahren zwei Drittel seiner Waldfläche eingebüßt. Längst wird das auch zum globalen Problem: Tropische Wälder bedecken nur acht Prozent der Landfläche weltweit, beherbergen aber jede zweite an Land lebende Tier- und Pflanzenart. Mit dem Wald verschwinden unsere kostbarsten Ökosysteme. „Ist der Wald erst weg, stirbt auch der Boden“, sagt Armién. Dann geraten schnell Wasser- und Nahrungsversorgung der Menschen in Gefahr. Spätestens beim Klima wird die globale Wirkung des Raubbaus offensichtlich: Entwaldung ist einer der größten Treiber des Klimawandels. Entsprechend haben die Vereinten Nationen den Schutz und die nachhaltige Nutzung der Wälder zu einem ihrer 17 Sustainable Development Goals gemacht. Dennoch schwindet die grüne Lunge des Planeten weiter. Daran hat selbst Corona nichts geändert.

Wo kein Gras mehr wächst

Aus dem kleinem panamaischen Mädchen Iliana ist derweil eine renommierte Forstingenieurin geworden. Sie hat lange für internationale Institutionen an indigenen Baumarten geforscht. „Niemand in Panama weiß so viel über heimische Bäume wie Iliana“, sagt Andreas Eke. Der Hamburger Geograf hat gemeinsam mit Armién Mitte der 1990er eine kleine Revolution in der Forstwirtschaft losgetreten. Statt Monokulturen mit fremden Arten wie Teak, die kaum nachhaltig zu kultivieren sind und keine funktionierenden Ökosysteme formen, pflanzen sie einen Mix aus einheimischen Hölzern. Rund zehn Millionen Bäume hat ihr gemeinsamer Forstbetrieb Futuro Forestal seither gepflanzt. 2016 haben sie mit anderen Gleichgesinnten eine Genossenschaft gegründet, um ihre Idee noch weiterzutreiben und Investoren aus aller Welt für die forstwirtschaftliche Zukunft zu gewinnen.

Iliana Armién, Mitgründerin von The Generation Forest, und die Forstarbeiter freuen sich über den Abschluss der Aufforstungssaison auf der Finca Gatun 1. Hier haben sie mit ihren Pflanzungen die Grundlage für 49 Hektar neuen Generationenwaldes geschaffen

Diese Zukunft nennen sie den Generationenwald oder „The Generation Forest“. So heißt auch die Genossenschaft. „Eine Mischung aus Urwald und Kulturwald“ nennt Eke dieses Konzept einer naturnahen Waldwirtschaft. Die Genossenschaft mit Sitz in Hamburg kauft in Panama gerodete Flächen, die nach Jahren extensiver Landwirtschaft teilweise nicht einmal mehr als Weide taugen. Über 200 Hektar gehören ihr bereits, 1.000 sollen es bald werden. Dort pflanzen die Waldprofis seither Mischwälder mit bis zu 20 heimischen Edelhölzern wie Gelbzeder, Mahagoni und Almendro. Wie sich zeigt, gedeihen diese nicht nur gut auf den vermeintlich toten Böden, sie bilden auch wieder lebensfähige Ökosysteme. Ihr Holz erzielt zudem sehr gute Preise im Möbelbau. Vor allem jedoch binden sie große Mengen CO im Kampf gegen den Klimawandel.

Ende des Kahlschlags

Anders als in der gängigen Forstwirtschaft gibt es im Generationenwald keinen Kahlschlag. Statt flächenweise alles zu fällen, werden stets nur einzelne Bäume geschlagen und sofort ersetzt. So entsteht ein Dauerwald mit verschiedenen Baumgenerationen. „Ein solches Ökosystem ist nachhaltig, weil es den Boden gesund hält“, erklärt Armién. Es minimiert obendrein das Risiko von Krankheiten, Schädlingsbefall oder Sturmschäden. Zwar ist der Abtransport der Stämme aufwendiger. Dafür schaffen stete Pflege und Bewirtschaftung faire und langfristig sichere Jobs vor Ort.

Mittlerweile beteiligen sich weit über 1.000 Genossenschaftsmitglieder an The Generation Forest. Ein Anteil kostet 1.200 Euro und entspricht 500 m2 Wald, der kann aber auch in Raten ab 25 Euro monatlich erworben werden. „Jeder, der will, soll Teil der Lösung sein dürfen“, so das Credo. Zu den Mitgliedern zählen dann auch nachhaltig orientierte Unternehmen und Institutionen wie die GLS Treuhand genauso wie Kleinsparer, die mit ihrem Geld etwas bewegen wollen. Zehn Anteile reichen, um die Treibhausgase eines ganzen Menschenlebens zu kompensieren.

Jeder Hektar Generationenwald bindet 14 Tonnen CO2 und schafft zudem faire und langfristige Jobs bei der Pflege des Waldes und der Aufzucht der Bäume, wie hier in der Baumschule

Bodenständiges Wachstum

Immerhin 4,5 Prozent jährliche Rendite prognostiziert die Genossenschaft über die gesamte Laufzeit. Man kalkuliert konservativ, ohne auf steigende Holzpreise zu spekulieren. Aber es ist Geduld gefragt: Erst in knapp 20 Jahren werden die ersten Bäume schlagreif, erst dann fließt auch die erste Dividende.

Slow Finance nennt man solche besonders langfristigen Investments. Der Businessplan von The Generation Forest reicht tatsächlich 100 Jahre in die Zukunft. „Es ist kein Zufall, dass heute viele erfolgreiche institutionelle Investoren ihr Kapital immer auch in Wälder stecken“, sagt Eke. Man operiere in Generationen statt in Quartalen, verspreche keine astronomischen Renditen, dafür buchstäblich stetes Wachstum. Vor allem aber trägt das Investment ab Tag eins ganz andere Früchte: Das Pflanzen neuer Wälder wirkt unmittelbar gegen den Klimawandel. Jeder Hektar Generationenwald bindet 14 Tonnen CO pro Jahr. Außerdem steigt die Biodiversität, erst kürzlich wurden erstmals seit Jahrzehnten wieder Jaguare auf den Flächen gesichtet. Und die Menschen vor Ort leben vom Erhalt des Waldes statt von seinem Abbau.

So wächst mit The Generation Forest aus Iliana Armiéns Idee eine Lösung für ein globales Problem heran – geboren in den Wäldern Panamas und getragen von Menschen aus aller Welt. Eine Lösung, die erstmals den vollen sozialen, ökologischen und ökonomischen Wert des Waldes für alle erschließt – nachhaltig über Generationen hinaus. Es ist allerhöchste Zeit.

The Generation Forest

Mit der Natur, statt gegen sie. Mit uns kannst du ein Teil der Lösung gegen den Klimawandel sein. Indem du Mitglied in unserer Genossenschaft wirst, hilfst du uns dabei, entwaldete Flächen zu kaufen und dort neue dauerhafte Regenwälder zu pflanzen. Wälder sind ein wundervolles Werkzeug, mit dem wir unser kaputtes Klima reparieren können. Indem wir der Natur helfen, sich zu regenerieren, helfen wir uns und nachfolgenden Generationen dabei, ein gesundes Klima zu schaffen. Wie das genau funktioniert, erfährst du in unseren aktuellen Filmen. Werde Mitglied und unterstütze uns. Mehr erfährst du unter:
thegenerationforest.com/teil-der-loesung