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5 Dezember 2019 / Lesezeit: < 1 minuten

Kampf gegen Erderwärmung

Perlenketten für die Polkappen

Forscher haben ein neues Material entwickelt, um das Abschmelzen der polaren Eiskappen zu stoppen und die Temperatur in der Arktis langfristig zu senken.

TITELBILD: SVEN-ERIK ARNDT/IMAGO IMAGES

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Wie die NGO Ice911 mit einer besonderen Technik verhindern will, dass das arktische Eis verschwindet.

Das Eis der Polkappen schmilzt uns davon: Der Meeresspiegel steigt und gewaltige Mengen von im Eis gespeichertem CO2 werden freigesetzt. Vor allem aber verschwindet mit dem ewigen Eis der Hitzeschutzschild der Erde: Denn die Polkappen reflektieren einen großen Teil der globalen Sonneneinstrahlung.

Schmilzt diese Reflektionsfläche, steigt die Geschwindigkeit der Erderwärmung rasant: Laut dem aktuellen Weltklimabericht der Vereinten Nationen schmilzt auf Grönland das Eis im Jahr 2019 sechsmal so schnell wie vor 40 Jahren.

Um das verbleibende Eis zu schützen, hat die NGO Ice911 um die Ingenieurin Leslie Field nun ein Material entwickelt, das die Eismassen reflektionsfähiger machen soll: winzige Glasperlen. Sie bestehen aus Siliciumdioxid, einem natürlichen Stoff, der nach bisherigem Forschungsstand weder für Menschen noch für Tiere schädlich ist und aussieht wie feiner, weißer Sand. Zwölf Jahre lang hat Ice911 das Verfahren optimiert.

Die Vision der NGO: Verteilt man Millionen der kleinen Perlen auf dem Eis der Arktis, entsteht eine schützende Reflektionsschicht. Das Team ist überzeugt, die Temperatur in einem großen Bereich der Arktis mit dieser Schutzschicht langfristig um 1,5 Grad Celsius senken zu können.

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Seit Jahren schmelzen die Eismassen in den Polarregionen. Die Glasperlen-Technologie könnte in Zukunft eine Lösung sein, um das Abschmelzen zu verhindern. Bild: James Hardy/Imago

Noch befindet sich das aufwendige Projekt in der Testphase. Zunächst sollen die Glasperlen fünf bis sieben Jahre lang in der Arktis erprobt werden. Dann wollen die Forscher die Framstraße zwischen Grönland und Spitzbergen mit den Perlen besetzen. Diese Region erwärmt sich viermal schneller als der globale Durchschnitt. Sollten die Tests erfolgreich sein, könnte man die Perlen nach und nach großflächig auf dem gesamten Nordpol verteilen.