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4 Februar 2020 / Lesezeit: 2 minuten

Altersheim für Nutztiere

Ein Herz für Kühe

Ein Rind kann rund 30 Jahre alt werden, in der Milchindustrie aber wird eine Kuh schon nach durchschnittlich 5,5 Jahren geschlachtet.

Bild: Luca Basili/Unsplash

Bild: Luca Basili/Unsplash

Welchen Wert hat das Nutztier, wenn es nicht mehr nützt? Der Film „Butenland“ spürt dem nach – im ersten Kuh-Altersheim Deutschlands.

Jan Gerdes ist Milchbauer in dritter Generation und will es auf seinem Biohof den Tieren recht machen. Aber er kann sich nicht an die Tatsache gewöhnen, dass er die Kühe zum Schlachter bringen muss, sobald ihre Milchleistung nachlässt. Irgendwann geht es nicht mehr. 2002 zieht er einen Schlussstrich: Zusammen mit seiner Partnerin, der Tierschutzaktivistin Karin Mück, schafft er mit dem „Lebenshof“ Butenland einen Ort, an dem es keine Nutztiere mehr gibt: ein friedliches Miteinander, das fast schon utopisch erscheint.

Denn ein Rind kann rund 30 Jahre alt werden, in der Milchindustrie aber wird eine Kuh schon nach durchschnittlich 5,5 Jahren geschlachtet. Auf Butenland leben gerettete Rinder wie Lillja, Uschi oder Paul heute zusammen mit 39 anderen Kühen und vielen anderen ehemaligen Nutztieren.

Kuh-Altersheim als Gegenmodell zur Ausbeutung von Nutztieren

Es ist eine Gemeinschaft auf Augenhöhe mit den Menschen, die ihnen mit uneingeschränktem Respekt begegnen und sie nicht zwingen, einen Nutzen zu erfüllen. Der Dokumentarfilm „Butenland“ erzählt die Geschichte von zwei Menschen, die die Bedürfnisse der Tiere in den Mittelpunkt stellen, fernab von jeglichen wirtschaftlichen Interessen – ein Gegenmodell zur Ausbeutung in der Nutztierhaltung.

Der Film stellt die bewegenden Schicksale der Tiere in den Vordergrund, welche sonst in den Regalen der Supermärkte verborgen bleiben.
Marc Pierschel, Regisseur

„Der Film bietet einen einmaligen Einblick in den Alltag eines Lebenshofes und stellt die bewegenden Schicksale der Tiere in den Vordergrund, welche sonst in den Regalen der Supermärkte verborgen bleiben“, so Filmemacher Marc Pierschel, der Mück und Gerdes über einen Zeitraum von mehr als zwei Jahren mit der Kamera begleitet hat.

Das intime Porträt hält Momente des Glücks und der Trauer fest und hinterfragt den gegenwärtigen Status, den Nutztiere und ihre Produkte in unserer Gesellschaft einnehmen. Der Film wurde 2019 mit dem Hofer Dokumentarfilmpreis ausgezeichnet.

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Marc Pierschel: Butenland, Verleih: mindjazz pictures, Kinostart: 6. Februar 2020