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28 Mai 2020 / Lesezeit: 2 minuten

Rekordwert

Ökostrom-Anteil in Deutschland erstmals über 50 Prozent

Windkraft war dank eines besonders windreichen Quartals 2020 mit gut einem Drittel (34,9 Prozent) der insgesamt eingespeisten Strommenge erstmals der wichtigste Energieträger für die Stromerzeugung in Deutschland.

Bild: imago images / ikon images

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Im Vergleich zum ersten Quartal 2019 stieg die Strommenge aus erneuerbaren Energien um fast 15 Prozent auf einen Anteil von 51,2 Prozent der insgesamt eingespeisten Menge. Die Bundesumweltministerin stellte derweil eine Studie zu einer „sozial-ökologisch“ ausgerichteten Konjunkturpolitik in und nach der Corona-Krise vor.

Mehr Strom aus Wind, Biogas und Sonne: Erstmals hat der Anteil erneuerbarer Energien an der eingespeisten Strommenge in Deutschland den aus konventionellen Energieträgern wie Kohle und Atomkraft übertroffen. Im ersten Quartal des laufenden Jahres wurden nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes 72,3 Milliarden Kilowattstunden Ökostrom ins Stromnetz eingespeist.

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Damit stieg die Strommenge aus erneuerbaren Energien im Vergleich zum ersten Quartal 2019 um fast 15 Prozent auf einen Anteil von 51,2 Prozent der insgesamt eingespeisten Strommenge. Den höchsten Anstieg beim Ökostrom-Anteil verzeichnete dabei mit 21,4 Prozent Strom aus Windkraft, wie die Wiesbadener Behörde am Donnerstag mitteilte.

Ökostrom-Anteil: Spitzenreiter Windenergie

Windkraft war dank eines besonders windreichen Quartals mit gut einem Drittel (34,9 Prozent) der insgesamt eingespeisten Strommenge erstmals der wichtigste Energieträger für die Stromerzeugung in Deutschland. Es folgen Kohle (22,3 Prozent), Erdgas (12,7 Prozent) und Kernenergie (11,6 Prozent). Insgesamt sank die Einspeisung aus konventionellen Energieträgern zum Vorjahreszeitraum um 21,9 Prozent. Vor allem der Kohlestromanteil war mit minus 33,4 Prozent deutlich niedriger als in den ersten drei Monaten des Vorjahres.

Klimaschutz mit Konjunkturpaket weiter voranbringen

Bundesumweltministerin Svenja Schulze bekräftigte derweil in Berlin die Forderung, erneuerbare Energien schneller auszubauen – vor allem der Ausbau der Windkraft an Land ist ins Stocken geraten. Die SPD-Politikerin hat sich zudem dafür ausgesprochen, im Zuge des geplanten Konjunkturprogramms den Klimaschutz voranzubringen. Der Neustart müsse dafür genutzt werden, um die Gesellschaft klimafreundlicher, gerechter und krisenfester zu machen.

Wissenschaftler stellten eine Studie im Auftrag des Ministeriums vor. Darin plädieren Institute für eine „sozial-ökologisch“ ausgerichtete Konjunkturpolitik. Die Bundesregierung will nach Pfingsten ein umfassendes Konjunkturprogramm vorlegen, um die Wirtschaft in der Corona-Krise anzukurbeln. Schulze sagte, sie persönlich halte drei Bereiche für besonders wichtig. Zum einen müssten Kommunen angesichts massiver Steuerausfälle gestärkt werden mit einem Schutzschirm, damit die Kommunen weiter investieren könnten etwa in den Umbau des öffentlichen Personennahverkehrs.

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Das Konjunkturprogramm müsse verbunden werden mit einer „Mobilitätswende“. Der Verkehrssektor sei das „absolute Sorgenkind“ beim Klimaschutz. Schulze sprach sich aus etwa für staatliche Zuschüsse bei der Umrüstung von Flotten. Die Ministerin äußerte sich skeptisch zu von der Autobranche geforderten Kaufprämien auch für Benziner und Dieselautos. „Ich halte eine simple Abwrackprämie nicht für zielführend“, sagte Schulze.