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9 Juni 2020 / Lesezeit: < 1 minuten

Wegen Ölbohrungen in der Arktis

Klimaklage kommt vor Norwegens Obersten Gerichtshof

Mitternachtssonne über der Barentssee im äußersten Norden Norwegens nahe Mehamn: In dem Randmeer zum Arktischen Ozean gestattete Norwegen vor vier Jahren Ölbohrungen.

imago images / CHROMORANGE

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2016 gestattete Norwegen neue Ölbohrungen in der Arktis. Umweltschützer klagten dagegen – bisher ohne Erfolg. Nun geht es Ende des Jahres in die letzte Instanz. Das Urteil könnte ein Präzedenzfall werden.

Die von Greenpeace und weiteren Umweltschützern eingereichte Klage gegen Ölbohrungen in der Arktis kommt in Norwegen Ende des Jahres vor den Obersten Gerichtshof. Das Gericht wird sich ab dem 4. November an insgesamt sieben Anhörungstagen mit der Klimaklage befassen, wie die Klägerparteien am Dienstag mitteilten.

Man glaube daran, dass die Richter zustimmen werden, dass neue Ölbohrungen in der fragilen Arktis einen Verstoß gegen die norwegische Verfassung darstellten, erklärte der Leiter von Greenpeace Norwegen, Frode Pleym.

Auch auf enorm: „Es ist die Pflicht unserer Generation, das Klima zu stabilisieren“

„Die Entscheidung des Obersten Gerichts wird entweder fatale oder fantastische Konsequenzen für unsere Zukunft haben“, teilte Therese Hugstmyr Woie von der norwegischen Umweltschutzorganisation Natur & Jugend mit.

2016 gestattet Norwegen neue Ölbohrungen in der Arktis

Greenpeace, Natur & Jugend und zwei Unterstützerorganisationen werfen dem norwegischen Staat vor, mit der Zulassung von Ölbohrungen in der arktischen Barentssee das Klimaschutzabkommen von Paris verletzt zu haben. Zudem verstoße Norwegen mit dem Entschluss gegen seine Verfassung, die den künftigen Generationen eine gesunde und sichere Umwelt garantiere.

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Norwegen hatte 2016 erstmals seit 20 Jahren neue Ölbohrungen gestattet – nach Angaben von Greenpeace fast zeitgleich mit der norwegischen Ratifizierung des Weltklimaabkommens. Die Umweltschützer erhoffen sich von dem Verfahren letztlich einen Präzedenzfall für künftige Klimaklagen. Ihre Ende 2016 erstmals eingereichte Klage war allerdings bereits vor zwei norwegischen Gerichten gescheitert.