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4 February 2018 / Lesezeit: 2 minuten

Solar Roof

Teslas Solarziegel in Serienproduktion

Ein Solar Roof von Tesla sieht aus wie ein ganz normales Dach – nur besteht es aus keinen normalen Schindeln, sondern Solarziegeln

Titelbild: Tesla

Titelbild: Tesla

Tesla hat vielleicht als Hersteller von Elektroautos angefangen, inzwischen ist das US-amerikanische Unternehmen aber auch ambitionierter Batterie-Bauer – und will sich neben Verbrauch und Speicherung künftig auch um die Erzeugung des Stroms kümmern

Elon Musk ist wirklich kein begnadeter Rhetoriker. Der immer etwas verschüchtert wirkende Unternehmer versteht es aber wie kein anderer, für Produkte zu begeistern, die es gar nicht gibt – oder die zumindest noch nicht so wirklich da sind.

Das gilt für Elektroautos wie das Model 3, mit dem Tesla massive Produktions- und Auslieferungsprobleme hat oder die wiederverwendbaren Raketen von SpaceX, die immer noch nicht ganz fertig wirken, aber trotzdem schon streng geheime Spionagesatelliten ins All befördern (oder eben nicht).

Solarziegel nun in Serienproduktion

Und nicht anders war es mit Musks Ankündigung im Herbst 2016, in Zukunft auch Solarziegel verkaufen zu wollen. Kurz vorher hatte Tesla das Unternehmen SolarCity, das  Solaranlagen und Ladestationen für Elektroautos herstellt, für 2,6 Milliarden Dollar übernommen. Seit einigen Wochen ist die Serienproduktion der Solarziegel nun tatsächlich angelaufen.

Dafür wurde es auch höchste Zeit: Nach etlichen Monaten, in denen sich Kunden rund um den Globus die Schindeln vorbestellen konnten, ist die Warteliste allem Anschein nach sehr, sehr lang. Tesla war von der hohen Nachfrage offensichtlich überrascht. Um den Ansturm zu bewältigen, ist die Produktion von Kalifornien in die neugebaute Gigafactory 2 in Buffalo gezogen.

Nach ersten Testinstallationen, unter anderem auf Elon Musks Dach, sollen in den nächsten Monaten die ersten Anlagen auch bei regulären Kunden installiert werden. Wann es in Deutschland dazu kommt, ist allerdings alles andere als sicher. Zwar kann man sich immer noch für 930 Euro Anzahlung ein Solardach vorbestellen. Mit einer Lieferung in diesem Jahr, geschweige denn Installation, sollte man allerdings nicht rechnen. Vorrang haben erst einmal die Kunden in den USA. Zur langen Warteliste kommen hierzulande womöglich noch ungeklärte Fragen zur Zulassung. Wie auf der Solar-Roof-Website steht: „Alle Garantien und Klassifizierungen gelten nur für die USA. Für andere Märkte streben wir ähnliche Garantien und Zertifizierungen an.“

Tesla gibt unbegrenzte Garantie – für die USA

Dabei ist Teslas Strategie durchaus schlüssig, für das Unternehmen selbst, aber auch für eine dezentralere, nachhaltigere Energieversorgung. Solarziegel auf dem Dach erzeugen Strom, welcher  in einer – ebenfalls von Tesla produzierten und Powerwall getauften – Batterie gespeichert wird und  so das Haus und das Elektroauto – natürlich auch von Tesla – mit Strom versorgt.

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Und weil Musk den Massenmarkt mit Ästhetik überzeugen will, sehen die Tesla-Ziegel aus wie herkömmliche Schindeln, zumindest aus den meisten Blickrichtungen. Zusätzlich sollen sie dank ihrer Glasbauweise deutlich robuster sein als vergleichbare Produkte ohne Solarmodul. Tesla gibt – in den USA – eine unbegrenzte Garantie auf seine Solarziegel. Also zumindest auf die Ziegel. Die Technik selbst – also Witterungsbeständigkeit und Stromerzeugung – ist auch garantiert, allerdings nur für drei Jahrzehnte. Der einzige Nachteil, den Teslas Schindeln derzeit haben sollen, ist der Wirkungsgrad, der etwa zwei Prozent unter dem herkömmlicher Solarpanels liegt.

Spannend bleibt das Projekt in jedem Fall. Denn Musk ist längst nicht der erste, der Ziegel und Solarpanels kombinieren will. Die Firmen, die sich bislang daran versucht haben, berichten aber einhellig: Hat nicht so wirklich geklappt, die Nachfrage war nicht da. Möglich, dass der gebürtige Südafrikaner dieses Problem nun gelöst hat. Weil er eben begeistern kann wie kein Zweiter.