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5 März 2021 / Lesezeit: 2 minuten

Erneuerbare Energien

Rheinland-Pfalz will Parkplätze für Solarstrom nutzen

Auto-Parkplätze könnten in Zukunft verstärkt für die Erzeugung von Solarstrom genutzt werden, denn sie stellen riesige ungenutzte Flächen für den Ausbau der Photovoltaik dar.

Bild: IMAGO / StockTrek Images

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Das Umweltministerium in Rheinland-Pfalz macht sich dafür stark, dass vorhandene Flächen zur sauberen Stromerzeugung genutzt werden. Auf Parkplätzen könnte Solarenergie gewonnen und direkt in parkende E-Autos gespeist werden. Zahlreiche innovative Start-ups denken noch einen Schritt weiter: Sie möchten Radwege und Autobahnen in intelligente Solarkraftwerke umwandeln.

Mit einem Vorstoß im Bundesrat will Rheinland-Pfalz erreichen, dass Auto-Parkplätze verstärkt für die Erzeugung von Solarstrom genutzt werden. Das Land schlägt dafür die Integration von Solar-Carports ins Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) vor. Große Parkplatzflächen seien überall in Rheinland-Pfalz präsent und „stellen eine riesige ungenutzte Flächenreserve für den Ausbau der Photovoltaik dar“, erklärte Umwelt- und Energieministerin Anne Spiegel (Grüne) am Donnerstag in Mainz, einen Tag vor der Bundesratssitzung in Berlin.

Bei Solar-Carports könnten auch Ladesäulen für Elektroautos direkt integriert werden, erklärte das Ministerium. Die Nutzung von bereits versiegelten Flächen für die Photovoltaik werde in weiten Teilen der Öffentlichkeit akzeptiert. „Mit der Gewinnung von Solarenergie auf Carports kann Energie vor Ort produziert, gespeichert und wieder verbraucht werden“, sagte Spiegel. „Dies wäre ein Meilenstein für eine dezentrale Energiewende.“

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Bislang muss jedes derartige Projekt nach Angaben des Ministeriums im Einzelfall auf seine Vergütungsfähigkeit geprüft werden. Dies verhindere Investitionen in die Stromerzeugung auf Parkplatzflächen von Gewerbe und Handel, Industrie und bei kommunalen und Landesliegenschaften wie etwa Schwimmbädern oder Sporthallen. „Wir möchten die Bundesregierung mit der Entschließung im Bundesrat auffordern, bei der Mehrfachnutzung von Flächen zum weiteren Ausbau der Photovoltaik kreativ zu sein und endlich voranzukommen – nicht zuletzt auch um unsere Klimaschutzziele zu erreichen“, erklärte Ministerin Spiegel.

Kreative Zukunftsvision: Solarkraftwerke als Straßenbelag

Die Vision, dass Parkplätze, aber auch Landstraßen, Autobahnen und Radwege nicht nur Geld kosten könnten, sondern auch Geld verdienen, indem sie Strom erzeugen, nimmt seit einigen Jahren Gestalt an. Innovative Start-ups wie Solmove, Colas Wattway und SolaRoad integrieren Photovoltaik-Technik in Module aus Beton und rutschfestem Sicherheitsglas.

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Den Anfang machte SolaRoad 2014 mit einem 70 Meter langen Test-Radweg in den Niederlanden, der sogar mehr Sonnenenergie in Strom umwandelte, als erwartet. 2018 folgte der erste Solarradweg Deutschlands in Erftstadt bei Köln, hergestellt von Solmove aus Potsdam. Die rund 200 Quadratmeter große Solarfläche produzierte etwa 16.000 Kilowattstunden Strom pro Jahr. Den Gründern zufolge könne ein Kilometer Landstraße rund 150 Haushalte jährlich mit Strom versorgen. Und nicht nur das: neben ihrer Funktion als Stromerzeuger, könne die Innovation Lärm absorbieren, den Weg beleuchten, im Winter Eis abtauen und Ampelanlagen steuern. Per Induktion könnten E-Autos zudem kabellos aufgeladen werden. Im Gegensatz zur Anwendung auf Radwegen oder unbefahrenen Plätzen, steckt die Technik für Solarstraßen allerdings noch in den Kinderschuhen. Das zeigt ein Praxistest in der Normandie: eine 2016 im Norden Frankreichs installierte Solarstraße produzierte nur etwa die Hälfte des erwarteten Strommenge, die Solarpanele hielten den Wetterbedingungen und der schweren Last durch Fahrzeuge nicht stand. Geplant war eine 1.000 Kilometer lange Straße durch ganz Frankreich, finanziert durch eine Erhöhung der Benzinsteuer.

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