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29 März 2020 / Lesezeit: 3 minuten

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Licht aus für das Klima – trotz Corona

Licht aus: Das Brandenburger Tor während der Earth Hour am 28. März 2020 von 20.30 bis 21.30 Uhr in Berlin.

imago images / epd

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Seit 13 Jahren machen Millionen Menschen weltweit bei der Earth Hourmit. Auch in der Corona-Krise findet die Solidaraktion statt. Mit Aktionen, die auch vom heimischen Sofa aus gehen.

Trotz weltweiter Einschränkungen durch das Coronavirus hat am Samstag die weltweite Klimaschutz-Aktion „Earth Hour“ stattgefunden. Den Anfang machten Neuseeland, Fidschi und Australien, wo zum Zeichen für das Klima an berühmten Bauwerken und in Wohnungen für eine Stunde die Lichter ausgingen. Auch in Deutschland gab es zahlreiche Aktionen. So blieb es etwa am Brandenburger Tor dunkel. Auch am Kölner Dom und an der Münchner Frauenkirche wurden wie an vielen anderen Sehenswürdigkeiten die Lichter für eine Stunde ausgeschaltet, wie WWF am Abend mitteilte. Demnach beteiligten sich auch viele Menschen bei sich zu Hause und knipsten dort die Lichter aus.

Mit der „Earth Hour“ will die Umweltschutzorganisation World Wide Fund For Nature (WWF) ein Zeichen für Klima- und Umweltschutz setzen. Die Dunkelheit soll auf Ressourcenverschwendung hinweisen und die Menschen zum Nachdenken bringen. Rund um den Globus gehen jeweils um 20.30 Uhr Ortszeit für eine Stunde die Lichter aus. Erstmals fand die Aktion 2007 in Sydney statt.

Weltweit beteiligten sich zahlreiche Städte: Im neuseeländischen Auckland wurde der Sky Tower dunkel. In Sydney erloschen am Samstagabend Ortszeit die Lichter am bekannten Opernhaus und an der Harbour Bridge. Australiens WWF-Chef Dermot O’Gorman sagte, in der Corona-Krise sei es wichtiger denn je als Gemeinschaft verbunden zu bleiben und nach positiven Wegen zu suchen, um einen Beitrag zu leisten. Alle öffentlichen Veranstaltungen im Rahmen der Aktion waren aus Sicherheitsgründen abgesagt worden, um eine Verbreitung des Virus zu verhindern. Mit dem Ausschalten von Lichtern setzen Millionen Menschen in aller Welt jeweils Ende März ein Zeichen für mehr Klima- und Umweltschutz.

Die Dunkelheit soll auf Ressourcenverschwendung hinweisen und die Menschen zum Nachdenken bringen. Auch in der dunklen Stunde der Corona-Krise wollte die Umweltstiftung WWF nicht auf das Innehalten für Natur und Umwelt verzichten. Sie empfahl eine virtuelle Teilnahme, um Ausgehbeschränkungen angesichts der Ausbreitung des Coronavirus Sars-CoV-2 zu respektieren. Earth Hour (Die Stunde der Erde) findet seit 2007 statt.

Statt mit anderen Menschen irgendwo auf der Welt abends abgedunkelte Monumente zu betrachten, schlug der WWF heimische Aktivitäten vor. Etwa ein Dinner bei Kerzenschein. Dafür lieferte die Organisation auf ihrer Webseite Vorschläge für besonders umweltschonende Zutaten: zum Beispiel Maramabohnen aus der Kalahari-Wüste oder Braunalgen aus Südkorea oder Japan. Campen im Wohnzimmer mit einem Zelt aus Bettlaken war eine weitere Idee, oder ein Filmabend bei Kerzenlicht.

Earth Hour: Dinner bei Kerzenlicht, Campen im Wohnzimmer

Die Natur gibt uns Essen, Wasser und saubere Luft und ist einer unserer stärksten Verbündeten gegen den Klimawandel, meinte der Generaldirektor von WWF International, Marco Lambertini. Er ruft die Menschen auch zu einer WWF-Online-Aktion auf: Voice for the Planet – Stimme für den Planeten. Hunderttausende weltweit haben die Online-Petition schon unterschrieben, die einen Neuen Deal für Menschen und Planetenfordert.

Die Earth Hour stand unter dem Motto: Time to Act – Zeit zu handeln. Auch der WWF Deutschland hatte Vorschläge für Licht-Aus-Aktionen in Krisenzeiten: etwa einen Earth-Hour-Profilbildrahmen auf Facebook hochladen, oder Selfies aus dem Dunkeln in sozialen Medien posten, mit dem Hashtag #EarthHour.

Auch auf enorm: Greenpeace fordert grünen Marshallplan

Seit 2007 hat die Aktion Earth Hour nach Angaben des WWF Millionen Menschen weltweit zum Einsatz für den Umwelt- und Klimaschutz inspiriert. In Deutschland nahmen im vergangenen Jahr mehr als 380 Städte mit Aktionen teil. Seitdem seien in Argentinien 3,5 Millionen Hektar Seegebiet zur Schutzzone erklärt worden und in Uganda 2700 Hektar Wald. In Russland hätten Aktivisten neue Gesetze zum Schutz von Wald und Meer auf den Weg gebracht, in Ecuador ein weitreichendes Verbot von Wegwerfprodukten aus Plastik. WWF Indonesien habe in 13 Küstenstädten mehr als 20.000 Mangrovensetzlinge gepflanzt.

Der Künstler Hermann Josef Hack kritisierte die Aktion im vergangenen Jahr als publikumswirksame Effektveranstaltung. Die Gefahr sei, dass die Menschen meinten, sie hätten schon einen Beitrag zum Schutz des Klimas getan, wenn sie ein paar Minuten das Licht ausknipsten.

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