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21 Oktober 2020 / Lesezeit: < 1 minuten

Teltower Rübchen

Das Brandenburger Wurzelwunder

Teltower Rübchen: Das kleine, knubbelige Wurzelgemüse steckt voller Vitamine und Mineralstoffe und schmeckt aromatisch-pikant, mit einer gewissen Schärfe.

Bild: imago images / Martin Müller

Bild: imago images / Martin Müller

Die Nonprofit-Organisation Slow Food nimmt bedrohte Kulturpflanzen, Tierarten und regionale Lebensmittel an Bord ihrer „Arche des Geschmacks“. Zum Beispiel: Teltower Rübchen.

Der Name lässt es schon vermuten: Teltower Rübchen sind klein. Die unscheinbaren, dicken Wurzeln kommen gerade mal auf zwei bis vier Zentimeter. Auf nährstoffarmem Sandboden gedeihen sie am besten. Das macht sie zum idealen Gemüse für: Brandenburg! Die Region um Teltow, südwestlich von Berlin, ist ihr exklusives Anbaugebiet. Versuche, sie anderswo zu kultivieren, wurden rasch aufgegeben, denn nirgendwo schmecken sie so gut wie von hier: aromatisch und pikant, mit einer gewissen Schärfe, dem Rettich ähnlich. Napoleon dürfte die „navets de Teltow“, die seine Truppen an den französischen Hof brachten, ebenso genossen haben wie Goethe, der sich die „köstlichen Rübchen“ extra aus Berlin schicken ließ.

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Teltower Rübchen: Gemüseschatz aus der Datsche

Die Selbstversorgung durch Gemüseanbau im Schrebergarten, der sogenannten „Datsche“, war in der DDR typisch. So konnten die Teltower Rübchen bis heute überleben.
Bild: imago images / Hohlfeld

Für die genossenschaftlichen Riesenbetriebe in DDR-Zeiten lohnte sich der arbeitsintensive Anbau des kleinen Gemüses nicht mehr. Hobbygärtner*innen ist es zu verdanken, dass das weiße Rübchen nicht ganz vergessen wurde – und seine Ursprünglichkeit wahren konnte. Das zeigt sich in dem überdurchschnittlichen Gehalt an Vitaminen und Mineralstoffen. Besonders gut entfaltet sich das ureigene Aroma der Rübchen übrigens, wenn man sie nach traditioneller Zubereitung mit etwas Butter und Zucker in der Pfanne karamellisiert. Sie lassen sich aber auch roh im Salat oder als Gratin genießen. Und das vor allem jetzt, denn die Rübchen werden erst seit Oktober geerntet. Kälte und Frost verträgt das genügsame Wurzelgemüse aber auch sehr gut. Bis März ist es auf Wochenmärkten in der Region zu finden.

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Infos unter: teltower-ruebchenbauer.de und teltower-ruebchen.com