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29 Mai 2020 / Lesezeit: 68 minuten

enorm Ticker

Gute Nachrichten in der Coronakrise

Gestiegene Nachfrage in der Corona-Krise: Eine Kiste mit regionalem Obst und Gemüse wird in einer Küche ausgeräumt (Symbolbild).

 

Bild: imago images / photothek

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Der Journalismus, den du bei enorm findest, war und ist seit zehn Jahren konstruktiv. Das gilt insbesondere in Zeiten einer Pandemie, die medial alles andere, wohl für die nächsten Monate, an den Rand drängen wird. Daher haben wir beschlossen, euch mit guten Nachrichten in der Coronakrise zu versorgen. Zynismus ist uns dabei fremd. Wir sammeln gute Nachrichten, die Mut und Hoffnung machen.

Ihr könnt uns gerne jeder Zeit auf weitere gute Nachrichten in der Coronakrise hinweisen: Schreibt an ideen@enorm-magazin.de

Offizielle Infos zur Pandemie und Schutzmaßnahmen findet ihr generell auf den Seiten des Robert-Koch-Instituts und der Bundesministerien.

Dieser Ticker wird stetig aktualisiert.

Bleibt gesund!

Freitag, 29.05.2020

Regionale Landwirtschaft wird wieder mehr geschätzt

Bundeslandwirtschafts- und Ernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) stellt am Freitag in Berlin den Ernährungsreport 2020 vor. Der jährlich erscheinende Bericht beruht auf einer Befragung von 1000 Verbraucherinnen und Verbrauchern. Klöckner teilte schon im Vorfeld mit: Die regionale Landwirtschaft wird gerade in der Corona-Krise wieder mehr geschätzt.

Wie außerdem aus Ergebnissen des Ernährungsreports 2020 hervorgeht, die den Zeitungen der Funke Mediengruppe vorab vorlagen, geben 26 Prozent der Befragten an, täglich Wurst oder Fleisch zu essen. Bei der ersten Befragung 2015 waren es noch 34 Prozent. Vergangenes Jahr haben demnach vor allem Männer ihren Fleischkonsum reduziert: Sagten bei der vorangegangenen Umfrage noch 39 Prozent der befragten Männer, dass sie täglich Fleischprodukte konsumierten, waren es diesmal 32 Prozent. Unter den Frauen isst jede fünfte regelmäßig Fleisch.

Auch zwischen Ost und West zeigen sich demnach Unterschiede. 36 Prozent der Ostdeutschen gaben an, täglich Fleischprodukte auf dem Teller zu haben. In Westdeutschland lag dieser Anteil bei 24 Prozent. Zum ersten Mal haben die Forscher in diesem Jahr auch nach vegetarischen und veganen Ersatzprodukten für tierische Lebensmittel gefragt: Fünf Prozent der Befragten gaben an, regelmäßig zu vegetarischen und veganen Alternativ-Produkten zu greifen.

Maschinenbauer setzen auch in Corona-Krise auf Ausbildung

Trotz Kurzarbeit und Einstellungsstopp in der Corona-Krise halten viele Maschinenbauer an ihren Ausbildungsplänen fest. Laut einer Umfrage des Branchenverbandes VDMA unter gut 600 Mitgliedsfirmen wollen gut zwei Drittel (68 Prozent) der Unternehmen künftig genauso viele gewerblich-technische Ausbildungsplätze anbieten wie vor der Pandemie. 20 Prozent rechnen mit einem Rückgang, 5 Prozent mit einem Anstieg. „Die Unternehmen wissen um ihre Verantwortung in der Ausbildung. Die meisten wollen weitermachen wie bisher“, sagte Hartmut Rauen, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des VDMA.

Ähnlich ist das Bild im kaufmännischen Bereich, dort wollen ebenfalls rund zwei Drittel (63 Prozent) der befragten Maschinenbauer ihr Lehrstellenangebot beibehalten. Zwar sei es für die Firmen aktuell eine außerordentliche Anstrengung, angesichts von Kurzarbeit in vielen Betrieben das Angebot hoch zu halten. „Aber die großen technologischen Aufgaben unserer Zeit bleiben, der Investitionsbedarf in Forschung, nachhaltige Produktion und Digitalisierung ebenso“, betonte Rauen. „Nur mit gut ausgebildeten Menschen und deren Innovationen werden wir diese Aufgaben lösen können.“

Donnerstag, 28.05.2020

Gute-Nacht-Geschichten in Corona-Zeiten

Für einen Podcast für Familien mit schwerkranken Kindern lesen Prominente derzeit täglich Gutenachtgeschichten vor. Ob Luxemburgs Köchin Léa Linster, EU-Parlamentsabgeordnete Katarina Barley (SPD) oder der ehemalige Fußballnationalspieler Paul Breitner: Sie unterstützten mit der Aktion in Corona-Zeiten Familien, die besonders von Isolation betroffen seien, teilte das gemeinnützige Sozialunternehmen „Nestwärme“ mit Sitz in Trier mit. Der Podcast könne auf der Webseite von „Nestwärme“ abgerufen werden und sei auch bei den Anbietern Spotify oder Youtube zu finden.

Barley, auch Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments, sagte, sie sei davon überzeugt, „dass Lesen zu dem Schönsten gehört, was man Kindern geben kann“. Die Luxemburgerin Linster meinte, die Aktion sei eine „wunderbare Möglichkeit, betroffenen Familien Nestwärme auf digitalem Weg zu schenken“. Für den Podcast mit bereits mehr als 50 Geschichten haben auch der Schauspieler René Heinersdorff und die Moderatorinnen Nina und Julia Meise gelesen.

„Krisen-Airbag für Mitglieder“ – Gema schüttet 906 Millionen Euro aus

Die Musikrechtegesellschaft Gema hat im vergangenen Jahr von Konzertveranstaltern, Diskotheken, Radiosendern und Internetdiensten 1,07 Milliarden Euro eingenommen – jetzt schüttet sie 906 Millionen Euro an weltweit zwei Millionen Komponisten, Textautoren und Musikverleger aus. „Vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen wird das sehr gute Geschäftsjahr 2019 der Gema zum Krisen-Airbag für unsere Mitglieder“, sagte Vorstandschef Harald Heker am Mittwoch in München. Für viele seien die Ausschüttungen existenzsichernd.

Den weitaus größten Beitrag leisteten erneut die Erträge aus Musikveranstaltungen, die „aufgrund eines starken Konzertjahres“ 2019 um fünf Prozent auf 407 Millionen Euro stiegen. Die Einnahmen aus Rundfunk und Fernsehen sanken wegen der schrumpfenden Werbeerlöse im Privatfernsehen leicht auf 295 Millionen Euro. Der dritte große Block Zahler sind inzwischen die Internet- und Streamingdienste geworden: Sie wuchsen um 72 Prozent auf 182 Millionen Euro.

Mittwoch, 27.05.2020

Teddybären sorgen in Restaurant für Mindestabstand

Um den angeordneten Mindestabstand zwischen seinen Gästen zu gewährleisten, hat ein Restaurant in Hessen Teddybären an seine Tische gesetzt. Dies sei viel freundlicher als Absperrbänder oder Plexiglasscheiben zu verwenden, begründete Geschäftsführer Musa Gezer die ungewöhnliche Idee. 16 Plüschtiere sitzen im Gastraum des „Beef’n Beer“ in Hofheim und sorgen bei den Besuchern für ein Lächeln. „Das kommt bei den Gästen sehr, sehr gut an. Es zaubert ein Smile“, sagte Gezer am Dienstag. Fotos von der bärigen Aktion machten innerhalb kurzer Zeit Karriere in sozialen Netzwerken und Online-Portalen.

Auch andere Gaststätten in Hessen zeigen sich nach Angaben des Hotel- und Gastronomieverbands in Wiesbaden derzeit kreativ. So habe etwa ein Restaurant vor seinen Toiletten eine Ampelschaltung installiert, um den Zugang zum stillen Örtchen zu regeln, berichtete Dehoga-Hauptgeschäftsführer Julius Wagner in Wiesbaden. „Wichtig ist aber, dass mit den Gästen gesprochen wird“, damit sie stets an die geltenden Verordnungen erinnert werden, sagte er.

Bundesforschungsministerin kündigt Aktivierungsprogramm an

Mit einem zehn Milliarden Euro schweren Investitionsprogramm will Bundesforschungsministerin Anja Karliczek innovative Unternehmen sowie Bildungs- und Forschungseinrichtungen in der Corona-Krise unterstützen. Das sogenannte Aktivierungsprogramm soll am Dienstag dem Koalitionsausschuss vorgelegt werden, wie die „Rheinische Post“ berichtete. Die CDU-Politikerin sagte der Zeitung: „Momentan werden gerade auf den Weltmärkten die Karten neu gemischt.“ Das Programm müsse die Wirtschaft stimulieren. „Dies muss aber nachhaltig geschehen und mit Blick auf das gesamte Jahrzehnt.“ Karliczek will das Programm am 27. Mai vorstellen.

Dienstag, 26.05.2020

Interaktives Spiel Wanji klärt über Corona auf

Das Audio-Spiel Wanji hilft Menschen im globalen Süden dabei, sich vor Covid-19 zu schützen. Es klärt über das Virus auf. Wanji lässt sich kostenfrei mit dem Handy oder Smartphone spielen. Nach dem Anruft startet eine Abenteuererzählung, die man mit Entscheidungsmöglichkeiten via Tastendruck selbst steuern kann. Das Spiel gibt es seit 2017. Es wird etwa in Uganda, Ghana oder Pakistan laut Angaben der verantwortlichen NGO Peripheral Vision International von Hunderttausenden gespielt. Bereits vor Corona ging es bei Wanji um gesundheitliche Themen.

Staaten einig bei Corona-Hilfen der Europäischen Investitionsbank

Die EU-Staaten haben sich auf die Details eines milliardenschweren Kreditprogramms der Europäischen Investitionsbank für Unternehmen in der Corona-Krise geeinigt. Damit steht das letzte Element des Anfang April vereinbarten 540-Milliarden-Euro-Pakets mit Corona-Hilfen, wie Eurogruppenchef Mario Centeno am Montag bestätigte. Das EIB-Programm selbst soll 200 Milliarden Euro an Investitionen mobilisieren.

„Wir haben in Rekordzeit einen Kompromiss zu den Details der drei Notfall-Instrumente ausgearbeitet, die Arbeiter, Unternehmen und Staaten schützen sollen“, erklärte Centeno. Damit würden nationale Hilfen in der Corona-Krise aufgestockt und der EU-Binnenmarkt geschützt. „Das ist eine Investition, die sich für alle lohnen wird.“

Auch auf enorm: Junge Frauen entwickeln Beatmungsgerät mit Autoteilen

Montag, 25.05.2020

Gemeinde stellt Muslimen Kirche für Gebet zur Verfügung

Die Kirche der Evangelischen Martha-Gemeinde im Berliner Stadtteil Kreuzberg stellte muslimischen Gläubigen während des Ramadans ihr Gotteshaus zur Verfügung. Auslöser dieser Geste waren die räumlichen Einschränkungen wegen der Corona-Krise: Viele muslimische Gemeinden hätten laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters keine Räumlichkeiten, in denen unter Einhaltung der Kontaktbeschränkungen gebetet hätte werden können.

Japan will Digitalisierung forcieren

Japan will als Lehre aus der Corona-Krise die Digitalisierung vorantreiben. So will die Regierung die Effizienz auch in den Ministerien und Behörden steigern und zu diesem Zweck ein einheitliches Computernetzwerk aufbauen, wie das Wirtschaftsblatt „Nikkei“ am Montag berichtete. Bislang verfügten die Ministerien und Behörden über jeweils eigene LAN-Netzwerke mit unterschiedlichen Sicherheitsstandards. Um künftig Video-Konferenzen zum Beispiel mit anderen Behörden oder auch privaten Gesellschaften leichter zu ermöglichen, sollen die einzelnen Netzwerke in den nächsten Jahren abgeschafft und durch ein einheitliches System ersetzt werden.

Zugleich wolle die Regierung das Arbeiten im Homeoffice fördern, hieß es. Japan hinkt ungeachtet seines Rufes als Hochtechnologieland in Sachen Digitalisierung deutlich hinter anderen Ländern hinterher. Unzählige Japaner mussten trotz Notstands auch deswegen ins Büro, weil Japans Verwaltungsvorschriften verlangen, dass Dokumente einen „hanko“ (Stempel) tragen. Volkswirte rechnen denn auch in Japan mit einem Riesensprung in Richtung Digitalisierung und neue Arbeitsstile.

Kohlekraftwerk in Australien abgerissen

Australiens „dreckigstes“ Braunkohlekraftwerk gehört der Vergangenheit an. Das 1964 in Betrieb genommene Kraftwerk Hazelwood Power Station, dessen acht Schornsteine 137 Meter hoch im Latrobe Tal rund 160 Kilometer östlich von Melbourne aufragten, wurde am Montag abgerissen. Es soll für drei Prozent des Treibhausgas-Ausstoßes von ganz Australien verantwortlich gewesen sein. Das zum französischen Energiekonzern Engie gehörende Kraftwerk mit rund 750 Mitarbeitern hatte zu 5,4 Prozent zur Stromversorgung Australiens beigetragen. Es war im März 2017 abgeschaltet worden, weil es sich wirtschaftlich nicht mehr rechnete.

2014 hatten Buschbrände auf die Kohlegrube des Werks übergegriffen und dort 45 Tage lang gelodert. Der Betreiberkonzern wurde vergangene Woche zu 1,56 Millionen australische Dollar (rund 960 000 Euro) verurteilt, weil das Unternehmen nicht auf solche Brände vorbereitet gewesen war und die Mitarbeiter des Werks und Anwohner Risiken ausgesetzt habe. Australien hängt zu Zweidrittel seines Strombedarfs von Kohle ab. Der Pro-Kopf-Ausstoß an Kohlendioxid ist einer höchsten in der Welt.

Freitag, 22.05.2020

„Corona ist auch ein großer Verkehrsversuch“

Der Frankfurter Mobilitätsforscher Martin Lanzendorf sieht in der Krise eine Chance für die Verkehrswende und auch manche Sharing-Angebote. So machten viele Menschen derzeit die Erfahrung, dass sie auch mit dem Fahrrad oder E-Scootern gut vorankämen. Nun sei es an den Städten, dies zu nutzen. Weltweit gebe es Beispiele, auch in Berlin, in denen jetzt für Fahrräder und Fußgänger mehr Platz geschaffen und dafür dem zurückgegangenen Autoverkehr Raum entzogen werde, damit das Abstandsgebot auf Bürgersteigen und Radwegen eingehalten werden könne. „Corona ist auch ein großer Verkehrsversuch“, sagt der Professor.

Corona-Verschwörungstheorien weltweit nur Randphänomen

Corona-Fehlinformationen sind ein weltweites Problem – doch in den meisten Ländern scheinen sie nicht vorherrschend zu sein. Zusammenkünfte wie die sogenannten Hygiene-Demonstrationen in Deutschland sind anderswo meist weniger ausgeprägt, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur weltweit ergibt. Das gilt für das Baltikum ebenso wie für Länder wie Ungarn oder Bulgarien. Auch den Skandinaviern sind Ideen wie die Bill-Gates-Verschwörung fremd.

Donnerstag, 21.05.2020

Neue Regeln fürs Batterie-Recycling

Die Rücknahme und das Recycling alter Batterien in Deutschland soll bald klareren Regeln folgen und für mehr Umweltschutz sorgen. Das Bundeskabinett brachte dafür am Mittwoch in Berlin eine Änderung des Batteriegesetzes auf den Weg. „Künftig müssen sich alle Hersteller von Batterien registrieren lassen, alle Rücknahmesysteme für Geräte-Altbatterien werden von einer einheitlichen Stelle genehmigt“, teilte das Umweltbundesministerium mit. Neue Mindeststandards bei der Abholung von Geräte-Altbatterien sollten eine hochwertige und sichere Entsorgung garantieren. Informationen für Verbraucher sollten einheitlich von allen Herstellern kommen.

Ähnlich wie bei Verpackungen sind Hersteller von Batterien auch für deren Entsorgung und Recycling mitverantwortlich und müssen sich an Rücknahme-Systemen beteiligen. Ab 2023 müssen sich die Beiträge, die sie dafür zahlen, an ökologischen Kriterien orientieren – als Anreiz dafür, möglichst umweltfreundliche Batterien herzustellen, für die dann weniger Gebühren anfallen. Als nächstes müssen sich Bundestag und Bundesrat mit dem Gesetz befassen.

Bundesumweltministerin begrüsst EU-Umweltschutzpläne

Die Pläne der EU zum Erhalt der Artenvielfalt sind aus Sicht der Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) „Rückenwind“ für Naturschützer. Die EU-Kommission hatte einen entsprechende Katalog am Mittwoch in Brüssel vorlegt.

Um Bienen, Vögel und andere Tiere vor dem Aussterben zu bewahren, soll nach dem Willen der EU-Kommission bis 2030 fast ein Drittel der Land- und Meeresfläche in Europa unter Schutz gestellt werden – nahezu doppelt so viel wie heute. Mindestens 25 000 Kilometer Flüsse sollen renaturiert werden. Zudem sollen bis 2030 drei Milliarden Bäume gepflanzt werden. Mindestens 25 Prozent der Ackerfläche in Europa sollen dem Ökolandbau vorbehalten sein.

Mittwoch, 20.05.2020

Band The 1975 geht wegen Klimawandel nicht auf Tour

Die britische Rockband The 1975 will nach Ende der Corona-Pandemie nicht mehr wie gehabt auf Tour gehen. „Das fühlt sich nicht richtig an“, sagte Frontmann Matty Healy (31). Um dem Klima zu helfen und die Umwelt zu schonen, seien es gerade die Leute an der Spitze der Gesellschaft wie Prominente, die zuerst ihr Verhalten ändern müssten. Der Sänger will nun herausfinden, wie er sich anders als bisher ausdrücken könne. Denkbar seien für ihn etwa energieschonende Konzerte tagsüber – statt Auftritte mit aufwendigen Lichtshows am Abend. Schon vor der Pandemie hat die Indie-Rockband Healy zufolge auf Plastik und auf Tourneen auf Fleischgerichte verzichtet.

Auf ihrem neuen Album „Notes On A Conditional Form“ lassen die Briten auch die Umweltaktivistin Greta Thunberg zu Wort kommen. Die 17-jährige Schwedin ruft in dem Song „The 1975“ dazu auf, endlich etwas gegen den Klimawandel zu tun. „Es ist jetzt Zeit für zivilen Ungehorsam. Es ist Zeit, zu rebellieren“, sagt sie in einer gesprochenen Botschaft.

Auch auf enorm: Festivals als Klimaretter. Feiert die Energiewende!

Giffey: Mit Konjunkturhilfen Frauen unterstützen

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey will sich dafür einsetzen, dass die geplanten Konjunkturhilfen in der Corona-Krise auch Branchen zugutekommen, in denen vor allem Frauen arbeiten. Im ZDF-„Morgenmagazin“ sagte die SPD-Politikerin am Mittwoch, es gehe dabei um Gesundheitsberufe, soziale Berufe, Gastronomie und Tourismus, Solo-Selbstständige und den „Kreativbereich“. Die Regierung müsse sich die Frage stellen: „Wie können wir Frauen unterstützen?“ Es gehe nicht an, dass vor allem Branchen Hilfen erhielten, in denen hauptsächlich Männer arbeiteten. Die große Koalition will Anfang Juni ein weiteres Konjunkturpaket vorlegen.

Freibäder starten Saison

Planschen nur mit Abstand, Besuche nur mit Voranmeldung und Warteschlangen vor den Becken: Zahlreiche Freibäder starten im Schatten der Corona-Pandemie in die Sommersaison. In Sachsen dürfen die Bäder schon seit dem 15. Mai wieder die Pforten öffnen, in Nordrhein-Westfalen seit Mittwoch (20.5.). Andere Bundesländer ziehen in den kommenden Wochen nach, Hessen will die Bäder zumindest für Vereine wieder öffnen. Bayern oder Baden-Württemberg wollen noch abwarten.

In diesen Sommer wird jedoch die schnelle Schwimmrunde nach Feierabend nicht überall uneingeschränkt möglich sein, wie Christian Ochsenbauer, Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen (DGfB), erklärt. Um die Besucherströme zu kanalisieren, wollen viele Bäder Zeitkarten anbieten. So etwa in den Betrieben der „Kölnbäder“, wo Kunden nur mit E-Tickets eingelassen werden. „Spontanbesuche sind nicht vorgesehen“, sagt Pressesprecherin Franziska Graalmann. Mit den Online-Registrierung kämen die Bäder auch gleichzeitig ihrer Nachweispflicht nach. Auch in Berlin, wo die ersten Bäder zum 25. Mai wieder öffnen wollen, wird ein solches Konzept geplant.

Dienstag, 19.05.2020

Merkel und Macron wollen gemeinsame europäische Schulden für den Wiederaufbau

Für den Wiederaufbau nach der Corona-Krise will Deutschland erstmals eine massive europäische Schuldenaufnahme über den EU-Haushalt akzeptieren. Gemeinsam mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron schlug Bundeskanzlerin Angela Merkel am Montag ein Programm zur wirtschaftlichen Erholung im Umfang von 500 Milliarden Euro vor. Dies könnte vor allem von der Pandemie stark betroffenen Staaten wie Italien und Spanien Luft verschaffen. Der Plan muss allerdings von allen 27 EU-Staaten einstimmig beschlossen werden. Österreichs Kanzler Sebastian Kurz sprach sich jedoch noch am Abend gegen Zuschüsse für Krisenstaaten aus. Auch die Niederlande, Dänemark und Schweden wollen nur rückzahlbare Kredite geben, keine Zuschüsse.

„Ziel ist, dass Europa gestärkt, zusammenhaltend und solidarisch aus dieser Krise kommt“, sagte Merkel am Montagabend. Berlin hatte sich zuvor lange gegen gemeinsame Schulden über den EU-Haushalt gesträubt.

Initiative fordert Gleichberechtigung #stattblumen

Unterbezahlte Pflegekräfte und überlastete Mütter, auf deren Rücken Schul- und Kitaschließungen ausgetragen werden – das sind für die Initiator*innen der Initiative #stattblumen zwei der Gründe, für mehr Gleichberechtigung in der Coronakrise zu kämpfen. „Wir wollen uns die Entwicklung, die Corona für Gegenwart und Zukunft von Frauen in Deutschland bedeutet, nicht länger tatenlos ansehen“, schreiben sie. Und: „Aus Dankbarkeit wurden Blumen verschenkt – an die Frauen, die den Laden gerade am Laufen halten. Aber von Blumen kann man nicht die Miete zahlen. Mit Blumen kann man keine Kinder betreuen und Blumen schützen nicht vor Gewalt.“

Hinter der Initiative stehen Cordelia Röders-Arnold vom Start-up einhorn und SPD-Politikerin Sally Lisa Starken gemeinsam mit 13 Erstunterzeichner*innen – darunter die schleswig-holsteinische Grünen-Landtagsabgeordnete Aminata Touré, Bloggerin Louisa Dellert und Mitgründerin des Centre for Feminist Foreign Policy (CFFP) Kristina Lunz. In einem Appell an die Bundesregierung fordern sie etwa faire und anerkennende Gehälter, gerechte Aufteilung von Erwerbs- und (unbezahlter) Sorgearbeit und sexuelle Selbstbestimmung. Außerdem rufen sie zum Mitmachen in sozialen Medien und zum Unterzeichnen des Appells auf, den bereits mehr als 4.000 Menschen und Organisationen unterschrieben haben.

Frankreich will Kauf von nachhaltigen Autos fördern

Frankreichs Regierung möchte im Zuge der wirtschaftlichen Erholung nach der Corona-Krise den Kauf nachhaltiger Autos fördern. Die Krise müsse zu einem Hebel gemacht werden, um einen ökologischen Übergang zu beschleunigen und die Franzosen zu ermutigen, Fahrzeuge zu kaufen, die für sie heute noch zu teuer seien, sagte Wirtschaftsminister Bruno Le Maire am Montag dem Radiosender Franceinfo. Er kündigte an, dass die französische Regierung innerhalb der nächsten 15 Tage einen Plan für die Unterstützung der Automobilbranche vorlegen werde. Die Umstellung auf nachhaltigere Modelle müsse angekurbelt werden, sagte Le Maire.

Montag, 18.05.2020

Umweltaktivist*innen demonstrieren gegen neues Kohlekraftwerk

Das Kraftwerk Datteln IV bei Datteln am Dortmund-Ems-Kanal, eines der größten Steinkohlekraftwerke Europas, soll diesen Sommer ans Netz gehen. Der Protest dagegen wurde durch die Coronakrise erheblich erschwert, doch nun stellen sich Umweltaktivist*innen und Anwohner*innen erneut gegen das Kohlekraftwerk: Am Sonntag demonstrierten auf einem von der Umweltbewegung „Ende Gelände“ organisierten Protest mehr als 50 Menschen gegen die Betriebsaufnahme des Kraftwerks. Sie hielten sich dabei an alle vorgegebenen Sicherheitsabstände und Regeln. Die Klimakrise sei „nicht mit einem Impfstoff zu besiegen“, sagte der Sprecher der Aktivist*innen der taz. „Die ist nur zu besiegen, indem man solche Kraftwerke abschaltet. Uns läuft die Zeit davon.“ Ende Gelände und Anwohner*innen kündigen für die nächste Zeit weitere Demos an.

Fußgänger*innen und Radfahrer*innen erobern Innenstädte weltweit

Athen, Paris, Sydney, Budapest, Bogota und Berlin: Weltweit werden Innenstädte im Zuge der Coronakrise autofrei, Radwege entstehen, die Luftverschmutzung nimmt ab. Die Städte verändern sich radikal, zugunsten von Fahradfahrer*innen und Fußgänger*innen. Dadurch, dass die Straßen im Zuge des vielerorts verhängten Lockdowns leer sind, können Behörden nun mancherorts schneller und einfacher große Projekte umsetzen. Und Umweltschützer*innen weltweit drängen nun Regierungen dazu, dass derlei Änderungen langfristig und auch nach der Corona-Pandemie bestehen bleiben sollen, wie der Guardian anhand weltweiter Beispiele zeigt. In Athen wurden gerade Pläne bekannt, nach denen  50.000 Quadratmeter öffentliche Flächen für Radfahrer*innen und Fußgänger*innen umfunktioniert werden sollen, etwa indem Gehwege und Plätze erweitert  und Bereiche autofrei werden solen. Der Athener Bürgermeister gab bekannt, dass die Pandemie diesen Prozess extrem beschleunigt habe. Auch in der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá entstanden so viele neue Radwege, dass die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel um 35 Prozent reduziert werden konnte.

Freitag, 15.05.2020

Mallorca blüht auf

Neben den vielen dramatischen Auswirkungen der Corona-Pandemie hinterlässt die Krise zumindest in der Natur positive Spuren – so auch auf der Balearen-Insel. Wo sich sonst im Mai schon Urlauber an den Stränden tummeln und zahlreiche Autos unterwegs sind, herrscht seit Wochen gähnende Leere. Das hat erfreuliche Auswirkungen unter anderem auf das Meer und die Luftqualität. So ist das Wasser rund um die Balearen vielerorts so kristallklar wie selten zuvor. „Das Meer ist derzeit spektakulär transparent“, sagte auch der wissenschaftliche Leiter der Meeressäugerstiftung Tursiops, Txema Brotons, nach einer einwöchigen Segel-Expedition in der Region. „Durch das Ausbleiben der Touristen gelangen viel weniger organische Substanzen ins Meer, sei es durch Abwässer oder direkt durch Essenreste und ungeklärte Fäkalien von den Jachten.“

Auch die Luftverschmutzung war bereits in den ersten zwei Wochen der Mitte März verhängten Ausgehsperre und des damit verbundenen Verkehrsrückgangs im Vergleich zu den Vorwochen um 60 Prozent zurückgegangen. Die Touristenflaute hat zudem zu einer spürbaren Reduzierung des Abfall-Aufkommens geführt. In den ersten beiden Aprilwochen ging die Menge des auf Mallorca generierten Restmülls um 39 Prozent zurück. Das sind rund 8600 Tonnen. Dass sich die Natur innerhalb von Wochen aber tatsächlich nachhaltig erholen kann, glaubt Brotons nicht. Der Nutzen der Virus-Zwangspause für die Natur werde wahrscheinlich nur vorübergehend sein – denn wenn die Massen nach Mallorca zurückkehren, hat das Idyll wohl ein Ende. Es sei denn, die Menschen hätten durch die Krise etwas gelernt und würden der Natur in Zukunft mit mehr Respekt begegnen. „Ehrlich gesagt habe ich da aber so meine Zweifel“, so Brotons.

Slowakisches Gericht stoppt Handyüberwachung

Die slowakischen Gesundheitsbehörden dürfen vorerst nicht mehr die Handydaten ihrer Bürger gegen deren Willen überwachen. Das entschied das Verfassungsgericht in Kosice (Kaschau) am Mittwoch. Die höchste juristische Instanz der Slowakei gab damit einer Beschwerde der oppositionellen Sozialdemokraten gegen eine erst Ende März von der Parlamentsmehrheit beschlossene Novelle des Telekommunikationsgesetzes teilweise Recht.

Oppositionspolitiker begrüßten die Entscheidung der Höchstrichter. Die Gesetzesnovelle sei mit dem Ausmaß ihres Eingriffs in Datenschutz und Bürgerrechte „beispiellos in Europa“ gewesen, erklärte der sozialdemokratische Vizeparteichef und ehemalige Gesundheitsminister Richard Rasi dem TV-Nachrichtensender TA3.

Donnerstag, 14.05.2020

Die Coronakrise entschleunigt viele Menschen

Seit drei Jahren fragt die Wochenzeitung Die Zeit ihre Leser*innen nach ihrer Stimmung. Im Durchschnitt geben dabei 66 Prozent der Menschen an, glücklich und zufrieden zu sein. Seit dem Beginn der Coronakrise in Deutschland Mitte März sind es laut Zeit Online 74 Prozent, eine Steigerung die es bislang nicht gab. Daraufhin bat die Zeitung ihre Leserschaft, ihnen zu schreiben, warum sie in der Coronakrise glücklicher sind. Sie erhielten mehr als 1000 Zuschriften: Eine Mitarbeiterin einer Konditorei schrieb, dass sie durch die Kurzarbeit in ihrem Betrieb auf einmal viel mehr Zeit für ihren Mann und ihre Hobbies hätte und dass sie deshalb glücklicher sei. Eine alleinerziehende Mutter gab an, dass sie glücklich darüber ist, mit ihren Söhnen so viel Zeit verbringen zu können. Eine anderen Leserin gab an Autistin zu sein und von dem „normalen“ Alltag vor der Krise völlig gestresst gewesen zu sein. Ein Mann schrieb, als Single gerade frei von Druck zu sein: Allein zu sein sei erstmals gesellschaftlich anerkannt. Die Zeit weißt daraufhin, dass sich die individuelle Wahrnehmung im Laufe der Wirtschaftskrise ändern und möglicherweise verschlechtern könnte. Dennoch zeige die Umfrage: Trotz vieler Widrigkeiten haben einige Menschen durch die Krise mehr zu sich selbst gefunden.

Wie der indische Bundesstaat Kerala dem Coronavirus trotzt

Von den 35 Millionen Einwohner*innen des südwestindischen Bundesstaats Kerala sind bisher nur vier Menschen wegen des Coronavirus gestorben, 524 sind daran erkrankt, wie der Guardian berichtet. Die dortige Gesundheitsministerin KK Shailaja wird für ihren Umgang mit der Coronakrise gefeiert und etwa als „Rockstar-Gesundheitsministerin“ bezeichnet. Sie ist Mitglied der Communist Party of India (Marxist), der größten Linkspartei Indiens, und hatte sich bereits 2018 einen Namen gemacht, als sie den Ausbruch des sehr tödlichen Nipah-Virus erfolgreich eindämmen konnte. Diese Erfolgsgeschichte wurde im Jahr 2019 sogar verfilmt.

Gegenüber dem Guardian erklärt KK Shailaja nun, wie der verhältnismäßig arme Bundesstaat Kerala es schafft, dem Virus zu trotzen: Zum einen liege es daran, dass der Staat bereits Mitte Januar sehr konsequent und mit gezielt eingesetzten Tests auf das neue Virus reagierte. Außerdem verdanke der Bundesstaat den Erfolg dem „Kerala Model“, zu dem neben Landreformen ein gut ausgebautes, dezentrales Gesundheitssystem gehöre. Die indische Gesundheitspolitik ist föderal geregelt. Kerala hat außerdem die höchste Lebenserwartung in Indien und die geringste Kindersterblichkeit, die Alphabetisierungsrate ist dort landesweit am höchsten. Das habe, so sagt  Shailaja, dazu beigetragen, dass die Menschen die Maßnahmen zur Eindämmung des Virus besser nachvollziehen können. Nun bereite man sich darauf vor, dass am 17. Mai der landesweite Lockdown beendet werde.

Mittwoch, 13.05.2020

Wissenschaftler*innen im Senegal entwickeln schnelle und günstige Corona-Testkits

Wissenschaftler*innen im Senegal entwickeln schnelle und günstige Corona-Testkits, die den Kampf gegen Covid-19 in Afrika enorm erleichtern könnten. Die Testkits würden innerhalb von zehn Minuten Ergebnisse zeigen und voraussichtlich ab Juni verfügbar sein, sagte Ousmane Faye, der Leiter der Virologie-Abteilung des Institut Pasteur in Dakar, der Deutschen Presse-Agentur. „Afrikanische Länder könnten sich das Testkit dann zu einem niedrigen Preis leisten.“

Das Testkit besteht demnach aus einem Antigentest und einem Antikörpertest. Bei dem Antigentest werden Proteinfragmente von Sars-CoV-2 aus Nasenabstrichen oder Spucke nachgewiesen – anders als beim derzeit genutzten Gentest, bei dem Viren-Erbgut nachgewiesen wird. Beim Antikörpertest werden vom Immunsystem gebildete Antikörper im Blut nachgewiesen, was zeigt, ob jemand das Virus bereits hatte. Das Institut Pasteur entwickelt die Testkits zusammen mit dem britischen Unternehmen Mologic und mit diaTROPIX.

Dies könnte den Kampf gegen Covid-19 in Afrika extrem erleichtern. Denn auf dem Kontinent ist laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) eins der größten Probleme der Mangel an Tests. Kenia etwa testete zuletzt pro Tag rund 1000 Proben. In Deutschland haben die Labore nach Angaben des Robert Koch-Instituts Kapazitäten für mehr als 150 000 Tests am Tag.

Berlin eröffnet deutschlandweit erste Quarantäne-Station für obdachlose Menschen

In Berlin-Mitte öffnet heute die laut Angaben der Berliner Senatsverwaltung erste Quarantäne-Station für obdachlose Menschen in Deutschland. In 16 Betten über den Räumen der Notfallambulanz der Stadtmission sollen künftig Menschen ohne festen Wohnsitz unterkommen, die mit dem Coronavirus infiziert sind und daher in häuslicher Quarantäne bleiben müssten. „Auf dieser Quarantäne-Station sind nur diejenigen, die eine bestätigte Infizierung haben, aber keinen schweren Krankheitsverlauf. Hier können sie beobachtet werden und sind nicht sich selbst überlassen“, sagte die Sprecherin der Stadtmission, Barbara Breuer.

Livekonzerte und Geister-Fußballspiele: Berlin-Neukölln soll Autokino bekommen

Autokinos sind vielerorts mittlerweile wieder genehmigt – sofern sie bestimmte Hygieneregeln, wie Mindestabstand und kontaktlosen Ticketverkauf, einhalten. Immer mehr Autokinos eröffnen. Dort finden etwa Livekonzerte und Gottesdienste statt. Auch in Berlin gibt es bereits einige Autokinos, ein weiteres soll im Stadtteil Neukölln entstehen, wie der Tagesspiegel berichtet. Die Berliner Künstlercrew „Dixons“ will das Autokino bis Juni auf dem Parkplatz des Neuköllner Hotels „Estrel“ an der Sonnenallee eröffnen. Menschen sollen dort mit dem eigenen Auto oder einem vor Ort bereitgestellten Fahrzeug mit Abstand und Maske Filme schauen dürfen, auch Geister-Fußballspiele von Hertha seien geplant.

Dienstag, 12.05.2020

Amsterdamer Restaurant will Essen in kleinen Gewächshäusern servieren

Das vegane Restaurant und Kunstzentrum Mediamatic in Amsterdam plant, Speisen in kleinen Gewächshäusern am Wasser zu servieren. In den kleinen Glashütten baut das Restaurant normalerweise Gemüse und Pflanzen an, die Häuser waren im Rahmen eines Kunstprojektes zum Thema Nachhaltigkeit entstanden. Jetzt sollen die Häuser genutzt werden, um Essen an jeweils maximal drei Gäste zu servieren und dabei dennoch die auch in den Niederlanden geltenden Abstandsbestimmungen einzuhalten. Noch wartet das Restaurant auf die Genehmigung der Stadt. Schon jetzt konnte man jedoch reservieren. Das Interesse war so groß, dass das Angebot bereits ausgebucht ist.

Corona-Soforthilfe für Arbeitsplätze von Menschen mit Behinderung

Die Aktion Mensch legt eine Corona-Soforthilfe zur Sicherung der Arbeitsplätze von Menschen mit Behinderung in gemeinnützigen Unternehmen auf. „Mehrere tausend Arbeitsplätze in Inklusionsfirmen sind durch die aktuelle Krise akut gefährdet“, teilte die Organisation mit. Gut die Hälfte der rund 650 gemeinnützigen Inklusionsfirmen mit mindestens 40 Prozent Mitarbeitern mit Behinderung in Deutschland arbeite in Branchen wie Gastronomie, Hotellerie und Gemeinschaftsverpflegung. Sie dürften keine Rücklagen bilden, seien derzeit stark von Umsatzeinbußen betroffen und hätten Probleme, weiterlaufende Fixkosten zu tragen. Insgesamt stehen acht Millionen Euro zur Verfügung. Bis zu 20 000 Euro könnten pro Unternehmen gezahlt werden, erklärte die Aktion Mensch.

Montag, 11.05.2020

Fotos zeigen Freundschaft und Liebe an geschlossenen Grenzen

Der Fotograf Roland Schmid hat in einem Foto-Essay für den Guardian Liebende und Freund*innen porträtiert, die sich aufgrund der Coronakrise geschlossenen Grenzen zwischen Deutschland und der Schweiz nur noch an Zäunen und Absperrungen treffen können. Auf einem Bild küsst sich ein Paar über eine Mauer hinweg an der Grenze zu Konstanz, auf einem anderen Bild sieht man einen Mann, der jeden Tag drei Stunden mit dem Fahrrad an die Grenze fährt, um seine Freundin zu sehen.

Britische Bürger*innen schützen Polizist*innen vor Übergriffen

Um Polizist*innen im britischen Nottinghamshire zu schützen, haben engagierte Bürger*innen 200 Gesichtsvisire  gedruckt. Kürzlich war einem Beamten ins Auge gespuckt worden, nur einer von mehreren solcher Zwischenfällen mit Menschen in systemrelevanten Berufen, wie die Polizei berichtet. Als der Brite Paul Mosley davon hörte, wollte er helfen, die Polizist*innen vor Ort zu schützen und nutzte seinen eigenen 3D-Drucker, um gemeinsam mit anderen Helfer*innen 200 Gesichtsschutze herzustellen. Für jeden Schutz brauchte er etwa eine bis eineinhalb Stunden, teilweise sei der Drucker 24 Stunden im Einsatz gewesen, erklärte er.

Samstag und Sonntag, 09.-10.05.2020

Auf Fiji floriert der Tauschhandel

Den Einwohner*innen des Inselstaats fehlt wegen der Pandemie eine wichtige Einnahmequelle: der Tourismus. Doch die Insulaner*innen wissen sich zu helfen. Auf Fiji floriert mehr und mehr der Tauschhandel. Das spart Geld. Was man braucht, bekommt man so trotzdem. Über die Facebook-Gruppe „Barter for Better Fiji“ werden nun kleinere und größere Geschäfte abgewickelt. Etwa 100 000 Mitglieder hat die Gruppe mittlerweile – bei rund 900 000 Einwohnern.

Laut Umfrage bislang wenig Stellenabbau im Mittelstand

Der deutsche Mittelstand zeigt sich trotz herber Einbußen infolge der Corona-Pandemie bislang insgesamt robust. Jedes fünfte Unternehmen hat bereits Förderkredite beantragt (21 Prozent), mehr als die Hälfte hat Mitarbeiter in Kurzarbeit (54,5 Prozent), aber bislang baut nur knapp jeder zehnte Mittelständler (8,2 Prozent) Stellen ab. Das sind Ergebnisse einer Sonderbefragung im Auftrag der DZ Bank unter 1043 repräsentativ ausgewählten mittelständischen Unternehmen in diesem April. „Es ist erfreulich, dass sich der Mittelstand trotz des schwierigen Marktumfelds kämpferisch zeigt und mehrheitlich nach alternativen Lösungen sucht, um Umsätze zu sichern“, fasste DZ-Bank-Vorstand Uwe Berghaus die Ergebnisse zusammen. Etliche Unternehmen haben zum Beispiel ihre Produktion umgestellt. Zudem helfen vergleichsweise dicke Eigenkapitalpolster dem Mittelstand in der aktuellen Krise.

Freitag, 08.05.2020

Finland startet Digital-Initiative

Finnland will aus der erzwungenen Auszeit wegen des Corona-Virus Schlüsse für den digitalen Fortschritt ziehen. Die Regierung in Helsinki setzte eine Arbeitsgruppe ein, die sich anschauen soll, wie die in der Corona-Krise unternommenen Schritte einem Sprung bei der Digitalisierung bringen können. Nach Angaben des zuständigen Ministeriums soll die Gruppe einen Plan für eine schnellere Erholung erstellen, mit dem auch Finnlands digitale Möglichkeiten auf Dauer verbessert werden. Erste Ergebnisse soll es bereits Ende des Monats geben.

Unter anderem werde untersucht, wie digitale Mittel etwa bei Arbeit aus der Ferne, Heimunterricht und Telemedizin geholfen haben, teilte das Verkehrsministerium am Donnerstag mit. Man wolle unter anderem herausfinden, welche Faktoren die schnelle Umstellung auf digitalere Prozesse und Kommunikationswege begünstigt hätten und welche Infrastruktur langfristig dafür notwendig sei. Letztlich solle auch gezeigt werden, welche Auswirkungen die Umstellung auf Wirtschaft, Gleichberechtigung und Gesellschaft insgesamt habe.

Büchereien öffnen

In allen Bundesländern können die Bibliotheken nun wieder öffnen. Doch ein Bibliotheksbesuch wie vor Beginn der Corona-Pandemie wird so schnell nicht möglich sein. „Man muss etwas differenzieren, was Öffnen heißt“, sagte der Vorsitzende des Deutschen Bibliotheksverbands, Andreas Degkwitz. Man werde zunächst nur Bücher ausleihen und zurückgeben können, die Arbeitsplätze blieben gesperrt, und auch Veranstaltungen werde es nicht geben. „Vorerst kehrt kein Leben in die Bibliotheken zurück.“ Welche der mehr als 9000 Bibliotheken in Deutschland wann öffnen werden oder schon geöffnet sind, hängt von den Vorgaben der Bundesländer ab und wie schnell die Einrichtungen die Hygienekonzepte umsetzen können.

Bibliotheken – vor allem die in den Stadtteilen und kleineren Kommunen – sind seinen Angaben nach aber auch Begegnungsorte, wo Menschen zu Veranstaltungen zusammenkommen und über Bücher diskutieren können. Viele Studierende und Schüler nutzten außerdem Bibliotheken, um sich auf Prüfungen vorzubereiten. „Es gibt viele Wohnsituationen, die Räumlichkeiten erforderlich machen, in denen man in Ruhe lernen kann, und das sind überwiegend die Bibliotheken.“ Der Digitalisierung der Bibliotheken hat die wochenlange Schließung einen kleinen Schub verliehen: Viele haben ihre Online-Angebote ausgebaut. Die Münchner Stadtbibliothek hat etwa rund 8700 Neukunden gewonnen, sagte Bibliothekssprecher Klaus Dreyer. „Das ist eine Menge, das hat uns sehr überrascht.“ Auch die Zugriffe auf die Onleihe (digitale Ausleihe), an die fast 2000 Bibliotheken angeschlossen sind, sind nach Angaben des Deutschen Bibliotheksverbands stark gestiegen, so dass viele Bibliotheken neue Titel angeschafft haben. „Ich bin mir sicher, dass die Nutzer, die jetzt dort sind, auch bleiben werden“, sagte Degwitz.

Donnerstag, 07.05.2020

Antikörper von Lamas könnten bei Kampf gegen Covid-19 helfen

Ein internationales Team aus Wissenschaftler*innen hat Antikörper im Körper eines Lamas entdeckt, die für ein Medikament gegen das Coronavirus eingesetzt werden könnten. Sie veröffentlichten dazu einen Artikel in der Fachzeitschrift Cell. Die Forscher*innen bauen auf früheren Untersuchungen auf, bei denen sie herausgefunden haben, dass die Antikörper eines damals neun Monate altes Lamas namens Winter sowohl SARS-CoV-1- als auch MERS-CoV-Viren neutralisierten. Nun fanden sie heraus, dass die Antikörper des mittlerweile vier Jahre alten Lamas auch das neue SARS-CoV-2-Virus, das Covid-19 verursacht, bekämpfen können. Eine Antikörpertherapie könnte – anders als eine Impfung – nicht vorbeugend, sondern sobald eine Infektion vorliegt, bei der Behandlung des Virus, helfen. Bereits für andere Krankheiten wie HIV oder Influenza wurden Antikörper aus Lamas eingesetzt, wie die New York Times schreibt.

Iren spenden an von Covid-19 betroffene Native Americans – und erwidern damit historischen Gefallen

Native Americans sind eine der am stärksten von Covid-19 betroffenen Bevölkerungsgruppen der USA: Derzeit verzeichnet allein der Stamm der Navajo 2373 Fälle und 73 Tote. Nun hat eine GoFundME-Kampagne fast drei Millionen Dollar gesammelt, um die Stämme der Navajo und Hopi mit Geld und Medizin zu unterstützen. Unter den Spender*innen befinden sich zahlreiche Ir*innen, die damit einen historischen Gefallen erwidern: Vor 173 Jahren wurde Irland von einer großen Hungersnot gebeutelt. Aus Solidarität sandten der Native-American-Stamm der Choctwaw damals 170 Dollar – was laut dem Time Magazin heute einem Wert von 5000 Dollar entspricht – nach Irland. Die Spende erfolgte zudem in einer Zeit, als der Stamm von weißen Siedler*innen aus Europa von ihrem eigenen Land vertrieben, deportiert und misshandelt wurde. Ein irischer Spender schreibt unter die Kampagne: „In Erinnerung an die Großzügigkeit, die Native Americans Irland in unserer Zeit der Not haben zukommen lassen.“ In Irland wird der Verbindung zu den Choctwaw besonders gedacht: 2018 rief der Premierminister Leo Varadkar ein Stipendium ins Leben, dass nur jungen Choctwaw-Angehörigen zusteht und nannte die Verbindung zwischen den beiden Völkern „ein heiliges Band“. 2017 wurde dem Stamm zu Ehren eine Statue in Irland errichtet.

In der aktuellen enorm geht es im Schwerpunkt um indigene Rechte und indigene Perspektiven auf Nachhaltigkeit. Hier kannst du die Ausgabe umsonst herunterladen.

Corona-Krisenhilfe für Afrika: Roger Federer spendet eine Million Dollar

Roger Federer spendet für die Corona-Hilfe in Afrika eine Millionen Dollar. Das gab die Stiftung des Schweizer Tennisstars bekannt. Für das Geld sollen 64 000 Kinder und ihre Familien mit Nahrungsmitteln unterstützt werden. Viele der Kinder werden normalerweise in Schulen verpflegt, aber die meisten Schulen sind wegen der Coronavirus-Pandemie geschlossen. Die Stiftung des Rekord-Grand-Slam-Siegers ist vor allem in Bildungsprojekten im südlichen Afrika engagiert, etwa in Sambia, Botswana, Namibia, Malawi, Simbabwe und Südafrika, dem Heimatland seiner Mutter. In 16 Jahren hätten 1,5 Millionen Kinder von den Initiativen der Stiftung profitiert, heißt es auf der Webseite.

Mittwoch, 06.05.2020

Fünf Millionen Euro für Programmkinos

Mit einem sogenannten Sonderpreis in Höhe von fünf Millionen Euro will die Regierung Programmkinos deutschlandweit helfen. Das Geld soll dabei direkt an solche Kinos gehen, die bereits früher den Kinoprogrammpreis der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) erhalten haben. Mit einer einmaligen Auszahlung in Höhe von 10.000 Euro pro Leinwand sollen die kleineren und mittleren Independent-Kinos in der Coronakrise unterstützt werden. Dies erfolge, so teilt die BKM mit, „in Anerkennung der herausragenden Leistungen der prämierten Kinos für die Verbreitung deutscher Filme mit künstlerischem Rang“. Das Geld gehe an Preisträger, die in den Jahren 2017, 2018, 2019 zumindest einmal einen Kinoprogrammpreis der BKM erhalten haben. Der maximale Förderbetrag pro Kino beträgt 50.000 Euro.

Ansturm auf Fahrradläden

Die Fahrrad-Branche verzeichnet schon kurz nach der Wiedereröffnung der Fahrradläden eine starke Umsatzsteigerung in Deutschland. „Die Kunden haben die Läden in den ersten Tagen nach Wiedereröffnung trotz strenger Hygienebestimmungen förmlich überrannt und uns kaum eine freie Minute mehr gelassen“, sagt Georg Honkomp, der Chef von Europas größtem Zweirad-Fachhandelsverband der Süddeutschen Zeitung. Er hätte noch nie einen ähnlichen Ansturm erlebt, heißt es weiter. Die verlorenen Umsätze durch die Schließung in der Coronakrise seien jetzt schon vielfach wieder ausgeglichen worden.

Alumni der Uni Köln spenden für Studierende

Das Alumni-Netzwerk der Universität zu Köln hat mehr als 32.000 Euro Spendengelder für einen Notfallfonds gesammelt. Das Geld soll Studierenden helfen, die ihren Nebenjob aufgrund der aktuellen Schutzmaßnahmen während der Corona-Pandemie verloren haben. Sie werden mit einer einmaligen Sofortzahlung in Höhe von 800 Euro unterstützt. Die Kölner Universitätsstiftung hatte bereits 200.000 € für den Notfallfonds zur Verfügung gestellt, die an 250 Studierende in finanzieller Notlage ausgezahlt wurden. Die zur Verfügung stehende Summe wurde am 30. April um erneute 200.000 € aufgestockt, es werden Spenden entgegen genommen. Mit kleinen und großen Spenden ermöglichten Ehemalige, dass derzeit 40 weitere Studierende in finanziellen Notlagen mit den Überbrückungshilfen unterstützt werden können. Die Anträge der Studierenden werden von der Universität zu Köln auf Plausibilität geprüft, heißt es. Aufgrund der hohen Anzahl an Anträgen, entscheidet das Losverfahren, wer eine Überbrückungshilfe erhält. Diese Förderung muss nicht zurückgezahlt werden.

Dienstag, 05.05.2020

Segler aus Singapur nach Monaten auf See gerettet

Ein Segler im Südpazifik, der wegen der Corona-Pandemie monatelang auf dem Meer ausharren musste, hat wieder Land unter den Füßen. Wie örtliche Medien am Dienstag berichteten, wurde er von Marinesoldaten im Pazifik gerettet und konnte schließlich in Fidschi an Land. Wegen des Ausbruchs des neuartigen Coronavirus war Wong Tetchoong aus Singapur in drei Ländern das Anlegen verweigert worden. Der 59-Jährige war Anfang Februar von Singapur aus zu einem dreijährigen Segelabenteuer aufgebrochen, bevor das Virus zu einer Pandemie wurde und Häfen in aller Welt geschlossen wurden, wie die Zeitung „Fiji Sun“ berichtete.

In der eigenen Badewanne zu Japans heißen Quellen reisen

Sie gehören zu den schönsten Kultur-Erlebnissen Japans: Onsen, von natürlichen heißen Quellen gespeiste Bäder. Die sind in Corona-Zeiten jetzt zwar verwaist, doch einer der ältesten Onsen-Orte macht nun Japans Ruf als Hightech-Nation alle Ehre und lädt Besucher zu einem virtuellen Erlebnis ein – in der eigenen Badewanne zu Hause. Einige der Betreiber in Arima Onsen im Westen des fernöstlichen Inselreiches bieten auf YouTube eine Serie an Virtual Reality (VR)-Videos an, die dem Betrachter in der eigenen Badewanne das Gefühl vermitteln sollen, man läge in einem der heißen Becken des berühmten Onsen-Ortes der Provinz Hyogo, lausche dem leisen Plätschern des Wassers und atme die Luft der freien Natur ein.

Montag, 04.05.2020

Drive-Through für Blumen in Japan

Not macht erfinderisch. Mit Blick auf den Muttertag am 10. Mai hat sich ein Großmarkt in Japan einen Service einfallen lassen, damit Kunden trotz des geforderten Abstandsgebots Blumen für die Mutter einkaufen können: einen „Drive-Through“, wie man es von Fastfood-Ketten kennt. In der Tokioter Nachbarstadt Kawasaki können Privatkunden jetzt mit dem Auto auf einem Großmarkt vorfahren, wo ihnen die zuvor im Internet bestellten Blumen in den Kofferraum gelegt werden, wie der Fernsehsender NHK am Dienstag berichtete. Auf diese Weise könne zugleich die Zahl der Blumen, die wegen der Geschäftsausfälle infolge des Coronavirus weggeworfen werden müssten, reduziert werden, hieß es. In Japan herrscht derzeit ein Notstand, der bis zum 31. Mai verlängert werden soll. Die Bürger des Landes sind aufgerufen, bis dahin möglichst Kontakt zu anderen zu vermeiden. Viele Geschäfte sind geschlossen. Eine harte Abschottung wie in Europa bedeutet der Notstand in Japan allerdings nicht.

Start für weltweite Impfstoff-Allianz

Im Kampf gegen das Coronavirus will eine weltweite Allianz an diesem Montag mindestens 7,5 Milliarden Euro Anschubfinanzierung für Impfstoffe, Arzneien und Tests sammeln. Ziel ist, die Gegenmittel schnellstmöglich auf den Markt zu bringen und dann preiswert weltweit zugänglich zu machen. Bei einer von EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen organisierten Online-Konferenz soll auch Bundeskanzlerin Angela Merkel sprechen. Merkel hat bereits einen „deutlichen finanziellen Beitrag“ aus Deutschland zu gesagt.Es soll sich um einen dreistelligen Millionenbetrag handeln. Nur mit gemeinsamem Handeln lasse sich die Pandemie überwinden, sagte die Kanzlerin am Wochenende.

Die sogenannte Global Response soll die Kräfte im weltweiten Wettlauf um Mittel gegen die Pandemie bündeln und sicherstellen, dass auch ärmere Länder davon profitieren. Beteiligt sind nicht nur die Vereinten Nationen und die Weltgesundheitsorganisation WHO, sondern auch private Partner wie die Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung, die Koalition für Innovationen zur Vorsorge gegen Epidemien Cepi und die Globale Allianz für Impfstoffe und Immunisierungen Gavi. Saudi-Arabien ist als Vorsitzland der G-20-Gruppe dabei.

Straßen in Berliner Stadtteil werden zu Spielplätzen

Damit die Spielplätze, die ab dem 30. April wieder geöffnet haben, nicht zu voll werden, erlaubt der Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg temporäre Spielstraßen. Nachbarschaftsinitiativen dürfen nun Straßen zu solchen Spielstraßen erklären. Dies gilt für bis zu 30 Straßen, jedoch nur an Sonn- und Feiertagen zwischen 12 und 18 Uhr. Bisher haben sich schon für 18 Straßenabschnitte freiwillige Kiezlotsen gefunden, die sich darum kümmern sollen, dass die Abstandsregeln eingehalten werden.

Freitag, Samstag und Sonntag, 01.-03.05.2020

Madrid schließt riesiges Feldkrankenhaus

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie hat das von der Krise schwer betroffene Spanien einen wichtigen symbolischen Erfolg errungen: Das im Madrider Messezentrum Ifema errichtete riesige Feldkrankenhaus wurde am Freitag wegen der schnell sinkenden Zahl der Covid-19-Kranken eineinhalb Monate nach der Öffnung wieder geschlossen. Nach Angaben der Behörden wurden im Ifema, wo im vergangenen Dezember noch der UN-Klimagipfel getagt hatte, mehr als 4000 Patienten behandelt. Lediglich 17 Kranke konnten im Ifema nicht gerettet werden.

Die meisten Kranken hätten das „Wunder-Krankenhaus gesund verlassen“, darunter eine 103 Jahre alte Frau, sagte die Regierungschefin der Region Madrid, Isabel Díaz Ayuso, bei der Schließungszeremonie. Man sei zuversichtlich, dass man selbst bei einem Wiederaufflammen der Pandemie im Herbst nie wieder ein Krankenhaus im Ifema werde errichten müssen. Das Gesundheitssystem Madrids werde bereits „reformiert und modernisiert“, betonte sie. Die Klinik mit 1350 Betten, darunter 16 für Intensiv-Patienten, war in Rekordzeit von nur 48 Stunden errichtet und am 21. März eröffnet worden. Bei einem Besuch hatte König Felipe VI. die Einrichtung als „Ort der Hoffnung für die Moral ganz Spaniens“ bezeichnet.

Organisationen fordern monatlich 100 Euro Soforthilfe für Arme

Spitzenvertreter von Gewerkschaften und Sozialverbänden fordern in der Corona-Krise monatlich 100 Euro mehr für Empfänger existenzsichernder Sozialleistungen. Angesichts spürbar steigender Ausgaben für Grundnahrungsmittel, Schutzkleidung, Hygiene und Kommunikation sowie eingeschränkten Unterstützungsangeboten seien einkommensarme Menschen in wachsender Not, heißt es in einem am Samstag vom Verband Der Paritätische veröffentlichten gemeinsamen Aufruf.

Millionen Bezieher von Hartz IV und Altersgrundsicherung lebten schon vor Corona von unzureichenden Unterstützungsleistungen, heißt es den Angaben zufolge in einem begleitenden Schreiben an Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD). Mit der Corona-Krise habe sich die Situation für sie drastisch verschärft. Der Aufruf wird demnach unterstützt von Spitzenvertretern unter anderem von DGB, Arbeiterwohlfahrt, Diakonie, VdK und SOVD, den Tafeln und Attac.

FDP-Politiker: Videotelefonie für alle Senioren in Altersheimen

Der FDP-Bundestagsabgeordnete Otto Fricke setzt sich dafür ein, dass Senioren in allen Alters- und Pflegeheimen Zugang zu Videotelefonie bekommen. Die weitreichenden Besuchsverbote wegen der Corona-Pandemie seien gefährlich für die alten Menschen, schreibt Fricke in einem Positionspapier. „Was die Bewohnerinnen und Bewohner vor einem schweren Verlauf der Covid-19-Krankheit schützen soll, führt in vielen Fällen zu Einsamkeit, Verzweiflung und mit sozialer Isolationverbundenen anderen psychischen und medizinischen Problemen.“

In rund zwei Dritteln der Heime gebe es keinen Internetzugang für die Bewohner – und wenn, dann oft nur mit Zusatzkosten oder nur in den Gemeinschaftsräumen. „Den Bewohnerinnen und Bewohnern von Seniorenheimen muss ein flächendeckender Internetzugang unabhängig von der Lage der Einrichtung und ihrer individuellen, finanziellen Situation ermöglicht werden“, fordert Fricke. Der notwendige Schutz vor dem Coronavirus dürfe nicht zum Auslöser anderer Krankheiten werden. Fricke regt daher ein Förderprogramm zur Digitalisierung der Pflegeeinrichtungen über 70 Millionen Euro an. Für Pflegekräfte und Familie seien die ersten Schritte der Senioren ins Internet sicher mit Anstrengungen verbunden, erklärte er. Die Anstrengung lohne sich aber, wenn die älteren Menschen dann Fotos ihrer Enkel bekommen oder sie über Videochat beim Telefonieren sogar sehen könnten.

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Katy Perry im Händedesinfektionskostüm

Die für schräge Aufmachungen bekannte US-Sängerin Katy Perry (35, „Dark Horse“) macht ihrem Ruf alle Ehre: Als Handreiniger-Flasche verkleidet wirbt sie in einem Videoclip für die US-Castingshow «American Idol». „Passt auf Euch auf, wascht Eure Hände und schaltet ein“, sagte Jurymitglied Perry in auf Instagram veröffentlichten Ausschnitt. Darin trägt sie ein Kostüm mit der Aufschrift „American Idol“ und „Instant Music Sanitizer“ (auf Deutsch: Sofortmusikreiniger).

Neapels Pizzabäcker wieder aktiv

Am Montag durften Pizzerien nach etwa sieben Wochen endlich wieder die Öfen anwerfen: Zwar nur für die Pizza zum Bestellen für Zuhause, aber immerhin. „Es ist ein psychologisch wichtiger Faktor, dass die Pizzabäcker wieder arbeiten können, aber ökonomisch hilft uns Delivery nicht viel“, sagte der Präsident des neapolitanischen Pizzaverbandes Associazione Verace Pizza Napoletana, Antonio Pace. Rund 200 von 500 Pizzerien in der Stadt seien seit dem Wochenbeginn nun wieder in Betrieb.

Donnerstag, 30.04.2020

Berliner Theatertreffen findet ab morgen digital und kostenlos statt

Vom 1.- 9.Mai findet das Berliner Theatertreffen digital statt. Auf dem Festival werden normalerweise 10 Inszenierungen aus ganz Deutschland nach Berlin eingeladen und dann von einer Jury bewertet. Auch zahlreiche internationale Produktionen sind dabei. Wegen der Coronakrise wird das Festival nun digital und kostenlos stattfinden: Gezeigt werden sechs Inszenierungen aus der 10er Auswahl als Mitschnitte on Demand für jeweils 24 Stunden. Danach folgen Live-Nachgespräche mit Produktionsbeteiligten und dem Publikum. Das Theatertreffen, das von den Berliner Festspielen betrieben wird, bittet dabei um Spenden für die beteiligten Künstler*innen.

CO2-Emissionen sinken durch die Coronakrise so stark wie noch nie

Der sinkende Verkehr und geringere Energiebedarf  während der Corona-Pandemie führt laut der Internationalen Energieagentur (IEA) zum stärksten Rückgang der CO2-Emissionen, den es je gab. Der CO2-Ausstoß dürfte laut der IEA 2020 um acht Prozent sinken, der weltweite Energiebedarf um sechs Prozent.

Hamburger Erzieher*innen muntern Kinder durch Briefe, Aufgaben und Spiele auf

Erzieher*innen eines Hamburger Kindergartens finden kreative Wege, um zu den Kindern, die sie normalerweise betreuen, weiterhin Kontakt zu halten. So schicken sie laut eines Berichts von Zeit Online regelmäßig E-Mails an die Kinder, die nicht zu ihnen kommen dürfen. Etwa ein Pfannkuchen-Rezept samt Video-Anleitung zum Selberbacken, einen digitalen Aufruf, den Fußweg vor der Haustür mit „Alles-wird-gut“-Sonnen zu bemalen und kleine Denkaufgaben. Außerdem bringen sie selbst geschriebene Briefe zu den Kindern.

Ebola-Medikament soll laut Studie die Behandlungsdauer von Covid-19-Patienten verkürzen

Das noch nicht zugelassene Ebola-Mittel Remdesivir hat laut einer Studie der Nationalen Gesundheitsinstitute der USA (NIH) die Behandlungsdauer von Covid-19-Patienten um 30 Prozent verkürzt. Die Patienten, die das Medikament erhalten hätten, hätten statt der durchschnittlichen 15 Tage der Behandlung nur noch 11 Tage benötigt.  „Das ist sehr bedeutsam“, sagte Anthony Fauci, der Direktor des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten der USA. An der klinischen Studie nahmen laut Spiegel Online 1063 Covid-19-Patienten in den USA, in Europa und Asien teil.Das Medikament ist allerdings noch in keinem Land zugelassen. Es wurde bereits in der Forschung gegen Sars-Viren verwendet.

Mittwoch, 29.04.2020

Bund zahlt Ausfallhonorar an Künstler*innen

Kulturinstitutionen, die vom Bund gefördert werden, zahlen Künstler*innen bis zu 60 Prozent ihrer Gage als Ausfallhonorar, wenn wegen der Corona-Pandemie eine Veranstaltung abgesagt werden musste. Das sagte Kulturstaatsministerin Monika Grütters dem rbb. Dies gelte für Veranstaltungen, für die bis zum 15. März ein Vertrag geschlossen worden sei. Die Höhe des Ausfallhonorars liege bei Veranstaltungshonoraren bis zu 1000 Euro bei 60 Prozent, bei Gagen darüber bei 40 Prozent. Maximal sollen 2500 Euro gezahlt werden. Grütters sagte, sie hoffe, dass von den Ländern und Kommunen geförderte Institutionen dies ähnlich handhaben werden.

IWF gewährt Nigeria wegen Coronakrise Milliardenhilfe

Der Internationale Währungsfonds (IWF) gewährt Nigeria wegen der Coronakrise Nothilfe in Höhe von 3,4 Milliarden US-Dollar. Der westafrikanische Staat sei sowohl vom drastischen Fall der Ölpreise als auch von den Folgen der Coronavirus-Pandemie betroffen, erklärte der IWF. Die Unterstützung des Fonds solle helfen, Wirtschaft und Währung in Afrikas bevölkerungsreichstem Staat zu stabilisieren. Die Finanzierung für Nigeria ist das bislang größte IWF-Hilfspaket für ein einzelnes Land während der Coronavirus-Pandemie. Sobald die Krise überstanden sei, müsse Nigeria seinen Staatshaushalt wieder konsolidieren, um eine zu hohe Verschuldung zu vermeiden, mahnte der IWF. Nigeria ist Afrikas größte Volkswirtschaft – die Regierung ist jedoch sehr abhängig von Einnahmen aus Ölexporten. Dutzende Länder haben wegen der Corona-Krise bereits Nothilfen oder Kredite beim in Washington ansässigen IWF beantragt, mitunter wurden sie bereits genehmigt.

Bundesweite Aktion gegen häusliche Gewalt

SPD-Bundesfrauenministerin Franziska Giffey startet heute die bundesweite Aktion „Zuhause nicht sicher?“ gegen häusliche Gewalt. Die Posteraktion im Rahmen der Initiative „Stärker als Gewalt“ richtet sich an Menschen, die von häuslicher Gewalt betroffen sind, aber auch an Freunde und Nachbarn, die helfen wollen, wie das Familienministerium mitteilte. Da in der Coronakrise Supermärkte zu den Orten gehören, die noch regelmäßig aufgesucht werden, beteiligen sich die Einzelhandelsketten Aldi Nord und Süd, Edeka, Lidl, Netto, Penny, Real und Rewe an der Aktion. Bundesweit sollen dann in Zehntausenden Supermärkten Poster mit Hilfsangeboten hängen.

Dienstag, 28.04.2020

New York verbannt Autos auf bis zu 160 Kilometer Straße

In der Millionenmetropole New York könnten bis zu 160 Kilometer Straße für Autos und Lastwagen gesperrt werden. Zudem sollen Bürgersteige erweitert und Fahrradwege ausgebaut werden, kündigte Bürgermeister Bill de Blasio an. Die ersten rund 65 Kilometer Straßen sollten bereits in den kommenden vier Wochen gesperrt werden, die restlichen dann im Lauf des Sommers. Welche der Straßen New Yorks, die insgesamt fast 10 000 Kilometer lang sind, genau autofrei werden, müsse noch geplant werden.

Die Menschen sollen mit den Straßensperrungen einfacher Abstand voneinander halten können. In der Millionenmetropole gelten zwar strenge Ausgangsbeschränkungen, Sport und Bewegung an der frischen Luft sind aber erlaubt und in den Parks wird es deswegen vor allem bei schönem Wetter schnell sehr voll. Die Straßen sollen so lange geschlossen bleiben, wie die Ausgangsbeschränkungen gelten.

In Berlin kochen Geflüchtete für Obdachlose

Das von Geflüchteten betriebene Berliner Restaurant „Kreuzberger Himmel“ kocht täglich für Obdachlose und Bedürftige, um sie während der Coronakrise mit kostenlosen Mahlzeiten zu versorgen. Gemeinsam mit dem Catering-Unternehmen Bab al-Jinan werden täglich bis zu 170 Mahlzeiten an verschiedenen Standorten in Berlin ausgegeben. Die aus dem Irak stammende Köchin Layale Jafar, die sich für das Projekt engagiert, sagte dem rbb: „Wir haben in Deutschland so viel Unterstützung erfahren. Für mich ist es selbstverständlich, dass jetzt wir helfen, wo wir können.“

Brüsseler Bus überbringt liebevolle Sprachnachrichten

Während der Corona-Pandemie fährt ein besonderer Bus durch die Straßen von Brüssel. Er überbringt liebevolle, persönliche Nachrichten: „Wir vermissen dich sehr, viele Küsse“ – so tönt es etwa aus dem Lautsprecher des knallroten „Voices of Brussels“-Busses. Das öffentliche Nahverkehrsunternehmen STIB-MIVB hat Menschen aufgefordert, Sprachnachrichten und eine Adresse zu schicken, an die sie gesendet werden sollen. In den frühen Abendstunden fährt der Bus dann durch die Stadt, um die Botschaften zu verteilen. Die Aktion gibt es seit knapp zwei Wochen. Es wurden bereits 750 Nachrichten eingeschickt. So hat sich etwa die 82-jährige Asuncion Mendez sehr über eine Nachricht ihrer Urenkelkinder gefreut, wie sie der Nachrichtenagentur AP erzählt: Es helfe ihr gegen die Trostlosigkeit eines weiteren Tages im Lockdown, den sie drinnen verbringen muss, und lindere ihre Angst vor dem Coronavirus.

Montag, 27.04.2020

Wegen Corona findet die isländische Waljagd nicht statt

Die Waljagdsaison auf Island wurde abgesagt: Aufgrund der Corona-Pandemie könnten die Arbeiter*innen das Walfleisch nicht verarbeiten, weil es dafür nötig sei, dass mehrere Menschen in großer Nähe einander zuarbeiten, sagte Kristján Loftsson, CEO einer der beiden Walfang-Firmen des Landes dieser isländischen Zeitung. Schon vergangenes Jahr war die Jagdsaison außerdem abgesagt worden, weil der wichtigste Absatzmarkt für Walfleisch, Japan, nur noch unter sehr strengen Auflagen Walfleisch importiert. Das zweite Unternehmen, dass auf Island Walfang betreibt, will laut Spiegel Online deswegen sogar endgültig den Betrieb einstellen.

Die neue enorm gibt es kostenlos für alle!

Die zweite enorm in diesem Jahr ist außergewöhnlich, denn sie wird nicht als gedrucktes Heft erscheinen, sondern digital. Der Grund: Wir möchten in diesen Zeiten solidarisch sein und enorm allen zugänglich machen. Daher stellen wir unsere neue Ausgabe 2/2020 komplett kostenlos ins Netz. Wir berichten umfangreich über die Coronakrise, aber nicht nur. Ein weiterer Schwerpunkt widmet sich den oft vergessenen, ersten Nachhaltigkeitsexpert*innen unserer Erde: Indigene Völker haben ein besonderes Wissen über Umweltschutz, das die Gesellschaft braucht. Sie werden nur kaum gefragt. Außerdem haben wir neue Formate und Rubriken entwickelt und starten mit der Interview-Reihe „Im Gespräch”.
Genug der Worte – ladet euch das E-Paper herunter und lest selbst. Wir wünschen euch viel Spaß dabei!

Eine ausführliche Anleitung und den Freischaltcode für die neue enorm-Ausgabe findet ihr hier.

Neue App Bring&Ring soll bei Einkäufen helfen

Die neue Einkaufshilfe-App Bring&Ring soll etwa Menschen aus Risikogruppen oder Alleinerziehende, die wegen der Kinderbetreuung wenig Zeit für Einkäufe haben, entlasten. Entwickelt wurde die kostenlose App von einem ehrenamtlichem Team um Zarah Bruhn, die Gründerin von Social-Bee, einem Social Business zur Integration Geflüchteter in den Arbeitsmarkt. Die Plattform Bring&Ring bringt Helfer*innen (Bringer) und Hilfesuchende (Ringer) per Matching zusammen und sichert den Zahlungsvorgang. Dabei wird ein Trinkgeld in Mindesthöhe von zwei Euro fällig, welches die Bringer behalten oder in der App spenden können. Mehrere Prominente unterstützen „Ich geh für dich“, die Kampagne zu Bring&Ring, darunter etwa Moderator*innen wie Lena Gercke oder Comedian und Arzt Dr. Eckart von Hirschhausen. Das Ziel: 100.000 Versorgungsgänge bis Ende Mai zu ermöglichen und eine europaweite Nutzung. 

Deutschland zahlt für UN-Corona-Hilfen

Deutschland unterstützt ärmere Länder mit 300 Millionen Euro im Kampf gegen das Corona-Virus. Damit kommt die Bundesrepublik einem Hilferuf der Vereinten Nationen (UN) nach. Die UN hattendie sogenannten Industrienationen und andere Geberaufgefordert, insgesamt rund zwei Milliarden US-Dollar bereitzustellen. Laut UN wird das Geld in mehr als 50 Ländern in Südamerika, Afrika, dem Nahen Osten und Asien gebraucht – darunter etwa Haiti, der Südsudan und Afghanistan –, um die Covid-19-Pandemie einzudämmen.

Samstag und Sonntag, 25.-26.04.2020

Bundesarbeitsminister plant Home-Office-Gesetz

Hubertus Heil will für Beschäftigte ein Recht auf die Arbeit im Home-Office sichern. Ein entsprechendes Gesetz wolle er bis Herbst diesen Jahres vorlegen, sagt der SPD-Politiker der „Bild am Sonntag“. „Man darf entweder komplett auf Home-Office umsteigen oder auch nur für ein oder zwei Tage die Woche“, sagte der Bundesarbeitsminister. Ersten, vorsichtigen Schätzungen zufolge hat sich der Anteil der Arbeitnehmer*innen im Home-Office aktuell auf 25 Prozent aller Beschäftigten erhöht.

Sohn von Robert Habeck platzt in Live-Interview

Im Homeoffice läuft nicht immer alles wie geplant – auch nicht bei Grünen-Parteichefs: Robert Habeck wurde gerade live von einem „Spiegel“-Reporter zur Corona-Krise befragt, als einer seiner Söhne – oben ohne – ins Zimmer kam. Ein Winken des Vaters hielt ihn nicht davon ab, nach kurzem Zögern doch durch den Raum zu laufen. Habecks Reaktion: „Du bist jetzt voll im Fernsehen“, Kopfschütteln, Augenrollen, Lachen. Die Grünen nahmen den Zwischenfall selbst aufs Korn und veröffentlichten auf Twitter eine „Bastelvorlage für die nächste Videokonferenz“: „ON AIR – BITTE NICHT STÖREN“.

Tennisprofi jobbt im Supermarkt

Das Wort Service hat für Tennisprofi Kevin Krawietz derzeit eine ganz neue Bedeutung: In wettkampffreien Zeiten der Corona-Krise schlägt der 28-Jährige in einem Supermarkt auf. „Seit ein paar Wochen arbeite ich auf 450-Euro-Basis bei einem Discounter“, verriet Krawietz in einem Interview des Magazins „Der Spiegel“. An der Kasse Waren einscannen und abkassieren darf er aber noch nicht. „Ich räume zusammen mit einem Kumpel Regale ein und aus, schaue, dass Wurst und Käse aufgefüllt sind, sortiere leere Kartons aus, wir nennen das abschachteln“, berichtete Krawietz von seinem Zweitjob. „Letzte Woche habe ich einmal vor dem Eingang Security gemacht, die Einkaufswagen mit Desinfektionsmittel besprüht.“

Krawietz hatte „schon länger mal vor, in einen normalen Job reinzuschauen. Durch Corona habe ich nun die Gelegenheit dazu“, erklärte er. Was er dort lernt? „Mehr Wertschätzung. Die Kollegen hier stehen teilweise um fünf Uhr auf, sind ab halb sechs im Laden, um die Regale zu befüllen“, schilderte er. „Ich hingegen hatte in meinem Leben den Luxus, mein Hobby zum Beruf machen zu können.“

Chaotische Zoom-Konferenz sorgt für Lacher

Eine Live-Video-Konferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und Staatschefs und anderen Führungsspitzen aus aller Welt – auch da geht wie bei vielen virtuellen Konferenzen in diesen Zeiten nicht alles glatt. So war es am Freitag, als die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bei einer hochkarätigen Zoom-Konferenz eine weltweite Kooperation für die Forschung an Wirkstoffen gegen das Coronavirus ankündigte. Bei Merkel war es das Mikrofon. „Can you hear me now?“ (können Sie mich nun hören?), fragte sie bei anfänglichen Audio-Problemen, bevor sie den Live-Auftritt dann routiniert abspulte. Der französische Präsident Emmanuel Macron kam weniger souverän rüber: die Leinwand hinter ihm hing etwas schief, er gestikulierte stark und schien dabei mehrfach fast in den Bildschirm zu boxen. Ein arabischer Politiker war ewig auf dem Bildschirm eingefroren, bei Melinda Gates von der Gates-Stiftung war Lippenlesen gefragt – der Ton fiel gänzlich aus. „Könnt ihr mal die Stummschaltung aufheben?“, fragte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus an anderer Stelle und versuchte persönlich, über technische Hürden zu helfen.

Wie bei jeder Video-Konferenz waren auch die Hintergründe sehr unterschiedlich: Viele Staatschefs setzten auf Fahnen. Der italienische Ministerpräsident Giuseppe Conte und der spanische Regierungschef Pedro Sánchez waren besonders telegen in Szene gesetzt – an Rednerpults stehend, fast wie in normalen Zeiten. Der Vorsitzende der Kommission der Afrikanischen Union, Moussa Faki Mahamat, zeigte sich vor einer Schrankwand mit Pokalen, die norwegische Regierungschefin Erna Solberg mit einer Grünpflanze. Ein Klavier, eine riesige afrikanische Maske, eine unaufgeräumte Fensterbank mit Dokumentenbergen, Bücherregale, Sofaecken, dazu Papiergeraschel – es war ein bisschen wie bei jedermann in Coronazeiten.

Ex-Fußball-Profi Luca Toni verteilt Pizzen an Rettungskräfte

Fußball-Ex-Weltmeister Luca Toni engagiert sich in seiner italienischen Heimatstadt Modena für die von der Corona-Krise am schwersten betroffenen Menschen. Als Teilhaber eines Restaurants verteilt er Pizzen unter Rettungskräften, berichtete der Ex-Profi des FC Bayern München dem Sender RTL/n-tv.Er habe seinem Partner gesagt, er komme mit „die Pizzen zu den Jungs der Nummer 118, wo telefonisch und logistisch die Einsätze der Rettungswagen koordiniert werden, auszuteilen. Und diese Jungs machen gerade eine mehr als strapaziöse Arbeit durch“, schilderte der 42-Jährige.

Für die Leute dort sei sein Erscheinen eine Riesen-Überraschung gewesen. „Wir haben dann 5 oder 6 Meter Pizza gemacht, und wir zwei haben dann diese Pizzen – mit allen Sicherheitsvorkehrungen – zu der Koordinationsstelle gebracht. Es war natürlich schön für sie zu sehen, dass auch ich diese Pizzen ausgetragen habe“, berichtete er.
Mit Nationalspielern aus der Weltmeister-Mannschaft von 2006 hat Luca Toni zudem die Initiative „go fund me“ gegründet. „Wir haben Gelder gesammelt, aber auch Freunde, Bekannte, jeder kann da mitmachen. Kleine Spenden von einem oder fünf Euro haben uns auch riesig gefreut – damit ist es gelungen, gerade in dieser Woche vier Rettungswagen zu kaufen, 400 000 Euro sind zusammengekommen“, erzählte er. Diese Rettungswagen werde man dem italienischen Roten Kreuz übergeben.

Freitag, 24.04.2020

Filme für die ganze Nachbarschaft

Während Autokinos boomen, gibt es in Berlin ein weiteres feines Film-Projekt. „Window Flicks“ heißt die Initiative, die Hauswände in Innenhöfen nutzt, um aktuellere Produktionen zu zeigen. Die Menschen schauen vom Fenster und Balkon aus zu. Am Donnerstag lief das Biopic „Loving Vincent“ auf einer Fassade.

Die Idee fürs Hinterhofkino stammt von einem Architektur- und Kunstbüro: „Wir wollten, dass die Menschen zuhause bleiben. Und da können wir mit unseren Projektoren doch Kultur in die Höfe bringen“, sagte Geschäftsführer Olaf Karkhoff von Meta Grey der dpa. Mit dem Projekt wird zudem eine Spendenkampagne für die Programmkinos Berlins unterstützt. Auch in Italien wurden Filme auf Hausfassaden schon ausprobiert, unter dem Schlagwort #CinemaDaCasa.

EU-Billionen-Programm gegen Wirtschaftskrise

Die Europäische Union will den Dauerstreit über Corona-Bonds überwinden und sich gemeinsam gegen die dramatische Wirtschaftskrise stemmen. Der EU-Gipfel billigte am Donnerstag ein bereits verabredetes 500-Milliarden-Hilfspaket und die Gründung eines Wiederaufbaufonds, über den noch einmal 1000 Milliarden Euro oder mehr verteilt werden könnten. Details bleiben aber umstritten. EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen will nun bis Mitte Mai ein für alle akzeptables Modell ausarbeiten.
Bundeskanzlerin Angela Merkel bekräftigte beim Gipfel ihr klares Nein zu einer Vergemeinschaftung von Schulden. „Es geht nicht, dass sozusagen die Schulden vergemeinschaftet werden“, sagte die CDU-Politikerin anschließend. Sie bekräftigte aber, dass Deutschland mehr in den EU-Haushalt einzahlen müsse – ohne eine Größenordnung zu nennen. 2018 überwies Berlin 13,4 Milliarden Euro mehr an die EU als Deutschland über EU-Programme aus Brüssel zurückbekam.

Auch auf enorm: Gastbeitrag darüber, warum wir Corona-Bonds brauchen

Fridays for Future ruft zum Online-Klimaprotest auf

Mit einem international koordinierten Großprotest will die Klimabewegung Fridays for Future am Freitag überwiegend online für das Klima demonstrieren. Unter anderem sollte es ab den frühen Morgenstunden einen 24-Stunden-Livestream auf Youtube geben, in dem Klimaaktivisten und -forscher aus aller Welt zu Wort kommen sollen. Wie in den Vorwochen wollen die Schwedin Greta Thunberg und ihre Mitstreiter Fotos von sich und ihren Protestschildern in den sozialen Netzwerken posten, um die Regierungen in aller Welt zu mehr Klimaschutz zu bewegen. Das Motto: #NetzstreikFürsKlima.

Auch auf enorm: Interview mit Fridays-for-Future-Aktivistin Franziska Wessel zu Online-Protesten

Eigentlich wollte Fridays for Future am Freitag wie bereits einige Male 2019 einen global koordinierten Klimagroßprotest abhalten. An solchen Protesttagen hatten sich im vergangenen Jahr jeweils mehrere Hunderttauschend Menschen allein in Deutschland beteiligt. Wegen der anhaltenden Corona-Krise und damit verbundenen Versammlungsverboten und -beschränkungen sind Großproteste auf den Straßen jedoch nicht möglich, weshalb die Bewegung nun ins Internet ausweicht. Das Netz wird allerdings nicht der einzige Schauplatz der Proteste sein: Die Klimabewegung will unter anderem vor dem Bundestag in Berlin (ab 10.30 Uhr) die Plakate und Schilder Dutzender Ortsgruppen für eine Kunstaktion zusammenstellen. Nur 20 Menschen dürfen die Aktion vor Ort aktiv begleiten.

Donnerstag, 23.04.2020

Erfolge bei Suche nach passivem Impfstoff

Die Universität Erlangen-Nürnberg macht Fortschritte bei der Forschung zu Covid-19. Der Bayerische Rundfunk berichtet über mehrere Teilerfolge. Einer betrifft die Suche nach einem passiven Impfstoff, wobei Antikörper aus dem Blut genesener Corona-Patient*innen gewonnen werden. Solche passiven Impfungen schützen in der Regel zwei bis drei Monate. Sie könnten zunächst medizinisches Personal, Mitarbeiter*innen in Pflegeeinrichtungen und Hochrisikopatient*innen schützen. Möglicherweise könnte bis Ende des Jahres eine klinische Studie dazu fertig sein.

Grönland vorerst Corona-frei

Grönland gilt im Moment als frei von dem Virus: Das zu Dänemark gehörende Eiland ist die größte Insel der Welt und sechsmal so groß wie Deutschland. Es hat aber nur 56.025 Bewohner*innen. Wie Spiegel Online berichtet, wurde am 13. März erstmals eine Person auf der Insel Corona-positiv getestet, insgesamt elf Infizierte wurden gefunden, alle in der Hauptstadt der Insel, Nuuk. Mittlerweile sind alle elf Personen wieder genesen und es werden bei Tests keinerlei Neuansteckungen verzeichnet. Ende März wurde die Hauptstadt vom Rest der Insel isoliert und niemand durfte mehr von der Insel ausreisen oder einreisen. Es sei laut Sprecher*innen der Insel aber nicht auszuschließen, dass wieder neue Fälle auftreten können, wenn Grönland seine Abschottung beendet.

Mit dem Post-Coron-A-Mat über die Zukunft nachdenken

Wer sich über die Zeit nach der Coronakrise Gedanken machen will, kann dafür jetzt den Post-Coron-A-Mat nutzen. Der unabhängige Think Tank iRights.Lab stellt den Zufallsgenerator kostenlos zur Verfügung. Er soll darauf aufmerksam machen, „was wir nach der Krise nicht vergessen wollen“, heißt es. Jede*r darf eigene Erkenntnisse einreichen und für andere zur Verfügung stellen. Per Zufall kann man sich die individuellen Vorsätze für die Zukunft anzeigen lassen und als Anregung für die Zeit nach Corona nutzen. Der Post-Coron-A-Mat ist eine Weiterentwicklung des Coron-A-Mat, dem Zufallsgenerator gegen den Covid-19-Koller.

Mittwoch, 22.04.2020

Mailand wandelt 35 Kilometer Straße in Radwege und Fußgängerzonen um

Mailands starke Luftverschmutzung durch Berufsverkehr ist durch die Coronakrise rapide gesunken. Nun will die Stadt auch nach der Beendigung der Ausgangssperre in Italien autofreier werden: vor allem, um die Bürger*innen der Stadt vor dem Coronavirus zu schützen. 35 Kilometer Straße sollen zunächst in Geh- und Radwege umgewandelt werden, um mehr Bewohner*innen die Möglichkeit zu geben, sich nach dem Ende des Lockdowns ohne Autos und öffentliche Verkehrsmittel in der Stadt zu bewegen. Um die Fahrradfahrer*innen zu schützen, sollen zudem strengere Tempolimits für Autos eingeführt werden. Der Guardian sprach mit mehreren Expert*innen für Stadtentwicklung darüber, warum die Stadt jetzt ein Vorbild für eine ökologischere Zukunft aller Metropolen weltweit nach Corona sein kann.

Nebenan.de sammelt mehr als 1,2 Millionen Euro

Das Nachbarschaftsnetzwerk nebenan.de hat mit der Corona-Hilfsaktion „Kauf nebenan!“ mehr als 1,2 Millionen Euro für bedrohte Kleingewerbe und Selbstständige gesammelt. Mehr als die Hälfte davon stammt von Privatpersonen. Visa, Deutsche Bank und Postbank haben außerdem bis zu einer Gesamtsumme von 500.000 Euro jeden privaten Betrag verdoppelt. Mehr als 5000 lokale Gewerbe freuen sich jetzt über die finanzielle Unterstützung. Den Großteil der Gesamtsumme, nämlich 92 Prozent, machen Gutschein-Käufe bei rund 4000 Gewerben aus, Spenden gab es für 1000 Gewerbe. Die Hilfsaktion läuft weiter, Gewerbe müssen sich nicht registrieren, alles soll so unbürokratisch wie möglich funktionieren.

Schweizer Forscher: Corona-Massenimpfung vielleicht schon ab Oktober

Der Schweizer Immunologe Martin Bachmann vom Universitätsspital Bern hat nach eigenen Angaben einen Impfstoff-Kandidaten gegen Corona entwickelt, der nach erfolgreichen Prüfungen möglicherweise noch in diesem Jahr zum Einsatz kommen könnte. Die Aufsichtsbehörde Swissmedic bestätigte Gespräche mit Bachmann und anderen Forschern, die an Wirkstoffen gegen Sars-CoV-2 arbeiten. „Der Zeitplan ist äußerst optimistisch, aber er ist nicht komplett an den Haaren herbeigezogen“, sagte Swissmedic-Sprecher Lukas Jaggi der Deutschen Presse-Agentur. Wenn alle Zulassungsvoraussetzungen erfüllt würden, sei eine Entscheidung vor Ende des Jahres möglich.
Erst die Studienergebnisse der insgesamt drei Phasen der Prüfung werden allerdings zeigen, ob sich der Impfstoff-Kandidat als hinreichend wirksam erweist und ob er frei von nicht akzeptablen oder gar gefährlichen Nebenwirkungen ist.

Dienstag, 21.04.2020

London Fashion Week wird genderneutral

Normalerweise hätten im Juni die nach traditionellen Geschlechterrollen geteilten Shows der London Fashion Week begonnen. Nun verkündet der British Fashion Council jedoch, dass die komplette London Fashion Week dieses Jahr geschlechtsneutral sein werde–  und digital stattfinden wird. Auch wenn der Schritt mutmaßlich zum Teil rein ökonomisch motiviert ist – das Entwerfen einer genderfluiden Kollektion statt zweier Kollektionen für Damen und Herren spart Kosten – ist die Ankündigung doch ein Meilenstein in der bis vor wenigen Jahren sehr traditionell nach Mann und Frau geordneten Modewelt. In ihrem offiziellen Statement sagte der Council: „Wir hoffen, dass sich die andere Seite der Krise in Nachhaltigkeit und Kreativität abbildet.“

Europäische Datenplattform für die Corona-Forschung angekündigt

Um in der Corona-Krise schneller Impfstoffe, Medikamente und Testsysteme zu finden, sollen sich Forscher auf einer europäischen Datenplattform austauschen. EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen kündigte die Gründung der „European COVID-19 Data Platform“ am Montag an. Wissenschaftler hätten bereits einen großen Wissensschatz über das Coronavirus gesammelt und kein Forscher könne allein eine Lösung finden, sagte von der Leyen. Auf der Plattform könnten sie ihre Erkenntnisse speichern und die ihrer Kollegen nutzen. Die Kommission erwarte, dass binnen weniger Tage Zehntausende Beiträge hochgeladen würden.

NRW-Landtagsabgeordnete verzichten auf höhere Diäten

In NRW wollen die großen Fraktionen des Landtags auf die turnusmäßige Diätenerhöhung verzichten – um sich solidarisch mit den Menschen im Land zu zeigen. Das steht nach dpa-Informationen in einem gemeinsamen Gesetzentwurf von CDU, SPD, FDP und Grünen. Dadurch würde sich das Land schätzungsweise rund 500 000 Euro sparen. Eigentlich sollten die Bezüge der Abgeordneten unter anderem auf Grundlage der allgemeinen Lohnentwicklung zum 1. Juli erhöht werden. Mit dem Schritt kommen CDU, SPD, FDP und Grüne außerdem der AfD zuvor. Die Partei wollte einen eigenen Gesetzentwurf zur Aussetzung der Diätenerhöhung in den Landtag einbringen.

Montag, 20.04.2020

Niederländischer Tulpengarten öffnet virtuell

Keukenhof, einer der größten Blumengärten der Niederlande und besonders berühmt für seine Tulpen, hätte eigentlich schon Ende vergangenen Monats wieder öffnen sollen. Die Niederlande haben ihre Kontaktverbot jedoch bis mindestens Juni verlängert. Aus diesem Grund haben die Betreiber*innen die Gärten nun virtuell eröffnet: In mehreren 3-D und 2-D-Videos kann man nun umsonst die holländischen Tulpen bewundern.

Deutschland will Kosten für europäische Corona-Patient*innen übernehmen

Deutschland will die Kosten übernehmen, wenn schwer kranke Covid-19-Patient*innen aus anderen EU-Mitgliedsstaaten in Deutschland behandelt werden. Das Gesundheitsministerium rechnet mit Kosten in Höhe von 20 Millionen Euro. Die Kostenübernahme soll bis Ende September befristet sein.

Mehr Schildkrötennester und saubere Strände in Florida

Nachdem schon in Brasilien mehr Schildkröten an den durch die Coronakrise menschenleeren Stränden gesichtet wurden, berichtet nun auch der US-Bundesstaat Florida von mehr Schildkröten-Nestern. Der Direktor des Sea Turtle Conservancy sagte dem Sender CNN, dass die Strände durch das Corona-Kontaktverbot leer und zudem viel sauberer und plastikfreier seien. Zudem seien die Schildkröten normalerweise durch Lichtverschmutzung an den Stränden irritiert. Nun könnten sie unter viel besseren Bedingungen gute Plätze für ihre Nester finden.

Samstag und Sonntag, 18.-19.04.2020

Wirtschaftsweise zuversichtlich für Deutschland

Die neue Wirtschaftsweise Monika Schnitzer ist zuversichtlich, dass Deutschland gut aus der Corona-Krise kommen wird: „Ich erwarte, dass die Wirtschaft mit der langsamen Lockerung der Maßnahmen auch rasch wieder ins Laufen kommt.“ So sei etwa der Nachholbedarf der Konsumenten groß. All dies gelte nur, wenn es gelinge, die Infektionen so unter Kontrolle zu bekommen, dass keine zweite Infektionswelle drohe, betonte die Wirtschaftswissenschaftlerin. Doch dafür sei „gerade Deutschland mit seinem starken Gesundheitssystem gut aufgestellt“.

Größere Sorgen als um Deutschland macht sie sich um den internationalen Bereich und plädiert für europäische Solidarität. „Es ist extrem wichtig, dass wir dafür sorgen, dass die von der Corona-Krise besonders stark betroffenen Länder nicht noch stärker in Schwierigkeiten kommen. Das ist auch in unserem eigenen Interesse, denn unsere Wirtschaft ist gerade in Europa sehr stark verflochten. Wir werden also nicht alleine aus der Krise kommen.“

82-Jähriger musiziert im Krankenhausgarten täglich für seine schwerkranke Frau

Der 82-jährige Alfred Schroeter spielt täglich für seine schwerkranke Frau Trompete. Die 83-Jährige ist an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankt und liegt auf der Palliativstation des St.-Josef-Krankenhauses in Moers. Seit 59 Jahren ist das Paar verheiratet. Alfred Schroeter darf seine Frau Edelgard wegen strengerer Besuchsregeln aufgrund der Corona-Pandemie nur eine Stunde am Tag besuchen. Nach dieser Zeit spielt er jedoch täglich vom Klinigkarten aus verschiedene Stücke etwa Choräle oder Volkslieder, wie die Rheinische Post schreibt.

Virtuelles Festival für Design

Seit dem 15. April findet das Virtual Design Festival umsonst im Internet statt. Veranstalter ist das Design-Magazin Deezen. Bis zum 30 Juni können Interessierte hier jeden Tag spannende Panels und Vorträge über alle Fragen zu Design, Architektur und Innovation live streamen: Am Mittwoch, den 23. April, sprechen anlässlich des Earth Days etwa Architekt*innen und Wissenschaftler*innen über umweltfreundliches Design, ökologische Stadtplanung und nachhaltige Materialien.

Freitag, 17.04.2020

Goethe-Institut startet internationale Kultur-Plattform

Das Goethe-Institut hat eine Online-Plattform für internationale Kulturangebote aufgesetzt. Über die Seite kulturama.digital sollen sich Kulturschaffende mit ihren Online-Veranstaltungen über Grenzen hinweg Sichtbarkeit und Reichweite verschaffen können, wie das Goethe-Institut am Donnerstag in Berlin mitteilte. Damit sollen die Events ein internationales Publikum erreichen und Spenden für die Künstler möglich gemacht werden. „Weltweit stehen Künstlerinnen und Künstler sowie Kulturinstitutionen vor existenziellen Herausforderungen“, sagte der Generalsekretär des Goethe-Instituts, Johannes Ebert, unter Hinweis auf abgesagte Konzerte, geschlossene Museen und wegbrechende Einnahmen.

„In Zeiten sozialer Distanz ist die Digitalisierung im Moment der einzige Weg, um Kulturangebote auf virtuelle Weise an die Menschen zu bringen.“ Experimentelle und klassische Formate seien auf der Plattform gleichermaßen erwünscht, sagte Ebert. Die Kulturangebote könnten kostenlos hochgeladen werden.
Das Goethe-Institut dient mit 157 Instituten als kulturelles Aushängeschild Deutschlands im Ausland. Derzeit sitzt die Kultureinrichtung in 98 Ländern. In Deutschland unterhält das Goethe-Institut zwölf Einrichtungen.

Thailands Strände erholen sich

An den wegen des Coronavirus für Besucher gesperrten Stränden im Süden von Thailand gibt es Zeichen für eine Erholung der Natur. „In Krisen liegt immer eine Chance“, erklärte Umweltminister Warawut Silpa-archa am Freitag. Nach Angaben der für die Meere und Küsten zuständigen Behörde ist das Wasser sichtbar klarer geworden, die Korallen erholten sich. In der Touristenhochburg Phuket und in Phang Nga wurden elf Nester der gefährdeten Lederschildkröten gezählt – so viele wie seit 20 Jahren nicht mehr. Thailändische Medien berichteten zudem, dass viele der sonst selten gesichteten Tiere zu sehen waren – darunter Dugongs (Gabelschwanzseekühe) und Walhaie.

Allergiker*innen in Pollen-Zeit nicht stärker gefährdet

Pollen-Allergiker sind in der Corona-Pandemie nach Expertenangaben nicht stärker gefährdet als andere Menschen. „Die Reaktion auf Pollen führt zu einer Überreaktion des Immunsystems, das Immunsystem ist nicht geschwächt“, erklärte Berthold Jany, ehemaliger Präsident der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin. Bisher zeigten vor allem Menschen mit einem geschwächten Immunsystem, etwa durch Vorerkrankungen, schwere Verläufe der Covid-19-Krankheit.

In der derzeitigen Blütezeit bestehe demnach kein erhöhtes Risiko für Menschen mit Allergien oder Überempfindlichkeitsreaktionen, sich mit dem Sars-CoV-2-Erreger anzustecken. Auch im Falle einer Ansteckung müssten Allergiker nicht mit mehr starken Symptomen rechnen als Menschen ohne Allergien. Jany riet Betroffenen ihre Medikamente weiterhin wie gewohnt einzunehmen und Kortison- und Asthmasprays nicht abzusetzen.

Reproduktionszahl in Deutschland sinkt offenbar unter 1

Laut dem Lagebreicht des Robert-Koch-Institutes (RKI) vom 16. April wird die sogenannte Reproduktionszahl (R) derzeit auf 0,7 geschätzt. „Das bedeutet, dass im Mittel fast jeder mit SARS-CoV-2 Infizierte eine weitere Person ansteckt und somit die Zahl der Neuerkrankungen leicht zurückgeht“. Das RKI gibt ein entsprechendes Ergebnis (R unter 1) als dauerhaftes Ziel an, um das Gesundheitssystem im Land nicht zu überfordern.

Donnerstag, 16.04.2020

Ägypten veröffentlicht kostenlose 3-D-Touren von Pharaonen-Gräbern

Das Ägyptische Tourismus-Ministerium hat sich etwas ganz besonderes ausgedacht: Um die Abenteuerlust der vielen Menschen in Isolation zu bedienen, haben sie 3-D-Touren mehrerer Gräber und anderer archäologischer Schatzgruben aus allen Epochen des Landes online zur Verfügung gestellt. Hier kann man umsonst unter anderem das Grab des Menna in der Nähe der Stadt Luxor erkunden, das aus dem Jahr 1.3500 vor Christus stammt und für seine wunderschönen alt-ägyptischen Wandmalereien berühmt ist. Auch das prunkvolle Grab von Königin Meresanch III., die Frau des Pharaos Chephren, der etwa von 2570 bis 2530 vor Christus lebte, kann besichtigt werden.

Stipendium für Alltagsheld*innen

Das Social Start-up myStipendium will Student*innen, die sich während der Corona-Pandemie für andere einsetzen, unterstützen. Egal ob Einkaufshelfer*innen, Telefonseelsorger*innen oder Spargelernter*innen: „Alltagshelden in der Corona-Krise“ sollen für ein Jahr 500 Euro pro Monat erhalten, bewerben können sich bis zum 15. Mai alle, die sich für gerade für ihre Mitmenschen einsetzen. Bisher haben sich laut myStipendium etwa ein Musikstudent beworben, der Konzerte vor Seniorenheimen gibt, und Studierende, die die Sterbebegleitung von Covid-19-Patient*innen übernehmen oder die Kindernotbetreuung von medizinischem Personal.

Globaler Alltag in der Pandemie: USA, Sambia und Italien

Die Corona-Pandemie beeinflusst überall unseren Alltag. Deshalb erzählen bei enorm Menschen weltweit, wie sie die Krise in ihren Ländern erleben. Im ersten Teil erzählen Menschen aus den USA, Sambia und Italien –  auch über Positives. So schreibt etwa die 26-jährige Studentin Virginia Letizia aus Italien: „Ich denke, dass diese „kollektive Einsamkeit“, die wir gerade erleben, positive Auswirkungen für uns alle haben kann. Wir haben jetzt die Chance, über viele Dinge nachzudenken. Dafür nehmen wir uns im normalen Alltag oft nicht die Zeit.“

Mehr Bestellungen bei „Frischepost“

Der Online-Hofladen „Frischepost“ hat in Zeiten der Corona-Pandemie mehr Kund*innen. Das Start-up liefert per E-Autos in Hamburg und bald auch im Rhein-Main-Gebiet Lebensmittel von lokalen und unabhängigen Landwirten und kleinen Manufakturen. „Wir haben in den letzten vier Wochen 30 neue Packer und Fahrer eingestellt. Unsere Lieferanten kommen teilweise kaum hinterher, wir haben jetzt sechsmal so viele Bestellungen von Privatkunden wie noch vor einem Monat“, sagt Juliane Willing, die das Social Business zusammen mit Eva Neugebauer vor fünf Jahren gegründet hat laut Spiegel Online. Weil wegen der Corona-Pandemie viele ihrer sonstigen Abnehmer – vor allem Firmenkunden – weggefallen seien, hätten sie sich mehr auf private Verbraucher*innen konzentriert. Das zahle sich nun aus.

Mittwoch, 15.05.2020

Premierministerin Neuseelands kürzt wegen Corona eigenes Gehalt

Die neuseeländische Premierministerin Jacinda Ardern will ihr eigenes Gehalt für sechs Monat um 20 Prozent kürzen. Dasselbe soll für die Regierung und andere hohe Staatsbeamte gelten. „Wenn es jemals eine Zeit gegeben hat, die Lücke zwischen verschiedenen Gruppen zu schließen, dann jetzt“, sagte Ardern laut der dpa. Laut Spiegel Online die Politikerin umgerechnet knapp 260.000 Euro im Jahr.

Trotz Corona: Proteste in Polen gegen strengeres Abtreibungsrecht

In Polen haben landesweit viele Menschen gegen einen Gesetzentwurf protestiert, der eine Verschärfung des Abtreibungsrechts vorsieht. Wegen der Schutzmaßnahmen gegen eine weitere Ausbreitung des Coronavirus, die größere Versammlungen verbieten, wählten die Frauen alternative Formen für ihren Protest. In Warschau rückten sie mit Autos an und blockierten laut hupend einen Verkehrskreisel im Zentrum der Stadt. An anderen Orten hielten die Frauen Plakate hoch, während sie sich mit dem gebotenen Abstand vor Lebensmittelläden anstellten.

In Brasilien erholt sich 99-Jähriger von Coronavirus

Ein 99-jähriger Brasilianer, der an Covid-19 erkrankt war, ist wieder genesen. Der Veteran Ermando Piveta wurde mit Trompetenfanfaren und Applaus aus dem Armee-Krankenhaus in Brasília entlassen. Er war insgesamt acht Tage in der Klinik behandelt worden. In Lateinamerika ist Brasilien am härtesten vom Coronavirus betroffen. Dort sind nach offiziellen Angaben mehr als 1500 Menchen an der Lungenkrankheit gestorben.

Dienstag, 14.04.2020

IWF gewährt Ghana und Senegal Notkredite wegen Corona-Krise

Der Internationale Währungsfonds (IWF) unterstützt die westafrikanischen Staaten Ghana und Senegal mit Notkrediten, um die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Epidemie abzufedern. Ghana soll einen Kredit von einer Milliarde US-Dollar (rund 900 Millionen Euro) bekommen, Senegal etwa 440 Millionen Dollar. Dutzende sogenannte Entwicklungs- und Schwellenländer haben wegen der Corona-Krise bereits beim IWF Notkredite beantragt. Der IWF hat unter anderem bereits Madagaskar, Togo, Gabun und Ruanda Kredite zugesagt, Tunesien hat bereits einen Kredit erhalten. Seit Beginn der Krise haben sich viele Investoren aus Schwellenländern zurückgezogen, was die Kreditaufnahme erschwert.

Münchner Lehrerin übernimmt Miete für ihren lokalen Buchladen

In München hat eine Gymnasiallehrerin die Monatsmiete einer Buchhandlung aus ihrer Nachbarschaft übernommen, um den Laden während der Krise zu unterstützen. „Ich habe mir gesagt: Ich wäre jetzt halt in den Osterferien in Urlaub gefahren, ich hätte da auch Geld ausgegeben“, sagte die Lehrerin der Süddeutschen Zeitung im Interview. Ihre eigene Spende brachte sie auf die Idee, andere Münchner*innen ebenfalls dazu zu motivieren, Läden in ihrer Nachbarschaft zu unterstützen: Sie launchte die Website Helfer in der Krise, um Läden und potenzielle Spender*innen zu vernetzen.

Kostenlose Reis-Automaten helfen Menschen in Vietnam

In Vietnam können sich Menschen an Automaten kostenlos mit Reis versorgen. Finanziert werden die Reis-Automaten in Städten wie Hanoi und Ho-Chi-Minh-Stadt durch private Spenden, wie CNN berichtet. Wegen der Corona-Pandemie hat die Regierung des südostasiatischen Landes viele Läden geschlossen, weshalb Tausende Menschen nun ihrer Arbeit nicht nachgehen können und entsprechend auf ihr Einkommen verzichten müssen. Die Reis-Automaten sollen Menschen, die am schwersten von der Corona-Pandemie betroffen sind, helfen. Wer sich dort Reis holt, muss einen Sicherheitsabstand einhalten und sich zuvor die Hände desinfizieren.

Samstag, Sonntag, Montag, 11.-13.04.2020

Mehr als die Hälfte der Infizierten in Deutschland wieder genesen

Laut dem Robert-Koch-Institut (RKI) ist die Zahl der Neuinfizierten in Deutschland weiter gesunken. Die Steigerungsrate sank somit laut den am 13. April 2020 veröffentlichten Zahlen den dritten Tag infolge. Allerdings ist noch nicht klar, wie viele Fälle wegen des Osterwochenendes nachgemeldet werden könnten. Die Zahl der Genesen gibt das RKI mit 64300 an, erfasst sind insgesamt 123016 Covid-19-Fälle.

Fiaker liefern Gratis-Essen

Wiens Kutscher*innen haben in den letzten zehn Tagen besonders durch das Coronavirus gefährdeten Personen Essen gebracht. Bis zu 250 Mahlzeiten wurden so pro Tag laut ORF insgesamt ausgeliefert. An der Aktion sind zudem weitere Helfer beteiligt. Das Essen spendete das derzeit geschlossene Intercontinental Hotel in der österreichischen Hauptstadt. Die Aktion wird wahrscheinlich über den Montag hinaus verlängert.

Wanderimker dürfen Bienen hinterherreisen

Wanderimker dürfen trotz der Beschränkungen in der Corona-Krise in Deutschland reisen. Das hat Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) in einem Brief an den Deutschen Imkerbund und den Deutschen Berufs- und Erwerbsimkerbund klargestellt. „Aus Sicht des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft ist die Berufsgruppe der Imker einschließlich der Wanderimkerei unzweifelhaft der Kritischen ‚Infrastruktur Ernährung‘ zuzuordnen“, heißt in dem Schreiben. Hinsichtlich des grenzüberschreitenden Transports der Tiere gebe es keine seuchenrechtlichen Beschränkungen aufgrund des Virus. „Damit ist klargestellt, dass Wanderimker wie die Imker zu einer systemrelevanten Berufsgruppe gehören und nicht den Reisebeschränkungen unterliegen dürfen“, erklärte Harald Ebner, Obmann der Grünen im Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft, der nach eigener Aussage das Ministerium auf die Problematik aufmerksam gemacht hatte. Wanderimker seien mit Verweis auf die Corona-Beschränkungen an der Einreise sowohl nach Mecklenburg-Vorpommern als auch nach Bayern gehindert worden.

Mehr gute Nachrichten in der Coronakrise? Hier gibt es die Good News App

Freitag, 10.04.2020

500-Milliarden-Paket gegen die Wirtschaftskrise in Europa

Die EU-Staaten haben ein Hilfspaket von mehr als 500 Milliarden Euro für Arbeitnehmer, Firmen und schlingernde Staaten geschnürt. Die Einigung erzielten die Finanzminister am späten Donnerstagabend nach extrem langwierigen und schwierigen Verhandlungen. Deutschlands Bundesfinanzminister Olaf Scholz zeigte sich zufrieden. «Heute ist ein großer Tag europäischer Solidarität und auch Stärke», sagte der SPD-Politiker in Berlin. Eurogruppen-Chef Mario Centeno sprach von einem beispiellosen Paket gegen eine Krise von beispiellosem Ausmaß. „Das ist eine riesige Anstrengung“, sagte der portugiesische Finanzminister. Die Einigung sei gemessen schnell, innerhalb von drei Tagen, gelungen. Am Ende wurden wichtige Streitpunkte vertagt, auch die Frage der gemeinschaftlichen Schuldenaufnahme über sogenannte Corona-Bonds.

Auch auf enorm: Gastbeitrag von Gerhard Schick – Wir brauchen Corona-Bonds

Als Hilfe für Staaten sind vorsorgliche Kreditlinien des Eurorettungsschirms ESM von bis zu 240 Milliarden Euro vorgesehen; für Unternehmen soll es ein besonderes Kreditprogramm der Europäischen Investitionsbank EIB geben, das 200 Milliarden Euro mobilisieren soll; und Arbeitnehmern soll das von der EU-Kommission vorgeschlagene Kurzarbeiter-Programm namens „Sure“ im Umfang von 100 Milliarden Euro zugute kommen.

Kanadischer Pfadfinder erfindet Ohrenschutz für Schutzmasken

Wer jeden Tag Gesichtsmasken tragen muss, dem zwicken schnell die Ohren. Das nervt und ist unangenehm. Besonders für’s Pflegepersonal. Doch Quinn Callander hatte eine Idee. Der Pfadfinder aus Kanada entwickelte fix einen Ohrenschutz – und produzierte gleich mal eine Ladung mit Hilfe des eigenen 3-D-Druckers. Und weil Pfadfinder eben allen schnell helfen wollen, stellte er die Anleitung fix zum Download ins Netz.

Familien-Video-Chat zu Ostern

Es ist ein eigenartiges Osterwochenende dieses Jahr. Politiker*innen werden zu Recht nicht müde, zu mahnen, man solle daheim bleiben, auch wenn die Sehnsucht nach der eigenen Familie groß ist. Denn das Wichtigste ist der Eigenschutz, der Schutz anderer und der Liebsten. Hören und sehen kann man sich aber dennoch. Wie das mit Teilnehmer*innen aus allen Generationen klappt und welche verschiedenen Optionen selbst Technikmuffel haben, steht knackig zusammengefasst hier.

Donnerstag, 09.04.2020

Weniger Hamsterkäufe in Deutschland

Die große Zeit der Hamsterkäufe ist in Deutschland nach Einschätzung von Marktforscher*innen erst einmal vorbei. Die erste Panik nach dem Corona-Ausbruch habe sich gelegt, stellt die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) fest. Angefangen hatten die Hamsterkäufe nach Beobachtung der GfK in der letzten Februarwoche. Die Nachfrage nach Hand-Desinfektionsmitteln stieg schlagartig um mehr als 500 Prozent. Bei Mehl, Reis, Nudeln, Seife und Toilettenpapier verdoppelten sich die Verkaufszahlen. Seit Mitte März entspannt sich die Situation laut GfK schrittweise. Die Nachfrage beginne sich wieder einzupendeln, allerdings auf einem spürbar höheren Niveau als vor der Krise. Das liegt auch daran, dass wir jetzt nicht mehr in Restaurants essen, sondern zuhause.

Hamburger Hotels nehmen bis zu 250 Obdachlose auf

In Hamburg können bis zu 250 obdachlose Menschen für die kommenden vier Wochen in verschiedenen Hotels der Stadt unterkommen. Bereits in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag sollten die ersten 40 Menschen die Nacht in einem Hotelzimmer statt auf der Straße verbringen. Das Hamburger Unternehmen Reemtsma Cigarettenfabriken GmbH hatte dies mit einer Spende von 300 000 Euro ermöglicht. Das Straßenmagazin Hinz&Kunzt, die Alimaus-Tagesaufenthaltsstätte sowie die Diakonie Hamburg organisieren die Einzelunterbringungen. Die obdachlosen Menschen bekommen außerdem Essen, Hygieneartikel, saubere Kleidung sowie Betreuung durch Sozialarbeiter*innen.

Zwar hält die Stadt zwei Notunterkünfte wegen der Corona-Pandemie offen und hat für obdachlose Frauen zusätzliche Einrichtungen geöffnet, Einzelunterbringungen gibt es laut Hinz&Kunzt jedoch nicht. Daher blieben viele obdachlose Menschen auf der Straße, wie Hinz&Kunzt-Sozialarbeiter Stephan Karrenbauer sagt. Die Menschen müssten zudem die Unterkünfte tagsüber verlassen. „Dabei besteht die Gefahr, dass sie sich anstecken und das Virus in die Sammelunterkünfte mitbringen“, so Karrenbauer.

U2 spendet zehn Millionen Euro

Die irische Rockband U2 hat zehn Millionen Euro gespendet, um den Kampf gegen das Coronavirus zu unterstützten. Damit solle etwa medizinische Ausrüstung finanziert werden. Ein Teil davon ist bereits am Flughafen von Dublin eingetroffen. In Irland sind laut der Johns Hopkins Universität 6074 Menschen an dem Coronavirus erkrankt, 235 daran gestorben sowie 25 wieder genesen (Stand 9. April).

EU-Parlament nimmt Obdachlose auf

Ein Teil des EU-Parlaments in Brüssel soll zu einer Unterkunft für Obdachlose umfunktioniert werden, in der bis zu hundert Personen unterkommen können. Parlamentspräsident David Sassoli teilte via Videobotschaft mit: „Darüber hinaus werden unsere Küchen mehr als 1000 Mahlzeiten pro Tag herstellen, die an Bedürftige verteilt werden sowie an Mitarbeiter des Gesundheitswesens.“

Mittwoch, 08.04.2020

Matthew McConaughey spielt digital Bingo mit Senior*innen

Der US-amerikanische Schauspieler Matthew McConaughey hat in seiner Heimat Texas mit Senior*innen in einem Heim virtuell Bingo gespielt, um die Bewohner*innen des Heims aufzumuntern. Preise und viel Gelächter inklusive. Das Seniorenheim veröffentlichte ein Video von dem Spiel auf ihrer Facebookseite. Der Oscarpreisträger fungierte als Spielmeister, man sieht seine Familie im Hintergrund mitfiebern. Die Bewohner*innen hatten den Schauspieler vergangenes Jahr angefragt, ob er nicht Lust auf eine Runde Bingo hätte. Dem sei er nun nachgekommen.

Regierungsmitglieder in Ruanda spenden ihr Gehalt

Minister und hochrangige Beamte in Ruanda spenden ein Monatsgehalt für den Kampf gegen das Coronavirus, wie africanews berichtet.  Damit folgen sie dem Beispiel von Regierungsmitgliedern in Nigeria, Kenia und Malawi. In Ruanda gibt es laut der Johns Hopkins Universität 105 bestätigte Fälle von Menschen, die mit dem Coronavirus infiziert wurden, und 7 Genesene (Stand 8. April). Das Land hat einen strengen Lockdown verhängt.

Gesundheitsministerien nutzen Telegram

Auf der Nachrichten-App Telegram haben verschiedene Gesundheitsministerien extra Kanäle eingerichtet, um über den Stand der Corona-Pandemie in ihren jeweiligen Ländern zu informieren. Darunter etwa Indien, Malaysia, Israel, Singapur, Spanien, Saudi Arabien und die Ukraine. Telegram gibt an, vertrauenswürdige Quellen mittels spezieller Verifizierungs-Mechanismen von Fakenews zum Coronavirus zu unterscheiden. Nutzer*innen, die einem verifizierten Informations-Kanal beitreten, bekommen direkt Informationen, Warnhinweise und Tipps zum Coronavirus aufs Handy. Seitens Telegram heißt es: „Informationen sind die mächtigste Waffe im Kampf für weltweite Gesundheit – zumindest bis wir einen Impfstoff haben.“ In einem speziellen Kanal zum Coronavirus sammelt Telegram außerdem die wichtigsten, verifizierten Informationen.

WhatsApp will Verbreitung von Fake News bremsen

Der Chatdienst WhatsApp macht es in der Corona-Krise noch etwas umständlicher, Nachrichten weiterzuleiten. Das soll die Verbreitung falscher Informationen über das Coronavirus bremsen. WhatsApp-Nachrichten, die bereits häufig verteilt wurden, können nur noch einzeln an einen Chat weitergeschickt werden. Bisher war das in bis zu fünf Chats gleichzeitig möglich.

Dienstag, 07.04.2020

Geschichten aus dem Corona-Alltag

Pärchen-Workouts, selbst gebackenes Brot und romantische Candle-Light-Dinner: In der Pandemie posten viele Paare Fotos davon, wie scheinbar perfekt sie mit der Krise umgehen. Manchmal ist es aber wichtig, sich daran zu erinnern, dass fast niemand gerade so perfekt funktioniert und man nicht zu hohe Ansprüche an sich stellen darf. Die US-Amerikanerin Meg Zukin veröffentlicht auf ihrer Seite The Social Distance Project und einem Instagram-Account jeden Tag tragisch-komische Anekdoten von Pärchen und Familien, die sich in der Isolation auch mal ordentlich auf die Nerven gehen. Die Website ist kostenlos, Spenden werden an US-amerikanische Tafeln und andere wohltätige NGOs weitergeleitet. Bislang wurden über 7000 US-Dollar eingenommen.

Obdachlose können in Hallenbad St. Pauli duschen

In Hamburg können obdachlose Menschen während der Corona-Pandemie in einem Schwimmbad duschen. Das Hallenbad St. Pauli am Millerntor ist wegen der Corona-Krise eigentlich gerade geschlossen, öffnet nun aber montags, mittwochs und samstags jeweils von 10 bis 14 Uhr. Um Infektionen zu vermeiden, werden Menschen nur einzeln eingelassen. Die Aktion wird ermöglicht durch eine Kooperation von Sozialbehörde, der Non-Profit-Organisation GoBanyo, die einen Duschbus für Obdachlose betreibt, und die Bäderland Hamburg GmbH. Die Sozialbehörden erklären, dass obdachlose Menschen auch in Unterkünften und Notübernachtungen die Möglichkeit hätten, zu duschen.

Französische Apotheken helfen bei häuslicher Gewalt

In Frankreich bekommen Menschen, die von Gewalt durch Partner*innen betroffen sind, Hilfe in Apotheken. Wenn sie dort nach der „Masque Nummer 19“ fragen, sollen Apotheker*innen ihnen keinen Mundschutz ausgeben, sondern die Polizei rufen. Das Codeword soll Betroffenen, meist Frauen, eine Alternative zu Hilfehotlines bieten. Menschen, die häusliche Gewalt erleiden, trauen sich gerade während der Corona-Pandemie seltener, dort anzurufen, da die Täter*innen mit ihnen gemeinsam zuhause sind und das Gespräch belauschen könnten.

Montag, 06.04.2020

Verein startet „Telefon-Engel“ für Senior*innen

Der gemeinnützige Verein Retla startet mit der Aktion „Telefon-Engel“ eine Telefon-Hotline für Senior*innen. Unter der Telefonnummer 089 189 100 26 können sie ab sofort mit freiwilligen Helfer*innen über alles sprechen, was sie bewegt. Die Hotline ist täglich zwischen 8 und 22 Uhr besetzt. Die Senior*innen können bei der Hotline anrufen und werden dann von den Ehrenamtlichen zurückgerufen. Die Aktion richtet sich an ältere Menschen, deren soziales Leben durch die Corona-Krise extrem eingeschränkt ist. Das Ziel des Vereins ist es Telefon-Patenschaften aufzubauen. Bereits jetzt haben sich mehr als 300 Freiwillige gemeldet. Wer mitmachen möchte, kann sich unter info@retla.org anmelden.

Luxemburg will Flüchtlingskinder aus dem Lager Moria holen

Der Außenminister von Luxemburg, Jean Asselborn, hat angekündigt, dass sein Land noch diese Woche Flüchtlingskinder aufnehmen will, vor allem aus dem Lager Moria auf der griechischen Insel Lesbos. Asselborn sagte in den ARD-„Tagesthemen , dass das kleine Land zunächst nur 12 Kinder aufnehmen kann, aber damit für die größeren EU-Staaten ein Vorbild sein will. „Ich hoffe, dass Deutschland nicht auf Frankreich wartet und Frankreich nicht auf Deutschland wartet und in der Zwischenzeit geschieht nichts“, sagte Asselborn dem ARD-Hauptstadtstudio. Bislang hatten mehrere europäische Länder versprochen, Flüchtlingskinder aufzunehmen, aber diese Versprechen noch nicht erfüllt.

Kalifornien will 15.000 Obdachlose in Hotelzimmern aufnehmen

Hotels und Motels in Kalifornien wollen Obdachlosen insgesamt bis zu 15.000 Zimmer zur Verfügung stellen, damit sie sich dort isolieren und vor einer Corona-Infektion schützen können. Das sogenannte „Project Roomkey“ wird von der Federal Emergency Management Agency (FEMA), der nationalen Koordinationsstelle für Katastrophenhilfe, finanziell unterstützt.

Irlands Premierminister arbeitet wieder als Arzt

Der irische Premierminister Leo Varadkar arbeitete sieben Jahre als Arzt, bevor er Politiker wurde. Nun hat er sich laut einem Bericht der Irish Times wieder als Arzt registrieren lassen und will eine Schicht pro Woche in der telefonischen Behandlung von Personen mit Corona-Verdacht arbeiten. In Irland wird jeder Mensch, der den Virus haben könnte, zunächst telefonisch beraten.

Apple liefert Gesichtsschutz für medizinisches Personal

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie produziert der US-Computerhersteller Apple jetzt gemeinsam mit Zulieferern Gesichtsschutz für medizinisches Personal. Apple-Chef Tim Cook erklärte, die erste Lieferung sei vorige Woche an ein Krankenhaus in den USA gegangen. Das Feedback der Ärzte sei sehr positiv gewesen. Künftig sollen davon eine Million pro Woche hergestellt und bald auch über die USA hinaus verteilt werden. Der Schutz ist durchsichtig und bedeckt große Teile des Gesichts.

Samstag, 04.04.2020, und Sonntag, 05.04.2020

Bundesarbeitsminister Heil will Erhöhung von Kurzarbeitergeld debattieren

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hat in der Coronavirus-Krise eine allgemeine Erhöhung des Kurzarbeitergeldes ins Spiel gebracht. Derzeit erhalten Beschäftigte in Kurzarbeit 60 Prozent und in Haushalten mit Kindern 67 Prozent des entgangenen Nettoentgelts. Die Arbeitgeber sind ihrerseits in der Krise von der eigentlich fälligen Zahlung der Sozialabgaben befreit. Gewerkschaften hatten mehrfach gefordert, auch den Arbeitnehmern unter die Arme zu greifen – insbesondere denen mit geringem Verdienst und ohne tarifliche Aufstockung der staatlichen Zahlung. Er werde mit Arbeitgebern und Gewerkschaften darüber reden, sagte Heil Gespräche dazu.

Zugleich stellte Heil eine mögliche Verlängerung in Aussicht. Mit den erleichterten Regeln für Kurzarbeit würden Brücken über diese Krise gebaut. „Wenn es nötig ist, bauen wir die auch noch länger.“ Das gewerkschaftsnahe Forschungsinstitut IMK etwa hatte sich zuvor für eine Erhöhung von Kurzarbeitergeld und Arbeitslosengeld I ausgesprochen, um die Folgen der Corona-Pandemie einzudämmen. In einigen Branchen und Betrieben gibt es auch tarifvertragliche Regelungen zur Aufstockung des Kurzarbeitergeldes. Bisher bekommen etwa Beschäftigte in der deutschen Glasindustrie, der Systemgastronomie oder bei Volkswagen eine Aufstockung ihres Kurzarbeitergeldes seitens des Arbeitgebers.

Auch auf enorm: Wie Bluetooth beim Kampf gegen die Pandemie helfen kann

Gladbach-Profi stockt Gehälter auf – Schalke-Ultras helfen Kneipen

Die Mitarbeiter in den Fast-Food-Filialen von Fußball-Profi Jonas Hofmann haben wegen der Corona-Krise bislang keine finanziellen Nachteile. Zwar war der 27-Jährige von Borussia Mönchengladbach zusammen mit seinem Geschäftspartner gezwungen, die 42 Mitarbeiter in seinen Filialen einer Sandwich-Kette in Kurzarbeit zu schicken. Die Restaurants sind derzeit natürlich wie angeordnet geschlossen, sagte Hofmann im Interview der Rheinischen Post. Allen Mitarbeitern sei das März-Gehalt aber auf 100 Prozent aufgestockt worden, erzählte der Mittelfeldspieler weiter.

Die Ultras des Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04 kämpfen für die Kneipenszene in Gelsenkirchen. Zusammen mit dem Schalker Fanprojekt starteten sie die Aktion „#helpgelsen“. „Ein Gelsenkirchen, das nach der Krise nicht mehr so ist wie es war, ist für alle unvorstellbar“, erklären die Ultras auf ihrer Internetseite. Ziel ist es, möglichst viele Gelsenkirchener Kneipen und kleine Betriebe zu retten, die wegen der Coronakrise keine Einnahmen mehr haben. Auch das Schalker Vereinslokal „Bosch“ an der Glückauf-Kampfbahn zählt dazu. Auf der Internetseite www.help-gelsen.de können Fans branchenübergreifend lokale Unternehmen aus der Gastronomie oder dem Dienstleistungsgewerbe, soziale Einrichtungen und Künstler unterstützen. Mit dem Kauf eines T-Shirts sollen jeweils zehn Euro an einen Betrieb nach Wahl gehen.

Auch die Fans von Hertha BSC Berlin starten eine ähnliche Aktion für Vereinskneipen in der Hauptstadt. Am Samstag 15.30 Uhr wird dazu aufgerufen sich zu vernetzten und „virtuell“ ein Bier zu trinken.

Nachbarin baut „Ramen-Rutsche“ für Restaurant

In der Corona-Krise müssen gerade Gastronomiebetriebe kreativ werden, um unter Einhaltung der Abstandsregeln zumindest Abhol- und Lieferdienste anbieten zu können. Unerwartete Hilfe aus der Nachbarschaft hat dabei ein Ramen-Restaurant, also eines in dem es um japanische Nudeln geht, im Hamburger Karolinenviertel erhalten. Eine Nachbarin hat für das Lokal eine Rutsche gebaut. „Wir haben nach Beginn der Maßnahmen direkt auf Abhol- und Liefergeschäft umgestellt“, sagt Inhaber Florian Ridder. „Doch besonders im Eingangsbereich war es für wartende und neue Kunden schwer, genügend Abstand zu halten.“ Eine befreundete Nachbarin sei dann auf die Idee gekommen eine Ramen-Rutsche zu bauen, die man an der Treppe zur kleinen Terrasse vor dem Restaurant anbringen kann. „Seit Donnerstag können die Kunden dank der Rutsche nun vor dem Laden auf dem Gehweg warten und bei der Übergabe der fertigen Gerichte fällt direkter Kontakt nun ganz weg“, sagt Florian Ridder. Für ihn ist die Rutsche vor allem ein Zeichen dafür, dass es mit etwas Kreativität und Einfallsreichtum auch in der aktuellen Situation weitergehen kann.

Freitag, 03.04.2020

Borussia Dortmund startet zweite Hilfsaktion für Gastronomen

Fußball-Bundesligist Borussia Dortmund startet eine Neuauflage seiner Hilfsaktion für von der Corona-Krise betroffene heimische Gastronomen. Der große Erfolg der Aktion vor zwei Wochen, bei der mehr als 120.000 Euro eingenommen wurde, animierte den Revierclub zu einer weiteren Auflage des „digitalen Spieltags“. Dabei können Fans über eine virtuelle Stadionweg-Karte für alle teilnehmenden Betriebe spenden, bei denen sie normalerweise für ihre Wurst, ihr Bier oder den Kaffee gezahlt hätten. Die Aktion am Samstag wird eingebettet in eine Live-Sendung aus dem Dortmunder Stadion. Neben Moderator und Stadionsprecher Norbert Dickel werden die BVB-Profis Marco Reus, Mats Hummels sowie der ehemaligen Borusse Neven Subotic dabei sein.

Studentin produziert spezielle Schutzmasken für Gehörlose und Gesprächspartner*innen

Wie verständigen sich Gehörlose und Schwerhörige, die eine Schutzmaske tragen? Wie können sie ihre Familienmitglieder und Freunde verstehen, die ebenfalls eine Maske tragen? Diese Frage stellte sich die 21-jährige Studentin Ashley Lawrence, die im US-Bundesstart Kentucky lebt. Die Antwort: Man baut ein Plastikfenster in die Maske ein, ohne somit die Schutzwirkung zu beeinträchtigen. So ist das Lippenlesen trotz der Schutzmaske möglich.

Online-Sprachkurse bei der VHS

Wegen der Corona-Pandemie pausieren Integrations- und Sprachkurse an der Volkshochschule (VHS) gerade. Daher werden die Kurse jetzt ins Internet verlegt: Das Lernportal des Deutschen Volkshochschul-Verbands gab es bereist zuvor. Jetzt fördert auch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) die Online-Kurse. Drei Monate lang können die Volkshochschulen die Kurse über das Bamf finanzieren. Außerdem gibt es kostenlose Schulungen für Lehrkräfte, um sie für die Online-Angebote fit zu machen.

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Donnerstag, 02.04.2020

Kostenlose Harry-Potter-Quizze und Hörbücher

J.K. Rowling, die Autorin der Harry-Potter-Romane, hat sich etwas besonderes für ihre weltweite Fangemeinde ausgedacht: Um die Isolation während der Corona-Pandemie besser auszuhalten, hat sie die Seite „Harry Potter at Home“ gelauncht. Hier können vor allem junge Harry-Potter-Fans durch Quizze herausfinden, zu welchem Hogwarts-Haus sie gehören und magische Fabelwesen aus den Büchern und Filmen nachzeichnen. Die Hörbuchanbieter Audible und OverDrive haben gemeinsam mit Rowling das erste Audiobuch der Reihe in englischer Sprache kostenlos zur Verfügung gestellt; auf OverDrive soll im April auch die E-Book-Version des ersten Buches umsonst zum Download bereitgestellt werden. Das Angebot ist dafür gedacht, Eltern und Lehrende mit einem Unterhaltungsangebot für Kinder zu unterstützen.

Niederlande wollen eine Milliarde Euro für Corona-Hilfsfonds geben

Die Niederlande wollen rund eine Milliarde Euro für einen europäischen Corona-Hilfsfonds zur Verfügung stellen, wie die Zeitung „Algemeen Dagblad“ berichtet. Die Niederlande haben den Hilfsfonds vorgeschlagen, um damit dem Gesundheitswesen besonders schwer von der Corona-Pandemie betroffener Staaten wie Italien und Spanien zu helfen. Ministerpräsident Mark Rutte sagte dem Sender NOS, insgesamt könnten wohl zehn bis 20 Milliarden Euro zusammenkommen. Alle EU-Staaten sollten laut Rutte je nach ihren Möglichkeiten Beiträge leisten, das Geld müsse nicht zurückgezahlt werden.

Philippinischer Schüler druckt medizinischen Gesichtsschutz

Ein philippinischer Schüler produziert mit seinem 3D-Heimdrucker medizinische Plastik-Visiere. Marcus Chu hat bereits mehr als 80 der Gesichtsschutze hergestellt und an vier Krankenhäuser in Manila gespendet. Dafür verwendete er zunächst ein Open-Source-Design, das er online gefunden hatte, und veränderte es selbstständig, um weniger Material zu nutzen und schneller drucken zu können. Den 3D-Drucker hatte der 16-Jährige zu Weihnachten geschenkt bekommen. „Ich habe das Gefühl, dass es meine Chance ist, endlich in einer sehr ernsten Situation zu helfen, auch wenn es nur ein kleiner Beitrag ist“, sagt der Zehntklässler laut der Nachrichtenagentur Reuters.

Auch auf enorm: Kolumne Einigeln. Eine Schutzmaske basteln

Mittwoch, 01.04.2020

Studierende unterstützten Schüler*innen

Student*innen haben eine Plattform gegründet, um während der Corona-Pandemie Schüler*innen digital und kostenlos Lernunterstützung zu bieten. Die Corona School entstand im Zuge des Hackathons der Bundesregierung und verbindet Schüler*innen mit Student*innen, damit sie trotz Schulschließungen weiter lernen können. Bislang haben sich bereits mehr als 3000 Schüler*innen und mehr als 2600 Studierende verschiedener Fachrichtungen registriert.

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Taiwan will Deutschland Schutzmasken spenden

Taiwan will zehn Millionen Schutzmasken an Länder spenden, die besonders schwer von der Corona-Pandemie betroffen sind – darunter Italien, Spanien und Deutschland. Der Inselstaat ist der zweitgrößte Maskenhersteller der Welt. Man werde bald 15 Millionen chirurgische Masken täglich herstellen können, sagte Präsidentin Tsai Ing-wen laut Deutscher Presse-Agentur. Wegen frühzeitiger Maßnahmen und einem gut aufgestellten Gesundheitssystem kommt Taiwan selbst bislang relativ gut durch die Krise.

Streetart in Senegal klärt über Corona-Virus auf

In der senegalesischen Hauptstadt Dakar taucht überall Streetart auf, die in leuchtenden Farben Schutzmaßnahmen gegen den Corona-Virus zeigt: Wie man richtig hustet und eine Maske aufsetzt zum Beispiel. Es ist das Werk des senegalesischen Sprayer-Kollektivs RBS Crew. Serigne Mansour Fall, der Leiter des Kollektivs, sagte der Nachrichtenagentur Reuters im Interview: „Die große Mehrheit der Bevölkerung kann nicht lesen, deshalb ist es wichtig, dass wir als Künstler visuell kommunizieren.“ In Senegal wurden in Folge des Corona-Virus bis zum 1. April 175 Infizierte und ein Toter gemeldet. Große Teile der Bevölkerung seien sich noch nicht über das Ausmaß des Virus bewusst, sagt Fall. Fall wolle mit den Graffiti auch ein in Senegal kursierendes Gerücht zerstreuen, das besagt, dass nur weiße Menschen den Virus bekommen könnten.

Europäische Städte inspirieren sich gegenseitig mit Lösungen

Auf der Website von Eurocities, einem informellen Netzwerk europäischer Städte, sammeln die Betreiber*innen jeden Tag Lösungen, die europäische Städte in der Corona-Krise entwickeln. Das Ziel ist es, sich gegenseitig zu inspirieren. Enorm hat einige der besten Ideen in einem Artikel zusammengefasst.

Dienstag, 31.03.2020

Versteckte Teddybären in Neuseeland sollen Kinder aufheitern

In Neuseeland können Kinder Teddybären „jagen“: In den Fenstern zehntausender Häuser haben Menschen Stoffbären platziert, nach denen Kinder Ausschau halten können, während sie mit ihren Eltern kurz spazieren gehen. Die landesweite Aktion wurde ins Leben gerufen, um Kinder während der Isolation in der Corona-Pandemie zu unterhalten – aber auch Erwachsene finden Gefallen daran, die Bären aufwendig zu inszenieren und mitunter täglich das Outfit zu wechseln. Inspiriert wurde die „Teddybären-Jagd“ von dem beliebten englischen Kinderbuch aus den 1990er Jahren We’re Going on a Bear Hunt von Michael Rosen.

Was der Rest Deutschlands von Heinsberg lernen kann

Der Tagesspiegel hat recherchiert, was Deutschland vom Landkreis Heinsberg in Nordrhein-Westfalen im Umgang mit der Corona-Pandemie lernen kann: Der Landkreis wies in ganz Deutschland die meisten Infektionen auf und musste kreativ  und streng mit der Krise umgehen. Dies scheint geleungen zu sein: nun flacht die Kurve der Neuinfektionen ab.

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Schumacher in Südkorea will an Bedürftige spenden

Der südkoreanische Schumacher, Kim Byung-rok, will mit einer großzügigen Spende Menschen in seinem Heimatland während der Corona-Pandemie helfen, wie die Nachrichtenagentur AP berichtet. Der heute 60-Jährige war in seiner Jugend an Tuberkulose erkrankt. Weil beim Putzen und Reparieren von Schuhen so viel Dreck einatmete und das seine Lunge belastete, kaufte er für sich und seine Familie im Jahr 2014 ein Grundstück auf einem kleinen, ruhigen Berg – um sich dort gesundheitlich zu erholen und Landwirtschaft zu betreiben. Jetzt will er einen großen Teil seines Landes an die örtliche Regierung spenden – in Höhe von umgerechnet 400.000 bis 570.000 US-Dollar. Das Geld solle beim Kampf gegen die Krise helfen, sagt er. Zusammen mit seiner Frau verdient Kim monatlich gerade einmal umgerechnet 1635 bis 2450 US-Dollar – rund die Hälfte weniger als das durchschnittliche Haushaltseinkommen in Südkorea. Der gläubige Christ sagt jedoch: „Ich bin durch eine schwere Kindheit gegangen und habe immer Hilfe von anderen erhalten. Ich habe mir immer gedacht, dass ich eine Tages ein Mensch sein will, der selbst anderen hilft.“

Montag, 30.03.2020

100 Schildkrötenbabys schlüpfen ungestört an Strand in Brasilien

An der Küste des brasilianischen Bundestaates Pernambuco im Nordosten des Landes sind an einem wegen der Corona-Krise völlig leeren Strand über hundert echte Karettschildkröten geschlüpft, wie der Guradian berichtet. Diese Schildkrötenart ist weltweit vom Aussterben bedroht. Normalerweise ist der betroffene Strand um diese Jahreszeit voller Menschen: In Pernambuco herrschen gerade Temperaturen von um die 30 Grad Celsius. Der Gouverneur von Pernambuco, Paulo Câmara, hat eine lose Ausgangssperre verhängt und widersetzt sich damit gemeinsam mit anderen Bundesstaaten Brasiliens dem Präsidenten des Landes, Jair Bolsonaro, der immer noch keine nationale Ausgangssperre verhängt hat.

Twitter wehrt sich gegen Corona-Fake-News

Twitter hat zwei Botschaften des brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro gelöscht. Der Grund: Bolsonaro zieht darin erneut den Sinn von Isolationsmaßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus in Zweifel. In den beiden gelöschten Videos widersetzt er sich den Empfehlungen seines eigenen Gesundheitsministeriums. Der Präsident  bewegt sich weiterhin in der Öffentlichkeit und trifft sich mit Unterstützer*innen.
Twitter begründet die Entscheidung damit, dass die beiden gelöschten Videos gegen geltende Regeln verstoßen hätten. Man lösche alle Tweets, die den Informationen der Gesundheitsbehörden widersprächen und das Risiko erhöhen könnten, Covid-19 weiterzuverbreiten.

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Ausländer und Geflüchtete erhalten automatische Aufenthaltsgenehmigung in Portugal

Die portugiesische Regierung hat veranlasst, dass alle Ausländer, die vor dem 18. März (An diesem Tag wurde wegen der Coronakrise der Ausnahmezustand in Portugal verhängt) eine Aufenthaltsgenehmigung beantragt haben, diese mit sofortiger Wirkung erhalten. Diese Regelung gilt auch für Geflüchtete, die Asyl beantragt haben. Die Betroffenen werden damit in die Sozial-und Krankenversicherung aufgenommen, dürfen arbeiten, Arbeitslosengeld beantragen und ein Bankkonto beantragen. In Portugal leben rund 580.000 Immigrant*innen, wie die taz berichtet. Der Schritt erfolgt aus Solidarität mit Menschen, deren Sicherheit, Gesundheit und Grundrechte durch die Krise sonst massiv bedroht wären. Die Maßnahme wurde auch damit begründet, dass alle Ämter, die sich normalerweise um Aufenthaltsgenehmigungen kümmern, derzeit wegen des Ausnahmezustands geschlossen sind und keine Anträge bearbeiten können.

Start-ups helfen in Corona-Pandemie

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie helfen auch verschiedene deutsche Start-ups und Unternehmen. Bei Business Insider gibt es eine Auswahl. Darunter finden sich etwa die App Ada Health, die eine personalisierte Symptomanalyse anbietet, oder die Business-to-Business-Plattform Scoutbee, die bei der Aufstellung einer Covid-19-Notfall-Lieferkette unterstützt.

Samstag und Sonntag, 28./29.03.2020:  

Earth Hour findet weltweit statt

Am Samstag zwischen 20.30 und 21.30 Uhr blieb das Licht aus – weltweit. Viele Menschen beteiligten sich zuhause an der Earth Hour 2020 und verdunkelten ihre Wohnungen. Der WWF hatte zuvor zu der Aktion aufgerufen und die Teilnehmer*innen ausdrücklich gebeten, aufgrund der Corona-Pandemie zuhause zu bleiben. Zahlreiche öffentliche Bauwerke und Institution wurde für eine Stunde nicht angestrahlt. Die Aktion findet seit 2007 statt.

Rendevous an der dänisch-deutschen Grenze

Liebe und Freundschaft kennen keine Grenzen und keine Altersbeschränkung. Auch im Alter von 89 und 85 Jahren wollen sich Karsten Tüchsen Hansen und Inga Rasmussen täglich sehen. Das Problem: Hansen wohnt in Süderlügum in Nordfriesland, Rasmussen im dänischen Gallehus. Und die Grenze zwischen Schleswig-Holstein und Dänemark ist seit zwei Wochen wegen der rasanten Ausbreitung des neuartigen Coronavirus weitgehend geschlossen. Doch nur telefonieren ist für die Senioren zu wenig. Also treffen sie sich seitdem täglich am gesperrten Grenzübergang Aventoft.

Der 89-jährige Hansen fährt mit seinem E-Bike von Süderlügum zu den nachmittäglichen Treffen. Rasmussen kommt mit ihrem Auto an den Grenzübergang, der auf halber Strecke zwischen den Wohnorten der beiden liegt. Direkt an der rot-weißen Absperrung sitzen sie jeder auf seiner Seite der Grenze auf mitgebrachten Stühlen. Rasmussen hat eine Thermoskanne mit Kaffee mit, Hansen eine mit heißem Wasser und eine Flasche „Geele Köm“ – eine in der Region beliebte Spirituosenspezialität. Daraus mischt der Senior Wasserpunsch, wie er es nennt. „Den trinken wir sonst abends zusammen, aber das geht ja jetzt nicht.“ Sie prosten sich mit ihren Bechern zu. „Prost, auf die Liebe“, sagt Hansen.

Digitale Weinproben

Zahlreiche Winzer in verschiedenen Weinbauregionen Deutschlands bieten sie jetzt ihren Kunden an, weil diese wegen der Corona-Pandemie nicht mehr persönlich zum Probieren beim Weingut vorbeikommen können. „Man ist da momentan sehr kreativ und sehr rührig“, sagt der Sprecher des Deutschen Weininstituts in Bodenheim bei Mainz. Gute Beispiele für Online-Verkostungen gebe es bereits aus Baden-Württemberg, Franken, Sachsen und von der Mosel.

Und wie geht das? Ansgar Schmitz, Geschäftsführer des Vereins Moselwein, erklärt: Grundsätzlich bestellen die Kunden Probierpakete und verabreden sich zu einer bestimmten Uhrzeit virtuell mit ihrem Winzer. Dieser stellt dann die Weine per Livestream übers Internet vor. „Jeder probiert in seinen vier Wänden, aber dennoch gemeinsam mit anderen Weinfreunden und dem Winzer“, sagt Schmitz. Bei den Online-Weinproben gibt es Varianten. Franz und Esther Melsheimer vom Klosterhof Siebenborn bei Maring-Noviand (Kreis Bernkastel-Wittlich) zum Beispiel packen in ihr Paket 13 Weine in Viertelliter-Fläschchen plus ein Video, das sie eigens gedreht haben. Darin erklären sie jeden Wein. Dass es nicht live ist, hat auch einen Vorteil, wie Franz Melsheimer sagt: „Es ist möglich, die Probe über mehrere Abende zu strecken.“

Winzer Michael Biewers aus Tawern-Fellerich an der Obermosel bietet verschiedene Sets zum Probieren an, die man bestellen kann. Auf Facebook kommentiert er dann bei einer digitalen Weinprobe die Tropfen in einem Livestream. „Wir haben eine gute Resonanz und sind fleißig am Paket packen“, sagt er. Auch Ernie Loosen vom Weingut Dr. Loosen in Bernkastel an der Mittelmosel kommt bei seinen Kunden zum Verkosten virtuell vorbei. „Wenn Sie eine Flasche Dr. Loosen-Riesling in Ihrem Keller oder Kühlschrank haben, senden Sie mir einfach eine persönliche Nachricht. Dann werde ich die gleiche Flasche öffnen und auf Instagram Live von diesem Wein erzählen“, schreibt er in sozialen Netzwerken an Freunde und Kunden.

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Freitag, 27.03.2020

Bäcker baut Drive-in-Schalter

In einer Bäckerei und Konditorei im baden-württembergischen Weil am Rhein bekommen Kunden ihre Brötchen nun direkt ins Auto. Bäckermeister Simon Fritz hat einen Drive-in-Schalter gebaut. Von der Verkaufstheke am offenen Fenster aus werden Autoinsassen bedient, sagte Fritz. Über eine Rutsche gelangen die Waren vom Gebäude- ans Autofenster. Auch das Bezahlen ist kontaktlos möglich. Bestellen können Kunden vorab über Anruf, SMS oder WhatsApp. Das Angebot stoße auf gute Resonanz und werde fortgeführt, so Fritz. Es sei sein Weg, berührungslosen Einkauf in Zeiten des Coronavirus zu ermöglichen.

Weniger Vekehrsunfälle in Deutschland

Das wegen der Corona-Pandemie erlassene Kontaktverbot führt nach ersten Beobachtungen von Versicherern und Polizei zu weniger Autounfällen. „Wir haben ganz offensichtlich deutlich weniger Autoverkehr“, sagte der Leiter der Unfallforschung der Versicherer, Siegfried Brockmann. „Ich bin überzeugt davon, dass wir in diesem Frühjahr einen deutlichen Rückgang der Unfälle insgesamt, aber auch der Unfälle mit Personenschaden, sehen werden.“

Eurokurs legt deutlich zu

Nach deutlichen Gewinnen am Vortag ist der Kurs des Euro am Freitag erneut gestiegen. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde mit 1,1048 US-Dollar gehandelt. In der Nacht hatte sie noch bei 1,1023 Dollar notiert. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat den Referenzkurs auf 1,0981 (Mittwoch: 1,0827) US-Dollar festgesetzt.

Bereits am Donnerstag war der Euro um mehr als einen Cent gestiegen. Der Start des Not-Anleihekaufprogramms der EZB sorgte insbesondere bei Anleihen südeuropäischer Länder für stark sinkende Renditen. Die Zuversicht in den Zusammenhalt in der Eurozone ist so gestiegen. Davon profitiert auch der Euro.

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Familienministerin will Frauen schützen und Geflüchtete aufnehmen

Franziska Giffey (SPD), Bundesfamilienministerin, hat angekündigt, auch weiterhin Flüchtlingskindern in Griechenland zu helfen. Deutschland stehe als Teil einer „Koalition der Willigen“ weiterhin bereit auf europäischer Ebene einen angemessenen Anteil der Geflüchteten aufzunehmen. Zudem ermahnte Giffey die Bundesländer, insbesondere den Schutz von Frauen gegen häusliche Gewalt sicherzustellen.

Vom Sofa aus helfen

Das Magazin der Süddeutschen Zeitung hat 12 Tipps zusammengestellt wie man ohne großen Aufwand anderen in der Krise helfen kann. So kann man als Übersetzer bestimmter Sprachen medizinischem Personal helfen oder mit älteren Mitbürger*innen telefonieren. Zwei, drei Ausnahmen für die man das Haus verlassen muss, werden auch empfohlen, die sind aber erlaubt – etwa Blutspenden.

Donnerstag, 26.03.2020

Facebook löscht Corona-Fake-News

Facebook will in der Corona-Krise mit Vorrang falsche Informationen über das Virus löschen, durch die Menschen zu Schaden kommen können. Das seien etwa Empfehlungen, gegen die Infektion Bleiche zu trinken oder Knoblauch zu essen, sowie falsche Informationen zur lokalen Ausbreitung der Krankheit. Zugleich versuche man, den Nutzern Zugang zu verlässlichen Informationen etwa von der Weltgesundheitsorganisation WHO zu erleichtern. Falsche Behauptungen, die nicht direkt Menschenleben bedrohen – wie etwa Verschwörungstheorien zum Ursprung des Coronavirus – bleiben unterdessen auf der Plattform werden aber mit Warnhinweisen von Faktencheckern versehen – und ihre Verbreitung wird eingeschränkt.

Bei der Einschätzung, wie gefährlich eine Behauptung ist, verlasse sich Facebook auf Experten unter anderem von der WHO. Beim Aufspüren von Coronavirus-Falschinformationen kommt auch künstliche Intelligenz zum Einsatz. Dabei wird nicht nur nach Suchbegriffen gefiltert, sondern zum Beispiel auch in Betracht gezogen, wie oft von einem Profil oder einer Facebook-Seite bereits zweifelhafte Behauptungen verbreitet wurden.

Bosch erklärt Schnelltest für Covid-19 entwickelt zu haben

Das Unternehmen Bosch behauptet, einen Schnelltest für den Coronavirus entwickelt zu haben. In einer offiziellen Mitteilung, die das Unternehmen am Donnerstagmorgen veröffentlichte, gibt Bosch an, dass in Labortests Ergebnisse mit einer Genauigkeit von mehr als 95 Prozent erzielt worden seien. „Der Schnelltest erfüllt die Qualitätsstandards der Weltgesundheitsorganisation WHO“, heißt es weiter. Der Test soll in weniger als zwei Stunden Ergebnisse liefern und bereits ab April lieferbar sein. Sollte der Test tatsächlich funktionieren, könnte er das Gesundheitssystem enorm entlasten.

Über 1000 Medizin-Studierende melden sich für Corona-Hilfe in Mainz

Die Krankenhäuser sind durch die Corona-Krise völlig überlastet. Die Universitätsmedizin Mainz rief daher die Medizinstudierenden der Stadt zum freiwilligen Dienst in den Krankenhäusern, bei der Pflege und bei telefonischen Beratungen auf. Schon nach wenigen Tagen hätten sich laut dem Dekan der Universitätsmedizin Mainz 1000 Studierende gemeldet. „Das ist eine großartige Reaktion, mit der wir in dieser Größenordnung nicht gerechnet haben“, erklärte der Dekan der Universitätsmedizin, Ulrich Förstermann laut dpa. Nach Angaben der Hochschule hatten sich schon am ersten Tag 300 Studierende registriert.

Kostenlose Hotelzimmer für Krankenhauspersonal in Madrid

In Madrid bieten acht Hotels kostenlose Zimmer für medizinisches Personal an. Helfen soll das vor allem Krankenhausmitarbeiter*innen von Kliniken, die weit außerhalb der Stadt leben, sehr spät oder früh arbeiten oder mit Menschen aus Risikogruppen zusammen wohnen. Wegen der strikten Ausgangsbeschränkungen in Spanien mussten vergangene Woche alle Hotels für Tourist*innen schließen. In mehreren Hotels Madrids – die Hauptstadt ist besonders schwer von der Krise betroffen – werden bereits seit Tagen Hunderte Corona-Patient*innen aufgenommen, um die Krankenhäuser zu entlasten.

Im Homeoffice können wir effektiver arbeiten

Wer im Homeoffice arbeitet, ist nicht weniger produktiv. Das haben norwegische Wissenschaftler herausgefunden. Virtuell zusammenarbeitende Teams seien unter den richtigen Voraussetzungen sogar effektiver, erklärt Nils Brede Moe vom Forschungsinstitut Sintef. Mit Blick auf verschiedene Forschungsarbeiten des Instituts rät Moe: „Es ist unglaublich wichtig, Videokonferenzen zu nutzen und miteinander zu sprechen, anstatt Gedanken und Bedürfnisse einfach nur schriftlich auszutauschen.“ Tatsächlich schaffen es viele Menschen im Homeoffice sogar mehr Aufgaben zu erledigen – was unter anderem damit zusammenhänge, dass man weniger unterbrochen werde.

Der Wissenschaftler rät aus gesundheitlichen Gründen davon ab, von der Couch aus zu arbeiten. Bei direkten Telefonaten solle man hingegen aufstehen und dabei gehen. Ein weiterer wichtiger Tipp: Um Vertrauen im Team zu schaffen, könnte man sich gegenseitig darüber informieren, wenn man eine kurze Pause einlege und nicht am Arbeitsplatz sei. Außerdem sei es wichtig, mit Kolleg*innen darüber zu sprechen, was am Tag passiere – nicht nur bezogen auf die Arbeit – und wie man sich dabei fühle, die ganze Zeit alleine zuhause zu sein.

US-Senat verabschiedet Billionen-Konjunkturpaket

Wegen der Coronavirus-Pandemie hat der US-Senat ein massives Konjunkturpaket beschlossen. Rund zwei Billionen US-Dollar sollen in die Wirtschaft gepumpt werden. Mit dem Paket wird die Arbeitslosenversicherung deutlich ausgeweitet. Zudem bekommen der Gesundheitssektor, besonders vom Coronavirus betroffene Staaten sowie Unternehmen zusätzliche Milliardenbeträge. Außerdem soll es umgehend direkte Auszahlungen an die meisten Steuerzahler geben, um die Konjunktur wieder anzukurbeln. Erwachsene sollen 1200 US-Dollar pro Person bekommen, zusätzlich soll es 500 US-Dollar pro Kind geben. Nun muss das Repräsentantenhauses dem Gesetzespaket noch zustimmen.

Mittwoch, 25.03.2020

App der Berliner Charité hilft bei Corona-Verdacht

Halsschmerzen, Husten und Fieber: Ist das einfach nur eine Erkältung, die Grippe oder vielleicht doch der Coronavirus? Und soll man zu einem Arzt und sich auf COVID 19 testen lassen? Um verunsicherten Bürger*innen bei dieser Entscheidung zu helfen, hat die Berliner Charité in Kooperation mit der gemeinnützigen Potsdamer Organisation Data4Life eine App entwickelt. Der Online-Test der CovApp ersetzt zwar keinen Arzt, liefert aber Handlungsempfehlungen. Dazu müssen 26 Fragen beantwortet werden, etwa zum Alter, Wohnsituation, Reiseverhalten und Kontakten, zum Gesundheitszustand sowie Vorerkrankungen und Impfungen.
Wenn ein Gespräch mit einem Arzt notwendig sein sollte, kann man die Antworten über einen QR-Code einscannen und anonym an die Charité übermitteln. Außerdem bietet die App auch Informationen, wie das Infektionsrisiko reduziert werden kann.

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50 Prozent weniger Staus auf Autobahnen

Die Autobahnen sind als Folge der Corona-Krise deutlich leerer. In Hessen meldete der ADAC etwa einen Rückgang um 88 Prozent im Vergleich zur vergangenen Woche. Auch in Bayern zählte der ADAC bereits vergangene Woche 50 Prozent weniger Staus. Nur an den Baustellen und den Grenzübergängen gebe es weiterhin längere Staus wegen der dort stattfindenden Kontrollen. Der Verkehr – und somit auch der Stau – auf den Autobahnen dürfte wegen der Ausgangsbeschränkungen und Homeoffice-Regelungen sogar noch weiter sinken.

Bayern, Berlin und NRW nehmen Corona-Patient*innen aus Italien auf

Nachdem die Länder Sachsen, Rheinland-Pfalz und das Saarland bereits Corona-Patient*innen aus Italien aufgenommen haben, wollen dies nun auch Nordrhein-Westfalen, Bayern und Berlin tun, um das besonders von der Krise gebeutelte Land zu unterstützen. Der Berliner Bürgermeister Michael Müller kündigt am Dienstagabend in einer Talksendung des Senders RBB an: „Solidarität macht nicht an der Stadtgrenze halt. Wir wollen helfen und Patienten aus Italien aufnehmen. Darüber habe ich heute mit dem Charité-Chef gesprochen.“

#WeKickCorona sammelt über drei Millionen Euro

Die Initiative der Fußballnationalspieler Joshua Kimmich und Leon Goretzka hat mittlerweile laut eigenen Angaben „mehr als 3 Millionen Euro für karitative Einrichtungen gesammelt“. Bisher seien zudem in Form von Soforthilfe 21 Organisationen unterstützt worden, ist der Spenden-Website zu entnehmen.

Tipps für den Umgang mit dem aktuellen Stress

Das Team des E-Mental-Health-Unternehmens HelloBetter hat zehn unkomplizierte Empfehlungen gesammelt, die dabei helfen sollen, besser mit akuten Ängsten und Sorgen umzugehen. „Klar gesagt: Wir alle müssen aufpassen, dass wir beim Schutz unserer körperlichen Gesundheit unsere psychische Gesundheit nicht vernachlässigen.“ Auch das Online-Therapie Startup Selfapy hat als Reaktion auf die Corona-Krise ein kostenfreies Online-Programm entwickelt. Wer durch Sorgen, Ängste oder Stress belastet ist, kann dort einfach von zuhause aus psychologische Unterstützung erhalten.

Auch auf enorm: Psychische Gesundheit. Mit Angst und Stress besser umgehen

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Dienstag, 24.03.2020

Alkoholhersteller helfen bei Engpässen von Desinfektionsmittel

Jägermeister, Klosterfrau und andere Alkoholanbieter helfen bei Engpässen von Desinfektionsmittel aus. Der Spirituosenhersteller Jägermeister etwa stellt dem Klinikum Braunschweig 50.000 Liter Alkohol zu Herstellung des Mittels zur Verfügung, wie die Klinik mitteilte. Das Kölner Unternehmen Klosterfrau Healthcare (früher Klosterfrau Melissengeist) will 100.000 Liter Desinfektionsmittel an das Land Nordrhein-Westfalen spenden. Das sagte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Dienstag in einer Sondersitzung des Landtags. Schon kommende Woche wolle das Unternehmen 150.000 Flaschen Handdesinfektionsmittel spenden. Insgesamt gebe Klosterfrau 500.000 Flaschen. Bereits vergangene Woche hatten mehrere Schnapsbrennereien ähnliche Spenden und Unterstützung angekündigt, weil die Nachfrage nach den Mitteln gestiegen war und es Lieferschwierigkeiten gibt.

Beziehungsstress wegen Lagerkoller? Uni Zürich bietet Hilfe an

Um Beziehungsstress in Corona-Zeiten zu minimieren, bietet die Universität Zürich ein kostenloses Online-Training an. „Ziel ist es, Paarbeziehungen in Zeiten von Stress zu stärken und die gegenseitige Unterstützung zu stärken“, teilte die Universität am Dienstag mit. Das Programm entwickelte der Psychologe und Verhaltenstherapeut Guy Bodenmann. Das gemeinnützige Programm Paarlife der Universität, das Hilfe zur Beziehungspflege gibt, will in Kürze auch kostenlose Online-Coachings mit einer Therapeutin oder einem Therapeuten anbieten.

Wenn Paare und Familien den ganzen Tag zuhause auf engem Raum leben, könne das Spannungen erhöhen, schreibt die Universität. Dazu kämen Unsicherheit, Ängste und Schwermut. „Das Online-Training soll Paaren Impulse geben, um die Zeit zu zweit möglichst stressfrei und positiv zu gestalten und die gegenseitige Unterstützung zu fördern“, so die Universität. Für das Training stellt sie kurze Videos zur Verfügung, die zeigen, wie Paare gut kommunizieren, Probleme lösen und sich gegenseitig unterstützen können.

Corona-Patient*innen aus Italien in Sachsen gelandet

Der Freistaat Sachsen unterstützt Italien im Kampf gegen das Coronavirus. Heute ist eine Gruppe von Corona-Patient*innen aus Italien am Flughafen Leipzig-Halle gelandet, um in sächsischen Krankenhäusern behandelt zu werden. Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) sagte, man komme damit einer Bitte der italienischen Regierung nach. Die Krankenhäuser im Freistaat hätten signalisiert, dafür die Kapazitäten zu haben. Zudem könne man dadurch lernen, mit dem Virus umzugehen.

Den Blick weiten: Begrüßung ohne Berührung

Um die Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern, verzichten wir derzeit auf Händeschütteln oder Umarmungen. Manche greifen auf das Anstupsen mit Ellenbogen oder Füßen zurück. Auch unabhängig von COVID-19 begrüßen sich viele Menschen weltweit ohnehin auf ganz anderem Weg. Die aktuelle Situation ist also ein guter Anlass, um den Blick zu weiten und sich kulturell etwas zu sensibilisieren. National Geographic hat einige Begrüßungen gesammelt. Hier kann man etwa nachlesen, was etwa tatsächlich hinter dem Wort „Namaste“ und der entsprechenden, Tausenden von Jahre alten „mudra“-Geste (den nach oben zeigenden, aneinandergepressten Handflächen) steckt. Und dazu gehört jenseits von unangebrachter kultureller Aneignung in westlicher Popkultur Respekt und Dankbarkeit.

Hilfsgelder für die Wirtschaft sollen ab nächster Woche fließen

Die geplanten Hilfen für die Unternehmen sollen nach den Worten von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier sehr schnell fließen. Er hoffe, dass die Gelder in der nächsten Woche zur Verfügung stehen, sagte der CDU-Politiker am Montagabend in der ARD. Er verwies darauf, dass Anfang April für viele wieder Mietzahlungen fällig werden. Nach dem Kabinettsbeschluss vom Montag soll der Bundestag schon am Mittwoch im Schnellverfahren mehrere Gesetzesvorhaben beschließen und auch eine Notfallregelung für die Schuldenbremse in Kraft setzen, die dem Bund neue Kredite in Höhe von 156 Milliarden Euro ermöglicht.

Der Bund arbeite mit den Ländern unter Hochdruck an einer Vereinbarung über die Umsetzung, sagte Altmaier. Nicht in jedem Bundesland werde die gleiche Behörde zuständig sein. Er hoffe aber, dass man Mitte der Woche sagen könne, wohin man sich in welchem Bundesland mit der Bitte um Hilfen wenden könne. Der Bund setze auf ein unbürokratisches Verfahren und Anträge auf elektronischem Wege. „Wir werden vieles, was an Voraussetzungen notwendig ist, gar nicht sofort überprüfen können und wollen, damit es schneller geht“, betonte der Wirtschaftsminister.

Montag, 23.03.2020

„Gabenzäune“ helfen obdachlosen Menschen

In vielen deutschen Städten gibt es jetzt „Gabenzäune“ für obdachlose Menschen. Sei es in Berlin, Bochum Hamburg oder Leipzig: Hilfsbereite Menschen hängen Tüten mit Spenden an Zäune. So geben sie Essen, Hygieneartikel, saubere Kleidung oder Decken an Obdachlose weiter. Neben den Tüten hängen Zettel mit Botschaften. Auf einem Berliner Zaun steht etwa: „Lieber Mensch* ohne Zuhause bitte nimm dir was du dringend brauchst vom Gabenzaun“.

Kubanische Ärzte landen in der Lombardei

Eine medizinische Delegation mit 52 Ärzten ist am Wochenende in Mailand eingetroffen. Sie werden ihre italienischen Kolleg*innen in den überlasteten Krankenhäusern bei der Behandlung von Patienten unterstützen. Auch Pflegepersonal gehört zu der Delegation. „Wir sind aus Solidarität mit den Italienern hier“, sagt einer der Ärzte nach der Landung.

Bogotá verwandelt Straßen in Fahrradwege

Die kolumbianische Hauptstadt Bogotá hat schon seit vielen Jahren mit einer starken Luftverschmutzung zu kämpfen, die Mensch und Umwelt schadet: Fahrradfahrer*innen gehören in der südamerikanischen Metropole nur sehr selten zum Stadtbild. Aufgrund der Coronakrise gab die Stadt diese Woche 117 Kilometer Hauptverkehrsstraße für den Fahrradverkehr frei und hofft nun, dass viele Menschen auf das Rad umsteigen. Die Maßnahme soll verhindern, dass die Menschen dicht gedrängt in den Bussen stehen und sich dadurch mit dem Virus infizieren. Schon jetzt beginnt nach Angaben der Regierung der Stadt der Autoverkehr drastisch zu sinken.

Kostenloses Lernmaterial in der Mediathek

Beim digitalen Lernangebot „Schule daheim“ von Bayerischem Rundfunk (BR) und dem bayerischen Kultusministerium können jetzt auch Grundschüler*innen von zuhause aus lernen: Die Inhalte gibt es in der BR-Mediathek.  Bald sollen sie auch beim Infoportal „Mebis“ abrufbar sein. Bisher gab es das digitale Lernangebot nur für ältere Schüler*innen von Mittelschulen, Realschulen, Gymnasien und anderen weiterführenden Schularten. Wegen der Schulschließungen aufgrund des Coronavirus seien nun auch für jüngere Schüler*innen Videos, Audiobeiträge und Leseseiten online, teilte der BR mit. So sollen auch sie daheim lernen können, sei es für Deutsch, Heimat- und Sachkundeunterricht, Musik, Religion und Ethik.

Auch auf enorm: Maßnahmen in Coronakrise. Neue Debatte über Bedingungsloses Grundeinkommen

Samstag und Sonntag, 21./22.03.2020:  

#WirVsVirus: Regierung will Hackathon-Ergebnisse schnell umsetzen

Die Bundesregierung hat zugesagt, die besten Ideen und Lösungsansätze aus dem Hackathon #WirVsVirus möglichst zügig umzusetzen. An dem 48-stündigen Event hatten knapp 43 000 Menschen teilgenommen, um Apps und andere Lösungen zur Bewältigung der Corona-Krise zu programmieren und zu gestalten. „Das war offenkundig der größte Hackathon, der jemals weltweit durchgeführt wurde“, sagte Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) am Sonntagabend. Die Teilnehmer aus dem In- und Ausland hätten sich bereiterklärt, eigene Ideen einzubringen und Maßnahmen gegen den Virus zu ergreifen.

Unser Land und die ganze Welt ist in einer ernsten Lage“, sagte Braun. „Und dass so viele freiwillig mithelfen, die Dinge zu tun, die die Bundesregierung alleine nicht geschafft hätte, ist wirklich toll.“ Die Teilnehmer hatten knapp 2000 Projekte das Wochenende über bearbeitet. Rund 100 Projekte davon seien aus der Bundesregierung gekommen. Bis zum kommenden Wochenende soll nun eine Jury die besten Projekte auswählen.

Umfangreiche Solidaritäts- und Beschäftigungs-Tipps von SEND-Mitgliedern

Das Social Entrepreneurship Netzwerk Deutschland, kurz SEND, hat seine Mitglieder gefragt, wie man sich solidarische verhalten kann und gleichzeitig die Ausbreitung des Virus verhindern kann. Unter dem „Gemeinsam Wirken“ sind viele Tipps etwa zu den Themen Nachbarschaftshilfe, Mental Health und Einsamkeit und Online-Education zusammengekommen. Hier geht’s zum Überblick.

US-Konzern 3M baut Produktion von Atemmasken massiv aus

Der US-Mischkonzern 3M will seine Produktion hochwertiger Atemschutzmasken vom Typ N95 innerhalb eines Jahres auf eine Stückzahl von zwei Milliarden verdoppeln. Seit dem Beginn der Coronavirus-Pandemie sei die Produktion bereits auf 1,1 Milliarden Masken pro Jahr ausgeweitet worden, erklärte der Vorstandsvorsitzende Mike Roman am Sonntag. Zudem würden in Zusammenarbeit mit der Regierung Kooperationen geprüft, die Produktion mit Hilfe anderer Firmen noch weiter anzukurbeln. Mehr als 500.000 Atemschutzmasken seien jetzt auf dem Weg in die am schwersten betroffenen Gebiete in den USA, in die Bundesstaaten New York und Washington, erklärte er.

Dildo-Taxi in Duisburg unterwegs

Eigentlich war die Sache nicht ernst gemeint: Die Inhaberin des Frauenerotikgeschäfts „Pussy Pleasure“ bot via Facebook ein Dildo-Taxi an. Bestellungen häuften sich, viele fanden die Idee gut. Also setzte Silke Heimsoth das ganz in die Tat um. Kondome werden allerdings nicht geliefe