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29 März 2020 / Lesezeit: 14 minuten

enorm Ticker

Täglich gute Nachrichten in der Coronakrise

In Neuseeland verstecken tausende Erwachsene Teddybären in ihren Fensterrahmen, um Kinder aufzuheitern. (Symbolbild).

Alexas_Fotos/ Pixabay

Alexas_Fotos/ Pixabay

Der Journalismus, den du bei enorm findest, war und ist seit zehn Jahren konstruktiv. Das gilt insbesondere in Zeiten einer Pandemie, die medial alles andere, wohl für die nächsten Monate, an den Rand drängen wird. Daher haben wir beschlossen, euch mit guten Nachrichten in der Coronakrise zu versorgen. Zynismus ist uns dabei fremd. Wir sammeln gute Nachrichten, die Mut und Hoffnung machen.

Ihr könnt uns gerne jeder Zeit auf weitere gute Nachrichten in der Coronakrise hinweisen: Schreibt an ideen@enorm-magazin.de

Offizielle Infos zur Pandemie und Schutzmaßnahmen findet ihr generell auf den Seiten des Robert-Koch-Instituts und der Bundesministerien.

Dieser Ticker wird stetig aktualisiert.

Bleibt gesund!

Dienstag, 31.03.2020

Europäische Städte inspirieren sich gegenseitig mit Lösungen

Auf der Website von Eurocities, einem informellen Netzwerk europäischer Städte, sammeln die Betreiber*innen jeden Tag Lösungen, die europäische Städte in der Corona-Krise entwickeln. Das Ziel ist es, sich gegenseitig zu inspirieren. Enorm hat einige der besten Ideen in einem Artikel zusammengefasst.

Versteckte Teddybären in Neuseeland sollen Kinder aufheitern

In Neuseeland können Kinder Teddybären „jagen“ : In den Fenstern zehntausender Häuser haben Menschen Stoffbären platziert, nach denen Kinder Ausschau halten können, während sie mit ihren Eltern kurz spazieren gehen. Die landesweite Aktion wurde ins Leben gerufen, um Kinder während der Isolation in der Corona-Pandemie zu unterhalten – aber auch Erwachsene finden Gefallen daran, die Bären aufwendig zu inszenieren und mitunter täglich das Outfit zu wechseln. Inspiriert wurde die „Teddybären-Jagd“ von dem beliebten englischen Kinderbuch aus den 1990er Jahren We’re Going on a Bear Hunt von Michael Rosen.

Was der Rest Deutschlands von Heinsberg lernen kann

Der Tagesspiegel hat recherchiert, was Deutschland vom Landkreis Heinsberg in Nordrhein-Westfalen im Umgang mit der Corona-Pandemie lernen kann: Der Landkreis wies in ganz Deutschland die meisten Infektionen auf und musste kreativ  und streng mit der Krise umgehen. Dies scheint geleungen zu sein: nun flacht die Kurve der Neuinfektionen ab.

Schumacher in Südkorea will an Bedürftige spenden

Der südkoreanische Schumacher, Kim Byung-rok, will mit einer großzügigen Spende Menschen in seinem Heimatland während der Corona-Pandemie helfen, wie die Nachrichtenagentur AP berichtet. Der heute 60-Jährige war in seiner Jugend an Tuberkulose erkrankt. Weil beim Putzen und Reparieren von Schuhen so viel Dreck einatmete und das seine Lunge belastete, kaufte er für sich und seine Familie im Jahr 2014 ein Grundstück auf einem kleinen, ruhigen Berg – um sich dort gesundheitlich zu erholen und Landwirtschaft zu betreiben. Jetzt will er einen großen Teil seines Landes an die örtliche Regierung spenden – in Höhe von umgerechnet 400.000 bis 570.000 US-Dollar. Das Geld solle beim Kampf gegen die Krise helfen, sagt er. Zusammen mit seiner Frau verdient Kim monatlich gerade einmal umgerechnet 1635 bis 2450 US-Dollar – rund die Hälfte weniger als das durchschnittliche Haushaltseinkommen in Südkorea. Der gläubige Christ sagt jedoch: „Ich bin durch eine schwere Kindheit gegangen und habe immer Hilfe von anderen erhalten. Ich habe mir immer gedacht, dass ich eine Tages ein Mensch sein will, der selbst anderen hilft.“

Montag, 30.03.2020

100 Schildkrötenbabys schlüpfen ungestört an Strand in Brasilien

An der Küste des brasilianischen Bundestaates Pernambuco im Nordosten des Landes sind an einem wegen der Corona-Krise völlig leeren Strand über hundert echte Karettschildkröten geschlüpft, wie der Guradian berichtet. Diese Schildkrötenart ist weltweit vom Aussterben bedroht. Normalerweise ist der betroffene Strand um diese Jahreszeit voller Menschen: In Pernambuco herrschen gerade Temperaturen von um die 30 Grad Celsius. Der Gouverneur von Pernambuco, Paulo Câmara, hat eine lose Ausgangssperre verhängt und widersetzt sich damit gemeinsam mit anderen Bundesstaaten Brasiliens dem Präsidenten des Landes, Jair Bolsonaro, der immer noch keine nationale Ausgangssperre verhängt hat.

Twitter wehrt sich gegen Corona-Fake-News

Twitter hat zwei Botschaften des brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro gelöscht. Der Grund: Bolsonaro zieht darin erneut den Sinn von Isolationsmaßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus in Zweifel. In den beiden gelöschten Videos widersetzt er sich den Empfehlungen seines eigenen Gesundheitsministeriums. Der Präsident  bewegt sich weiterhin in der Öffentlichkeit und trifft sich mit Unterstützer*innen.
Twitter begründet die Entscheidung damit, dass die beiden gelöschten Videos gegen geltende Regeln verstoßen hätten. Man lösche alle Tweets, die den Informationen der Gesundheitsbehörden widersprächen und das Risiko erhöhen könnten, Covid-19 weiterzuverbreiten.

Ausländer und Geflüchtete erhalten automatische Aufenthaltsgenehmigung in Portugal

Die portugiesische Regierung hat veranlasst, dass alle Ausländer, die vor dem 18. März (An diesem Tag wurde wegen der Coronakrise der Ausnahmezustand in Portugal verhängt) eine Aufenthaltsgenehmigung beantragt haben, diese mit sofortiger Wirkung erhalten. Diese Regelung gilt auch für Geflüchtete, die Asyl beantragt haben. Die Betroffenen werden damit in die Sozial-und Krankenversicherung aufgenommen, dürfen arbeiten, Arbeitslosengeld beantragen und ein Bankkonto beantragen. In Portugal leben rund 580.000 Immigrant*innen, wie die taz berichtet. Der Schritt erfolgt aus Solidarität mit Menschen, deren Sicherheit, Gesundheit und Grundrechte durch die Krise sonst massiv bedroht wären. Die Maßnahme wurde auch damit begründet, dass alle Ämter, die sich normalerweise um Aufenthaltsgenehmigungen kümmern, derzeit wegen des Ausnahmezustands geschlossen sind und keine Anträge bearbeiten können.

Start-ups helfen in Corona-Pandemie

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie helfen auch verschiedene deutsche Start-ups und Unternehmen. Bei Business Insider gibt es eine Auswahl. Darunter finden sich etwa die App Ada Health, die eine personalisierte Symptomanalyse anbietet, oder die Business-to-Business-Plattform Scoutbee, die bei der Aufstellung einer Covid-19-Notfall-Lieferkette unterstützt.

Samstag und Sonntag, 28./29.03.2020:  

Earth Hour findet weltweit statt

Am Samstag zwischen 20.30 und 21.30 Uhr blieb das Licht aus – weltweit. Viele Menschen beteiligten sich zuhause an der Earth Hour 2020 und verdunkelten ihre Wohnungen. Der WWF hatte zuvor zu der Aktion aufgerufen und die Teilnehmer*innen ausdrücklich gebeten, aufgrund der Corona-Pandemie zuhause zu bleiben. Zahlreiche öffentliche Bauwerke und Institution wurde für eine Stunde nicht angestrahlt. Die Aktion findet seit 2007 statt.

Rendevous an der dänisch-deutschen Grenze

Liebe und Freundschaft kennen keine Grenzen und keine Altersbeschränkung. Auch im Alter von 89 und 85 Jahren wollen sich Karsten Tüchsen Hansen und Inga Rasmussen täglich sehen. Das Problem: Hansen wohnt in Süderlügum in Nordfriesland, Rasmussen im dänischen Gallehus. Und die Grenze zwischen Schleswig-Holstein und Dänemark ist seit zwei Wochen wegen der rasanten Ausbreitung des neuartigen Coronavirus weitgehend geschlossen. Doch nur telefonieren ist für die Senioren zu wenig. Also treffen sie sich seitdem täglich am gesperrten Grenzübergang Aventoft.

Der 89-jährige Hansen fährt mit seinem E-Bike von Süderlügum zu den nachmittäglichen Treffen. Rasmussen kommt mit ihrem Auto an den Grenzübergang, der auf halber Strecke zwischen den Wohnorten der beiden liegt. Direkt an der rot-weißen Absperrung sitzen sie jeder auf seiner Seite der Grenze auf mitgebrachten Stühlen. Rasmussen hat eine Thermoskanne mit Kaffee mit, Hansen eine mit heißem Wasser und eine Flasche „Geele Köm“ – eine in der Region beliebte Spirituosenspezialität. Daraus mischt der Senior Wasserpunsch, wie er es nennt. „Den trinken wir sonst abends zusammen, aber das geht ja jetzt nicht.“ Sie prosten sich mit ihren Bechern zu. „Prost, auf die Liebe“, sagt Hansen.

Digitale Weinproben

Zahlreiche Winzer in verschiedenen Weinbauregionen Deutschlands bieten sie jetzt ihren Kunden an, weil diese wegen der Corona-Pandemie nicht mehr persönlich zum Probieren beim Weingut vorbeikommen können. „Man ist da momentan sehr kreativ und sehr rührig“, sagt der Sprecher des Deutschen Weininstituts in Bodenheim bei Mainz. Gute Beispiele für Online-Verkostungen gebe es bereits aus Baden-Württemberg, Franken, Sachsen und von der Mosel.

Und wie geht das? Ansgar Schmitz, Geschäftsführer des Vereins Moselwein, erklärt: Grundsätzlich bestellen die Kunden Probierpakete und verabreden sich zu einer bestimmten Uhrzeit virtuell mit ihrem Winzer. Dieser stellt dann die Weine per Livestream übers Internet vor. „Jeder probiert in seinen vier Wänden, aber dennoch gemeinsam mit anderen Weinfreunden und dem Winzer“, sagt Schmitz. Bei den Online-Weinproben gibt es Varianten. Franz und Esther Melsheimer vom Klosterhof Siebenborn bei Maring-Noviand (Kreis Bernkastel-Wittlich) zum Beispiel packen in ihr Paket 13 Weine in Viertelliter-Fläschchen plus ein Video, das sie eigens gedreht haben. Darin erklären sie jeden Wein. Dass es nicht live ist, hat auch einen Vorteil, wie Franz Melsheimer sagt: „Es ist möglich, die Probe über mehrere Abende zu strecken.“

Winzer Michael Biewers aus Tawern-Fellerich an der Obermosel bietet verschiedene Sets zum Probieren an, die man bestellen kann. Auf Facebook kommentiert er dann bei einer digitalen Weinprobe die Tropfen in einem Livestream. „Wir haben eine gute Resonanz und sind fleißig am Paket packen“, sagt er. Auch Ernie Loosen vom Weingut Dr. Loosen in Bernkastel an der Mittelmosel kommt bei seinen Kunden zum Verkosten virtuell vorbei. „Wenn Sie eine Flasche Dr. Loosen-Riesling in Ihrem Keller oder Kühlschrank haben, senden Sie mir einfach eine persönliche Nachricht. Dann werde ich die gleiche Flasche öffnen und auf Instagram Live von diesem Wein erzählen“, schreibt er in sozialen Netzwerken an Freunde und Kunden.

Freitag, 27.03.2020

Bäcker baut Drive-in-Schalter

In einer Bäckerei und Konditorei im baden-württembergischen Weil am Rhein bekommen Kunden ihre Brötchen nun direkt ins Auto. Bäckermeister Simon Fritz hat einen Drive-in-Schalter gebaut. Von der Verkaufstheke am offenen Fenster aus werden Autoinsassen bedient, sagte Fritz. Über eine Rutsche gelangen die Waren vom Gebäude- ans Autofenster. Auch das Bezahlen ist kontaktlos möglich. Bestellen können Kunden vorab über Anruf, SMS oder WhatsApp. Das Angebot stoße auf gute Resonanz und werde fortgeführt, so Fritz. Es sei sein Weg, berührungslosen Einkauf in Zeiten des Coronavirus zu ermöglichen.

Weniger Vekehrsunfälle in Deutschland

Das wegen der Corona-Pandemie erlassene Kontaktverbot führt nach ersten Beobachtungen von Versicherern und Polizei zu weniger Autounfällen. „Wir haben ganz offensichtlich deutlich weniger Autoverkehr“, sagte der Leiter der Unfallforschung der Versicherer, Siegfried Brockmann. „Ich bin überzeugt davon, dass wir in diesem Frühjahr einen deutlichen Rückgang der Unfälle insgesamt, aber auch der Unfälle mit Personenschaden, sehen werden.“

Eurokurs legt deutlich zu

Nach deutlichen Gewinnen am Vortag ist der Kurs des Euro am Freitag erneut gestiegen. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde mit 1,1048 US-Dollar gehandelt. In der Nacht hatte sie noch bei 1,1023 Dollar notiert. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat den Referenzkurs auf 1,0981 (Mittwoch: 1,0827) US-Dollar festgesetzt.

Bereits am Donnerstag war der Euro um mehr als einen Cent gestiegen. Der Start des Not-Anleihekaufprogramms der EZB sorgte insbesondere bei Anleihen südeuropäischer Länder für stark sinkende Renditen. Die Zuversicht in den Zusammenhalt in der Eurozone ist so gestiegen. Davon profitiert auch der Euro.

Familienministerin will Frauen schützen und Geflüchtete aufnehmen

Franziska Giffey (SPD), Bundesfamilienministerin, hat angekündigt, auch weiterhin Flüchtlingskindern in Griechenland zu helfen. Deutschland stehe als Teil einer „Koalition der Willigen“ weiterhin bereit auf europäischer Ebene einen angemessenen Anteil der Geflüchteten aufzunehmen. Zudem ermahnte Giffey die Bundesländer, insbesondere den Schutz von Frauen gegen häusliche Gewalt sicherzustellen.

Vom Sofa aus helfen

Das Magazin der Süddeutschen Zeitung hat 12 Tipps zusammengestellt wie man ohne großen Aufwand anderen in der Krise helfen kann. So kann man als Übersetzer bestimmter Sprachen medizinischem Personal helfen oder mit älteren Mitbürger*innen telefonieren. Zwei, drei Ausnahmen für die man das Haus verlassen muss, werden auch empfohlen, die sind aber erlaubt – etwa Blutspenden.

Donnerstag, 26.03.2020

Facebook löscht Corona-Fake-News

Facebook will in der Corona-Krise mit Vorrang falsche Informationen über das Virus löschen, durch die Menschen zu Schaden kommen können. Das seien etwa Empfehlungen, gegen die Infektion Bleiche zu trinken oder Knoblauch zu essen, sowie falsche Informationen zur lokalen Ausbreitung der Krankheit. Zugleich versuche man, den Nutzern Zugang zu verlässlichen Informationen etwa von der Weltgesundheitsorganisation WHO zu erleichtern. Falsche Behauptungen, die nicht direkt Menschenleben bedrohen – wie etwa Verschwörungstheorien zum Ursprung des Coronavirus – bleiben unterdessen auf der Plattform werden aber mit Warnhinweisen von Faktencheckern versehen – und ihre Verbreitung wird eingeschränkt.

Bei der Einschätzung, wie gefährlich eine Behauptung ist, verlasse sich Facebook auf Experten unter anderem von der WHO. Beim Aufspüren von Coronavirus-Falschinformationen kommt auch künstliche Intelligenz zum Einsatz. Dabei wird nicht nur nach Suchbegriffen gefiltert, sondern zum Beispiel auch in Betracht gezogen, wie oft von einem Profil oder einer Facebook-Seite bereits zweifelhafte Behauptungen verbreitet wurden.

Bosch erklärt Schnelltest für Covid-19 entwickelt zu haben

Das Unternehmen Bosch behauptet, einen Schnelltest für den Coronavirus entwickelt zu haben. In einer offiziellen Mitteilung, die das Unternehmen am Donnerstagmorgen veröffentlichte, gibt Bosch an, dass in Labortests Ergebnisse mit einer Genauigkeit von mehr als 95 Prozent erzielt worden seien. „Der Schnelltest erfüllt die Qualitätsstandards der Weltgesundheitsorganisation WHO“, heißt es weiter. Der Test soll in weniger als zwei Stunden Ergebnisse liefern und bereits ab April lieferbar sein. Sollte der Test tatsächlich funktionieren, könnte er das Gesundheitssystem enorm entlasten.

Über 1000 Medizin-Studierende melden sich für Corona-Hilfe in Mainz

Die Krankenhäuser sind durch die Corona-Krise völlig überlastet. Die Universitätsmedizin Mainz rief daher die Medizinstudierenden der Stadt zum freiwilligen Dienst in den Krankenhäusern, bei der Pflege und bei telefonischen Beratungen auf. Schon nach wenigen Tagen hätten sich laut dem Dekan der Universitätsmedizin Mainz 1000 Studierende gemeldet. „Das ist eine großartige Reaktion, mit der wir in dieser Größenordnung nicht gerechnet haben“, erklärte der Dekan der Universitätsmedizin, Ulrich Förstermann laut dpa. Nach Angaben der Hochschule hatten sich schon am ersten Tag 300 Studierende registriert.

Kostenlose Hotelzimmer für Krankenhauspersonal in Madrid

In Madrid bieten acht Hotels kostenlose Zimmer für medizinisches Personal an. Helfen soll das vor allem Krankenhausmitarbeiter*innen von Kliniken, die weit außerhalb der Stadt leben, sehr spät oder früh arbeiten oder mit Menschen aus Risikogruppen zusammen wohnen. Wegen der strikten Ausgangsbeschränkungen in Spanien mussten vergangene Woche alle Hotels für Tourist*innen schließen. In mehreren Hotels Madrids – die Hauptstadt ist besonders schwer von der Krise betroffen – werden bereits seit Tagen Hunderte Corona-Patient*innen aufgenommen, um die Krankenhäuser zu entlasten.

Im Homeoffice können wir effektiver arbeiten

Wer im Homeoffice arbeitet, ist nicht weniger produktiv. Das haben norwegische Wissenschaftler herausgefunden. Virtuell zusammenarbeitende Teams seien unter den richtigen Voraussetzungen sogar effektiver, erklärt Nils Brede Moe vom Forschungsinstitut Sintef. Mit Blick auf verschiedene Forschungsarbeiten des Instituts rät Moe: „Es ist unglaublich wichtig, Videokonferenzen zu nutzen und miteinander zu sprechen, anstatt Gedanken und Bedürfnisse einfach nur schriftlich auszutauschen.“ Tatsächlich schaffen es viele Menschen im Homeoffice sogar mehr Aufgaben zu erledigen – was unter anderem damit zusammenhänge, dass man weniger unterbrochen werde.

Der Wissenschaftler rät aus gesundheitlichen Gründen davon ab, von der Couch aus zu arbeiten. Bei direkten Telefonaten solle man hingegen aufstehen und dabei gehen. Ein weiterer wichtiger Tipp: Um Vertrauen im Team zu schaffen, könnte man sich gegenseitig darüber informieren, wenn man eine kurze Pause einlege und nicht am Arbeitsplatz sei. Außerdem sei es wichtig, mit Kolleg*innen darüber zu sprechen, was am Tag passiere – nicht nur bezogen auf die Arbeit – und wie man sich dabei fühle, die ganze Zeit alleine zuhause zu sein.

US-Senat verabschiedet Billionen-Konjunkturpaket

Wegen der Coronavirus-Pandemie hat der US-Senat ein massives Konjunkturpaket beschlossen. Rund zwei Billionen US-Dollar sollen in die Wirtschaft gepumpt werden. Mit dem Paket wird die Arbeitslosenversicherung deutlich ausgeweitet. Zudem bekommen der Gesundheitssektor, besonders vom Coronavirus betroffene Staaten sowie Unternehmen zusätzliche Milliardenbeträge. Außerdem soll es umgehend direkte Auszahlungen an die meisten Steuerzahler geben, um die Konjunktur wieder anzukurbeln. Erwachsene sollen 1200 US-Dollar pro Person bekommen, zusätzlich soll es 500 US-Dollar pro Kind geben. Nun muss das Repräsentantenhauses dem Gesetzespaket noch zustimmen.

Mittwoch, 25.03.2020

App der Berliner Charité hilft bei Corona-Verdacht

Halsschmerzen, Husten und Fieber: Ist das einfach nur eine Erkältung, die Grippe oder vielleicht doch der Coronavirus? Und soll man zu einem Arzt und sich auf COVID 19 testen lassen? Um verunsicherten Bürger*innen bei dieser Entscheidung zu helfen, hat die Berliner Charité in Kooperation mit der gemeinnützigen Potsdamer Organisation Data4Life eine App entwickelt. Der Online-Test der CovApp ersetzt zwar keinen Arzt, liefert aber Handlungsempfehlungen. Dazu müssen 26 Fragen beantwortet werden, etwa zum Alter, Wohnsituation, Reiseverhalten und Kontakten, zum Gesundheitszustand sowie Vorerkrankungen und Impfungen.
Wenn ein Gespräch mit einem Arzt notwendig sein sollte, kann man die Antworten über einen QR-Code einscannen und anonym an die Charité übermitteln. Außerdem bietet die App auch Informationen, wie das Infektionsrisiko reduziert werden kann.

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50 Prozent weniger Staus auf Autobahnen

Die Autobahnen sind als Folge der Corona-Krise deutlich leerer. In Hessen meldete der ADAC etwa einen Rückgang um 88 Prozent im Vergleich zur vergangenen Woche. Auch in Bayern zählte der ADAC bereits vergangene Woche 50 Prozent weniger Staus. Nur an den Baustellen und den Grenzübergängen gebe es weiterhin längere Staus wegen der dort stattfindenden Kontrollen. Der Verkehr – und somit auch der Stau – auf den Autobahnen dürfte wegen der Ausgangsbeschränkungen und Homeoffice-Regelungen sogar noch weiter sinken.

Bayern, Berlin und NRW nehmen Corona-Patient*innen aus Italien auf

Nachdem die Länder Sachsen, Rheinland-Pfalz und das Saarland bereits Corona-Patient*innen aus Italien aufgenommen haben, wollen dies nun auch Nordrhein-Westfalen, Bayern und Berlin tun, um das besonders von der Krise gebeutelte Land zu unterstützen. Der Berliner Bürgermeister Michael Müller kündigt am Dienstagabend in einer Talksendung des Senders RBB an: „Solidarität macht nicht an der Stadtgrenze halt. Wir wollen helfen und Patienten aus Italien aufnehmen. Darüber habe ich heute mit dem Charité-Chef gesprochen.“

#WeKickCorona sammelt über drei Millionen Euro

Die Initiative der Fußballnationalspieler Joshua Kimmich und Leon Goretzka hat mittlerweile laut eigenen Angaben „mehr als 3 Millionen Euro für karitative Einrichtungen gesammelt“. Bisher seien zudem in Form von Soforthilfe 21 Organisationen unterstützt worden, ist der Spenden-Website zu entnehmen.

Tipps für den Umgang mit dem aktuellen Stress

Das Team des E-Mental-Health-Unternehmens HelloBetter hat zehn unkomplizierte Empfehlungen gesammelt, die dabei helfen sollen, besser mit akuten Ängsten und Sorgen umzugehen. „Klar gesagt: Wir alle müssen aufpassen, dass wir beim Schutz unserer körperlichen Gesundheit unsere psychische Gesundheit nicht vernachlässigen.“ Auch das Online-Therapie Startup Selfapy hat als Reaktion auf die Corona-Krise ein kostenfreies Online-Programm entwickelt. Wer durch Sorgen, Ängste oder Stress belastet ist, kann dort einfach von zuhause aus psychologische Unterstützung erhalten.

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Dienstag, 24.03.2020

Alkoholhersteller helfen bei Engpässen von Desinfektionsmittel

Jägermeister, Klosterfrau und andere Alkoholanbieter helfen bei Engpässen von Desinfektionsmittel aus. Der Spirituosenhersteller Jägermeister etwa stellt dem Klinikum Braunschweig 50.000 Liter Alkohol zu Herstellung des Mittels zur Verfügung, wie die Klinik mitteilte. Das Kölner Unternehmen Klosterfrau Healthcare (früher Klosterfrau Melissengeist) will 100.000 Liter Desinfektionsmittel an das Land Nordrhein-Westfalen spenden. Das sagte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Dienstag in einer Sondersitzung des Landtags. Schon kommende Woche wolle das Unternehmen 150.000 Flaschen Handdesinfektionsmittel spenden. Insgesamt gebe Klosterfrau 500.000 Flaschen. Bereits vergangene Woche hatten mehrere Schnapsbrennereien ähnliche Spenden und Unterstützung angekündigt, weil die Nachfrage nach den Mitteln gestiegen war und es Lieferschwierigkeiten gibt.

Beziehungsstress wegen Lagerkoller? Uni Zürich bietet Hilfe an

Um Beziehungsstress in Corona-Zeiten zu minimieren, bietet die Universität Zürich ein kostenloses Online-Training an. „Ziel ist es, Paarbeziehungen in Zeiten von Stress zu stärken und die gegenseitige Unterstützung zu stärken“, teilte die Universität am Dienstag mit. Das Programm entwickelte der Psychologe und Verhaltenstherapeut Guy Bodenmann. Das gemeinnützige Programm Paarlife der Universität, das Hilfe zur Beziehungspflege gibt, will in Kürze auch kostenlose Online-Coachings mit einer Therapeutin oder einem Therapeuten anbieten.

Wenn Paare und Familien den ganzen Tag zuhause auf engem Raum leben, könne das Spannungen erhöhen, schreibt die Universität. Dazu kämen Unsicherheit, Ängste und Schwermut. „Das Online-Training soll Paaren Impulse geben, um die Zeit zu zweit möglichst stressfrei und positiv zu gestalten und die gegenseitige Unterstützung zu fördern“, so die Universität. Für das Training stellt sie kurze Videos zur Verfügung, die zeigen, wie Paare gut kommunizieren, Probleme lösen und sich gegenseitig unterstützen können.

Corona-Patient*innen aus Italien in Sachsen gelandet

Der Freistaat Sachsen unterstützt Italien im Kampf gegen das Coronavirus. Heute ist eine Gruppe von Corona-Patient*innen aus Italien am Flughafen Leipzig-Halle gelandet, um in sächsischen Krankenhäusern behandelt zu werden. Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) sagte, man komme damit einer Bitte der italienischen Regierung nach. Die Krankenhäuser im Freistaat hätten signalisiert, dafür die Kapazitäten zu haben. Zudem könne man dadurch lernen, mit dem Virus umzugehen.

Den Blick weiten: Begrüßung ohne Berührung

Um die Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern, verzichten wir derzeit auf Händeschütteln oder Umarmungen. Manche greifen auf das Anstupsen mit Ellenbogen oder Füßen zurück. Auch unabhängig von COVID-19 begrüßen sich viele Menschen weltweit ohnehin auf ganz anderem Weg. Die aktuelle Situation ist also ein guter Anlass, um den Blick zu weiten und sich kulturell etwas zu sensibilisieren. National Geographic hat einige Begrüßungen gesammelt. Hier kann man etwa nachlesen, was etwa tatsächlich hinter dem Wort „Namaste“ und der entsprechenden, Tausenden von Jahre alten „mudra“-Geste (den nach oben zeigenden, aneinandergepressten Handflächen) steckt. Und dazu gehört jenseits von unangebrachter kultureller Aneignung in westlicher Popkultur Respekt und Dankbarkeit.

Hilfsgelder für die Wirtschaft sollen ab nächster Woche fließen

Die geplanten Hilfen für die Unternehmen sollen nach den Worten von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier sehr schnell fließen. Er hoffe, dass die Gelder in der nächsten Woche zur Verfügung stehen, sagte der CDU-Politiker am Montagabend in der ARD. Er verwies darauf, dass Anfang April für viele wieder Mietzahlungen fällig werden. Nach dem Kabinettsbeschluss vom Montag soll der Bundestag schon am Mittwoch im Schnellverfahren mehrere Gesetzesvorhaben beschließen und auch eine Notfallregelung für die Schuldenbremse in Kraft setzen, die dem Bund neue Kredite in Höhe von 156 Milliarden Euro ermöglicht.

Der Bund arbeite mit den Ländern unter Hochdruck an einer Vereinbarung über die Umsetzung, sagte Altmaier. Nicht in jedem Bundesland werde die gleiche Behörde zuständig sein. Er hoffe aber, dass man Mitte der Woche sagen könne, wohin man sich in welchem Bundesland mit der Bitte um Hilfen wenden könne. Der Bund setze auf ein unbürokratisches Verfahren und Anträge auf elektronischem Wege. „Wir werden vieles, was an Voraussetzungen notwendig ist, gar nicht sofort überprüfen können und wollen, damit es schneller geht“, betonte der Wirtschaftsminister.

Montag, 23.03.2020

„Gabenzäune“ helfen obdachlosen Menschen

In vielen deutschen Städten gibt es jetzt „Gabenzäune“ für obdachlose Menschen. Sei es in Berlin, Bochum Hamburg oder Leipzig: Hilfsbereite Menschen hängen Tüten mit Spenden an Zäune. So geben sie Essen, Hygieneartikel, saubere Kleidung oder Decken an Obdachlose weiter. Neben den Tüten hängen Zettel mit Botschaften. Auf einem Berliner Zaun steht etwa: „Lieber Mensch* ohne Zuhause bitte nimm dir was du dringend brauchst vom Gabenzaun“.

Kubanische Ärzte landen in der Lombardei

Eine medizinische Delegation mit 52 Ärzten ist am Wochenende in Mailand eingetroffen. Sie werden ihre italienischen Kolleg*innen in den überlasteten Krankenhäusern bei der Behandlung von Patienten unterstützen. Auch Pflegepersonal gehört zu der Delegation. „Wir sind aus Solidarität mit den Italienern hier“, sagt einer der Ärzte nach der Landung.

Bogotá verwandelt Straßen in Fahrradwege

Die kolumbianische Hauptstadt Bogotá hat schon seit vielen Jahren mit einer starken Luftverschmutzung zu kämpfen, die Mensch und Umwelt schadet: Fahrradfahrer*innen gehören in der südamerikanischen Metropole nur sehr selten zum Stadtbild. Aufgrund der Coronakrise gab die Stadt diese Woche 117 Kilometer Hauptverkehrsstraße für den Fahrradverkehr frei und hofft nun, dass viele Menschen auf das Rad umsteigen. Die Maßnahme soll verhindern, dass die Menschen dicht gedrängt in den Bussen stehen und sich dadurch mit dem Virus infizieren. Schon jetzt beginnt nach Angaben der Regierung der Stadt der Autoverkehr drastisch zu sinken.

Kostenloses Lernmaterial in der Mediathek

Beim digitalen Lernangebot „Schule daheim“ von Bayerischem Rundfunk (BR) und dem bayerischen Kultusministerium können jetzt auch Grundschüler*innen von zuhause aus lernen: Die Inhalte gibt es in der BR-Mediathek.  Bald sollen sie auch beim Infoportal „Mebis“ abrufbar sein. Bisher gab es das digitale Lernangebot nur für ältere Schüler*innen von Mittelschulen, Realschulen, Gymnasien und anderen weiterführenden Schularten. Wegen der Schulschließungen aufgrund des Coronavirus seien nun auch für jüngere Schüler*innen Videos, Audiobeiträge und Leseseiten online, teilte der BR mit. So sollen auch sie daheim lernen können, sei es für Deutsch, Heimat- und Sachkundeunterricht, Musik, Religion und Ethik.

Auch auf enorm: Maßnahmen in Coronakrise. Neue Debatte über Bedingungsloses Grundeinkommen

Samstag und Sonntag, 21./22.03.2020:  

#WirVsVirus: Regierung will Hackathon-Ergebnisse schnell umsetzen

Die Bundesregierung hat zugesagt, die besten Ideen und Lösungsansätze aus dem Hackathon #WirVsVirus möglichst zügig umzusetzen. An dem 48-stündigen Event hatten knapp 43 000 Menschen teilgenommen, um Apps und andere Lösungen zur Bewältigung der Corona-Krise zu programmieren und zu gestalten. „Das war offenkundig der größte Hackathon, der jemals weltweit durchgeführt wurde“, sagte Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) am Sonntagabend. Die Teilnehmer aus dem In- und Ausland hätten sich bereiterklärt, eigene Ideen einzubringen und Maßnahmen gegen den Virus zu ergreifen.

Unser Land und die ganze Welt ist in einer ernsten Lage“, sagte Braun. „Und dass so viele freiwillig mithelfen, die Dinge zu tun, die die Bundesregierung alleine nicht geschafft hätte, ist wirklich toll.“ Die Teilnehmer hatten knapp 2000 Projekte das Wochenende über bearbeitet. Rund 100 Projekte davon seien aus der Bundesregierung gekommen. Bis zum kommenden Wochenende soll nun eine Jury die besten Projekte auswählen.

Umfangreiche Solidaritäts- und Beschäftigungs-Tipps von SEND-Mitgliedern

Das Social Entrepreneurship Netzwerk Deutschland, kurz SEND, hat seine Mitglieder gefragt, wie man sich solidarische verhalten kann und gleichzeitig die Ausbreitung des Virus verhindern kann. Unter dem „Gemeinsam Wirken“ sind viele Tipps etwa zu den Themen Nachbarschaftshilfe, Mental Health und Einsamkeit und Online-Education zusammengekommen. Hier geht’s zum Überblick.

US-Konzern 3M baut Produktion von Atemmasken massiv aus

Der US-Mischkonzern 3M will seine Produktion hochwertiger Atemschutzmasken vom Typ N95 innerhalb eines Jahres auf eine Stückzahl von zwei Milliarden verdoppeln. Seit dem Beginn der Coronavirus-Pandemie sei die Produktion bereits auf 1,1 Milliarden Masken pro Jahr ausgeweitet worden, erklärte der Vorstandsvorsitzende Mike Roman am Sonntag. Zudem würden in Zusammenarbeit mit der Regierung Kooperationen geprüft, die Produktion mit Hilfe anderer Firmen noch weiter anzukurbeln. Mehr als 500.000 Atemschutzmasken seien jetzt auf dem Weg in die am schwersten betroffenen Gebiete in den USA, in die Bundesstaaten New York und Washington, erklärte er.

Dildo-Taxi in Duisburg unterwegs

Eigentlich war die Sache nicht ernst gemeint: Die Inhaberin des Frauenerotikgeschäfts „Pussy Pleasure“ bot via Facebook ein Dildo-Taxi an. Bestellungen häuften sich, viele fanden die Idee gut. Also setzte Silke Heimsoth das ganz in die Tat um. Kondome werden allerdings nicht geliefert.

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