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23 January 2019 / Lesezeit: 5 minuten

Hin und weg

Nah reisen: Traumziel Europa

Makena Beach Hawaii? Costa Rei (Italien)!

Titelbild: shutterstock

Traumhafte Strände, faszinierende Natur und exotischer Sport – dafür muss man um die halbe Welt fliegen. Oder? Lasst Euch überraschen

Der Grand Canyon, das Great Barrier Reef, die Route 66 oder Grizzlys in der kanadischen Wildnis. Gründe, sich in ein Flugzeug zu setzen und die Welt zu erkunden, gibt es genug. Das ist gewiss. Genauso gewiss: Der Reiseverkehr rund um den Globus ist nach Angaben der Umweltschutzorganisation BUND für etwa fünf Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich. Wer reist, trägt Verantwortung. Sie wiegt um so schwerer, da knapp 90 Prozent der Weltbevölkerung noch nie in einem Flugzeug gesessen haben. Für die wenigen Nutzer gilt: Innehalten, nachdenken und wohlüberlegt entscheiden. Das ist nur fair.

Doch was kann man tun, wenn einen das Fernweh packt? Sich vor allem fragen, was genau die Sehnsucht weckt. Ist es die totale Entspannung an weißen Stränden und tiefblauem Wasser? Die endlosen Weiten oder der Nervenkitzel? Ist diese Frage ehrlich beantwortet, kann man sich auf die Suche begeben – wo kann ich so einen Urlaub machen? Muss ich in die Ferne reisen oder gibt es Alternativen in Auto-, Bus- oder Bahnreichweite? Wir haben uns umgeschaut. Und Erstaunliches entdeckt – hier in Europa

Natur

Faszinierende Landschaften mit dem Flair ferner  Länder – gibt es auch in der Nähe

Arabische Wüste? Tabernas (Spanien)!

Nur 30 Kilometer entfernt von der spanischen Stadt Almería liegt die Tabernas-Wüste, die heißeste und trockenste Region Europas. Ein Naturschutzgebiet mit schroffen Berghängen, ausgetrockneten Flussbetten, Süßgräsersteppen und einer einzigartigen Tier- und Pflanzenwelt. Die Wüste war Kulisse berühmter Western wie Sergio Leones „Spiel mir das Lied vom Tod“.

Grand Canyon? Verdonschlucht (Frankreich)!

Die Verdonschlucht in der Provence zählt zu den größten Canyons Europas. Bis zu 700 Meter tief hat sich der Fluss in die Kalkmassive eingegraben. Die Schlucht endet im türkisblauen Stausee Lac de St. Croix, einem Paradies für Wassersportler. Der 14 Kilometer lange Wanderweg Sentier Blanc-Martel ist spektakulär.

Amazonas? Donaudelta (Rumänien)!

Von oben erinnert das Delta der Donau an einen exotischen Ort. Auch die Tierwelt ist außergewöhnlich. Im Biosphärenreservat und Unesco-Weltkulturerbe leben Pelikane und Flamingos. Mehr als 5000 Tier- und Pflanzenarten sind in den vielfältigen Lebensräumen am Schwarzen Meer zu Hause.

Kalksinterrassen in Huanglong? Pamukkale (Türkei)!

Heißes Thermalwasser hat die Terrassen von Pamukkale zu einem weißen Märchenland gemacht. Seit Jahrtausenden fließt es über die Felsenkanten und hinterlässt beim Abkühlen Kalk. Flache Becken entstanden, die türkisblau leuchten. Gebadet werden kann ausschließlich in den künstlich angelegten Abschnitten.

Wilder Westen? Kroatien!

Im Velebit-Gebirge, den Nationalparks Paklencia und Krka sowie der Zrmanja Schlucht wurde Karl May verfilmt. In Kroatien glaubt man sich im Wilden Westen. Schroffe Berghänge und weite Ebenen gibt es hier ebenso wie tiefblaue Wasserläufe, große Höhlen und gewaltige Wasserfälle.

Strände

Weißer Sand, kristallklares Wasser – mehr Erholung geht nicht

Brasilianische Baía do Sancho? Praia da Falésia (Portugal)!

Das Außergewöhnliche am Praia da Falésia an der portugiesischen Algarve liegt im Rücken der Strandliegen. Dort ragt eine rund sechs Kilometer lange und rot leuchtende Steilküste aus Sandstein empor. Die Klippen sind teilweise über 20 Meter hoch.

Copacabana? Playa de la Concha (Spanien)!

Der Muschelstrand, Playa de La Concha, liegt direkt vor der spanischen Stadt San Sebastían. Eingerahmt von zwei Felsmassiven hat man hier nicht nur feinsten Sandstrand mit tiefblauem Wasser, sondern auch einen einzigartigen Blick.

Südseeinsel Bora Bora? Elafonisi (Griechenland)!

Der Strand von Elafonisi im äußersten Südosten Kretas bringt Südseefeeling nach Europa. Feiner und heller kann Sand nicht sein, türkisblauer nicht das Wasser. Seinen Namen hat der Strand von der Insel gegenüber. Sie kann man zu Fuß durch das Meer watend erreichen

Makena Beach Hawaii? Costa Rei (Italien)!

Zehn Kilometer lang erstreckt sich die Costa Rei an der Ostküste Sardiniens. Weißer Sand, blaues Wasser, ausgedehnte Wälder im Hinterland – ein Traum. Die Länge dieses Strandes sorgt für eine angenehme Verteilung der Besucher und Entspannung. Wer Lust auf Wassersport hat, kann Tauchen,  Segeln, Surfen oder Wasserski fahren.

Tiere

Wilde Tiere außerhalb von Zoos und Tierparks? In einigen Regionen des Kontinents sind sie in freier Natur zu sehen

Bären beobachten in Kanada? Poloniny Nationalpark (Slowakei/Polen/Ukraine)!

Braunbären sind nicht die einzigen großen Raubtiere, die sich im Poloniny Nationalpark blicken lassen. Auch Wölfe, Luchse und Wildkatzen sind in dem Biosphärenreservat in den Karpaten heimisch. Daneben leben in dem europaweit einzigartigen Buchen- und Tannenurwald Wisente und Elche. Doch nicht nur die Tiere beeindrucken, auch die Pflanzenwelt zieht einen unmittelbar in ihren Bann.

Whale-Watching in Kalifornien? Tarifa (Spanien)!

Tarifa an der Straße von Gibraltar ist der beste Ort in Europa, um ganzjährig Meeressäuger zu beobachten. Verschiedene Delfinarten gibt es hier, wie den Großen Tümmler. Auch bis zu 27 Meter lange Finnwale und die faszinierenden Grindwale sind das ganze Jahr über vor der spanischen Küste zu sehen. In den Sommermonaten lassen sich sogar Pottwale und Orcas in den Gewässern blicken. Wichtig: bei den Ausfahrten unbedingt auf seriöse Anbieter achten, um die Tiere nicht zu gefährden.

Walhaie in Australien? Riesenhaie in Cornwall (England)!

Eine Körperlänge von bis zu zehn Metern und ein Gewicht von rund vier Tonnen machen den Riesenhai zum zweitgrößten Fisch der Meere – größer ist nur der Walhai. Das macht den Riesenhai nicht minder eindrucksvoll, wenn er mit weit geöffnetem Maul nach Plankton jagt. Die Wahrscheinlichkeit, einen Riesenhai zu beobachten, ist von Mitte Mai bis Juni im Atlantik vor Cornwall am höchsten. Dann gleiten sie dicht unter der Wasseroberfläche dahin.

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Wege

Straßen, auf denen jeder Kilometer ein Erlebnis ist

Route 66? Route Nationale 7 (Frankreich)!

Start der „Route nationale 7“ (RN 7) ist die französische Hauptstadt Paris. Endstation: das Mittelmeer, kurz hinter Nizza. Vor dem Bau der Autobahnen war sie eine rund 1000 Kilometer lange Straße der Sehnsüchte – vor allem für Touristen, die das Meer genießen wollten. Die ursprüngliche Strecke findet man heute nur noch auf historischen Straßenkarten. Auf der RN 7 fährt man also auch ein wenig in die Vergangenheit – durch zahlreiche Alleen, das Tal der Loire, die Rhône- Niederung, durch Avignon, Cannes und Nizza. Und das am besten stilecht in einem Oldtimer wie dem Citroën 2CV, besser bekannt als Ente.

Yungas Road (Bolivien)? Transalpina & Transfagarasan (Rumänien)!

Die Panoramastraßen Transalpina und Transfagarasan schlängeln sich in unzähligen Serpentinien durch eine atemberaubende Berglandschaft. Beide zählen zu den höchsten Straßen Rumäniens, sie liegen teilweise über 2.000 Meter hoch. Die Transfagarasan führt von der Großen Walachai auf 114 Kilometern nach Siebenbürgen und durchquert dabei den Naturpark Făgăraș. Die Transalpina verbindet die Kreise Gorj und Alba. Auf ihr fährt man vorbei an Stauseen und kleinen Dörfern. Beide Straßen sind aufgrund der Wetterbedingungen meist nur zwischen Juli und September befahrbar. Das schnell  wechselnde Wetter macht die Fahrt allerdings auch bei  guten  Vorhersagen zu einem Abenteuer.

Sport

Atemberaubende Sportspots, die sich hinter keinem anderen Ort der Welt verstecken müssen

Tauchtripp im Great Barrier Reef? Port-Cros (Frankreich)!

Das Meeresschutzgebiet Port-Cros rund um die Iles d’Hyeres besteht schon seit 55 Jahren. Entsprechend artenreich und bunt ist das Leben unter Wasser. Barrakudas, riesige Zackenbarsche und farbenprächtige  Anemonen gibt es in dem rund 1.300 Hektar großen Unterwassernationalpark. Auch ein Besuch der unter Naturschutz stehenden Inseln lohnt sich.

Wellenreiten auf Tahiti? Mundaka (Spanien)!

Vor Mundaka im Baskenland bricht die wohl beste Welle Europas. Manchmal breiter als hoch, beeindruckt Mundaka mit einem Swell, einer Welle, die nur durch auslaufenden Seegang entsteht, der seinesgleichen sucht. Kommt der entsprechende Wind an der spanischen Küste hinzu, kennt das Tube-Riding in Mundaka keine Grenzen mehr.

Rafting auf dem Colorado River? Auf der Tara (Montenegro)!

Wild und ungezügelt fließt die Tara durch die bis zu 1300 Meter tiefe und 78 Kilometer lange gleichnamige Schlucht. Sie zählt zum Unesco-Weltkulturerbe und ist die tiefste und längste Schlucht Europas. Die Tara-Schlucht rangiert damit weltweit auf Platz zwei direkt hinter dem Grand Canyon. 100 der 144 Kilometer Flusslauf sind für spektakuläre Raftingtouren geeignet.

Hundeschlitten in Alaska? Lappland (Schweden)!

Wenn die Huskies ihre ganze Kraft in das Geschirr legen, schnellt der Schlitten pfeilschnell über den Schnee. Für den Fahrer, der das Team zusammenhalten muss, ist das erstaunlich anstrengend. Und eine Adrenalindusche pur. Die Weite nördlich des Polarkreises wird dabei fast zur Nebensache – aber zu einer ungeheuer beeindruckenden.