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20 Juni 2022 / Lesezeit: 3 minuten

Kultur, Reisen, Mode, Food

Die Impact-Tipps der enorm Redaktion

Welchen Sound liefert knirschendes Gletschereis? Zu hören ist er, eingefasst in feine Beats, auf dem Album „Climate Sound“ des Kollektivs „DJs for Climate Action“.

Foto: IMAGO / NurPhoto

Foto: IMAGO / NurPhoto

Konsum kann auch Impact haben: Hier findet ihr die persönlichen Favoriten der enorm Redaktion, die euren Alltag etwas nachhaltiger gestalten können. Wir konzentrieren uns dabei auf gute Alternativen, die im besten Fall nichts kosten – und wenn, ihr Geld wert sind. Unsere Tipps dazu kommen aus den Bereichen Kultur und Medien, Lernen und Reisen, Sport und Mode sowie Wohnen und Food.

Wir sind bemüht, die Empfehlungen der enorm Redaktion regelmäßig zu aktualisieren. Wenn du smarte Vorschläge hast, schreibe gerne an ideen@enorm-magazin.de

Synthetische Drops und hämmernder Monsunregen

„Wie klingt die Zukunft?“, fragte der britische Musikproduzent Robin Perkins Ende 2020 DJ-Kolleg:innen aus mehreren Ländern, etwa Kolumbien, Frankreich und Japan. Das Kollektiv „DJs for Climate Action“ war geboren. Ein Jahr später sind die Beats verschiedener Genres in Vinyl als „Climate Sound“ gegossen; sie erklingen jazzig und weich, vibrieren hart und dumpf oder elektrisieren durch synthetische Drops. Zwischendurch meldet sich die Natur. Gletschereis knirscht, Vögel zwitschern im Regenwald, Wale rufen, Monsunregen hämmert. Für das Projekt stellte Greenpeace Feldaufnahmen von Expeditionen zur Verfügung. Auf die umweltschonend gepresste Doppelplatte haben es 37 Tracks aus 350 Einsendungen geschafft. Acid Pauli erzählt in seinem Techno-Stück, wie sich die Natur ihren Lebensraum zurückholen wird. Lauphan widmet sich dem biodiversen Marschland seiner Heimat Argentinien. Aquarius Heaven gibt dem Pinguin eine Stimme. Die Einnahmen werden an Umweltorganisationen gespendet und in neue Projekte des Kollektivs investiert.

Inklusive Märchen

Das Berliner Start-up Fairy Tales Retold verändert Klassiker wie Dornröschen und Die Meerjungfrau so, dass sie zeitgenössische Werte unserer diversen Gesellschaft vermitteln. In Schneewittchen und die sieben Zwerge wird etwa nicht gefragt: Wer ist die Schönste im ganzen Land? Sondern: Wer ist die Mutigste? Schneewittchen ist ein Schwarzes Mädchen, es gibt Zwerge und Zwerginnen. Außerdem werden die Neuinterpretationen im Pyjama-Podcast von bekannten Personen wie Supermodel Toni Garrn, dem paralympischen Athleten Evan LaLanne und der LGBTIQ-Aktivistin Munroe Bergdorf vorgelesen. Den Podcast gibt es bisher nur auf Englisch, Schneewittchen auch auf Deutsch und Französisch. Mehr Infos findet ihr hier.

Weiblicher Blick

Yva, Ute Mahler, Nadine Ijewere: prägende Modefotografinnen, deren Namen nicht besonders bekannt sind. Zu Unrecht, wie die Sonderausstellung Female View: Modefotografinnen von der Moderne bis zum Digitalen Zeitalter in der Kunsthalle St. Annen in Lübeck zeigt. Besucher:innen blicken durch die Linsen der Künstlerinnen nicht nur auf modegeschmückte Körper, sondern rekapitulieren die vergangenen 100 Jahre: betrachten Werke der Dreißigerjahre, als Yva (alias Else Ernestine Neuländer-Simon) dem Starfotografen Helmut Newton das Handwerk lehrte – und später deportiert und vermutlich im Vernichtungslager Sobibór ermordet wurde. Oder der Achtzigerjahre, als Ute Mahler Mode ablichtete und dabei subversiv das Leben in der DDR kommentierte. Sie blicken auch auf das Heute, wo Nadine Ijewere als erste Schwarze Fotografin das Cover-Bild für die Vogue schießt. Alles auch weibliche Geschichte – erstmals modefotografisch erzählt.

„Female View: Modefotografinnen von der Moderne bis zum Digitalen Zeitalter“, Sonderausstellung bis 3. Juli 2022 in der Kunsthalle St. Annen in Lübeck, kunsthalle-st-annen.de/female-view

Empfehlungen der enorm Redaktion: Der Sport gehört uns

Schatzkarte zum Ernten

Was auf öffentlichem Grund wächst, ist für alle da – nach diesem Grundsatz funktioniert die App Mundraub. Wer einen Obstbaum, einen Beerenstrauch oder Kräuter entdeckt, kann die Fundorte auf einer digitalen Karte eintragen. Andere User:innen können die Karte nutzen, um zu den Äpfeln, Birnen und Brombeeren zu gelangen. Aber, so das Statut der Plattform: Ein respektvoller und nachhaltiger Umgang mit den Pflanzen an den Fundorten ist wichtig, damit die Orte lange erhalten bleiben – und nicht nur Menschen von ihnen profitieren, sondern auch Tiere, wie Mäuse und Vögel. mundraub.org

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Empfehlungen der enorm Redaktion: Die Kreislaufzahnbürste

Einmal benutzt und ab in den Müll: Hygieneprodukte, die in Hotels zur Verfügung gestellt werden, haben eine sehr kurze Lebensdauer und können meist nicht recycelt werden. Das in Kiew gegründete Unternehmen Effa reagiert mit Papier-Zahnbürsten und -Rasierern. Um festes Papier herzustellen und daraus die Stiele der Produkte zu formen, verwendet es Bagasse – Zuckerrohrreste aus der Zuckerproduktion. Der Zahnbürstenkopf besteht aus recyceltem Plastik und Nylon und kann nach Gebrauch entfernt werden. Auch der Rasierer lässt sich in seine Einzelteile zerlegen, damit die Stoffe richtig entsorgt und wiederverwendet werden können. effa.on