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18 November 2020 / Lesezeit: 5 minuten

Nachhaltige DIY-Ideen

Weihnachtsgeschenke einfach selber machen!

Sobald alle Weihnachtsgeschenke zusammen sind, gilt es, sie kreativ und trotzdem möglichst nachhaltig zu verpacken. Doch wie wäre es, auch die Geschenke dieses Jahr selbst zu basteln? Wir haben ein paar schöne und nachhaltige Ideen zusammengestellt.

BILD: imago images / Westend61

BILD: imago images / Westend61

Du suchst kreative Geschenke, aber der Weihnachtskaufrausch hängt dir zum Hals heraus? Mit unseren Ideen und Anleitungen kannst du deine Weihnachtsgeschenke ganz einfach selber machen – und machst damit den Beschenkten doppelt Freude.

1. Selbstgemachtes Kräuteröl

Man muss kein Hobbykoch sein, um ein Geschenk aus der Küche zu zaubern: Ein selbst gemachtes Kräuteröl ist ein ebenso einfaches wie leckeres Weihnachtsgeschenk.

Speiseöle können die ätherischen Öle und Aromen aus den Kräutern sehr leicht aufnehmen. Du erhältst aber nicht nur ein würziges und hochwertiges Öl, sondern kannst gleichzeitig auch deine Gartenkräuter haltbar machen. Mit dem Kräuteröl kannst du zum Beispiel Salate und Kartoffelgerichte würzen. Wichtig ist dabei nur, dass du hochwertige Zutaten verwendest. Tipp: Fang rechtzeitig an, denn Kräuteröle brauchen ein paar Wochen, um durchzuziehen.

Lecker, gesund und nachhaltig: Kräuteröle sind ein tolles Geschenk, das du schnell und einfach selbst herstellen kannst. Bild: imago images / Westend61

So geht’s:

Zutaten für 350ml Kräuteröl:

  • 1 Glasflasche mit Schraubverschluss
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 1 Strauch Rosmarin
  • 350 ml geschmacksneutrales Öl (z.B. Bio-Sonnenblumenöl oder Bio-Rapsöl)

Nach Belieben und Geschmack:

  • 2 Lorbeerblätter
  • 1 Strauch Thymian
  • 1 Chilischote
  • 1 TL bunte Pfefferkörner
  • oder andere selbstgeerntete Kräuter, wie Borretsch, Oregano, Salbei oder Minze.

Rezept:

  1. Wasche die Glasflasche als erstes mit heißem Wasser aus und lasse sie trocknen. Die Flasche muss komplett trocken sein.
  2. Schneide währenddessen die Knoblauchzehen in zwei Hälften und fülle sie in die Flasche.
  3. Gib dann den Rosmarin in die Flasche. Die Kräuter müssen unbedingt trocken sein, um Schimmel zu vermeiden.
  4. Fülle dann die restlichen Zutaten in die Flasche, die du deinem Kräuteröl zusetzen möchtest.
  5. Als letztes füllst du das Öl in die Flasche. Etwas einfacher klappt das mit einem Trichter.

Tipp: Du kannst die Kräuter auch zerkleinern. Wenn du die Kräuter nicht im Essen haben möchtest kannst du das Öl vor dem Verzehr noch einmal filtern.

Weihnachtsgeschenke selber machen: 2. Stofftasche bemalen

Ein simpler Stoffbeutel ist immer noch die nachhaltigste Variante, um Einkäufe nach Hause zu tragen. Selbstbemalt eignet er sich als wunderbares Weihnachtsgeschenk für Freunde und Verwandte.

So geht’s:

Was du brauchst:

  • Stoffbeutel (am besten aus Bio-Baumwolle und fair produziert)
  • Bügeleisen
  • 2 feste Kartons (einer als Durchdrück-Schutz beim Malen, einer zum Schablone-Schneiden)
  • Flüssige Stofffarbe (Farbe frei wählbar, nur nicht zu dunkel)
  • Textilstift (schwarz)
  • Schneidemesser
  • Pinsel
  • Lineal
  • Stift

Anleitung:

  1. Skizziere die Idee für den Jutebeutel auf einem Blatt Papier
  2. Übertrage dein Muster mittig auf einen festen Karton und schneide anschließend die Schablone aus
  3. In die gewaschene und gebügelte Tasche steckst du das zweite Stück Karton, so verhinderst du, dass die Farbe durchdrückt. Dann legst du die Schablone auf die richtige Stelle und malst sie aus.
  4. Sobald die Farbe trocken ist kannst du damit beginnen zusätzliche Zeichnungen mit dem Textilstift aufzubringen.
  5. Damit dein Design einem Waschgang standhält, musst du das Ganze noch fixieren. Meistens geschieht das durch Bügeln. Orientiere dich jedoch auch hier an der Packungsbeschreibung von Farbe und Textilstift.

Pro-Tipp: Upcycling-Stoffbeutel selber nähen
Auch die Tasche kann man selbst machen: Alles was du dafür brauchst, sind alte Stoffreste und eine einfache Nähmaschine.

Eine Näh-Anleitung gibt es z.B. hier.

Auch auf enorm: Nachhaltige Weihnachten: „Wir schauen uns die Bäume draußen an“

3. Kerzen selber machen

Klimafreundliche Kerzen sind schwer zu finden, und bei schönen Kerzen lässt sich über Geschmack sicher streiten. Warum sie also nicht selber machen? So werden sie ganz individuell – und eignen sich damit auch sehr gut als Weihnachtsgeschenk. Selbstgemachte Kerzen sind nicht schwer herzustellen.

So geht’s:

Was du brauchst: 

  • Alte Kerzenreste,
  • etwas Garn oder Faden (100% Baumwolle) für den Docht,
  • eine Konservendose (o. ä.),
  • eine leere Klopapier-Rolle oder alte Tee- oder Kaffeetassen bzw. Einmachgläser und
  • einen Zahnstocher (zur Stabilisierung des Kerzendochts).

Variante 1: Kerzen in Papprolle gießen

  1. Die Wachs- und Kerzenreste nach Farben sortieren und im Wasserbad in einer Metalldose erhitzen. Darauf achten, dass das kochende Wasser nicht zu hoch spritzt und in das Wachs kommt. Übrige Dochtreste und ähnliche Verunreinigungen mit einer Gabel aus dem flüssigen Wachs fischen.
  2. Den Baumwollgarn (wenn er noch zu dünn ist) zu einer Kordel flechten bzw. fest verzwirbeln. Die Kordel in heißes Wachs tauchen und abkühlen lassen.
  3. Den Kerzendocht mit Hilfe der quer aufliegenden Zahnstocher mittig in die Papprolle einspannen, diese möglichst gerade in ein mit Sand gefülltes Gefäß drücken. Das heiße, flüssige Wachs vorsichtig eingießen.
    Wenn du verschiedene Farben verwenden möchtest, gieße die erste Farbe zu einem Drittel oder zur Hälfte in die Papprolle, lass das Wachs ein wenig trocknen und gieße dann die nächste Farbe nach. So erhältst du ein schönes Blockstreifen-Muster.
  4. Sobald das Wachs fest ist (ca. nach zwei Stunden), Klorolle vorsichtig lösen. (Tipp: Klappt besser, wenn es noch warm – aber druckfest – ist!)

Variante 2: Kerze in alte Porzellan-Tassen oder Einmachgläser gießen

Kerzen gehören zur Weihnachtszeit wie kaum ein anderer Gegenstand – umso besser eignen sie sich als Geschenk zum Fest. Besonders nachhaltig sind sie, wenn du sie selbst herstellst. Bild: Unsplash / Samuel Bryngelsson

In der Wahl des Gefäßes kann man kreativ sein. Es eignen sich zum Beispiel auch zerschnittene Tetrapacks. Schöne Vintage-Lichtquellen kannst du in alte Tassen (Lieblingstassen mit Sprung), alte Einmachgläser o. ä. gießen. Das Gefäß wird dann zu einem Teil der Dekoration.

Im Prinzip gehst du hier vor wie bei Variante 1: Den Kerzendocht mit Hilfe des quer aufliegenden Zahnstochers mittig auf das Gefäß legen. Das heiße, flüssige Wachs vorsichtig eingießen. Dann das Wachs fest werden lassen.

Variante 3: Kerzenziehen

Eine weitere Methode Kerzen selber zu machen ist das Kerzenziehen. Auf diese Weise, bei der die Kerze nach und nach durch mehrmaliges Eintauchen des Dochts entsteht, erhält man lange, schmale Kerzen.

Der Baumwollfaden, der als Docht dient, muss etwa 15 cm länger sein als die Kerze werden soll. Die Länge der Kerze ist abhängig vom Wachsgefäß, in das der Docht getaucht wird. Knote an das obere Dochtende eine Schlaufe, befestige am unteren Ende einen Nagel. Der Nagel verhindert, dass die Kerze während des Kerzenziehens vom Kerzendocht rutscht.

Nun wird der Kerzendocht in das Wachsgefäß getaucht. Warte nach dem Eintauchen mehrere Sekunden, bis das Wachs angetrocknet ist – du kannst die Kerze während des Wartens an einen Haken hängen, lege am besten Zeitungspapier aus – tauche den Docht dann wieder ein.

Nach und nach entsteht so die Kerze. Je dicker sie wird, desto länger müssen die Pausen zwischen dem eintauchen sein. Zwirble den Kerzendocht bei Bedarf nach den ersten zwei bis drei Mal eintauchen. So erhältst du eine schöne Form.

Variante 4: Dip-Dye-Kerzen

Großer Effekt, einfache Herstellung: Dip-Dye-Kerzen sehen toll aus und sind sehr einfach herzustellen. Du brauchst lediglich weiße Stabkerzen (du kannst diese natürlich auch selber ziehen) und ein paar bunte Kerzenreste, die du wie in unserer Anleitung nach Farben sortierst und erwärmst, bis sie flüssig sind. Nun tauchst du die Kerzen in das bunte Wachs. Wiederhole den Vorgang bis du einen schönen Farbverlauf erzielt hast.

Eine Video-Anleitung gibt es hier.

Weihnachtsgeschenke selber machen: 4. DIY-Lippenbalsam

Pflegenden Lippenbalsam kannst du in wenigen Schritten selber machen. Er enthält Kokosöl, Bienenwachs und duftet köstlich nach Grapefruit.

So geht’s:

Zutaten für fünf Döschen Lippenpflege:

Folgende Grundzutaten brauchst du für deine Lippenpflege:

  • 20 g ungebleichtes Bio-Bienenwachs. Eine vegane Alternative ist z. B. Kakaobutter.
  • 20 g Bio-Kokosöl
  • 20 g Bio-Sheabutter
  • kleine Döschen mit Schraubverschluss zur Aufbewahrung der Lippenpflege

20g Bienenwachs, Sheabutter und Kokosöl reichen für etwa fünf Döschen Lippenpflege. Du kannst dieses Grundrezept noch erweitern. Mithilfe von Farbpigmenten eines Lippenstifts lässt sich dein Lippenbalsam z. B. auf deinen eigenen Hautton abstimmen. Durch Zugabe von ätherischen Ölen verleihst du dem Balm zudem eine individuelle Note. Wenn das gewünscht ist, solltest du außerdem bereithalten:

  • ein Stückchen NaturkosmetikLippenstift
  • 2-3 Tropfen ätherisches Öl deiner Wahl

Anleitung:

Wenn du alle Zutaten beisammen hast, geht es an die Zubereitung. Hierfür solltest du einen Topf mit Wasser und ein Glas bereitstellen:

  1. Erhitze ein wenig Wasser im Topf.
  2. Gib alle Zutaten in das Glas und stelle es in das heiße Wasser.
  3. Unter Rühren schmilzt du so die Zutaten, bis eine gleichmäßige, flüssige Masse entsteht.
  4. Diese füllst du sofort in die bereitgestellten Döschen und stellst sie zum Aushärten am besten in den Kühlschrank. Den Lippenbalsam solltest du anschließend nicht dauerhaft gekühlt aufbewahren, sonst lässt er sich schlecht auftragen.

Du kannst natürlich mit den Zutaten experimentieren und zum Beispiel anstatt der Sheabutter auch Kakaobutter verwenden, die einen leicht schokoladigen Geschmack auf den Lippen hinterlässt.

Das Grundrezept als Video-Anleitung findest du z.B. hier.

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