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15 Oktober 2020 / Lesezeit: 2 minuten

Die erste faire Modelagentur Deutschlands

„Ich scoute gerne via Instagram“

Models, die für Fair-Model arbeiten, verpflichten sich, nur für nachhaltige Labels zu werben.

Bild: Pete Ruppert Photography

Bild: Pete Ruppert Photography

Anna Voelske hat eine faire Modelagentur gegründet. Sie arbeitet nur für nachhaltige Labels und nimmt nur Models unter Vertrag, die sich für die Umwelt und Gesellschaft engagieren.

Frau Voelske, wie kamen Sie auf die Idee, eine faire Modelagentur zu gründen?

Ein fair produziertes Produkt mit einem Model zu bewerben, das kurze Zeit später als Testimonial bei Fast-Fashion-Riesen wie Primark, KiK & Co. auftaucht? Dass das wenig glaubhaft ist, habe ich bei meiner Arbeit als Modefotografin immer wieder festgestellt. Auch im Ausland ist mir keine Agentur bekannt, die auf diese Zusammenhänge achtet. So habe ich Fair Models gegründet. Unsere Models haben sich dazu verpflichtet, ausschließlich mit nachhaltigen Brands zusammenzuarbeiten, einen bewussten Lifestyle zu leben und zu 100 Prozent für die Werte unserer Kunden einzustehen.

Auch auf enorm: Stoppt die kulturelle Aneignung in der Mode!

Lässt sich das überprüfen?

Unsere Bewerbung beinhaltet ein Sedcard-Shooting in unserem Studio zum persönlichen Kennenlernen und ein Motivationsschreiben zum Thema „Fair Model“. Nachhaltigkeit heißt nicht unbedingt, dass alle vegan leben. Nachhaltigkeit bedeutet, an einem immer nachhaltigeren Lebensstil zu arbeiten. Es ist wirklich spannend, wofür sich unsere Models engagieren: Eine arbeitet für ein Urban Gardening-, eine andere für ein soziales Wohnprojekt. Wir haben in unserer Kartei eine Botschafterin für das Kinderhilfswerk UNICEF, eine Sozialunternehmerin, die sich für Flüchtlinge einsetzt, sowie eine Fashionbloggerin, die Modemarken auf dem Weg zur Nachhaltigkeit hilft.

Anna Voelske ist Fotografin und Gründerin von Fairmodel, der ersten fairen Modelagentur mit Sitz im hessischen Butzbach. Los ging es vor knapp zwei Jahren mit acht Models, mittlerweile sind es 30. Bild: Privat

Wie kommen Sie zu Ihren Fairmodels?

Das klassische Ansprechen auf der Straße funktioniert nicht. Nachhaltigkeit kann man nicht von außen sehen. Ich scoute gerne via Instagram, weil man da schon einiges über die Person erfährt, oder auf nachhaltigen Modeevents. Einiges geht auch über Mundpropaganda, weil die nachhaltige Szene sehr gut vernetzt ist. Plus: Wir bekommen im Schnitt jede Woche eine Initiativbewerbung – auch für Models ist es ein Problem, für Unternehmen modeln zu müssen, die sie im Privaten boykottieren.

Können sich bei Ihrer Agentur auch zum Beispiel Männer und Transmenschen bewerben? Und wie steht es mit Plus-Size-Models?

Ich mache hier keinen Unterschied. Mir geht es nur um den Menschen an sich und seine Einstellung zur Nachhaltigkeit.

Und wie wählen Sie Ihre Kunden aus?

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Wir arbeiten ausschließlich mit Unternehmen aus der nachhaltigen Branche zusammen. Trotzdem sind wir wachsam, weil wir auch unsere Models schützen müssen. Grundsätzlich orientieren wir uns an den gängigen Nachhaltigkeitsstandards, die auch auf Messen wie der Neonyt oder Innatex gelten.