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3 Juli 2020 / Lesezeit: 2 minuten

Fruchtaufstrich

Darum gibt es kaum Bio-Konfitüre

Konfitüre und Marmelade sind bei den Bio-Erzeugnissen kaum zu finden. Das liegt an der Rezeptur.

Bild: imago images / Shotshop

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Es gibt alle möglichen Sorten Bio-Obst. Dass es kaum Bio-Marmelade und Bio-Konfitüre gibt, liegt am Zucker. Doch es gibt noch einen anderen Weg, um saisonale Früchte haltbar zu machen und so das ganze Jahr zu genießen.

Die Bio-Abteilungen im Supermarkt werden immer größer – doch Konfitüre und Marmelade sind bei den Bio-Erzeugnissen kaum zu finden, stattdessen aber Fruchtaufstrich. Der Hintergrund: Es liegt an den Besonderheiten der Rezeptur.

Für Konfitüren schreibt das Gesetz bei der Herstellung im Wesentlichen weißen Zucker vor, erklärt die Verbraucherzentrale Bayern. „Bio-Hersteller arbeiten oft mit alternativen Süßungsmitteln wie Apfeldicksaft, Agavendicksaft oder Rohrohrzucker. Sie bezeichnen ihre Produkte deshalb als Fruchtaufstrich“, erklärt Susanne Moritz, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Bayern.

Fruchtaufstrich statt Bio-Konfitüre

Diese Fruchtaufstriche enthalten mehr Früchte und weniger Zucker als herkömmliche Konfitüren. Ein weiterer Unterschied ist, dass die verarbeiteten Früchte – anders als bei Konfitüre – vorher nicht geschwefelt werden dürfen. Als Geliermittel kommen neben Pektin auch Johannisbrotkernmehl und Agar Agar zum Einsatz.

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Fruchtaufstriche mit geringerem Zuckeranteil sind allerdings auch weniger lange haltbar. Deshalb sollte das geöffnete Glas im Kühlschrank aufbewahrt und innerhalb weniger Tage verzehrt werden. Bei Schimmelbefall ist es wichtig, den ganzen Inhalt wegzuwerfen, so die Verbraucherschützer.

Getrocknete Früchte sind lange haltbar

Aus Obst lässt sich jedoch nicht nur Konfitüren herstellen. Wenn man es trocknet, kann heimisches Obst das ganze Jahr Müsli oder Joghurt verfeinern: „Die süßen Früchte schmecken am besten, wenn sie Hochsaison haben“, erklärt das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE). Durch das Trocknen im Ofen oder Dörrautomaten wird das Obst haltbar und der Geschmack bis zu einem Jahr konserviert.

Trocknen ist eine uralte Konservierungsmethode, so das BZfE. Durch Wärme und Luftzirkulation wird den Beeren Wasser entzogen. Mikroorganismen können sich so nicht mehr vermehren. Durch den Wasserentzug konzentrieren sich Inhaltsstoffe wie Ballaststoffe, Vitamine und Mineralstoffe stark. Auch das Aroma wird intensiver. Aktuell haben neben Erdbeeren viele weitere Beeren Saison, darunter Johannis- und Himbeeren sowie Brombeeren und Heidelbeeren.

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Zum Trocknen eignen sich laut BZfE nur Früchte ohne Schäden. Für das Trocknen im Ofen werden die Früchte einlagig auf ein Blech verteilt und bei 40 bis 60 Grad mehrere Stunden getrocknet. Wichtig ist, dass in einem Durchgang etwa gleich große Beeren der gleichen Sorte getrocknet werden.

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