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27 August 2020 / Lesezeit: < 1 minuten

Besondere Bamberger Spezialität

Dieses Bier schmeckt nur geräuchert

Na, dann Prost!

Bild: Schenkerla

Bild: Schenkerla

Seit mehr als 20 Jahren nimmt die Nonprofit-Organisation Slow Food vom Aussterben bedrohte Kulturpflanzen, Tierarten und regionale Lebensmittel an Bord ihrer „Arche des Geschmacks“. Wir stellen regelmäßig einen Passagier vor. Diesmal: das Bamberger Rauchbier.

Schmecken tue es erst nach dem zweiten „Seidla“, scherzen die Bamberger, wenn sie jemanden in breitem Fränkisch von ihrem Rauchbier überzeugen wollen. Ein „Seidla“ ist immerhin ein halber Liter – anscheinend braucht man eine relativ große Menge, um dieser traditionellen Bierspezialität etwas abzugewinnen.

Auch auf enorm: „Mit Askese gewinnt man keine Revolution“

Die vielen Einheimischen und Touristen, die sich in den Schankstuben der einzigen erhaltenen Rauchbier-Brauereien Schlenkerla und Spezial mitten in der Bamberger Innenstadt tagtäglich tummeln, scheinen aber von dem dunklen Getränk mit der ausgeprägten Rauchnote überzeugt zu sein.

Bamberger Rauchbier: Spezielle Art der Malz-Trocknung

Das „Bamberger Rauchbier traditioneller Herstellungsart“ erhält seinen besonderen Geschmack durch die spezielle Art der Trocknung des Malzes: Diese geschieht im heißen Rauch eines offenen Buchenholz-Feuers, sodass das Malz dabei gleich geräuchert wird. Dieser Vorgang erfordert sowohl spezielle bauliche Anlagen als auch ein besonderes handwerkliches Geschick, denn die Rauchnoten variieren von mild bis kräftig, je nach Art der Feuerung.

Bevor es eine neue Technik ab dem 19. Jahrhundert möglich machte, das Malz ohne Rauch trocknen zu können, hatte Bier daher immer ein ausgeprägtes Räucher-Aroma. Diese Geschmacksprägung ist schließlich immer mehr verloren gegangen. Wie lang sich die aufwändige Fertigungstechnik noch aufrechterhalten lässt, wird wohl auch davon abhängen, wie viele „Seidla“-Trinker sich auch künftig von dem speziellen Aroma überzeugen lassen.

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