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11 March 2019 / Lesezeit: 2 minuten

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„Willkommen auf meinem Markt“

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Dichtes Gedränge in der Schwärmerei Dresden-Neustadt: Die Mischung aus fairem und regionalem Einkaufen trifft den Nerv vieler Verbraucher aus dem Viertel

Amac Garbe

Nah, transparent und fair: Marktschwärmer organisieren Bauernmärkte in ihrem Kiez und ermöglichen so ihren Nachbarn, gute Lebensmittel direkt von den Erzeugern zu kaufen

Normalerweise werden im Gemeinschaftsraum des großen Wohnhauses in Berlin-Friedrichshain Geburtstagspartys gefeiert, aber heute Abend ist Marktzeit. Gastgeber Andreas ist ein „Marktschwärmer“, wie es auch auf der schwarzen Schürze steht, die er sich immer umbindet, wenn er am Dienstagabend für zwei Stunden zu diesem besonderen Erzeugermarkt lädt. Im ersten Raum liegen sorgfältig verpacktes Brot, Obst, Gemüse und Räuchertofu-Stücke, über eine Treppe geht es in den Partykeller, wo heute Abend Eier und Geflügel, Apfelsaft und Räucherschinken zur Abholung bereit stehen.

Fünfzig lokale Schwärmereien haben die Marktschwärmer zwischen Kiel und Freiburg, Köln und Dresden bereits aufgebaut, weitere dreißig entstehen gerade. Die Initiative unterstützt jeden, der die neue Art des fairen Regionalmarktes in seinen Ort oder Stadtteil holen möchte. Alle Infos und Ansprechpartner unter werde.marktschwaermer.de

Das Prinzip der Märkte: Alle Produkte kommen aus kleinen regionalen Betrieben. Die Kunden melden sich kostenlos bei marktschwärmer.de an, bestellen ihre Lebensmittel online und holen den Einkauf in der Schwärmerei in ihrer Nähe ab. Das garantiert nicht nur, dass man hochwertige Produkte erhält, deren Herkunft man genau nachvollziehen kann, sondern auch, dass die Erzeuger fair bezahlt werden.

Einsatz mit Sinn: Gastgeber einer Schwärmerei werden

Andreas leitet seit Mai 2015 „seinen“ wöchentlichen Pop-up-Markt: „Bewusste Ernährung ist für mich selbstverständlich, daher wollte ich mich für Kleinbauern engagieren.“ Als Gastgeber einer Schwärmerei, so erzählt der 44-Jährige, könne man zudem das Angebot vielfältig und nach seinen individuellen Maßstäben gestalten. Diese Leidenschaft für gute Ernährung teilt auch Fanny, die nach ihrem Studium zurück in ihre Heimatstadt Dresden ging – und verzweifelt feststellte, dass es in ihrem Stadtteil außer einem Discounter keine weiteren Einkaufsmöglichkeiten gab. „Ich will anders einkaufen!“ schwor sich die 29-Jährige. Im November 2016 eröffnete sie die erste Schwärmerei in Dresden – und traf damit den Nerv vieler Menschen in ihrem Viertel. Heute gehen in manchen Wochen über 100 Bestellungen ein. Das Ergebnis ist „eine sehr bunte Veranstaltung“, bei der junge Familien genauso wie Hipster und deren Eltern auf engagierte Junglandwirte und alteingesessene Markthändler treffen.

Nachhaltige Vernetzung: Direkter Draht vom regionalen Kleinbetrieb zum Verbraucher

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Dieser Artikel wurde im Auftrag von Marktschwärmer erstellt. Gesponserte Beiträge sind eine der Möglichkeiten, mit denen wir uns finanzieren. Mehr dazu hier

Rund zehn Stunden pro Woche investiert man als Gastgeber in eine Schwärmerei, wobei man in der Anfangsphase auch ein wenig „powern“ muss, wie Andreas bestätigt. Viele Gastgeber schließen sich daher in Teams zusammen, um Erzeuger zu gewinnen, einen geeigneten Raum zu finden, das Sortiment auszuwählen und Werbung für den neuen Nachbarschaftsmarkt zu machen. Als Anerkennung fließen genau 8,35 Prozent des Umsatzes an die Gastgeber zurück. „Machen wollen ist wichtig“, beschreibt Fanny den Kern ihres Einsatzes, bei dem es auch viel um die Kommunikation mit Kunden und Erzeuger geht: über Produkte, Neuheiten und Bedingungen in der Landwirtschaft, die auf einmal sehr nahe rückt.

Die 50. Schwärmerei in Deutschland ist im Februar 2019 eröffnet worden – es ist die dritte in Dresden unter Fannys Regie, die als Gastgeberin mittlerweile selbstständig ist und dem IT-Konzern, für den sie vorher tätig war, den Rücken gekehrt hat. „Sinn ist das Stichwort“, antwortet sie auf die Frage nach dem Warum: „Es fühlt sich einfach gut an, diese Menschen in ihrem Tun zu unterstützen. Ich weiß, was ich gemacht habe – für Erzeuger, die ich kenne, für mich und meine Region.“