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19 Juni 2020 / Lesezeit: 2 minuten

Urbane Kräuterwanderungen

Walk on the Wild Side

Finden sich öfter in der Stadt als man denkt: Wildkräuter.

Bild: Victoria Lorenz

Bild: Victoria Lorenz

In der Stadt lassen sich wilde Kräuter und andere essbare Pflanzen sammeln. Bei Führungen, etwa in München, kann man sie kennenlernen.

„In einer Stunde auf dem Fahrrad durch die Stadt – und ich habe oft eine größere Vielfalt an Wildkräutern als auf einer großen Wiese in der freien Natur“, schwärmt Victoria Lorenz. Die 29-jährige Münchnerin bietet in ihrer Heimatstadt seit 2018 urbane Kräuterwanderungen an – und vermittelt dabei altes Wissen auf gar nicht altmodische Weise: Vildvuchs heißt ihr Label, mit dem sie ein immer größer werdendes und überwiegend junges Publikum anspricht. Brachflächen, Feuchtgebiete, Flüsse, Gärten – die Teilnehmer*innen an Lorenz’ Kräuterwanderungen lernen bei ihrem Gang durch München, wo die urbanen Vitaminspender wachsen, aber auch, wie sie schmecken und welche Zubereitungsarten sich eignen.

Urbane Kräuterwanderungen: „Handstraußregelung“ des Bundesnaturschutzgesetzes

Aber darf man als moderne Kräuterhexe eigentlich einfach so drauflos pflücken? Grundsätzlich müsse man sich, egal ob in der Stadt oder auf dem Land, an die „Handstraußregelung“ des Bundesnaturschutzgesetzes halten, erklärt Lorenz: Sie besagt, dass man wildlebende Pflanzen, Früchte und Pilze aus der Natur entnehmen und sich aneignen darf – mit Ausnahme geschützter Arten. Voraussetzung ist, dass man beim Pflücken pfleglich vorgeht, dies nur an Stellen macht, die auch betreten werden dürfen, und nur kleine Mengen sammelt.

Was aber ist mit der Belastung durch Schadstoffe in der Stadt? Und gar durch Hunde? Wenn man sich auch hier an ein paar Regeln halte, sei alles essbar, so Lorenz: Nicht direkt am Wegrand oder an der Straße pflücken und, wer sichergehen will, nur Pflanzenteile nehmen, die über Kniehöhe wachsen. Gepflückt würden zudem nur die jungen, frischen und unbelasteten Pflanzentriebe.

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Bei einer Wanderung durch den städtischen Dschungel lassen sich vor allem die wild wuchernden Allerweltspflanzen neu entdecken, die oft übersehen werden und meist gar nicht als essbar bekannt sind: Fichte, Brennnessel, Giersch, Löwenzahn oder Linde stehen etwa bei Lorenz auf dem Speiseplan – und verwandeln sich vom unscheinbaren Grün in Zutaten für Cocktails, Kuchen oder Pesto. So, findet Lorenz, verändere sich auch der Blick auf die eigene Stadt.