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20 Januar 2022 / Lesezeit: 1 minuten

Zukunftsbegriff: Healing Architecture

Architektur mit heilender Wirkung

Holzfassade statt Betonblock: Healing Architecture stellt die Bedeutung der Umgebung für den Heilungsprozess in den Mittelpunkt. Zum Beispiel kann der Zugang zur Natur das Wohlbefinden und die Genesung von Patient:innen beeinflussen.  

Bild: Unsplash / Nazrin B-va

Bild: Unsplash / Nazrin B-va

Zukunftsbegriff* „Healing Architecture“: Dem Designkonzept zufolge können Heilungsprozesse und Wohlbefinden durch eine entsprechende Planung und Gestaltung von Gesundheitsbauten unterstützt werden.

*„Zukunftsbegriff“ heißt eine Rubrik des enorm Magazins. Wir stellen Begriffe vor, die für den ökosozialen Wandel schon heute eine Rolle spielen, sicher aber morgen. Doch woher kommt das Wort – und wo will es hin?

Das Erscheinungsbild von Gesundheitsbauten spielte lange Zeit keine Rolle. Dunkle Flure, sterile Plastikböden – Hauptsache funktional. Dabei trägt die Umgebung maßgeblich zum psychischen und physischen Wohlbefinden des Menschen bei.

Healing Architecture fokussiert die Bedeutung der Umgebung für den Heilungsprozess. „Healing“ kommt vom altenglischen „hǣlan“ was soviel bedeutet wie „wieder gesund machen“. „Architecture“ leitet sich vom altgriechischen Wort „arkhitekton“ ab, was übersetzt „Baumeister“ bedeutet („arkhi“ = Meister, „tekton“ = Bauer).

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Ziel von Healing Architecture ist es, Richtlinien für eine neurowissenschaftlich begründete Planung von Gesundheitsbauten zu entwickeln. Schon das Wort Gesundheitsbau statt Krankenhaus macht deutlich, worum es dabei geht. Faktoren wie Licht, Akustik, einfache Orientierung, die Gestaltung von Wänden und Böden, Mobiliar oder Zugang zur Natur beeinflussen die Genesung von Menschen. Der Architekturprofessor Roger Ulrich gilt als Wegbereiter des Konzepts. 1984 zeigte er in einer Studie, dass Patient:innen, die nach einer Operation aus ihren Zimmern in einen Park mit Bäumen blickten, früher entlassen werden konnten und weniger Schmerzmittel brauchten als Patient:innen, die auf eine Betonmauer starrten.

Eine Bauweise, die entsprechende Erkenntnisse berücksichtigt, steigert nicht nur das Wohlbefinden und verringert Ängste und Stress von Patient:innen, auch das Personal und Besucher:innen profitieren von der Wohlfühl-Atmosphäre.

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Perspektivisch dürfte Healing Architecture auch außerhalb des Gesundheitssektors relevant werden. Im Durchschnitt verbringen Menschen heute 90 Prozent ihrer Zeit in Innenräumen – ob Zuhause, im Büro, in der Schule oder im öffentlichen Raum. Auch hier kann eine beruhigende und stressreduzierende Umgebungen die mentale und physische Gesundheit unterstützen.