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7 September 2020 / Lesezeit: 53 minuten

enorm Ticker

Gute Nachrichten in der Coronakrise

Die enorm Redaktion sammelt für Euch gute Nachrichten, die Hoffnung machen (Symbolbild).

 

Bild: Elena Koycheva / Unsplash

Bild: Elena Koycheva / Unsplash

Der Journalismus, den du bei enorm findest, war und ist seit zehn Jahren konstruktiv. Das gilt insbesondere in Zeiten einer Pandemie, die medial alles andere an den Rand drängt. Daher haben wir beschlossen, euch mit guten Nachrichten in der Coronakrise zu versorgen. Zynismus ist uns dabei fremd. Wir sammeln gute Nachrichten, die Mut und Hoffnung machen.

Ihr könnt uns gerne jeder Zeit auf weitere gute Nachrichten in der Coronakrise hinweisen: Schreibt an ideen@enorm-magazin.de

Offizielle Infos zur Pandemie und Schutzmaßnanahmen findet ihr generell auf den Seiten des Robert-Koch-Instituts und der Bundesministerien.

Bleibt gesund!

Freitag, 04.09.2020

Gute-Nachrichten-Ticker pausiert

Liebe Leser*innen,

seit Mitte März findet ihr an dieser Stelle gesammelte gute Nachrichten. Wir haben viel positives Feedback erhalten, dafür bedanken wir uns sehr herzlich. Wir möchten uns nun etwas Zeit nehmen, um über weitere neue Formate nachzudenken, die euch mit guten Nachrichten versorgen. Währenddessen wird dieser Ticker pausieren.

Falls ihr selbst Ideen oder Themenwünsche habt, mailt diese gerne jederzeit an: ideen@enorm-magazin.de

Gute Nachrichten findet ihr auch in unserem wöchentlichen Newsletter oder bei unserem Content-Partner GoodNews.

Bleibt konstruktiv und hoffnungsvoll!

Eure enorm Redaktion

Donnerstag, 03.09.2020

Einfluss von Populist*innen sinkt in Deutschland

Populistische Einstellungen sind in der Bundesrepublik stark rückläufig. Das ist das Ergebnis einer Studie der Bertelsmann-Stiftung und des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung. Demnach hat die populistische Welle bereits Ende 2018 ihren Höhepunkt erreicht. Dann kam die Trendumkehr: Waren vor fast zwei Jahren noch 32,8 Prozent der Wähler*innen populistisch eingestellt, verringerte sich die Zahl laut dem „Populismusbarometer 2020“ der Stiftung auf zuletzt noch 20,9 Prozent. Das gestiegene Vertrauen in die Regierungsarbeit im Verlauf der Corona-Krise habe schließlich diese Tendenz stabilisiert und leicht verstärkt, heißt es.

Dennoch warnen Expert*innen zugleich: Die verbliebenen, in die Defensive geratenen Populist*innen könnten sich nun umso stärker radikalisieren.

Mittwoch, 02.09.2020

Viele Japaner*innen fühlen sich gesünder als vor Corona-Ausbruch

Fast die Hälfte der Japaner*innen fühlt sich einer Umfrage zufolge gesünder als vor Ausbruch der Coronavirus-Pandemie. Jetzt, da sie mehr Zeit zu Hause verbringen, achten viele Menschen auf eine bessere Ernährung und Fitness, wie aus einer am Mittwoch veröffentlichten Online-Umfrage der japanischen Versicherungsgesellschaft Meiji Yasuda Life Insurance hervorgeht. Befragt wurden rund 5600 Erwachsene im Alter von 20 bis 79 Jahren. 48,1 Prozent meinten demnach, dass sie sich jetzt gesünder oder zumindest etwas gesünder als vor Corona fühlten.

Nur 2,8 Prozent der Befragten gaben in der Umfrage an, ungesünder zu leben. 49,1 Prozent meinten, es habe sich für sie nichts verändert. 45,1 Prozent erklärten, sie seien gesundheitsbewusster geworden, nachdem sie im Zuge des vorübergehenden Corona-Notstands zunächst an Gewicht zugelegt hätten. 50,9 Prozent achten inzwischen auf bessere Ernährung, 35,3 Prozent halten sich jetzt fit, indem sie mehr Sport treiben. 6 Prozent sagten, sie hätten ihren Alkoholkonsum reduziert.

Dienstag, 01.09.2020

Zehntausende Pulsoxymeter entlasten Neu-Dehlis Krankenhäuser

In der indischen Hauptstadt Neu-Dehli wurden seit Mai mehr als 32 000 Pulsoxymeter an Coronavirus-Patienten verteilt. Die Patient*innen melden ihre Werte wiederum aus der häuslichen Quarantäne direkt – etwa per Handy-Foto – an Mitarbeiter*innen der Gesundheitsbehörden. Die Maßnahme hilft dabei, einen Abfall der Sauerstoffsättigung im Blut der Erkrankten und damit ein mögliches Symptom für einen schwereren Krankheitsverlauf alsbald zu bemerken. Dies berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. So lassen sich viele Patient*innen insbesondere mit asymptomatischen und milden Verläufen unkompliziert überwachen. Verschlechtern sich die Werte kann schnell und in Abstimmung mit den Krankenhäusern koordiniert gehandelt werden. In der Metropolregion Dehli leben rund 28,5 Millionen Menschen.

Montag, 31.08.2020

Grüne planen Wildnisfonds

Die Grünen planen laut einem Medienbericht eine Urwald-Offensive in Deutschland. „Wir wollen einen mit 500 Millionen ausgestatteten Wildnisfonds einrichten“, zitieren die Zeitungen der Funke Mediengruppe (Online Sonntag, Print Montag) aus einem Positionspapier für die am Montag beginnende Klausurtagung des Parteivorstands. Mit dem Fonds sollten zunächst fünf und später zehn Prozent ökologisch besonders wertvoller Waldfläche gesichert und durch den Verzicht auf Holznutzung wieder zu Urwäldern werden. Außerdem schlagen die Grünen einen Waldzukunftsfonds von einer Milliarde Euro für die nächsten Jahre vor, um die Umwandlung von Plantagen- und Monokulturen zu naturnahen Laubmischwäldern voranzutreiben.

„Wir stehen vor einer neuen Dimension des Waldsterbens“, sagte Parteichef Robert Habeck den Zeitungen. „Mehrere Hitzesommer in Folge, extreme Trockenheit und ausgelaugte Böden richten enorme Schäden an, Brände und Schädlinge tun ihr Übriges. Es ist höchste Zeit, dass wir unsere Wälder nachhaltig umbauen, damit sie eine Zukunft haben. Wir müssen weg von Kiefernplantagen und anderen Monokulturen und hin zu naturnahen Mischwäldern mit hohem Laubbaumanteil.“

Freitag, 28.08.2020

Bund will Nutzung von klimafreundlichen Technologien in der Stahlindustrie unterstützen

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hat der deutschen Stahlindustrie Unterstützung signalisiert. „Ich bin bereit, Investitionen in treibhausgasarme und -freie Technologien in der Stahlindustrie mit öffentlichen Geldern zu fördern“, sagte Altmaier der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ (Freitag). Bis 2050 sind nach Altmaiers Angaben beim Stahl etwa 30 Milliarden Euro an Investitionen erforderlich.

Nötig seien nun schnell konkrete Investitionsprojekte für die Stahlstandorte, um die notwendigen Genehmigungen der staatlichen Unterstützung auch in Brüssel beantragen zu können, sagte der Minister. Alle wichtigen Entscheidungen sollten „möglichst noch vor der Bundestagswahl“ in etwa einem Jahr fallen, sagte Altmaier der WAZ. Altmaier wird am Freitag zu einem Besuch bei Thyssenkrupp in Duisburg erwartet.

Donnerstag, 27.08.2020

Äffchen-Zwillinge einer bedrohten Art in englischem Zoo zur Welt gekommen

Im Zoo der englischen Stadt Bristol hat ein Paar goldener Löwenäffchen Zwillinge bekommen: Die Affenart ist vom Aussterben bedroht, da sie nur in den südöstlichen Regenwäldern Brasiliens vorkommt. Durch die starke Rodung dieser Gebiete haben die Löwenäffchen ihren natürlichen Lebensraum verloren, nur etwa 1000 von ihnen findet man noch in der Wildnis. Das Weibchen, das die Zwillinge in Bristol zur Welt gebracht hat, hatte bereits zuvor vier Mal Zwillinge bekommen, dies ist jedoch das erste Zwillingspaar, das überlebt hat. Shani Ratnayake vom Bristol Zoo sagte der BBC: „Es ist wundervoll, etwas Positives zum Reden zu haben in diesen schwierigen Tagen.“

Mittwoch, 26.08.2020

Anleger*innen wollen nachhaltiger investieren

Die Corona-Krise hat auch das Verhalten von Anleger*innen beeinflusst. Für weit mehr als die Hälfte der Bundesbürger*innen (61 Prozent) spielt Sicherheit seit Beginn der Krise eine stärkere Rolle. Das zeigt eine aktuelle repräsentative Umfrage der Puls Marktforschung im Auftrag der Quirin Privatbank. Knapp 34 Prozent der Befragten geben demnach auch an, dass sie bei der Geldanlage stärker auf Nachhaltigkeit achten wollen. Derzeit wird allerdings nur etwa jeder zehnte Euro nachhaltig angelegt. Rund zwei Drittel der Befragten (66 Prozent) haben noch keine entsprechenden Anlagen im Depot. In fünf Jahren wollen die Befragten den Anteil nachhaltiger Anlagen aber durchaus steigern: 2025 wollen Anleger*innen jeden vierten Euro entsprechend investieren. Der Anteil nachhaltiger Geldanlagen soll damit auf etwa 25 Prozent wachsen.

Dienstag, 25.08.2020

15 Länder erhalten Gelder aus EU-Kurzarbeitsprogramm

Aus dem wegen der Corona-Krise geschaffenen EU-Kurzarbeitsprogramm Sure sollen in Kürze die ersten Gelder fließen. Ein am Montag veröffentlichter Vorschlag für den Rat der Mitgliedstaaten sieht vor, zunächst 15 Ländern insgesamt 81,4 Milliarden Euro bereitzustellen. Die größten Summen würden demnach Italien (27,4 Mrd Euro), Spanien (21,3 Mrd Euro) und Polen (11,2 Mrd Euro) bekommen.

„Wir müssen alles in unserer Macht Stehende tun, um Arbeitsplätze und Lebensgrundlagen zu erhalten“, kommentierte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. In der beispiellosen Krise stelle Sure ein starkes Symbol der Solidarität dar. Die finanzielle Unterstützung für die Mitgliedstaaten wird in Form von sehr günstigen Darlehen gewährt und muss beantragt werden. Sie richtet sich vor allem an EU-Staaten, die nicht über so großen finanziellen Spielraum verfügen wie zum Beispiel Deutschland. Neben Italien, Spanien und Polen sollen zum Beispiel auch Bulgarien, Tschechien, Kroatien und Slowenien von den Mitteln aus dem Programm profitieren. Die Gelder können zur Finanzierung nationaler Kurzarbeitsregelungen und ähnlicher Maßnahmen für Selbstständige genutzt werden.

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Montag, 24.08.2020

Bund will Buchbranche schützen

In der Coronakrise will der Bund die Buch- und Verlagsbranche nachhaltig unterstützen. „Das Verlagswesen ist Grundlage für viele andere Bereiche“, sagte Kulturstaatsministerin Monika Grütters am Freitag in Berlin. Die CDU-Politikerin verwies auf das eine Milliarde Euro umfassende Hilfsprogramm für die Kulturszene. „Ich kann die Probleme mit einer Milliarde nicht lösen“, räumte Grütters ein, „wir können das Geld aber relativ schnell und gerecht auf die Straße bringen.“ Grütters zeigte sich erfreut, dass die Frankfurter Buchmesse in diesem Jahr stattfinden soll. Der Bund unterstütze das mit vier Millionen Euro. Für Verlage solle es Abschläge auf die Standmieten geben. Die in diesem Jahr abgesagte Leipziger Buchmesse soll laut Grütters mit einer Million Euro unterstützt werden, wenn sie im kommenden Jahr stattfinden kann.

Mit zehn Millionen Euro soll der Verlagsbranche geholfen werden. Verlage können Druck- und Produktionskostenzuschüsse in Höhe von bis zu 10 000 Euro bekommen. Weitere zehn Millionen Euro stehen für kleinere und mittlere Buchhandlungen bereit. Sie können bis zu 7500 Euro für die Digitalisierung ihrer Vertriebswege beantragen. Verleger Jo Lendle vom Münchner Carl Hanser Verlag sagte: „Wir haben keine Krise der Produktion oder des Verlegens, wir haben eine Krise der Distribution und der Präsentation. Das hängt aber alles extrem nah beieinander.“ Angesicht geringer Deckungsbeiträge in der Branche seien auch kleine Unterstützungen „sehr relevant“.

Laut Lendle hat die Branche mit einem Minus von zwölf Prozent beim Umsatz zu rechnen. Der Bund hatte nach einigem Zögern ein Milliardenprogramm nur für die Kultur aufgelegt. 250 Millionen Euro stehen etwa für Hygienekonzepte, Online-Ticket-Systeme oder Belüftungssysteme bereit. Mit bis zu 480 Millionen Euro sollen Kulturschaffende aus der Kurzarbeit geholt werden, stattdessen wird künstlerisches Wirken finanziert. Für digitale Angebote stehen 150 Millionen Euro bereit. Nochmal 100 Millionen gibt es für coronabedingte Einnahmeausfälle.

Freitag, 21.08.2020

Fahrradbranche boomt

Fast alle deutschen Fahrradhändler sind mit ihrem gegenwärtigen Geschäft zufrieden, wie aus einer am Donnerstag veröffentlichten Umfrage des Ifo-Instituts hervorgeht – von 100 möglichen Punkten vergaben sie 95. Klaus Wohlrabe, Leiter der Ifo-Befragungen, sprach von einem „regelrechten Boom“ in der Branche. Die Bewertungsskala, die der Umfrage zugrunde liegt, reicht von -100 bis 100; Pluswerte drücken überwiegende Zufriedenheit in einer Branche, Minuswerte überwiegende Unzufriedenheit aus. Auch beim Bau- und Heimwerkbedarf (83,1) läuft es der Umfrage zufolge zur Zeit besonders gut. In der Nahrungs- und Genussmittelbranche ist der Wert ebenfalls relativ hoch (62,8).

Donnerstag, 20.08.2020

Greenpeace: Homeoffice bringt den Klimaschutz voran

Telefon und Videokonferenz statt tägliche Autofahrten ins Büro: Wenn mehr Menschen öfter im Homeoffice arbeiten, spart das einer Greenpeace-Studie zufolge ordentlich Treibhausgase. Der CO2-Ausstoß im Verkehr könnte um 5,4 Millionen Tonnen pro Jahr sinken, wenn zwei von fünf Arbeitnehmern an zwei Tagen pro Woche von zu Hause aus arbeiten, ergab eine Studie des Instituts für Zukunftsstudien und Technologiebewertung (IZT) im Auftrag der Umweltschutz-Organisation. Sie liegt der Deutschen Presse-Agentur vor. Zum Vergleich: Im gesamten Verkehrsbereich in Deutschland entstanden im vergangenen Jahr 166 Millionen Tonnen CO2.

„Die Corona-Monate haben gezeigt, dass sich viele Arbeiten problemlos von zu Haus erledigen lassen“, erklärte Greenpeace-Sprecher Benjamin Stephan. „Bundesregierung und Unternehmen sollten die Arbeit im Homeoffice jetzt konsequent fördern, denn Telearbeit schützt das Klima, entlastet den Verkehr und schenkt Arbeitnehmenden Zeit und Flexibilität.“ Im Frühjahr hatten wegen der Corona-Pandemie sehr viel mehr Menschen von zu Hause aus gearbeitet als sonst.

In der Studie geht es nur um den täglichen Pendelverkehr, nicht die Treibhausgase, die zusätzlich bei Dienstreisen entstehen. Als Grundlage diente der Datensatz „Mobilität in Deutschland“ von 2017 des Bundesverkehrsministeriums. Um die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens zu erreichen, seien auch kleine Schritte nötig, heißt es in der Studie – Telearbeit auszuweiten, sei eine Möglichkeit. Sie könne aber nur ein Teil der Lösung sein, denn sie komme überwiegend für gut ausgebildete und entsprechend gut verdienende Arbeitnehmer in Frage.

Mittwoch, 19.08.2020

Mehrheit für Vier-Tage-Woche zum Schutz von Arbeitsplätzen

Drei von fünf Deutschen (61 Prozent) stehen laut einer Umfrage einer Vier-Tage-Woche zum Schutz von Arbeitsplätzen in der Corona-Krise offen gegenüber. 21 Prozent der Befragten stimmen dem von der Gewerkschaft IG Metall vorgeschlagenen Modell voll und ganz zu, weitere 40 Prozent unterstützen es eher, wie eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Yougov ergeben hat. Demnach liegt die Zustimmung bei Frauen (65 Prozent) etwas höher als bei Männern (58 Prozent). Bei Anhängern der SPD ist die Unterstützung demnach mit 47 Prozent am höchsten. Ähnlich fällt sie bei Wählern der Union (44 Prozent) und der Grünen (43 Prozent) aus. Von den Wählern der FDP unterstützen 37 Prozent eine Vier-Tage-Woche, bei den Linken sind es 33 Prozent. Am geringsten ist die Zustimmung bei den AfD-Anhängern (29 Prozent).

Die IG Metall hatte die Vier-Tage-Woche ins Gespräch gebracht, um Jobs in der Metall- und Elektroindustrie zu retten. „Die Vier-Tage-Woche wäre die Antwort auf den Strukturwandel in Branchen wie der Autoindustrie. Damit lassen sich Industriejobs halten, statt sie abzuschreiben“, sagte der Erste Vorsitzende der Gewerkschaft, Jörg Hofmann. Er sprach von „einem gewissen Lohnausgleich für die Beschäftigten, damit es sich die Mitarbeiter leisten können“.Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) sagte den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Mittwoch), reduzierte Arbeitszeit bei teilweisem Lohnausgleich könne eine geeignete Maßnahme sein.

Dienstag, 18.08.2020

Rettung von Nashorn-Unterart geht nach Corona-Verzögerung weiter

Nach einer durch die Corona-Pandemie erzwungenen Pause konnten Forscher ihre Arbeit zur Rettung des Nördlichen Breitmaulnashorns fortsetzen. Am Dienstag entnahmen Wissenschaftler unter anderem des Berliner Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) den letzten zwei lebenden Weibchen im kenianischen Wildreservat Ol Pejeta zehn Eizellen. Diese dritte Eizellenentnahme sollte ursprünglich im Mai stattfinden, musste aber wegen der Corona-bedingten Reisebeschränkungen verschoben werden. Die Pandemie stelle nicht nur die Forscher sondern auch Partnerorganisationen wie Ol Pejeta, die vom Tourismus abhängig sind, vor „existenzbedrohende Herausforderungen“, teilte das IZW mit. „In mehrerlei Hinsicht stellt die Covid-19-Pandemie eine neue Bedrohung für Artenschutzprojekte in aller Welt dar.“

Wissenschaftler des IZW sowie aus den USA, Japan und Italien versuchen, Mithilfe künstlicher Befruchtung die Unterart des Nördlichen Breitmaulnashorns vor dem Aussterben zu retten. Einst lebten Tausende der Tiere in Afrika, sie wurden aber vor allem durch Wilderei ausgerottet. Nun gibt es nur noch zwei Tiere auf der Welt, zwei Weibchen, die aber keine Jungen austragen können. Das letzte Männchen Sudan starb bereits 2018. Die Forscher wollen die entnommenen Eizellen mit zuvor eingefrorenen Spermien befruchten und diese dann in eine Leihmutter – einem verwandten Südlichen Breitmaulnashorn – einsetzen. „Biologische Vielfalt ist unsere Lebensgrundlage, aber sie ist zunehmend durch Lebensraumzerstörung, Umweltverschmutzung und Klimawandel bedroht“, teilte Bundesforschungsministerin Anja Karliczek am Dienstag mit. Das Nördliche Breitmaulnashorn sei zu einem „Symbol für unsere gemeinsamen Anstrengungen im Kampf gegen den Verlust der biologischen Vielfalt geworden“.

Montag, 17.08.2020

Corona-Kinderbonus wird ab September ausgezahlt

Die Familienkassen beginnen am 7. September mit der Auszahlung des Corona-Kinderbonus in Höhe von 300 Euro. Das teilte das Bundesfinanzministerium auf Anfrage der Zeitungen der Funke Mediengruppe (Montag) mit. Die erste Bonusrate von 200 Euro wird zusätzlich zum Kindergeld ausgezahlt. Die zweite Rate von 100 Euro folgt im Oktober. Wann der Kinderbonus auf dem Konto ist, hängt von der Endziffer der Kindergeldnummer ab. Steht dort eine Null, ist man am 7. September dabei. Die Endziffern 1 bis 9 werden im September nach und nach von den Familienkassen überwiesen. Insgesamt gibt es in Deutschland rund 18 Millionen kindergeldberechtigte Kinder und junge Menschen, denen auch der Kinderbonus zusteht.

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) sagte den Funke-Zeitungen: „Das ist für viele Familien eine willkommene Finanzspritze. Gerade in Familien, die jeden Euro umdrehen müssen, macht der Kinderbonus die Entscheidung etwas leichter, für die Kinder doch etwas zu kaufen oder gemeinsam etwas zu unternehmen.“ Das helfe auch kurzfristig der Konjunktur. Für den Bonus hat die Bundesregierung Kosten von rund 4,3 Milliarden Euro veranschlagt. Profitieren sollen Familien mit kleinen und mittleren Einkommen, da die Zahlung nicht mit anderen Familien- oder Sozialleistungen verrechnet werden. Bei der Steuer wird die Bonuszahlung aber mit den Kinderfreibeträgen verrechnet, wodurch hohe Einkommen am Ende nichts von der Sonderzahlung haben.

Freitag, 14.08.2020

Bundesbürger*innen befürworten mehr Solaranlagen auf und an Gebäuden

Die Coronakrise hat das Bewusstsein für den Klimawandel und den Erhalt von Naturlandschaften weiter geschärft. Um diesen wirkungsvoll zu bekämpfen, braucht es die Energiewende. Bundesbürger*innen haben laut einer Umfrage eine klare Meinung, wo sie sich neue Anlagen wünschen: auf schon bebauten Flächen und im offenen Meer lieber als in Naturlandschaften. Am besten schneiden Solaranlagen auf und an Gebäuden ab – 58 Prozent finden dies gut, weitere 35 Prozent würden sie zumindest akzeptieren, wie eine am Freitag vorgestellte Studie im Auftrag des Bundesumweltministeriums und des Bundesamts für Naturschutz ergab. Windanlagen draußen auf dem Meer stimmten demnach 37 Prozent der Befragten zu, 41 Prozent halten sie für akzeptabel.

Mehr Windanlagen an Land finden dagegen 23 Prozent gut, 47 Prozent würden sie akzeptieren. Solaranlagen auf Wiesen und Feldern stimmten 21 Prozent zu, akzeptabel finden sie 40 Prozent. Laut der Umfrage mehrheitlich negativ gesehen werden mehr Hochspannungsleitungen: 22 Prozent lehnen dies ab, weiteren 39 Prozent würde es nicht gefallen. Dass in den Wäldern mehr Bäume gefällt werden könnten, lehnen demnach 40 Prozent ab, 37 Prozent würde es nicht gefallen. Für die alle zwei Jahre erscheinende Studie zum „Naturbewusstsein in Deutschland“ wurden den Angaben zufolge im Herbst vergangenen Jahres 2044 Menschen ab 18 Jahren in computerunterstützten Interviews vom
Institut Ipsos befragt.

Donnerstag, 13.08.2020

„Niemand soll hungern“

Die Corona-Krise hat in den USA die Lage am Arbeitsmarkt dramatisch verschärft. Millionen Menschen haben in kürzester Zeit ihre Jobs verloren. Geld fehlt für die elementarste Versorgung. Insbesondere für Nahrungsmittel. In den Metropolen des Landes wie New York oder Los Angeles haben nun nach einem Bericht des Guardian Freiwillige Kühlschränke, sogenannte „street fridges“, aufgestellt, in denen jede*r Essen, ganz gleich, ob gekauft oder selbst gekocht, deponieren kann, um Bedürftige zu unterstützen. Ein Team von Freiwilligen koordiniert wiederum die Spenden und stellt sicher, dass die Gemeinde-Kühlschränke allen zugänglich bleiben, getreu des Prinzips: „Niemand soll hungern“.

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Mittwoch, 12.08.2020

Biontech arbeitet auf Impfstoffzulassung im Oktober hin

Das Mainzer Biopharma-Unternehmen Biontech und sein US-Partner Pfizer wollen bei einem Erfolg der aktuellen klinischen Studie zu ihrem möglichen Corona-Impfstoff weiterhin im Oktober den Antrag auf Marktzulassung stellen. Die Biontech-Mitarbeiter hätten es geschafft, die Studie „in Rekordzeit zu starten“, sagte Biontech-Vorstandschef Ugur Sahin am Dienstag bei der Vorlage der Unternehmenszahlen für das zweite Quartal. Ende Juli hatte eine weltweite Studie zu dem möglichen Impfstoff mit bis zu 30 000 Teilnehmern begonnen. Für die klinische Untersuchung der Phasen II/III – mit dem Ziel einer Überprüfung der Wirksamkeit, der Bestimmung der geeigneten Dosis und schließlich dem Nachweis der Wirksamkeit – war der Wirkstoff BNT162b2 als Hauptkandidat ausgewählt worden.

Laut Quartalsbilanz verfügt das auf Forschung spezialisierte Pharmaunternehmen über liquide Mittel von 573 Millionen Euro. Falls der Wirkstoff zugelassen wird, haben Biontech und Pfizer bereits Liefervereinbarungen mit Großbritannien, den USA, Japan und Kanada über mehr als 250 Millionen Impfstoffdosen geschlossen. Zusätzlich gibt es eine Option über weitere 500 Millionen Dosen.

Dienstag, 11.08.2020

Berlins Innensenator will Konferenz zur Aufnahme von Geflüchteten

Berlins Innensenator Andreas Geisel setzt sich für eine Bund-Länder-Konferenz zur Aufnahme von Geflüchteten aus den griechischen Lagern ein. „Wir können ein Nein von Horst Seehofer zu unserer Bereitschaft, Menschen in Not zu helfen, nicht einfach schulterzuckend akzeptieren“, sagte er am Montag. Er unterstütze deshalb den Vorschlag aus Nordrhein-Westfalen, zeitnah eine Bund-Länder-Konferenz einzuberufen, um das weitere Vorgehen zu besprechen. „Der Senat von Berlin hat immer gesagt, dass er die organisatorischen und personellen Kapazitäten hat, um 300 Menschen aufzunehmen. Dazu stehen wir nach wie vor“, betonte Geisel.

Berlin erwägt genau wie Thüringen eine gemeinsame Klage mehrerer Bundesländer gegen den Bund, um die Ablehnung der Aufnahmeanordnung durch das Bundesinnenmisterium rechtlich zu überprüfen. Eine rechtliche Klärung dauere aber mehrere Jahre. Deshalb müsse daneben ein schnellerer Weg gefunden werden, sagte Geisel. „Der Bund sollte sich mit den aufnahmebereiten Ländern und Kommunen an einen Tisch setzen und klären, wie man schnell und unbürokratisch den Menschen hilft.“

Montag, 10.08.2020

Krankenschwester übersteht Infektion und kehrt in Klinik zurück

Eine englische Krankenschwester hat nach überstandener Infektion wieder ihren Dienst angetreten. Die 59-Jährige Millie Magadlela arbeitet in der chirurgischen Abteilung eines Krankenhauses in Stockton im Norden Englands. Laut BBC lag Magadlela, die sich bereits Ende März mit dem Virus infizierte, zwischenzeitlich auf der Intensivstation und musste beatmet werden. Als sich ihre Situation im April verbesserte und sie verlegt wurde, feierten viele Mitarbeiter*innen ihre Kollegin mit herzlichem Applaus. Auch ihr Dienstantritt sei sehr herzlich verlaufen, sagte Oberschwester Shirley Mealing, „sie ist wirklich, sehr mutig“. Millie Magadlela sagte zu ihrer Rückkehr: „Ich habe mir gesagt, Millie, du hast die richtige Entscheidung getroffen, an den Ort zurückzukehren, an dem du den Virus bekommen hast, geh‘ und stell‘ dich ihm, und wenn du dort bist, fühlst du dich vielleicht besser“.

Freitag, 07.08.2020

Facebook löscht Trump-Video

Facebook hat ein von US-Präsident Donald Trump auf der Plattform veröffentlichtes Video gelöscht. Der Clip habe Falschinformationen zum Thema Coronavirus enthalten, erklärte ein Sprecher des Unternehmens. In dem Ausschnitt eines Interviews mit dem Sender Fox News sagte Trump, Kinder seien in Bezug auf das Coronavirus „fast immun“, weswegen Schulen nach den Sommerferien trotz der Pandemie wieder für normalen Unterricht öffnen sollten. Facebook erklärte am Mittwoch (Ortszeit), die „falsche Behauptung, wonach eine Bevölkerungsgruppe immun ist“, verstoße gegen die Regeln der Plattform zu Corona-Falschinformationen. Kinder können sich auch mit dem Coronavirus infizieren, haben aber in der Regel eher milde Symptome – sie sind nicht „immun“. Auch auf Twitter schien Trumps Video-Ausschnitt am Mittwochabend wieder gelöscht zu sein. Eine Unternehmenssprecherin sagte nach Angaben der „Washington Post“, Twitter habe die Löschung verlangt.

Bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus bemühte sich Trump am Mittwochabend, seine Bemerkung zu relativieren und verwies auf die zumeist milden Krankheitsverläufe bei Kindern. Trump wiederholte aber seine Forderung, dass die Schulen im Land zum normalen Unterricht zurückkehren sollten. In vielen Großstädten haben Schulbezirke wegen der Pandemie bereits angekündigt, das neue Schuljahr nicht wie gewohnt mit reinem Präsenzbetrieb zu beginnen. Anders als Twitter war Facebook bisher sehr zurückhaltend im Umgang mit Trumps Posts. Twitter hatte einige Tweets von Trump wegen Gewaltverherrlichung mit einem Warnhinweis versehen oder diese einem Faktencheck unterzogen. Trump kritisiert dies als Zensur.

Donnerstag, 06.08.2020

Auftragsvolumen steigt – Industrie erholt sich

Der Auftragseingang in der deutschen Industrie hat sich nach dem Einbruch in der Corona-Krise im Juni unerwartet stark erholt. Nachdem das Ordervolumen im Mai bereits um 10,4 Prozent im Monatsvergleich gestiegen war, habe es im Juni einen Zuwachs um 27,9 Prozent gegeben, teilte das Statistische Bundesamt mit. Im März und April waren die Bestellungen eingebrochen, als in zahlreichen Industriestaaten die Wirtschaft im Kampf gegen die Corona-Pandemie größtenteils heruntergefahren wurde.

Analyst*innen hatten im Schnitt einen kräftigen Anstieg im Monatsvergleich erwartet, waren aber nur von einem Zuwachs um 10,1 Prozent ausgegangen. Wie stark die Auswirkungen der Corona-Krise aber nach wie vor auf den Auftragseingang sind, zeigt der Blick auf den Jahresvergleich: Demnach lagen die Bestellungen in den deutschen Industriebetrieben immer noch um 11,3 Prozent unter dem Niveau von Juni 2019

Mittwoch, 05.08.2020

Mehr Beschäftigte in Gesundheitsämtern

Die Gesundheitsämter haben ihr Personal in der Corona-Krise deutlich verstärkt. Das geht aus einer neuen Umfrage des Deutschen Städtetags und des Deutschen Landkreistags hervor, die der „Passauer Neue Presse“ (Mittwoch) vorliegt. Danach haben die Behörden, die auch für die Verfolgung von Infektionsketten zuständig sind, im Zuge der Pandemie bisher 5900 zusätzliche Beschäftigte eingesetzt, größtenteils aus anderen Teilen der Verwaltung. 356 Gesundheitsämter in den Flächenländern hätten derzeit rund 13 900 Stellen mit Ärzten sowie nichtärztlichem Personal besetzt, heißt es in dem Bericht. Die 5900 Beschäftigten, die in den vergangenen Monaten dazu kamen, seien vor allem für die Kontaktnachverfolgung, Corona-Tests und die Kontrolle von Quarantäne zuständig. Amtsärzte hatten zuletzt gewarnt, die Gesundheitsämter in Deutschland seien wegen Personalknappheit nicht für eine zweite Corona-Welle gerüstet.

Auch der Hauptgeschäftsführer des Städtetags, Helmut Dedy, sieht Handlungsbedarf. „Die Ämter sind deutlich besser ausgestattet, als in der öffentlichen Debatte zum Teil angenommen wird“, sagte er der „Passauer Neuen Presse“. Sie seien derzeit stark gefordert, aber nicht überfordert. Das Personal sei kurzfristig durch zusätzliche Kräfte aus anderen Bereichen der Verwaltung ausgeweitet worden. „Aber wir brauchen jetzt für die gesamte Dauer der Pandemie mehr Beschäftigte, um Corona so wirksam wie möglich zu bekämpfen“, betonte Dedy. Die finanziellen Zusagen des Bundes seien ein gutes Signal. Der Bund hat bereits Unterstützung angekündigt. Unter anderem sollen die Gesundheitsämter insgesamt 50 Millionen Euro vor allem für eine bessere digitale Ausstattung bekommen. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat zudem ein Spitzengespräch, offenbar am 8. September, zur Stärkung des öffentlichen Gesundheitsdienstes angekündigt, an dem unter anderem Landräte und Oberbürgermeister teilnehmen sollen.

Dienstag, 04.08.2020

Plastiktütenverbot in Chile final umgesetzt

Chile ist das erste Land in Lateinamerika, in dem die Ausgabe von Plastiktüten in allen Arten von Geschäften verboten ist. „Wir setzen die letzte Etappe dieses Gesetzes um“, zitierte die chilenische Zeitung „La Tercera“ Umweltministerin Carolina Schmidt am Montag. Nachdem das Gesetz im August 2018 in Kraft getreten war, hatten die großen Supermarktketten sechs Monate Zeit, um die neuen Vorschriften umzusetzen. Kleinere Läden bekamen eine Frist von zwei Jahren. Wer nun noch Plastiktüten verteilt, kann mit Bußgeldern von bis zu umgerechnet etwa 350 Dollar bestraft werden. Dem Umweltministeriums zufolge wurde dank dieses Gesetzes seit 2018 der Verbrauch von etwa fünf Milliarden Plastikbeuteln vermieden.

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Montag, 03.08.2020

Lieferstopps bei E-Autos wegen hoher Nachfrage

Auf dem deutschen Automarkt fallen die Preise für die Endverbraucher. Laut der regelmäßigen Rabattstudie des Duisburger CAR-Instituts haben Händler und Hersteller im Juli an allen verfügbaren Schrauben für Preisnachlässe gedreht. Die höchsten Rabatte bis etwa zur Hälfte des Listenpreises (Skoda Citigo E/Smart EQ Fortwo) sind momentan aber bei Elektroautos zu bekommen, weil der staatliche Zuschuss auf 6000 Euro pro Auto gestiegen ist. Dazu kommen 3000 Euro Herstellerzuschuss und weitere Preisvorteile. Das habe besonders bei sehr kleinen Elektroautos zu einer so hohen Nachfrage geführt, dass es Lieferengpässe und Lieferstopps gebe, heißt es in der Studie.

Auch auf enorm: Nachhaltigskeitsstrategie von BMW – die Chance, ein echtes Vorbild zu sein 

Facebook sperrt Profile radikaler Bolsonaro-Anhänger weltweit

Facebook hat die Profile radikaler Anhänger von Brasiliens Präsidenten Jair Bolsonaro nach eigenen Angaben, wie von einem Richter des Obersten Gerichtshofs verfügt, auch außerhalb des Landes gesperrt. Dies berichteten brasilianische Medien unter Berufung auf das weltgrößte Online-Netzwerk am Samstag. Der Richter Alexandre de Moraes hatte die Strafe für Facebook am Freitag wegen der Nichtbefolgung eines vorherigen Urteils auf 1,92 Millionen Reais, umgerechnet 312 000 Euro, am Tag erhöht und dabei nicht ausgeschlossen, den Präsidenten von Facebook-Brasil, Conrado Leister, persönlich zur Verantwortung zu ziehen.

Auch auf enorm: Freihandelsabkommen Mercosur: „Europa macht sich zu Bolsonaros Komplizen“

Moraes sah es als erwiesen an, dass Facebook die Profile von radikalen Bolsonaro-Anhängern entgegen seiner Anweisung nur im Inland gesperrt hatte. Schon kurz darauf veröffentlichten diese ihre anti-demokratischen Parolen und persönlichen Angriffe mit veränderten Standort-Einstellungen, wie die Zeitung „Folha de S. Paulo“ zeigte. Das Urteil ist Teil der Ermittlungen gegen ein vermeintliches Fake-News-Netzwerk. Ziel sind Anhänger und Unterstützer des rechten Präsidenten Bolsonaro wie etwa die rechte Aktivistin Sara Winter von der Gruppe „300 do Brasil“.

Freitag, 30.07.2020

30 Prozent der Konsument*innen haben mehr Bio gekauft

Bio boomt – besonders in der Corona-Pandemie. Zahlen der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) zufolge stieg die Nachfrage nach Lebensmitteln aus ökologischer Erzeugung in den ersten drei Monaten der Corona-Krise deutlich stärker als die Umsätze im Lebensmittelhandel insgesamt. „Die Corona-Krise hat den Trend zu bewussterem Konsum anscheinend nicht gestoppt. Ganz im Gegenteil: Sie scheint ihn verstärkt zu haben“, urteilt der GfK-Handelsexperte Robert Kecskes.

Mit dieser Einschätzung steht er nicht allein. Das Informationsportal Ökolandbau berichtet von Rekordumsätzen im Naturkosthandel und einem Boom bei Bio-Abo-Kisten. Auch die Landesvereinigung für den ökologischen Landbau (LVÖ) in Bayern beobachtet: „Immer mehr Menschen entscheiden sich beim Einkauf für Bio-Produkte.“ Insbesondere regionale Angebote seien gefragt. Bei einer aktuellen Umfrage des Marktforschungsinstituts AMM gaben 30 Prozent der Konsumenten an, ihre Bio-Einkäufe in der Pandemie ausgeweitet zu haben. „Der Anteil von Bio-Produkten am Lebensmitteleinkauf hat durch die Pandemie einen weiteren Schub erhalten“ , ist deshalb auch der Leiter der Studie, der Handelsexperte Joachim Riedl von der Hochschule Hof, überzeugt.

Der Umfrage zufolge profitierten die Bio-Produkte in den vergangenen Monaten nicht nur von ihrem Ruf, hochwertig, umweltfreundlich und gesund zu sein. Die Konsumenten griffen auch deshalb zu Bio-Produkten, weil sie in Zeiten der weltweiten Pandemie regionale Anbieter und Bauern unterstützen wollten. Außerdem stand oft angesichts ausgefallener Restaurantbesuche und abgesagter Urlaubsreisen mehr Geld für hochwertige Lebensmittel zur Verfügung. Zum Vergleich: Nicht einmal 4 Prozent der Verbraucher sagten bei der Umfrage, sie hätten ihre Bio-Einkäufe eingeschränkt. Und wo es geschah, passierte es oft eher unfreiwillig. Als Gründe wurden häufig genannt, dass man wegen der Krise nicht mehr so viele Läden aufsuchen wolle oder dass wegen Corona weniger Geld zur Verfügung stehe.

Donnerstag, 30.07.2020

Verbot von Werkverträgen in Fleischindustrie

Saisonarbeitskräfte in Europa etwa beim Anbau von Obst und Gemüse für den deutschen Markt sollen nach dem Willen der Bundesregierung besser vor Ausbeutung geschützt werden. „Wir wollen im Rahmen der deutschen EU-Ratspräsidentschaft auf europäischer Ebene Maßnahmen zum Schutz von Saisonarbeitskräften veranlassen“, sagte Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Heil: „Der Grundsatz muss sein, dass die Menschen, die bei uns in Europa arbeiten, fair behandelt werden – egal wo sie herkommen. Die Ausbeutung von Menschen darf in Europa nicht länger toleriert werden.“

Am Mittwoch hatte ein Gesetzentwurf Heils zum Verbot von Werkverträgen in der deutschen Fleischindustrie das Bundeskabinett passiert. Heil sagte: „Ich habe erlebt, dass die Ausbeutung von Menschen aus Rumänien und Bulgarien etwa in der deutschen Fleischbranche in Rumänien heftigst diskutiert wird und dem Ansehen Deutschlands geschadet hat.“ Das sei ein Grund dafür, dass er Mitte August nach Bukarest reisen werde, um zu berichten, was für Maßnahmen in Deutschland auf dem Weg seien.

„Wir werden im Rahmen der deutschen EU-Ratspräsidentschaft zwischen den Mitgliedsstaaten auch Maßnahmen vereinbaren, die Einhaltung des Arbeitsschutzes schärfer zu kontrollieren“, sagte Heil. Hier sei bessere Koordination nötig.

„Das wird auch in Spanien diskutiert, wo viel Obst und Gemüse auch für den deutschen Markt angebaut wir“, so Heil. „Ich habe kürzlich mit der spanischen Arbeitsministerin über das Thema gesprochen.“ Auch in der spanischen Landwirtschaft gebe es eine erhebliche Zahl von Infektionen mit dem Coronavirus. „Deshalb besprechen wir in Europa Maßstäbe zum besseren Umgang mit betroffenen Gruppen von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern.“

Mittwoch, 29.07.2020

EU-Kommissionschefin: Europa lernt aus Fehlern

Nach Ansicht von EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen zeigt die jüngste Einigung des EU-Gipfels auf ein gemeinsames Haushalts- und Finanzpaket, dass Europa aus den Fehlern der Vergangenheit lernt. „Früher kamen nur die Stärkeren gut durch Krisen, während schwächere Länder meist einen hohen Preis zahlen mussten“, schreibt die CDU-Politikerin in einem Gastbeitrag im „Handelsblatt“. Heute wüsste man hingegen, „dass wir alle nur dann wieder auf die Beine kommen, wenn wir uns gegenseitig aufhelfen. Deshalb fließen die Mittel hauptsächlich als Zuschüsse an die Mitgliedstaaten.“

Die EU-Staats- und Regierungschefs hatten vorige Woche ein Finanzpaket in Höhe von 1,8 Billionen Euro geschnürt – 1074 Milliarden Euro für den nächsten siebenjährigen Haushaltsrahmen und 750 Milliarden Euro zur wirtschaftlichen Erholung von der Corona-Krise. 390 Milliarden Euro aus dem schuldenfinanzierten Corona-Aufbauplan sollen als nicht zurückzahlbare Zuschüsse an die EU-Staaten gehen. Die Schulden sollen von allen EU-Staaten jahrzehntelang über den gemeinsamen EU-Haushalt zurückgezahlt werden.

Auch auf enorm: Kommentar zum EU-Sondergipfel –  Mehr Ehrgeiz beim Klimaschutz, bitte

Von der Leyen schreibt nun: „Einige werden fragen, warum ausgerechnet Deutschland zusammen mit anderen, teilweise Hunderte Kilometer entfernten Ländern, Geld aufnehmen und zurückzahlen sollte.“ Die Antwort sei jedoch einfach. „Europas Wohlstand basiert auf seiner Einheit und Gemeinschaft und vor allem einem florierenden Binnenmarkt.“ Jeder Euro, der in einem Land investiert werde, werde in das Gemeinwohl investiert. Sie empfinde es nicht als Schwäche, dass der EU-Gipfel mehr als vier Tage gedauert habe. „Ich sehe das Ergebnis als kraftvolles Signal für die einzigartige Stärke Europas“, schreibt von der Leyen. „Nirgendwo sonst auf der Welt würden 27 Länder auch nur darüber reden, mitten in einer Krise gemeinsam in Aufbau und Zukunft zu investieren.“

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Dienstag, 28.07.2020

UN-Generalsekretär: Chance für ökologische Transformation der Metropolen

António Guterres sieht in der Coronavirus-Pandemie eine Chance für eine Neuerfindung der weltweiten Ballungsräume. „Die Zeit ist gekommen, die städtische Welt zu überdenken und umzugestalten“, sagte der Chef der Vereinten Nationen am Dienstag in einer Videobotschaft.

Die Pandemie habe vielerorts für die Schaffung neuer Radwege und Fußgängerzonen gesorgt, mit der die Mobilität und die Luftqualität verbessert worden seien. Eine ökologische Transformation der Metropolen könne klimafreundliches Wachstum und neue Arbeitsplätze bringen. So könne nicht nur dem Coronavirus begegnet werden, sondern auch der Klimakrise und der Verschmutzung von Städten.

WHO: Fast alle Kinder unter fünf Jahren gegen Hepatitis geschützt

Gute Nachricht im Kampf gegen Virushepatitis: Der Anteil der Kinder unter fünf Jahren, die chronisch mit Hepatitis B infiziert sind, ist im vergangenen Jahr unter ein Prozent gefallen. Bis Anfang der 2000er Jahre – vor Einführung der Impfung – waren es noch fünf Prozent, wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zum Welt-Hepatitis-Tag am Dienstag (28. Juli) berichtete. Damit sei ein Etappensieg gelungen. Die Vereinten Nationen streben die Eliminierung der Virushepatitis bis 2030 als ein nachhaltiges Entwicklungsziel an. Bis 2020 sollte der Anteil unter ein Prozent sinken.

„Damit haben wir die Zahl der Lebererkrankungen und des Leberkrebses für künftige Generationen deutlich reduziert“, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus in Genf. Hepatitis ist eine Entzündung der Leber, die meist durch Viren, Schadstoffe, Gifte oder Stoffwechselerkrankungen ausgelöst wird. Es gibt verschiedene Typen: A, B, C, D und E. Erkrankte bemerken oft lange keinerlei Beschwerden. Eine Hepatitis kann ausheilen oder chronisch verlaufen.

Weltweit leben nach Schätzungen der WHO mehr als 250 Millionen Menschen mit chronischer Hepatitis B. 90 Prozent der Kinder, die in ihrem ersten Lebensjahr infiziert werden, bleiben es ihr Leben lang. Jedes Jahr sterben daran 900 000 Menschen. Die WHO empfiehlt eine Impfung direkt nach der Geburt und zwei weitere später. Die Organisation hat große Sorge, dass die Coronavirus-Pandemie Fortschritte zunichtemacht. Im schlimmsten Fall könnten von den zwischen 2020 und 2030 Neugeborenen mangels Impfung zusätzlich etwa 5,3 Millionen Kinder an chronischer Hepatitis B erkranken, gehe aus einer Modellrechnung hervor. Die WHO ruft alle Länder auf, ihre Impfprogramme trotz Corona-Pandemie fortzusetzen.

Montag, 27.07.2020

103-Jähriger überlebt Covid-19-Erkrankung

Aziz Abdul Alim aus der Stadt Chitral im Norden Pakistans ist wohl einer der ältesten Überlebenden der Pandemie. Der 103-Jährige hatte sich Anfang Juli infiziert und wurde Ende vergangener Woche wieder aus dem Krankenhaus entlassen. Dies bestätigte sein Sohn der Nachrichtenagentur Reuters. Sein Vater habe sich im Gegensatz zur Familie wenig Sorgen gemacht, schließlich „habe er bereits einiges erlebt“. Die Isolation hätte ihm aber zugesetzt, so der Sohn.

Israel billigt Einmalzahlung an Bürger*innen

Die israelische Regierung hat am Sonntag eine Einmalzahlung für viele Bürger*innen gebilligt, um deren Finanznöte während der Corona-Krise zu lindern. Das Hilfspaket habe einen Umfang von umgerechnet rund 1,6 Milliarden Euro, teilte das Büro des Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu mit. Fast jeder Israeli soll demnach eine Zahlung von rund 190 Euro erhalten. Eltern sollen zudem knapp 40 Euro für jedes Kind bekommen, für bis zu drei Kinder.

Sozialhilfempfänger sollen eine größere Summe erhalten. Die Maßnahme muss in den kommenden Tagen noch dem Parlament zur abschließenden Billigung vorgelegt werden. Bürger mit einem Jahreseinkommen von mehr als 160 000 Euro sollen dagegen keine Einmalzahlung erhalten. Kritiker hatten den Schritt als populistisches Vorgehen Netanjahus eingestuft, um Proteste gegen seine Corona-Politik zu verringern. Angesichts der wachsenden Finanzkrise Israels handelt es sich aus ihrer Sicht um gefährliche Verschwendung. Netanjahu hatte dagegen am 15. Juli erklärt, Ziel der Maßnahme sei es, „die Wirtschaft wieder in Gang zu bringen“. Netanjahu hatte zuvor bereits ein milliardenschweres Hilfspaket zur Linderung des finanziellen Drucks während der Corona-Krise vorgestellt. Die Folgen der ersten Corona-Einschränkungen vom Frühjahr haben der Wirtschaft des Landes schwer zugesetzt. Die Arbeitslosenquote lag zuletzt bei mehr als 20 Prozent. Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Israel hatte zuletzt einen Höchstwert erreicht.

Freitag, 24.07.2020

Vietnam verbietet Handel mit Wildtieren

Vietnam will den Wildtier-Handel beenden: Künftig sind sowohl der Import bedrohter Arten wie Pangoline (Schuppentiere) und Zibetkatzen verboten als auch der Handel auf Wildtier-Märkten. Regierungschef Nguyen Xuan Phuc habe ein entsprechendes Dekret erlassen, teilten Tierschutzorganisationen in dem südostasiatischen Land mit. „Dies ist das erste Mal, dass die Regierung Dutzende von Ministerien und Behörden mobilisiert hat, um das Problem des Wildtierhandels aktiv anzugehen“, schrieb die Umwelt-NGO WildAid. Der Handel habe verheerende Auswirkungen gehabt und bereite seit Jahren Sorgen, „so zuletzt, als die Covid-19-Pandemie erneut Hinweise auf die Übertragung von Infektionskrankheiten zwischen Wildtieren und Menschen geliefert hat“, sagte WildAid-Experte Hoang Thi Minh Hong.

Ab sofort sind in Vietnam somit die Einfuhr von Wildtieren und Wildtier-Produkten sowie die Jagd, der Transport, der Verzehr und der Verkauf verboten – und zwar sowohl auf Märkten als auch im Internet. Zahlreiche Umweltorganisationen forderten seit Jahren entsprechende Maßnahmen. 15 Prozent der Vietnamesen hätten in den vergangenen zwölf Monaten selbst Wildtiere gekauft oder würden jemanden kennen, der Wildtierprodukte auf einem Markt erstanden habe, schrieb WildAid unter Berufung auf Umfragen. Zusammen mit Thailand sei das Land am Mekong damit der Spitzenreiter in der Region. Hauptsächlich wurde mit Schildkröten, Zibetkatzen, lebenden Vögeln und Pangolinen gehandelt.

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Donnerstag, 23.07.2020

250 Millionen Euro für Pandemie-Bekämpfung in Pakistan

Die Asiatische Infrastrukturinvestmentbank hat Pakistan eine Summe von 250 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.
Die Zahlung, an der sich auch die Weltbank beteiligt, soll in Projekte zur Stärkung des Gesundheitswesens sowie Wirtschaftsförderprogramme fließen. Zuvor waren bereits 500 Millionen Euro von der Entwicklungsbank, Deutschland ist seit 2015 Mitglied des speziellen Finanzinstituts, freigegeben worden, um die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie im Land strukturell zu bekämpfen.

Die weltweite Pandemie hat beispielsweise zudem in Pakistan dazu geführt, dass Routine-Impfungen gegen Krankheiten wie Kinderlähmung gar nicht oder nur stark erschwert durchgeführt werden können.

Mittwoch, 22.07.2020

Mehrere Impfstoffe in entscheidender Testphase

Keine sieben Monate nach Ausbruch der Pandemie werden nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO bereits mehr als 20 potenzielle Impfstoffe am Menschen getestet. Einige wenige befinden sich sogar schon in oder kurz vor der entscheidenden Phase der Tests.

Experten sind zuversichtlich, dass es Erfolge bei den Impfstoffkandidaten geben wird. „Es wäre sehr viel Pech, sollten alle scheitern“, sagt etwa Soumya Swaminathan, Chefwissenschaftlerin der WHO, im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Sie geht davon aus, dass Mitte 2021 ein Impfstoff in größerem Maßstab zur Verfügung stehen könnte. Doch selbst dann – das muss klar sein – wird Impfen vermutlich nur ein Baustein im Kampf gegen das Virus sein.

Auch Sebastian Ulbert vom Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie (IZI) prognostiziert, dass es im kommenden Jahr mehrere zugelassene Impfstoffe geben wird. Er schränkt jedoch ein: „Der große Wurf wird da aber wahrscheinlich noch nicht dabei sein.“ So dürften die ersten Mittel nur bestimmten Gruppen zugutekommen, etwa jungen, gesunden Menschen. „Die Risikogruppen beim Corona-Virus, vor allem Senioren, sind auch am schwersten zu impfen.“ Ihr Immunsystem reagiert oft nicht so gut auf Impfungen. Bis alle erreicht werden können, werde es noch länger dauern.

Dienstag, 21.07.2020

1,8 Billionen Euro – EU-Staaten einigen sich auf Konjunkturprogramm

Die EU-Staaten haben sich auf das größte Haushalts- und Finanzpaket ihrer Geschichte geeinigt. Der Kompromiss wurde nach mehr als viertägigen Verhandlungen am frühen Dienstagmorgen bei einem Sondergipfel in Brüssel von den 27 Mitgliedsstaaten angenommen, wie Ratschef Charles Michel auf Twitter mitteilte. Zusammen umfasst das Paket 1,8 Billionen Euro – davon 1074 Milliarden Euro für den nächsten siebenjährigen Haushaltsrahmen und 750 Milliarden Euro für ein Konjunktur- und Investitionsprogramm gegen die Folgen der Pandemiekrise.

Mit dem Finanzpaket will sich die Europäische Union gemeinsam gegen den historischen Wirtschaftseinbruch stemmen und den EU-Binnenmarkt zusammenhalten. Gleichzeitig soll in den Umbau in eine digitalere und klimafreundlichere Wirtschaft investiert werden. Dafür werden erstmals im großen Stil im Namen der EU Schulden aufgenommen, das Geld umverteilt und gemeinsam über Jahrzehnte getilgt.

Wichtiger Test von Impfstoff in Brasilien

Mit einem Flug aus Frankfurt ist ein wichtiger Corona-Testimpfstoff im brasilianischen São Paulo angekommen: Der chinesische Pharmakonzern Sinovac möchte in Brasilien damit die entscheidende dritte Testphase seines Impfstoffs starten. Die Ankunft bestätigte das brasilianische Fernsehen am frühen Montagmorgen (Ortszeit). Demnach sollte der Impfstoff weiter zum federführenden Forschungszentrum Instituto Butantan in der brasilianischen Metropole gebracht werden.

Fast 9000 Angestellte aus dem Gesundheitssektor sollen den Impfstoff erhalten. Nach einem Bericht der Zeitung „O Globo“ hatten sich für den Test zuletzt in fünf Tagen eine Million Freiwillige gemeldet. In der dritten Testphase (Phase III) wird die Wirksamkeit eines Stoffes an einer größeren Gruppe von Menschen ermittelt.

Montag, 20.07.2020

Venezuela erhält Hilfslieferung aus der Türkei

In der sich verschärfenden Corona-Pandemie ist ein Flugzeug mit mindestens 15 Tonnen Hilfsgütern aus der Türkei in Venezuela eingetroffen. Die Maschine kam auf dem Hauptstadtflughafen Maiquetía an, wie die Zeitung „El Nacional“ am Samstag berichtete. Die Lieferung enthielt demnach unter anderem 25 Beatmungsgeräte, 40 000 Corona-Testkits, 10 000 Schutzmasken und 35 000 Schutzanzüge. „Damit hat Venezuela bislang insgesamt 1000 Tonnen humanitäre Hilfe im Zusammenhang mit der Pandemie erhalten“, wird Gesundheitsminister Carlos Alvarado zitiert. Geholfen hätten die Türkei, China, Russland und internationale Organisationen wie dien UN und das Rote Kreuz.

Deutschland unterstützt ärmere Länder mit drei Milliarden Euro zusätzlich

Die ärmsten Länder der Welt sollen in der Corona-Krise mit zusätzlichen zinslosen Krediten unterstützt werden. Deutschland sagte dafür bei einer Videokonferenz der G20-Finanzminister am Wochenende weitere drei Milliarden Euro als langfristiges Darlehen für ein Hilfsprogramm des Internationalen Währungsfonds (IWF) zu. Über eine Verlängerung der Stundung von Schulden wollen die großen Wirtschafts- und Schwellenländer der G20 später entscheiden, wie es im Abschlusspapier heißt. Auch an den Plänen zur Besteuerung internationaler Digitalkonzerne wollen die Staaten dranbleiben und eine Lösung bis Ende des Jahres erreichen.

2020 und 2021 stelle Deutschland insgesamt 8,7 Milliarden Euro für internationale Hilfsmaßnahmen bereit, teilte Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) mit. „Das Coronavirus stellt uns alle vor große Herausforderungen, in Deutschland, in Europa und auch weltweit“, sagte er. Mit den zusätzlichen Mitteln setze man „ein starkes Signal der Solidarität“ und stehe denen bei, die besonders unter den Folgen der Pandemie litten.

Freitag, 17.07.2020

Keine Neuinfektionen auf Malta seit sieben Tagen

In Malta hat es erstmals seit März über den Zeitraum einer Woche keine Neuinfektionen gegeben. Dies hat Gesundheitsminister Chris Fearne bestätigt. Auf dem Inselstaat leben etwa 500 000 Menschen. Erfasst wurden in den letzten vier Monaten 627 Fälle. Neun Menschen sind infolge einer Erkrankung verstorben. Offenbar lassen sich die verhältnismäßig geringen Zahlen unter anderem auf eine hohe Testrate, etwa 20 Prozent der Bevölkerung wurden getestet, zurückführen. Zwar sind viele Einschränkungen aufgehoben worden, dennoch gelten Abstandsregeln und die Maskenpflicht in Geschäften sowie den öffentlichen Verkehrsmitteln weiterhin.

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Heiratsantrag „wächst“ in Maisfeld

Mit akribischer Planung hat ein Landwirt in Belgien seiner Freundin einen Heiratsantrag in ein Maisfeld gesät. Im April bestellte Joost Roothans in der Nähe der Kleinstadt Achel sein Feld so, dass die Botschaft langsam gen Himmel gedeihen konnte, wie belgische Medien jetzt berichteten. Zuvor habe er zu Hause einen Entwurf gemacht und seine Saat-Maschine so programmiert, dass sie an den entscheidenden Stellen stoppte.

„Anneke wil je met me trouwen“ (Anneke willst du mich heiraten?) war am Ende aus der Luft zu lesen. Vor dem entscheidenden Überflug mit seiner Anneke kontrollierte Roothans per Drohne, ob sein Liebesbeweis aus der Luft gut sichtbar war. Beim Überflug soll Anneke die Buchstaben erkannt haben. Zurück am Boden nahm sie Roothans‘ Antrag schließlich an.

Donnerstag, 16.07.2020

So will die EU eine zweite Corona-Welle und weitere Lockdowns verhindern

Mit verschiedenen Maßnahmen will die Kommission der Europäischen Union eine zweite Corona-Welle und erneute Lockdowns verhindern, wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland berichtet. So sollen die Mitgliedsstaaten koordinierter handeln und ihren Datenaustausch verbessern. Außerdem sollen die Corona-Warn-Apps der verschiedenen Länder miteinander vernetzt werden. EU-Mitgliedsstaaten, die besonders von Coronavirus-Infektionen betroffen sind, sollen über die EU medizinische Notfallteams und Hilfsmaterial anfordern können. Dabei solle es leichter werden, medizinisches Personal und Patient*innen grenzüberschreitend zu verlegen. Die EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides betonte außerdem, wie wichtig es weiterhin sei, Abstandsregeln und das Tragen von Masken einzuhalten.

Recycling-Händler will Lebensmittelversand in Großbritannien revolutionieren

Deutlich mehr Menschen nutzen wegen der Pandemie den Online-Versand von Lebensmitteln. Nun startet in Großbritannien mit Loop die erste Plattform, die ausschließlich auf wiederverwendbare Verpackungen setzt und auch große Marken wie Heinz oder Coca Cola von dem Konzept überzeugen konnte, wie der Guardian schreibt. Wohl auch, weil der britische Supermarkt-Konzern Tesco ein Kooperationspartner ist. Das Ziel von Loop ist klar: Einweg-Plastik soll verschwinden. Und für die Kund*innen ist das denkbar einfach. Ist das Bestellte aufgebraucht, werden die wiederverwendbaren Verpackungen einfach wieder abgeholt. In den USA und Frankreich ist Loop schon am Start, für 2021 ist der Markteinstieg auch in Kanada, Australien und Deutschland geplant.

Mittwoch, 15.07.2020

Weltwirtschaftsforum sieht Chance für 395 Millionen neue Arbeitsplätze

Wenn Staat und Wirtschaft nach der verheerenden Coronavirus-Pandemie die Weichen auf nachhaltige Entwicklung stellen, können bis 2030 rund 395 Millionen neue Jobs geschaffen werden. Zu dieser Schätzung kommt die Stiftung Weltwirtschaftsforum (WEF) in einer neuen Studie. Mit Geschäftsideen, die der Natur erste Priorität einräumen, könnten Geschäfte im Wert von gut zehn Billionen US-Dollar (8,77 Bio Euro) realisiert werden – so viel, wie Regierungen in aller Welt zur Stützung in ihre Volkswirtschaften gepumpt haben.

Das Forum nennt Beispiele, wo solche Lösungen schon hohen Mehrwert geschaffen haben: In Indonesien habe der Einsatz von Satellitenbildern und Sensoren in der Landwirtschaft Erträge um durchschnittlich 60 Prozent erhöht. Die Renaturierung von Küsten in Vietnam mit Mangroven habe das Einkommen der Küstenbewohner*innen mehr als verdoppelt. „Wir können unsere Nahrungsmittelressourcen schonen, unsere Infrastruktur besser nutzen und neue Energiequellen anzapfen, indem wir Lösungen suchen, die positiv für die Natur sind“, sagte Akanksha Khatri, Hauptautorin des Berichts. Ideen sind unter anderem, dass Menschen anders essen, vor allem mehr Obst und Gemüse. Heute kämen 75 Prozent der Nahrungsmittel von nur zwölf Pflanzen und fünf Tierarten, heißt es in dem Bericht. Jede Sekunde werde auf der Welt ein Müllauto voll mit Textilien verbrannt oder auf Mülldeponien geladen. Besseres Recycling könne 148 Millionen Tonnen Textilabfall bis 2030 einsparen. Grüne Dächer, mehr LED-Lampen und bessere Isolierung könnten Milliarden einsparen und gleichzeitig neue Märkte für diese grünen Produkte schaffen. Bessere Bergbaumethoden könnten den Wasserverbrauch um 75 Prozent senken.

„Anthropause“: Chance für die weltweite Tierforschung

Die Weltbevölkerung wächst, der Mensch dringt immer schneller auch in die letzten unberührten und geschützten Lebensräume der Tiere ein. In der Coronakrise kam und kommt diese Expansion zumindest zeitweilig zum Erliegen. Seitdem mehren sich die Berichte über Wildtiere in sonst bevölkerten Gebieten – etwa in urbanen Räumen. Auch, wenn einige der Nachrichten, etwa die Sichtungen von Delphinen und Schwänen in Venedig, ob ihres Wahrheitsgehaltes mit Vorsicht behandelt werden müssen, bietet die Krise auch die Chance, mehr über Bewegungsmuster und Verhalten der Tiere zu erfahren. Auf diesen Erkenntnisgewinn hat jüngst ein britisches Forscher*innen-Team um den Biologen Christian Rutz in der Zeitschrift Nature hingewiesen. Helfen soll dabei das „Bio-logging“, eine besondere Sensortechnik, deren Ergebnisse online für alle in einer Datenbank abrufbar sind.

Dienstag, 14.07.2020

Floating Cinema eröffnet in Paris auf der Seine

Jeden Juli eröffnen die „Paris Plages“ in der französischen Hauptstadt, die temporären Sandstrände entlang der Seine. Um den Pariser*innen das Physical Distancing zu versüßen, wird nun am 18. Juli ein „Cinéma sur l’Eau“, also ein Kino auf dem Wasser, eröffnen: Auf dem künstlichen Wasserbecken „Bassin de la Villette“ werden kleine Elektroboote installiert, von denen aus man auf einer Leinwand am Ufer ein Freiluftkino genießen kann. Zusätzlich sollen 180 Liegestühle am gegenüberliegenden Ufer aufgebaut werden. Alle Plätze werden verlost und sollen nichts kosten. An der Lotterie kann man bis zum 15. Juli teilnehmen.

NRW startet „Freiwilligenregister“ für Corona-Notlagen

In Nordrhein-Westfalen soll ein Online-Freiwilligenregister Fachkräfte aus allen Gesundheitsberufen mobilisieren. Egal ob Ärzt*innen, Pfleger*innen, medizinische Fachangestellte oder Verwaltungskräfte aus dem Gesundheitsbereich: Sie alle können sich auf freiwilliger Basis auf dem neuen Internetportal registrieren.

Die Idee dahinter: Im Falle eines starken Coronavirus-Ausbruches könnte es mancherorts zu Versorgungsengpässen kommen und mehr Bedarf an Personal bestehen. Dann sollen Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen über die örtlichen und überörtlichen Krisenstäbe Informationen aus der Datenbank erhalten. Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann betonte jedoch: „Wichtig ist: Mit der Registrierung ist keine Verpflichtung verbunden. Es geht zunächst nur um eine grundsätzliche Bereitschaft zur Unterstützung.“ Im Auftrag des Landes Nordrhein-Westfalen führen die Ärztekammern Nordrhein und Westfalen-Lippe das Register.

Montag, 13.07.2020

Jamaika verkündet verschärfte Klimaschutz-Maßnahmen

Jamaika hat den Vereinten Nationen ein neues Klimaziel für dieses Jahrzehnt gemeldet, berichtet die taz. Das Land will 25,4 Prozent Treibhausgasemissionen einsparen. Für den Fall, dass internationale Gelder bereitgestellt werden, sogar 28,5 Prozent. Damit ist der karibische Inselstaat eines der wenigen Länder, das sich an das Pariser Klima-Abkommen hält, in dem festgelegt ist, dass das staatliche Klimaziel alle fünf Jahre aktualisiert werden muss. In Anbetracht der Coronakrise sei das eine besondere Auszeichnung für das Jamaika, sagt Lutz Weischer von der Klimaorganisation Germanwatch der taz: „Es wird Entwicklungsländer geben, die gerade mit voller Wucht von der Coronakrise getroffen werden und wo die staatlichen Institutionen in dieser Krisensituation nicht die Kapazitäten haben, ein neues Klimaziel einzuarbeiten“, meint Weischer. Für andere Länder gebe es aber „überhaupt keine Entschuldigung“, die international vereinbarte Deadline nicht einzuhalten.

Zahlreiche Freiwillige für Corona-Impfstudie in Tübingen

Rund 4000 Freiwillige haben sich in der Tübinger Universitätsklinik als Proband*innen für eine Corona-Impfstudie gemeldet. „Wir sind in einer Luxuslage wie noch bei keiner klinischen Studie. Sonst müssen wir um Probanden ringen“, sagte Studienleiter Peter Kremsner.
An der Uniklinik hatte Mitte Juni eine klinische Studie begonnen, um den Impfstoff des Tübinger Biopharma-Unternehmens Curevac auf seine Verträglichkeit zu testen. Neben der Mainzer Firma Biontech ist Curevac das zweite deutsche Unternehmen, das eine Genehmigung für eine klinische Studie bekommen hatte.
Bisher haben rund 50 Menschen das Mittel erhalten. Laut Kremsner sind noch keine überraschenden Nebenwirkungen aufgetreten. „Bisher ist alles im grünen Bereich“, sagte er. Die zahlreichen Freiwilligen kommen nicht alle zum Zug. Insgesamt sollen 168 Proband*innen geimpft werden – neben Tübingen auch in Testzentren im belgischen Gent, in Hannover und München. Bei der klinischen Studie handelt es sich um eine sogenannte Phase-1-Studie. Verläuft sie erfolgreich, folgen Untersuchungen mit deutlich mehr Probanden.

Freitag, 10.07.2020

Günstigere Mieten in Amsterdam

Die Corona-Pandemie sorgt für Entspannung auf dem Wohnungsmarkt. Da unter anderem Touristen wegbleiben, die etwa über Airbnb auch auf private Unterkünfte setzen, ist das Angebot etwa in Amsterdam deutlich höher. Dadurch sind die Mieten um bis zu 20 Prozent gesunken. Auch sorgen die stetig zurückgehenden Infektionszahlen für vorsichtigen Optimismus: In der vergangenen Woche waren 19 Todesfälle registriert worden – der niedrigste Wert seit Ausbruch der Pandemie. Die Arbeitslosigkeit geht zurück, die Verbraucher geben wieder mehr Geld aus: Immer mehr Unternehmer haben nun Vertrauen, dass ihr Betrieb die Krise überleben wird.

Coronakrise bringt Schwung für Videosprechstunden

Videosprechstunden sind angesichts der Coronakrise laut einer Umfrage stärker in Schwung gekommen. Eine Nutzung können sich aktuell 45 Prozent der Bundesbürger vorstellen, das ergab eine Befragung des Digitalverbands Bitkom. Im Mai waren es hingegen noch sechs Prozent weniger, im Mai vergangenen Jahres nur 30 Prozent. Tatsächlich genutzt haben demnach nun bereits 13 Prozent eine Videosprechstunde. Im Mai waren es noch acht Prozent und im Mai vergangenen Jahres fünf Prozent der Befragten. Laut der Umfrage wurden Videosprechstunden zu 97 Prozent bei einem eigenen, schon bekannten Arzt wahrgenommen – der Rest wandte sich über Online-Plattformen an noch unbekannte Mediziner. Grundlage sind zwei aktuelle Umfragen: eine von April bis Mai 2020 mit 1193 Befragten und eine weitere Anfang Juli mit 1005 Befragten in Deutschland, jeweils ab 16 Jahren.

Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder sagte, die Corona-Krise habe einen unerwarteten und ungewollten Schub für die Digitalisierung des Gesundheitswesens entwickelt. Dies gelte es nun auch in die Zeit danach weiterzutragen. Bei Videosprechstunden sollten bürokratische Vorgaben und Begrenzungen für Ärzte bei Abrechnungsmöglichkeiten mit den Krankenkassen aufgehoben werden.

Donnerstag, 09.07.2020

Corona-freie Südsee-Inseln und wenige Fälle auf Seychellen

Samoa, Tonga, Tuvalu, Kiribati, Vanuatu: Diese Inseln im Südpazifik sind Corona-frei. Dabei hat ihnen ihre geografische Abgeschiedenheit geholfen. Zudem ordneten die örtlichen Behörden früh strenge Abschottungsregeln an. „Und die Regierungen in der Region setzen auch weiter auf die strikten Maßnahmen wie Grenzschließungen, Reisebeschränkungen und Lockdowns, um eine Einschleppung des Virus zu verhindern“, sagte Unicef-Pazifik-Vertreter Sheldon Yett der dpa. Nur wenige Fälle verzeichnen außerdem die vor der Ostküste Afrikas gelegenen Seychellen. Dort wurden bislang nur 80 Fälle und keine Toten im Zusammenhang mit dem Virus verzeichnet. Als Vorteil gilt auch hier die abgeschottete Lage des Inselstaats: Das Urlaubsparadies im Indischen Ozean konnte früh die internationalen Flugverbindungen kappen. Nach einem relativ strengen Lockdown wurden die Maßnahmen bereits im Mai wieder gelockert. Allerdings erlebten die Seychellen jüngst einen Rückschlag, als nach zwei Monaten ohne neue Fälle Matrosen einer spanischen Fischfangflotte positiv getestet wurden.

„Grüner“ Wasserstoff soll in der EU stark ausgebaut werden

Die Nutzung klimafreundlichen Wasserstoffs soll in der Europäischen Union binnen zehn Jahren stark ausgebaut werden, um die Energiewende voranzutreiben. Die EU-Kommission legte dazu ihre Strategie vor. So sollen mit öffentlicher Unterstützung bis 2024 die Kapazitäten auf eine Million Tonnen Wasserstoff aus erneuerbaren Energien wachsen – sechs Mal so viel wie heute. Bis 2030 sollen es zehn Millionen Tonnen sein. Dies sei wichtig, um das Ziel eines klimaneutralen Europa bis zum Jahr 2050 zu erreichen, erklärte Kommissionsvize Frans Timmermans: „Mit der Entwicklung und dem Einsatz einer sauberen Wasserstoff-Wertschöpfungskette wird Europa weltweit führend werden und seine Führungsrolle bei sauberen Technologien bewahren.“

Wasserstoff gilt als wichtiger Baustein für eine klimafreundliche Energieversorgung. Denn bei der Nutzung entstehen keine Treibhausgase. Allerdings muss zur Herstellung zunächst mit großem Energieaufwand Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff gespalten werden. Klimaschonend ist dies nur, wenn dazu wiederum Strom ohne oder mit nur minimalen Treibhausgas-Emissionen während der Erzeugung verwendet wird, also zum Beispiel aus Sonne oder Wind. Die Strategie soll Investitionen in diesen „grünen“ Wasserstoff voranbringen und dafür öffentliche und private Gelder mobilisieren. Dazu soll auch das Hunderte Milliarden Euro schwere Corona-Wiederaufbau-Programm genutzt werden, über das die EU-Staaten derzeit verhandeln.

Auch auf enorm: Schlüsseltechnologie für Energiewende: „Es gibt kein Szenario, das ganz ohne Wasserstoff auskommt“

Mittwoch, 08.07.2020

Ausbleiben der Kreuzfahrtschiffe entlastet Norwegens Fjorde

Statt der für dieses Jahr 134 erwarteten Kreuzfahrtschiffe kamen nur elf nach Norwegen, berichtet die taz. Kreuzfahrten zu den berühmten norwegischen Fjorden sind seit März zwar nicht verboten worden, dafür jedoch der Landgang für Tourist*innen, wodurch sehr wenige Menschen sich für eine solche Reise entschieden haben. Was für die Tourismusbranche in Norwegen Verluste von hunderten Millionen von Euro bedeutet, ist für die Umwelt ein Segen: Kreuzfahrtschiffe belasten die Umwelt mit Schadpartikeln und riesigen Mengen von CO2: Laut der NGO Reiseliv hinterlasse ein*e durchschnittliche*r Tourist*in pro Krone, die er*sie im Land ausgebe, einen durchschnittlichen Klimafußabdruck von 247 Gramm Kohlenstoffdioxid.

Uni Bielefeld entwickelt Corona-Schnell-Test

Zellbiolog*innen der Uni Bielefeld haben einen Corona-Schnell-Test entwickelt: Schon nach 16 Minuten bringt er ein Ergebnis. Aktuell dauert es hingegen zwei Stunden einen Test auf eine Sars-CoV-2-Infektion durchzuführen und auszuwerten. Der neue, rund zehn Mal schnellere Test spart also nicht nur Zeit, sondern auch Geld und wäre dadurch in größerem Umfang möglich. Professor Dr. Christian Kaltschmidt vom Lehrstuhl für Zellbiologie der Universität Bielefeld betont die Vorteile des neuen Verfahrens. So könnte ein solcher Test vor allem dort zum Einsatz kommen, wo schnelle Ergebnisse gefragt sind. „Wenn beispielsweise Kreuzfahrtschiffe ihren Betrieb wieder aufnehmen, könnten sie in kurzer Zeit jede Person testen, bevor sie an Bord geht“, erklärt Kaltschmidt in einer Mitteilung der Universität. Laut MDR ist noch nicht bekannt, wann solche Tests überall verfügbar sind und zu welchen Kosten. Die Zellbiolog*innen haben dazu auch ein Preprint, also eine noch nicht begutachtete wissenschaftliche Publikation, veröffentlicht.

Dienstag, 07.07.2020

Fahrrad, Spaziergänge, Fitness: Mehr Bewegung während Corona-Pandemie

In Deutschland gehen mehr Menschen wegen der Coronakrise zu Fuß oder steigen aufs Fahrrad statt ins Auto. Auch zu Hause oder im Garten machen mehr Menschen Sport. Das sind Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage im Auftrag der DKV Deutsche Krankenversicherung, wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet. 22 Prozent der Befragten gaben an, dass sie in ihrer Freizeit, mehr Rad fahren, ähnlich viele machen demnach mehr Sport. 26 Prozent der Teilnehmenden gehen außerdem mehr zu Fuß oder nutzen das Fahrrad statt ihres Autos oder öffentlichen Verkehrsmitteln. Fast 40 Prozent der Umfrage-Teilnehmer*innen sagten, sie machen mehr Spaziergänge, 15 Prozent wiederum joggen oder walken mehr. Die DKV hat für die Umfrage zusammen mit dem Marktforschungsinstitut Ipsos repräsentativ 1060 Personen im Alter zwischen 16 und 75 Jahren befragt. Die Daten wurden Mitte Mai erhoben.

Soziale Medien könnten helfen, Covid-19-Ausbrüche vorherzusagen

Forscher*innen haben ein Modell entwickelt, um anhand der Daten sozialer Medien Ausbrüche von Covid-19 frühzeitig zu erkennen, wie die New York Times berichtet. Die Analysen könnten dazu genutzt werden, um Auslastungen von Krankenhäusern und wirtschaftliche Folgen der Coronakrise früher abschätzen zu können. Das internationale Team aus Wissenschaftler*innen um Mauricio Santillana und Nicole Kogan der US-amerikanischen Harvard Universität hat einen Algorithmus entwickelt, der bereits zwei Wochen vor einem Ausbruch vorhersagen soll, wo sich dieser ereignet. In einem Preprint, also einer noch nicht begutachteten wissenschaftlichen Publikation, schreiben sie, dass dabei Informationen von Twitter, Google Suchanfragen und Mobilitätsdaten von Smartphones analysiert werden und ähnlich einem Thermometer funktionieren, das einen Anstieg in Echtzeit abbildet.

Montag, 06.07.2020

Indische Farmer*innen nutzen Apps und Social Media, um im Lockdown zu überleben

Indien ist nach aktuellen Zahlen das Land mit der dritthöchsten Covid-19-Infektionsrate der Welt. Seit März befindet sich das Land im Lockdown: auch für die Millionen von Farmer*innen eine wirtschaftliche Katastrophe, da sie ihre Ware nicht vertreiben können. Nun ermöglichen nach einer Recherche des Guardians mehrere soziale Start-ups den Bäuer*innen, ihre Produkte online zu verkaufen: Sowohl die App „A-Bani“, als auch das „Harvesting Farmer Network“ auf Twitter vernetzen Farmer*innen mit Kund*innen, die meist in Städten leben. Die Ware wird über Trucks kontaktlos an die Käufer*innen geliefert. Andere Farmer*innen organisierten lokale Online-Märkte für Agrarprodukte über WhatsApp. Für viele Farmer*innen ist es laut des Berichts das erste mal, dass sie ihre Produkte wie Cashewnüsse, Obst und Ananas außerhalb ihres Heimatortes verkaufen.

Bundeswehr-Hunde sollen lernen, das Coronavirus zu erschnüffeln

Können Bundeswehr-Hunde eine Infektion mit dem Coronavirus am Geruch von Speichelproben erkennen? Daran forscht die Diensthundeschule der Bundeswehr bei Ulmen laut Deutscher Presse-Agentur im Rahmen eines Forschungsprojekts mit der Stiftung Tierärztliche Hochschule (TiHo) Hannover. Die Versuche laufen mit zehn Diensthunden. Die Idee: An gewissen Komponenten im Speichel-Geruch von Infizierten sollen die Hunde eine Infektion erschnüffeln können. Damit sich niemand an den Proben ansteckt, schnüffeln die Tiere an Speichelproben infizierter Menschen, in denen die Viren zuvor chemisch unschädlich gemacht wurden. In weiteren Tests solle dies – unter hohen Sicherheitsstandards – dann mit aktiven Viren passieren. Laut der Hundeschule, so berichtet die dpa, liege die Trefferquote bei derzeit etwa 80 Prozent. In wenigen Wochen solle es belastbare Ergebnisse geben. Falls die Versuche erfolgreich sind, bedürfe es einer Diskussion, in welchen zivilen und militärischen Bereichen die Hunde eingesetzt werden können.
Auch anderswo, etwa in den USA, Finnland und Großbritannien werden Hunde darauf trainiert, Sars-COV-2 zu erkennen, nicht nur am Speichel-Geruch, sondern auch am Urin und Schweiß.

Freitag, 03.07.2020

#LoveIsEssential: EU-Innenkommissarin fordert lockere Reiseregeln für Liebespaare

Die EU-Innenkommissarin Ylva Johansson wirbt dafür, Paare von den EU-Einreisebeschränkungen auszunehmen. In einem Tweet forderte die Schwedin EU-Mitgliedsstaaten und Reiseunternehmen dazu auf, den Begriff der „Partnerschaft“ so weit wie möglich zu begreifen. Menschen, die mit EU-Bürger*innen oder -Einwohner*innen eine dauerhafte oder nachgewiesene Beziehung haben, sollten demnach von Einreisebeschränkungen ausgenommen werden, schrieb Johansson unter den Hashtags #LoveIsEssential (Liebe ist unverzichtbar), zu dem es auch eine Online-Petition gibt, und #LoveIsNotTourism (Liebe ist kein Tourismus).

Um die Coronavirus-Pandemie einzudämmen, hatten sich Mitte März alle EU-Staaten (außer Irland) sowie die Schweiz, Norwegen, Liechtenstein und Island darauf geeinigt, nicht zwingend notwendige Reisen in die EU zunächst zu verbieten. Der Einreisestopp wird seit Anfang Juli langsam gelockert.

Auch kleine Manufakturen profitieren vom Fahrrad-Boom

Der Fahrrad-Boom in der Coronakrise hält unvermindert an. Mitunter kann es sogar zu Lieferengpässen kommen. Gerade in Städten sind viele Menschen auf das Rad umgestiegen, um den öffentlichen Nahverkehr zu meiden. Von dem Boom profitieren auch kleine Manufakturen: Das Unternehmen my Boo baut Bambusfahrräder. Die handgefertigten Rahmen entstehen im Rahmen eines sozialen Projekts in Ghana, montiert werden die Räder in Kiel. „Nach einer kleinen Delle zu Beginn der Corona-Krise hat die Nachfrage spürbar angezogen“, berichtet Mitgründer Jonas Stolzke. Er betreibt außerdem drei Radgeschäfte in der Region, darunter einen reinen E-Bike-Laden. Die Verkaufszahlen in diesem Segment hätten sich gegenüber 2019 nahezu verfünffacht.

Kann dieser Trend auch die Infrastruktur nachhaltig verändern? Dort komme der Wandel nur sehr langsam in Gang, kritisiert der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC). Schnelle Lösungen wie die etwa 20 Kilometer „Pop-up-Bike-Lanes“ in Berlin, also kurzfristig eingerichtete Radwege, hätten bundesweit nur eine Handvoll Nachahmer gefunden. „Der Bedarf nach mehr und besseren Radwegen war schon vor Corona da – die Engpässe verschärfen sich jetzt durch den Corona-Radboom“, sagt ADFC-Sprecherin Stephanie Krone.

Donnerstag, 02.07.2020

Größte Urbane Farm Europas eröffnet in Paris

Auf dem Dach einer Messehalle in Paris hat das größte Urban Farming Projekt Europas eröffnet. Auf 14.000 Quadratmetern werden in nachhaltiger Landwirtschaft Lebensmittel wie Erdbeeren und Salate angebaut. Pariser*innen können sich auch ein eigenes Hochbeet für 320 Euro im Jahr mieten. Ein Drittel der riesigen Dachfläche wurde in Betrieb genommen, der Rest soll 2022 eröffnen. Die Hälfte der 400.000 Euro betragenden Kosten des Projektes wurde durch Crowdfunding finanziert. Insbesondere die Coronakrise habe gezeigt, dass Europa resiliente und regionale Versorgung benötige, sagten die Betreiber*innen der Deutschen Welle im Interview. Das Projekt solle solidarische Nachbarschaftsnetzwerke für lokale Versorgung bilden. Die Pflanzen wachsen in geschlossenen Hydrokultur-Systemen, es wird ohne Pestizide gearbeitet.

Bundestag beschließt Millionenförderung für Zeitungsverlagswesen

Der Staat fördert Zeitungs- und Zeitschriftenverlage in den nächsten Jahren mit 220 Millionen Euro. Der Bundestag beschloss am Donnerstag mit den Stimmen der Koalition den Nachtragshaushalt, in dem auch das Verlagswesen berücksichtigt ist.
Das Geld ist für die digitale Transformation des Verlagswesens zur Förderung des Absatzes und der Verbreitung von Abonnementzeitungen, -Zeitschriften und Anzeigenblättern gedacht. Das Ganze soll die Medienvielfalt und -Verbreitung in Deutschland erhalten.
Für dieses Jahr sind 20 Millionen Euro vorgesehen und in Folgejahren insgesamt 200 Millionen Euro. Eine genaue Verteilung und nähere Details blieben zunächst unklar.
Ursprünglich war der Plan gewesen, speziell den Bereich der Zustellung von Zeitungen und Anzeigenblättern zu unterstützen. Im Haushalt 2020 waren dafür 40 Millionen Euro für Abonnementzeitungen und Anzeigenblätter vorgesehen – Zeitschriften waren nicht berücksichtigt. Diese Förderung entfällt. Das Ganze soll die Medienvielfalt und -Verbreitung in Deutschland erhalten. Eine bereits im November vom Bundestag beschlossene Förderung speziell für die Zustellung von Tageszeitungen und Anzeigenblättern wird es nun doch nicht geben. Zeitschriftenverleger hatten immer wieder bemängelt, dass sie bei dieser Förderung nicht berücksichtigt würden.

Mittwoch, 01.07.2020

Immer Mehr Milliardär*innen in den USA wollen höhere Reichensteuer, um soziale Ungleichheit zu bekämpfen

Wie Michaela Haas in ihrer SZ-Kolumne „Die Lösung“ zusammenfasst, erkennen immer mehr Superreiche in den USA, dass sie vor allem in Zeiten einer Pandemie mehr von ihrem Vermögen mit der Gesellschaft teilen müssten. Es könne nicht sein, dass Unternehmer Elon Musk dieses Jahr einen persönlichen 700 Millionen Dollar Bonus erwirtschaftet,  aber die Hälfte aller seiner Mitarbeiter*innen in unbezahlte Kurzarbeit schickt. Gegenbeispiele seien zum Beispiel Investor Warren Buffett, der sich für eine Reichensteuer von 6 Prozent bei einem Vermögen über eine Milliarde Dollar einsetzt. Für eine Vermögenssteuer treten auch Investor George Soros, der Hedgefonds-Manager Ray Dalio, Michael Bloomberg, und Filmemacherin und Großnichte von Walt Disney Abigail Disney ein. Letztere spende bereits die Hälfte ihres etwa 125 Millionen Dollar umfassenden Vermögens und ist Mitglied der Vereinigung Patriotic Millionaires, in der sich Reiche dagegen engagieren, dass der Staat sie sie steuerlich bevorzugt. Disney sagte dem New Yorker: „Ehrlich gesagt, wenn du Milliardär bist und nur die Hälfte deines Vermögens verschenken willst, stimmt was nicht mit dir. Es ist echt nicht so hart: Gibt einfach einen Teil deiner ohnehin üppigen Kompensation ab, vor allem in diesem Jahr.“ Als Großnichte von Walt Disney kritisierte sie die Geschäftsleitung und das Management der Walt Disney Company, die aufgrund der Covid-19-Pandemie ebenfalls 220.000 Mitarbeiter in den Zwangsurlaub schickten und sich selbst Bonuszahlungen in zweistelliger Millionenhöhe auszahlen wollten.

Corona-Krise dämpft langfristige Nachfrage nach Energie weltweit

Der Ausbruch der Corona-Pandemie wird nach einer Prognose des Technik-Dienstleisters DNV GL den langfristigen Energiebedarf dämpfen. Im Vergleich zur Prognose vor der Krise werde der Energiebedarf der Menschheit im Jahr 2050 um 8 Prozent niedriger sein, hieß es im „Energy Transition Outlook“ des norwegischen Unternehmens, der am Mittwoch veröffentlicht wurde.

Haupttreiber für den Rückgang der Nachfrage werde vermutlich weiter sein, dass die Nutzung von Energie immer effizienter werde. Die DNV GL erwartet aber auch, dass sich mit der Pandemie die Reise-, Pendel- und Arbeitsgewohnheiten der Menschen langfristig ändern werden. Das werde nicht nur der Transportsektor zu spüren bekommen. Weil weniger Bürogebäude gebaut würden, werde auch die Nachfrage nach Eisen- und Stahlprodukten sinken, so die Autoren.

Die wirtschaftlichen Folgen des Virus haben auch den Rückgang der Kohlendioxidemissionen beschleunigt. Doch die Auswirkungen auf das Kohlenstoffbudget insgesamt seien minimal. Die Energiewende sei noch lange nicht schnell genug, um das Pariser Ziel zu erreichen, die globale Erwärmung deutlich unter 2 Grad über dem vorindustriellen Niveau zu halten.„Covid-19 hat enormes menschliches Leid verursacht, hat uns aber gleichzeitig gezeigt, dass Maßnahmen in großem Maßstab schnell umgesetzt werden können,“ sagte Remi Eriksen, Chef von DNV GL.

Dienstag, 30.06.20

Initiative will gesenkte Mehrwertsteuer in Schutz der Wälder investieren

Ab Juli wird die Mehrwertsteuer um drei Prozent gesenkt. Doch unter Ökonom*innen ist umstritten, ob die 20 Milliarden Euro teure Maßnahme, die wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise abschwächen kann.
Eine Initiative setzt sich nun dafür ein, die Steuerersparniss stattdessen in den Klimaschutz zu investieren: MehrWaldSteuer richtet sich an Unternehmen, die ihre Preise beibehalten und die gesparten drei Prozent Mehrwertsteuer in Projekte zum Schutz sowie Auf- und Umbau von Wäldern zu investieren – national und international. Caámate, ein Social Startup für Mate Tee und Regenwaldschutz, und der Verein „Impuls – Agentur für angewandte Utopien“ haben die Initiative ins Leben gerufen und fordern auch langfristig eine tatsächliche MehrWaldSteuer einzuführen.

Macron bereit zu Volksabstimmung über Klimafragen

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron ist bereit, die Bevölkerung vom kommenden Jahr an über bestimmte Fragen des Klimaschutzes abstimmen zu lassen. Das sagte der 42-Jährige am Montag in Paris beim Empfang von 150 Bürger*innen, die neun Monate lang an Vorschlägen für einen besseren Klimaschutz gearbeitet hatten. Erst am Sonntag hatte es bei der Endrunde der Kommunalwahlen in Frankreich eine „grüne Welle“ gegeben. Grüne und ihre Verbündeten eroberten die Rathäuser großer Städte wie Straßburg, Lyon oder Bordeaux. Der Bürgerkonvent hatte Vorschläge zur Bekämpfung des Klimawandels vorgelegt. Zu den rund 150 Empfehlungen gehören ein Verbot von gentechnisch verändertem Saatgut sowie die Aufnahme des „Ökozids“ als Verbrechen ins französische Strafrecht. Das Gremium war im vergangenen Jahr auf Initiative Macrons eingerichtet worden, um die französische Gesetzgebung in Klimafragen zu begleiten. Laut Journalist Abel Mestre sei die Coronakrise nun ein Katalysator gewesen: Es sei den Menschen in der Krise klar geworden, dass wir „unseren Lebensstil und unser Konsumverhalten zu hinterfragen“ beginnen müssen.

Auch auf enorm: Medizin für das Klima: Gesunder Planet, gesunde Menschen

Montag, 29.06.20

Ökostrom-Rekord im ersten Halbjahr – Deutlich weniger Kohlestrom

Viel Wind und Sonnenschein in der ersten Jahreshälfte haben die Erzeugung von Ökostrom in Deutschland auf ein Rekordhoch getrieben. Strom aus erneuerbaren Energien deckte nach Angaben der Experten von Agora Energiewende gut 50 Prozent des Verbrauchs. Die Kombination aus günstigem Wetter für Windkraft- und Solaranlagen sowie einem niedrigen Stromverbrauch in der Corona-Krise drückte den Ausstoß von Treibhausgasen demnach erheblich – das Klimaschutz-Ziel für 2020 dürfte nach Einschätzung der Denkfabrik erreicht werden. Von Januar bis Juni wurden nach Berechnungen des Energiekonzerns Eon rund 126 Milliarden Kilowattstunden Grünstrom ins Netz eingespeist. Das sind 7 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres. Diese Menge an Ökostrom reiche rechnerisch aus, um den Strombedarf sämtlicher Haushalte in Deutschland und den Niederlanden zusammen für das ganze Jahr zu decken. Mit rund 73 Milliarden Kilowattstunden erzeugten Windkraftanlagen an Land und auf See Eon zufolge die mit Abstand größte Menge an Ökostrom. Aus Solaranlagen stammten demnach rund 25 Milliarden Kilowattstunden. Der Rest entfiel auf Biomasseanlagen (rund 20 Milliarden Kilowattstunden) und die Wasserkraft (7 Milliarden Kilowattstunden). Der Ökostrom-Anteil in Deutschland lag Agora Energiewende zufolge in der ersten Jahreshälfte bei 50,3 Prozent. Die Stromproduktion aus Kohle nahm dagegen im ersten Halbjahr um 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ab. Insgesamt waren Deutschlands Braunkohle- und Steinkohlekraftwerke zusammen für weniger als 20 Prozent der gesamten Stromerzeugung verantwortlich. Gründe dafür waren auch der niedrige Gaspreis und der stabile CO2-Preis in der EU, der die Kohlestrom-Produktion verteuert.

Balkon-Gottesdienste in Nairobi

Paul Machira, ein Priester der anglikanischen All Saints Cathedral in Nairobi, reist durch Apartmentkomplexe der kenianischen Hauptstadt, um dort von Musik begleitete Balkon-Gottesdienste und Bibelstunden abzuhalten, wie der Guardian berichtet. Zuvor hatte bereits ein Lehrer der Kirchengemeinde  den Kindern Balkon-Bibelstunden angeboten, um sie zu unterhalten, während sie zu Hause festsaßen. Mittlerweile bietet die Gemeinde jungen Menschen auch Online-Angebote. Die Balkon-Zeremonien und der Unterricht ermögliche es hingegen auch, Kinder zu erreichen, die keinen Zugang zum Internet haben, erklärt Priester Machira. Am 22. März mussten wegen der Covid-19-Pandemie Gotteshäuser in Kenia schließen.

Freitag, 26.06.20

Nur sehr wenige Kinder sterben laut Studie an Covid-19-Infektion

Laut einer europaweiten Studie ist die Sterblichkeitsrate unter mit dem Coronavirus infizierten Kindern sehr gering. Aus einer in der Fachzeitschrift „The Lancet Child & Adolescent Health“ veröffentlichten Studie geht hervor: Weniger als ein Prozent der 582 untersuchten Minderjährigen im Alter zwischen drei und 18 Jahren starben an den Folgen der SARS-CoV-2-Infektion. In acht Prozent der Fällen war die Erkrankung jedoch so schwer, dass die Patient*innen eine Intensivbehandlung benötigten. Die große Mehrheit der am Coronavirus erkrankten Kinder und Jugendlichen hatte hingegen nur einen milden Verlauf. Eine Erklärung könnte sein, dass Kinder und Jugendliche seltener Vorerkrankungen haben.

Wirtschaftsakteur*innen stellen sich gegen illegale Amazonas-Abholzung

Jair Bolsonaros Regierung wird dafür kritisiert, die Coronakrise zu instrumentalisieren, um den Regenwald und den Lebensraum der brasilianischen Indigenen weiter zu zerstören. Nun drohen bedeutende Investor*innen aus Norwegen und acht anderen Ländern der brasilianischen Regierung mit einem offenen Brief. Sie fordern Brasilien auf, die Abholzung im Amazonas-Gebiet zu stoppen und die Rechte indigener Völker zu respektieren. Sollte sich nichts an dieser Politik ändern, könnte das zur Folge haben, dass man Investitionen aus einzelnen Firmen oder Geschäftsfeldern zurückziehe.

Eine Petition der NGO Campact ruft Supermärkte außerdem dazu auf, brasilianische Produkte zu boykottieren, um Druck auf Bolsonaro auszuüben. Vorbild ist eine ähnliche Initiative von britischen Supermärkten. Konkret richtet sich der Protest gegen den brasilianischen „Erlass 910“, ein Gesetz, durch das Bolsonaro die unrechtmäßige Besetzung und illegale Abholzung von Regenwald bis zum Jahr 2018 legalisieren will. Die beiden Supermarktketten Rewe und Aldi Süd hatten sich schon zu einem Boykott bereit erklärt. Die Petition will auch Aldi Nord, Edeka und Lidl zu diesem Schritt bewegen.

Mehr zu diesem Thema: Freihandelsabkommen Mercosur: „Europa macht sich zu Bolsonaros Komplizen“

Donnerstag, 25.06.20

Niederlande wollen Nerzzucht ab 2021 verbieten

Das niederländische Parlament will Nerzzucht ab 2021 verbieten – drei Jahre früher als ursprünglich geplant. Auf einigen der 128 Nerztierfarmen hatten sich Tiere mit Sars-CoV-2 infiziert und mindestens zwei Mitarbeitende angesteckt. Mehr als 1500 Nerze waren deswegen getöten worden.

Tierschützer*innen kritisieren die Haltung von Nerzen in solchen Zuchtfarmen schon lange als grausam. In Deutschland werden seit gut einem Jahr keine Nerze mehr in solchen Farmen gehalten. Wegen der mittlerweile hohen Tierschutzbestimmungen lohnte sich dies nicht mehr. Die Produktion verlagerte sich in Nachbarländer wie die Niederlande. Laut einem Beschluss des Obersten Gerichtshofs in den Niederlanden aus dem Jahr 2016 sollte die Nerzzucht dort ab 2024 verboten werden. Der jetzige Parlamentsbeschluss soll dieses Verbot nun um drei Jahre vorziehen.

Republikanische Kritik an Trumps Corona-Politik wird lauter

Die USA vermeldet den höchsten Anstieg von Covid-19-Infektionen seit April. Dennoch hat Präsident Donald Trump nun angekündigt, Finanzhilfen für 13 Corona-Teststationen in fünf US-Staaten bis Ende Juni zu streichen, wie der Spiegel berichtet. Dafür kritisieren ihn nun erstmals mehrere republikanische Senatoren deutlich. Unter den betroffenen Staaten ist demnach das republikanisch geprägte Texas, dessen Senatoren John Cornyn und Ted Cruz baten um eine Verlängerung der staatlichen Unterstützung und warnten davor, die Wachsamkeit vor Corona nicht zu verlieren. Kurz zuvor hatten sechs Republikaner*innen Trump in einem offenen Brief für seinen Plan kritisiert, US-Truppen aus Deutschland abzuziehen und stattdessen in Polen zu stationieren. Dies, so der Brief, stärke Russland und gefährde auch die nationale Sicherheit der USA.

Deutsche Industrie erholt sich

Die Stimmung unter deutschen Exporteuren hat sich im Juni deutlich von dem Einbruch in der Corona-Krise erholt. Die vom Münchner Ifo-Institut erhobenen Exporterwartungen stiegen gegenüber dem Vormonat um 24,4 Punkte auf minus 2,3 Zähler. Das sei der stärkste jemals gemessene monatliche Anstieg, teilte das Institut am Donnerstag in München mit. „Die deutsche Industrie arbeitet sich auf dem Keller“, betonte Ifo-Präsident Clemens Fuest. Die Umfrage des Ifo-Instituts wurde unter rund 2300 Unternehmen durchgeführt. Ein Umfragezeitraum ist nicht angegeben.

Mittwoch, 24.06.20

Studentenwerk liefert Mensa-Essen to go an ostbayerische Studierende

In mehreren ostbayerischen Städten können sich Studierende künftig Mensa-Essen nach Hause liefern lassen. Das Regensburger Studentenwerk hat das Angebot „Mensa-to-go-Lieferdienst“ gestartet, das Angebot richtet sich an Studierende der Hochschulen und Universitäten in Regensburg, Passau, Landshut und Deggendorf in einer Zeit, in der die meisten Studierenden nur online ihre Vorlesungen wahrnehmen können. Seit dem Start des Lieferdienstes gebe es eine deutlich steigende Tendenz an täglichen Bestellungen, sagt Nicolas Müller, Pressesprecher des Studentenwerkes Niederbayern/Oberpfalz. Am Anfang seien es etwa ein Dutzend gewesen, mittlerweile orderten rund 60 Interessierte. Auch das Studentenwerk Erlangen-Nürnberg will in Kürze wenigstens in einigen Studentenwohnheimen einen Lieferservice anbieten, aber keine flächendeckende Versorgung darüber hinaus.

Bremen will Langzeitstudierende in der Corona-Pandemie entlasten

Der Bremer Senat hat beschlossen, Studiengebühren für Langzeitstudierende ab dem kommenden Wintersemester abzuschaffen. Wer die 500 Euro, die ab dem 15. Semester fällig werden, bereits gezahlt habe, bekomme das Geld erstattet, erklärte die Bremer SPD-Wissenschaftssenatorin Claudia Schilling. Auch Bafög werde länger gezahlt. Die finanziellen Erleichterungen sind für Studierende gedacht, die aufgrund der Corona-Pandemie nun die Regelstudienzeit überschreiten.

Dienstag, 23.06.20

Berührende Fotos zeigen werdende Eltern in Zeiten von Corona

Die Corona-Pandemie hat auch verändert, wie Menschen mit Schwangerschaft und Geburt umgehen. In einem Foto-Essay für den Guardian zeigt die Londoner Fotografin Alicia Canter werdende und frische Eltern sowie ihre Geburtshelfer*innen in Zeiten von Corona. Auf den Fotografien halten die Hebammen etwa Tablets, über die sie mit den Familien kommunizieren. Hochschwangere Frauen und frische Eltern erzählen von ihren Sorgen und Hoffnungen. „Nachdem meine beste Freundin Anfang März ein Kind zur Welt gebracht hatte und eine schwangere Freundin mir sagte, dass sie sich abschirmt, begann ich darüber nachzudenken, wie die Menschen während des Lockdowns mit Schwangerschaft und Geburt umgehen“, erklärt sie. Das Projekt sei noch nicht abgeschlossen.

Seit März erstmals kein Todesfall durch Covid-19 in den Niederlanden

In den Niederlanden ist seit Anfang März erstmals kein Todesfall durch Covid-19 mehr gemeldet worden, wie das Institut für Volksgesundheit und Umwelt RIVM mitteilte. Seit Ausbruch der Pandemie wurden bisher 6090 Todesopfer registriert, am 31. März wurde mit 175 Todesopfern die höchste Zahl an einem Tag gemeldet. Bei knapp 50.000 Menschen in den Niederlanden wurde das Virus bisher nachgewiesen.

Montag, 22.06.20

Fleischindustrie könnte sich durch den Tönnies-Skandal verändern

Nachdem in einer Fleischfabrik des Marktführers Tönnies im westfälischen Rheda-Wiedenbrück  mehr als 1300 Arbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden sind, ist die Fleischindustrie sowohl für die prekären und menschenfeindlichen Arbeitsbedingungen in ihren Fabriken, als auch für das mangelnde Tierwohl in der Kritik. Nun kündigen Politiker*innen Veränderungen an: „Fleisch ist zu billig“, sagte Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU). Landwirte bräuchten faire Preise und Förderungen, um Stallumbauten zu ermöglichen. Daher setze sie sich für eine Tierwohlabgabe ein. Im Gespräch ist außerdem, Billigpreiswerbung für Fleisch einen Riegel vorzuschieben. Aus der SPD kommt der Ruf, höhere Löhne in Schlachtbetrieben durchzusetzen. „Auch für die Verbraucher wird sich etwas ändern müssen“, sagte Klöckner mit Blick auf eine Tierwohlabgabe, die eine Kommission empfohlen hat. „Dabei soll Fleisch kein Luxusprodukt für Reiche werden. Aber auch keine Alltagsramschware.“ Denkbar wären demnach Aufschläge von 40 Cent pro Kilogramm Fleisch und Wurst oder 2 Cent pro Kilo für Milch und Frischmilchprodukte. Das solle für Haushalte mit niedrigen Einkommen aber sozialpolitisch flankiert werden.

Giffey: Elterngeld und Kindergeld künftig mit einem digitalen Antrag

Staatliche Leistungen für Familien sollen bis spätestens 2020 leichter beantragt werden können – das will die Bundesregierung nach Angaben von Familienministerin Franziska Giffey jetzt auf den Weg bringen. „In Zukunft werden Eltern mit einem digitalen Antrag die Geburtsurkunde, das Elterngeld, das Kindergeld und den Kinderzuschlag beantragen können“, sagte die SPD-Politikerin der „Augsburger Allgemeinen“. Diese Woche solle das Kabinett das Digitale-Familienleistungen-Gesetz beschließen.

Donnerstag, 18.06.2020

Oper von Barcelona gibt ein Konzert nur für Pflanzen

Die berühmte Liceu Oper von Barcelona wird ihr erstes Konzert seit Beginn des spanischen Lockdowns nur für Pflanzen geben. 2.292 Pflanzen sollen zu diesem Zweck im großen Saal des Konzerthauses aufgebaut werden, menschliche Zuschauer*innen dürfen nur im Livestream zusehen. Was in erster Linie wohl ein PR-Stunt ist, beinhaltet laut der artistischen Leitung der Oper aber auch einen aktivistischen Aspekt. „In einer Zeit, in der ein wichtiger Teil der Menschheit gezwungen war, sich einzuschließen und sich nicht mehr zu bewegen, hat die Natur die Orte zurückerobert, die wir verlassen haben“, sagt Eugenio Ampudia, der Künstler hinter dem Projekt dem Guardian. „Können wir unsere Empathie mehren und auch einer anderen Spezies entgegen bringen?“ Nach dem Konzert sollen alle Pflanzen an medizinisches Personal in Spanien verschenkt werden.

Auch auf enorm: Balkon-Konzerte: „Deine Seele braucht die Musik” 

Merkel will Klimaneutralität der EU bis 2050 verbindlich festschreiben

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will während der deutschen EU-Ratspräsidentschaft die Verhandlungen für ein europäisches Klimaschutzgesetz vorantreiben. „Unser Ziel ist, dass wir Europas Klimaneutralität bis 2050, um das wir ja sehr gerungen haben, rechtlich verbindlich festschreiben können und dementsprechend auch die Ziele für 2030 anpassen,“ sagte die Kanzlerin am Donnerstag im Bundestag in Berlin. Die Beratungen für ein Klimaschutzgesetz, das in Merkels Unionsfraktion umstritten ist, werde man „intensiv fortführen“. Die EU-Kommission hat vorgeschlagen, das Klimaziel der EU für 2030 deutlich zu erhöhen. Bisher lag es bei 40 Prozent weniger Treibhausgase als 1990, es soll auf 50 bis 55 Prozent steigen.

 

Mittwoch, 17.06.2020

Kostengünstiges Medikament soll die Sterblichkeitsrate bei Corona verringern

Laut den vorläufigen Ergebnissen einer britischen Studie verringert der Entzündungshemmer Dexamethason die Sterblichkeit von Covid-19-Patient*innen, die auf Sauerstoff oder Beatmungsgeräte angewiesen sind, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus in einer offiziellen Mitteilung. Laut der Studie bekamen 2104 Patient*innen in Großbritannien über zehn Tage hinweg einmal täglich 6 Milligramm Dexamethason.  Die Sterberate dieser Patient*innengruppe sank um ein Drittel, wie die Wissenschaftler*innen von der Universität Oxford in einer Pressemitteilung berichteten. Die Ergebnisse sind aber bisher nicht von anderen unabhängigen Expert*innen begutachtet worden. Das Besondere an dem Medikament ist, dass es bereits international leicht verfügbar und kostengünstig ist, normalerweise wird es gegen Krankheiten wie Asthma und Rheuma eingesetzt.

Grüne wollen alle Corona-Hilfen auf Geschlechter-Gerechtigkeit prüfen

Die Grünen im Bundestag fordern, alle Hilfsmaßnahmen in der Corona-Krise darauf zu überprüfen, ob Männer und Frauen gleichermaßen profitieren. Dazu solle eine Stabsstelle im Kanzleramt errichtet werden, an die eine Arbeitsgruppe mehrerer Ministerien angegliedert ist, heißt es in einem Antrag, den die Fraktion beschlossen hat und nun ins parlamentarische Verfahren einbringt. Staatliche Hilfen für Unternehmen wollen die Grünen an die Förderung von mehr Geschlechtergerechtigkeit koppeln, zum Beispiel an Quoten. Ein unabhängiger „Gleichstellungs-Krisen-Rat“ soll halbjährlich beraten.

„Wir müssen die Leerstelle, die das Konjunkturpaket beim Thema Frauen hat, beseitigen“, sagte Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt. Die Auswirkungen der Krise auf den Arbeitsmarkt, Schule und Familie hätten Frauen erheblich schwerer getroffen als Männer. „Sie haben den Großteil der Arbeit beim Homeschooling aufgefangen, sie haben die systemrelevanten Jobs in der Pflege und im Handel gemacht, wo die gesundheitlichen Belastungen besonders hoch waren.“ Im Konjunkturpaket kämen Frauen aber „genau null Mal“ vor.

Dienstag, 16.6.2020

Mit Fotos statt Gläubigen: Kathedrale in Lima gedenkt Corona-Toten

In einer bewegenden Zeremonie gedachte der Erzbischof der peruanischen Hauptstadt Lima, Carlos Castillo, am Sonntag den mindestens 6400 Corona-Toten des Landes. Dazu waren die Fotos von mehr als 5000 Verstorbenen auf die Stühle der Kathedrale gestellt worden, weitere Tausende Fotos klebten an die Säulen. Die Messe fand wegen der Corona-Beschränkungen nicht mit Angehörigen und anderen Besucher*innen. Laut Guardian kritisierte der Erzbischof das Gesundheitssystem, das „auf Egoismus und Geschäft und nicht auf Barmherzigkeit und Solidarität mit den Menschen beruht“. Peru ist nach Brasilien mit mehr als 230.000 Corona-Infektionsfällen (laut der Johns Hopkins Universität) das in Lateinamerika am stärksten von der Coronapandemie betroffene Land.

Offizielle Corona-Warn-App steht zum Download bereit

Die offizielle Corona-Warn-App des Bundes ist in der Nacht zum Download bereitgestellt worden. Sie ist in den App-Stores von Google und Apple verfügbar. Auf der App ruhen große Hoffnungen im Kampf gegen die Pandemie. Die Software hilft zwar nicht dabei, eine Ansteckung zu verhindern. Sie kann aber dazu beitragen, dass Menschen nachträglich über risikoreiche Begegnungen informiert und so Infektionsketten besser erkannt werden. Mit Hilfe der App soll also verhindert werden, dass bei einer Lockerung für das öffentliche Leben die Ausbreitung des Coronavirus wieder stark zunimmt. Die Nutzung ist freiwillig – das hat die Regierung mehrfach deutlich gemacht.

Montag, 15.06.2020

Guten Nachrichten in der Coronakrise: Hilfen für Studierende in finanzieller Notlage

Studierende, die wegen der Corona-Pandemie in finanzielle Notlage geraten sind, können ab morgen staatliche Hilfen beantragen. Sie sollen Zuschüsse in Höhe von bis zu 500 Euro pro Monat erhalten, wie CDU-Bundesbildungsministerin Anja Karliczek der Augsburger Allgemeinen sagte. Die Anträge können über ein bundesweit einheitliches Online-Verfahren gestellt werden und würden dann vom jeweils vor Ort zuständigen Studierendenwerk bearbeitet. Die Hilfe stünde Studierenden aus dem In- und Ausland zu, unabhängig von Alter und Semesterzahl. „Entscheidendes Kriterium ist die pandemiebedingte individuelle, akute Notlage“, sagte Karliczek.

Nach Angaben des Deutschen Studierendenwerks gingen vor der Ausbreitung des Coronavirus rund zwei Drittel der Student*innen einem Nebenjob nach, um ihr Studium zu finanzieren, wie die „Augsburger Allgemeine“ berichtet. Viele dieser Jobs, etwa in der Gastronomie, seien nun weggefallen.

Bundesregierung hebt Reisewarnung für 27 Länder auf

Nach drei Monaten hat die Bundesregierung die weltweite Reisewarnung für Touristen teilweise aufgehoben und damit das Startsignal für den Sommerurlaub von der Adria bis zur Algarve gegeben. Seit heute um Mitternacht warnt das Auswärtige Amt auf seiner Internetseite nicht mehr vor Reisen in 27 europäische Länder. Dazu zählen Haupturlaubsländer für Menschen aus Deutschland wie Italien, Österreich, Griechenland, Frankreich und Kroatien. Gleichzeitig fielen die letzten Kontrollen an den deutschen Grenzen zu den Nachbarländern. Bundesaußenminister Heiko Maas betonte jedoch: „Genießen Sie ihren Sommerurlaub – aber genießen Sie ihn mit Vorsicht und in Verantwortung.“

Freitag, 12.06.2020

„Le Confiné“ – Franzosen benennen Käse-Kreation nach Ausgangssperre

Ein Käserei-Ehepaar aus Ostfrankreich hat während der Coronavirus-Ausgangssperre per Zufall einen neuen Weichkäse entwickelt, um unverkaufte Produkte zu retten. Um den Munster nicht wegwerfen zu müssen, entschieden Laura und Lionel Vaxelaire aus der Gemeinde Saulxures-sur-Moselotte in den Vogesen, den Käse einfach unangetastet im Keller liegen zu lassen, wie der Radiosender France Bleu am Donnerstag auf seiner Homepage berichtete. Das Ergebnis, ein mit essbaren Schimmelkulturen überzogener Munster, überzeugte die Käseproduzenten und sie entschlossen sich, „Le Confiné“ den Kunden anzubieten, sagte Vaxelaire.

Sie haben sehen wollen, wie der Munster „alleine arbeitet“, so der Käse-Hersteller. Den Namen erhielt der Weichkäse demnach wegen der Umstände, unter denen er entstanden war. „Le Confiné“ kann mit „Der Abgestandene“ aber auch „Der Abgekapselte“ übersetzt werden. Die Ausgangsbeschränkung heißt auf Französisch „confinement“. In Frankreich war wegen der Coronavirus-Pandemie eine fast zwei Monate dauernde strikte Ausgangssperre verhängt worden. Während dieser Zeit seien die Verkäufe der Käserei um 80 Prozent zurückgegangen, sagte Lionel Vaxelaire, der gemeinsam mit seiner Frau Käse aus Milch von Vogesenrindern herstellt. Der „Le Confiné“ sei eine schöne Überraschung gewesen, sagte Lionel Vaxelaire. Die Kunden würden den neuen Käse gut annehmen. Die Käse-Neuheit gilt jedoch nicht als Munster AOC, erklärte Vaxelaire. Denn für das Schutzsiegel müsse der traditionell in Ostfrankreich hergestellte Käse alle zwei Tage gewaschen werden.

Milliarden-Hilfen für kleine und mittlere Unternehmen

Die Bundesregierung will an diesem Freitag zusätzliche Milliardenhilfen für kleine und mittelständische Firmen auf den Weg bringen, die von der Corona-Krise besonders betroffen sind. Damit werde die Existenz vieler Unternehmen wie etwa Reisebüros gesichert, sagte SPD-Fraktionsvize Matthias Miersch. „Dieses Konjunkturpaket zeichnet aus, dass wir uns die Branchen genau anschauen und versuchen, sehr zielgenau zu helfen.“ Die Überbrückungshilfe soll für die Monate Juni bis August gewährt werden – vor allem für Branchen wie das Hotel- und Gaststättengewerbe, Clubs und Bars, Reisebüros, Schausteller, aber auch Profisportvereine der unteren Ligen. Maximal plant die Bundesregierung 25 Milliarden Euro ein.

Erstattet werden fixe Betriebskosten bis zu einem Betrag von 150 000 Euro. Auch die Provisionen der Reisebüros, Personalkosten und laufende Kosten seien enthalten, betonte die Tourismusexpertin der SPD-Fraktion, Gabriele Hiller-Ohm. „Damit wird insbesondere den von der Corona-Krise schwer getroffenen kleinen Unternehmen der Tourismusbranche geholfen.“

Kinderbonus wird im September und Oktober ausgezahlt

Der geplante Kinderbonus von 300 Euro soll in zwei Raten zu je 150 Euro im September und Oktober gemeinsam mit dem Kindergeld überwiesen werden. Das sagte Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) am Freitag nach einer außerplanmäßigen Sitzung des Bundeskabinetts in Berlin, bei der wichtige Teile des Konjunkturprogramms auf den Weg gebracht wurden. Das 130-Milliarden-Euro schwere Programm soll die Wirtschaft angesichts der Corona-Krise beleben und den Konsum der Verbraucher ankurbeln. Darunter ist der Kinderbonus und auch die vorübergehende Senkung der Mehrwertsteuer.

Donnerstag, 11.06.2020

Vietnam: Student hilft Arbeiter*innen in Quarantäne bei Übersetzungen

Eigentlich wollte Hai Ngo, 23, im März nur seine Familie in Vietnam besuchen. Er macht gerade seinen Master in International Business an der Nottingham Trent Universität in England. Dann kam Corona. Er musste als Einreisender in Quarantäne. Dort merkte er schnell, dass viele der Menschen, etwa Arbeiter*innen aus Bangladesh, die sich in der zweiwöchigen Isolation befanden, keine Informationen zum Virus in der eigenen Sprache hatten. Also kümmerte sich Hai Ngo um eine*n Übersetzer*in. Zudem organisierte er separate Mahlzeiten für das medizinische Personal im Quarantäne-Camp. Und: Er studiert weiter, nur eben von Vietnam aus, die Rückkehr nach Nottingham ist vorerst wegen entsprechender Reisebestimmungen noch nicht möglich.

Klimaschutz: Schweiz beschließt Abgabe auf Flugtickets

Fliegen dürfte in der Schweiz bald deutlich teurer werden. Nach der kleinen Kammer des Parlaments hat am Mittwoch auch die große Kammer einer Flugticketabgabe zugestimmt. Sie soll bei kommerziellen Passagierflügen pro Ticket je nach Distanz und Buchungsklasse zwischen 30 und 120 Franken (bis zu 111 Euro) betragen. Auch private Passagierflüge müssen für den Klimaschutz zahlen – je nach Größe des Flugzeugs pro Start zwischen 500 und 5000 Franken. Durch die Abgabe sollen pro Jahr etwa 500 Millionen Franken (464 Millionen Euro) zusammenkommen. Das Geld soll teils Fluggesellschaften zugute kommen, wenn sie in erneuerbare Treibstoffe investieren. Die rechte SVP-Fraktion lehnte den Vorschlag ab. Kritiker warnten, dass Urlauber künftig Flughäfen im nahen Ausland nutzen würden.

Mehrere europäische Länder haben seit Jahren solche Gebühren. Sie sind aber meist deutlich niedriger. In Deutschland wurde die Abgabe pro Ticket gerade auf zwischen 13 und 60 Euro erhöht. Die sozialdemokratische Umweltministerin und Präsidentin Simonetta Sommaruga hofft, dass die Bahn den grenzüberschreitenden Verkehr ausbaut. „Das wäre dann eine echte Alternative zu einem Kurzstreckenflug.“

Mittwoch, 10.06.2020

Frauen in Kabul verwandeln ihre Imbisswagen in Desinfektionsstationen

Durch die NGO  Ebtakar hatten sich mehrere Frauen in Afghanistans Hauptstadt Kabul gerade ein Einkommen durch einen eigenen mobilen Imbisswagen aufgebaut, da kam die Coronakrise. Nun ziehen die Frauen mit Desinfektionsmittel statt Essen durch die Stadt, wie der Guardian berichtet: sie geben vor allem in den armen Vierteln Desinfektionsmittel, Schutzhandschuhe und Masken umsonst aus. Finanziert wird das Projekt von Mitteln der afghanischen Regierung und der UN: In Afghanistan verbreitet sich das Coronavirus weiter: Seit Beginn des Junis wurden 16.000 neue Fälle verzeichnet.

Schildkröten-Population im Great Barrier Reef viel größer als gedacht

Durch den Einsatz von Dronen haben Forscher*innen die Brutzeit  von Meeresschildkröten auf Raine Island beim Great Barrier Reefs aufgenommen: Die Insel ist der größte Nistplatz für grüne Meeresschildkröten weltweit. Die neuen Aufnahmen zeigen, dass die Schildkrötenpopulation fast doppelt so hoch ist, wie vorher angenommen.

Dienstag, 09.06.2020

Stickoxid-Grenzwert nur noch in 25 Städten überschritten

Die Belastung der Stadtluft mit gesundheitsschädlichem Stickstoffdioxid ist im vergangenen Jahr stark gesunken. Wie Umweltbundesamt und Umweltministerium am Dienstag mitteilten, wurde der EU-Grenzwert fürs Jahresmittel 2019 nur noch in 25 Städten überschritten. Damit hat die Zahl sich mehr als halbiert, 2018 waren es noch 57 Städte. Der Trend war schon klar, nun liegt die endgültige Auswertung der Daten aus den Ländern vor. Stickstoffdioxid (NO2) ist der Grund für Diesel-Fahrverbote in mehreren Städten. Zuerst hatte die Funke-Mediengruppe darüber berichtet. Im Jahresmittel darf die Belastung mit NO2, das laut Umweltbundesamt in verkehrsreichen Städten hauptsächlich aus Diesel-Abgasen stammt, den Wert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft nicht überschreiten. Er gilt schon seit 2010. Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) begrüßte die Daten: „Das zeigt: Umweltpolitik wirkt“, sagte sie. Dennoch reichten die bisherigen Maßnahmen nicht aus, um den Grenzwert wirklich überall einzuhalten. „Die Lösung liegt in saubereren Fahrzeugen und einer grundlegenden Mobilitätswende.“

Überschritten wurde der Grenzwert demnach nur in Straßen mit viel Verkehr in Ballungsräumen und Städten. Spitzenreiten waren – Stand Ende Mai – München, Darmstadt, Stuttgart, Limburg an der Lahn und Frankfurt am Main. Aber auch dort sanken die Werte. Als Grund für die Verbesserung gibt das Umweltbundesamt Tempolimits, Fahrverbote oder der Einsatz saubererer Busse an, aber auch Softwareupdates für Dieselautos und die Erneuerung der Fahrzeugflotte. Auch das Wetter beeinflusse die Ausbreitung von Luftschadstoffen. Die Corona-Krise wirkt sich dem Umweltbundesamt zufolge bereits jetzt auf die Werte für 2020 aus: An manchen Orten sei die NO2-Belastung um bis zu 40 Prozent weiter zurückgegangen.

Medizinstudent ruft Blutspende-Wettbewerb ins Leben

Eine Gruppe um einen Medizinstudenten aus dem hessischen Marburg hat einen Blutspende-Wettbewerb ins Leben gerufen. Gesucht werde dabei „die blutreichste Hochschule Deutschlands“, teilten Leonard Richter und seine Mitstreiter von der Initiative „Medisspendenblut“ am Montag mit. Dabei bitten Teams an rund 20 deutschen Universitäten und Hochschulen um Blutspenden – welches Team am Ende im Verhältnis zur Anzahl der Medizinstudenten die meisten Spenden bekommen hat, hat gewonnen.

„Als zukünftige Mediziner tragen wir eine besondere Verantwortung und auch die Pflicht, gerade beim Thema Blutspenden als Vorbilder im Sinne der Gesellschaft zu handeln“, begründete Richter die Initiative. „Wir möchten so viele Menschen wie möglich ansprechen, sie über den Mangel an kontinuierlichen Blutspendern und dessen lebensrettende Funktion aufklären und ermutigen, die Spende nicht auf die lange Bank zu schieben“, sagte Mitorganisatorin Merle Göben. Die Aktion endet am 3. Juli. Der Wettbewerb soll künftig jährlich ausgetragen werden. Erst vor wenigen Wochen hatte das hessische Sozialministerium erneut zum Blutspenden aufgerufen, weil die Konserven in Hessen zur Neige gehen.

Montag, 08.06.2020

Neuseeland hat den Coronavirus vorerst überwunden

In Neuseeland gilt der letzte Bekannte Covid-19-Patient als genesen. Es werden keine Neuinfektionen mehr verzeichnet. Ab morgen sind nahezu alle Einschränkungen und Kontaktverbote in dem Land aufgehoben: öffentliche und private Veranstaltungen dürfen ohne Abstandsregelungen stattfinden. Das gilt auch für Einzelhandel und Gastgewerbe sowie den öffentlichen Personenverkehr. Premierministerin Jacinda Ardern erklärte die Krise für überwunden.

In Lateinamerika vernetzen sich Redaktionen im Kampf gegen Corona-Falschmeldungen

In Lateinamerika sind Fake News über das Coronavirus stark verbreitet. Nun vernetzen sich journalistische NGOs und Redaktionen unter anderem in Equador, Argentinien und Kolumbien, um gemeinsam und grenzüberschreitend gegen Falschinformationen über die Coronakrise vorzugehen. „Für mich ist das Faktenchecken ein eigenes journalistisches Genre und in Zeiten der Pandemie noch wichtiger als zuvor“, sagte Desirée Yépez , die Redaktionsleiterin der Faktencheck-NGO Equador Chequea, der taz.

Freitag, 05.06.2020

Gute Nachrichten in der Coronakrise: Studierende in NRW können länger BAföG beziehen

Im April hatte das Ministerium für Kultur und Wissenschaft den Zeitrahmen der Regelstudienzeit für Studierende um ein Jahr erhöht. Damit erhöht sich nun auch nach Angaben der Behörde die BAföG-Bezugsdauer. Gemäß eigener Angaben gelte diese Regelung bisher nur in diesem Bundesland. Entsprechende Beschlüsse zur Förderung Studierender veranslasst generell jedes Bundesland für sich. Man nehme somit „aktuell bundesweit eine Vorreiterrolle“ ein, sagte Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen (parteilos).

Besondere Therapie in Barcelona

In der Küstenstadt am Mittelmeer haben medizinische Teams damit begonnen, Corona-Patienten, die sich auf dem Weg der Besserung befinden, für kurze Zeit ans Meer zu bringen. Fotos zeigen Mitarbeiter*innen des Krankenhauses Hospital del Mar und einen Patienten bei dem Besuch unter Wahrung der Sicherheitsabstände. Die Maßnahme diene laut BBC der Entlastung und Entspannung der Behandlungsteams und der Patient*innen.

Donnerstag, 04.06.2020

Die zentralen Punkte des Konjunkturpaktes der Bundesregierung im Kurz-Überblick

Mit einem beispiellosen Konjunkturpaket in Höhe von 130 Milliarden Euro für die Jahre 2020 und 2021 will die große Koalition Deutschland aus der Corona-Krise führen. Die wichtigsten Beschlüsse:

Familien erhalten pro Kind einmalig 300 Euro. Der Bonus muss versteuert werden, er wird aber nicht auf die Grundsicherung angerechnet.

Vom 1. Juli bis zum 31. Dezember wird der Mehrwertsteuersatz von 19 auf 16 Prozent und der ermäßigte Satz von 7 Prozent auf 5 Prozent gesenkt.

Sozialversicherungsbeiträge werden bis 2021 bei maximal 40 Prozent gedeckelt.

Der Kauf von klimafreundlicheren Lastwagen, Flugzeugen und Schiffen soll gefördert werden.

Kaufprämien für den Kauf klima- und umweltfreundlicher Elektrofahrzeuge werden verdoppelt.

Kommunen erhalten Kompensationen für wegbrechende Steuereinnahmen.

Für Mittelständler und Soloselbstständige wird ein 25 Milliarden Euro schweres Programm für Überbrückungshilfen aufgelegt.

Unternehmen und Bürger sollen bei Energiepreisen entlastet werden.

Unternehmen in Schieflage erhalten steuerliche Entlastungen.

Anstehende Investitionen in die Infrastruktur werden vorgezogen.

Mehr Geld für Forschung und Modernisierung bei Digitalisierung, Kommunikation, Hightech sowie Klima- und Energiewende.

Verstärkte Eigenproduktion für wichtige Medizinartikel, Aufbau einer nationalen Notfallreserve für künftige Pandemien.

Milliardeninvestitionen in Krankenhäuser.

Unternehmen erhalten Prämien für Ausbildungsplätze.

Höhere Steuern für Autos mit hohen Abgaswerten.

Insolvenzverfahren sollen auf drei Jahre verkürzt werden.

Für Kunst und Kultur soll es ein eine Milliarde Euro umfassendes Hilfsprogramm geben.

Der Bund fördert den Ausbau von Kindergärten, Kitas und Krippen. Das Investitionsprogramm für den Ausbau von Ganztagsschulen und Ganztagesbetreuung wird beschleunigt.

Mittwoch, 03.06.2020

Student*innen in Kenia entwickeln Beatmungsgerät

In Kenia gibt es nur 260 Beatmungsgeräte. Medizin- und Ingenieurs-Student*innen der Kenyatta-Universität in Nairobi haben nun einen Prototyp einer Maschine entwickelt, die zur Beatmung schwerkranker Patienten eingesetzt werden kann. Die Konstruktion erfüllt internationale Standards und lässt sich laut Entwicklerteam einfach nachbauen. Innerhalb von zwei Wochen sollen 50 weitere Geräte hergestellt werden können. Der ostafrikanische Stadt ist bisher noch nicht sehr stark vom der Pandemie betroffen. Das Projekt könnte dabei helfen, rechtzeitig dringend benötigte Ressourcen zur Entlastung des Gesundheitssystems aufzubauen.

Britische „Vogue“ zeigt Corona-Heldinnen

Eigentlich sind die Leser*innen der Vogue gewohnt, Supermodels auf dem Cover der Zeitschrift zu sehen. Die Juli-Ausgabe des Mode-Blatts zeigt nun stattdessen alltägliche Corona-Heldinnen: die Zugführerin Narguis Horsford, die Hebamme Rachel Millar und die Mitarbeiterin eines Supermarkts, Anisa Omar. Das Cover sei eine Hommage an die „tapferen und hingebungsvoll helfenden“, hart arbeitenden Frauen. Die Krise habe den Einsatz derer, die sonst nicht im Scheinwerferlicht stehen und an vorderster Front gegen das Virus kämpfen, sichtbar gemacht und „uns alle tief beeindruckt“, teile Chefredakteur Edward Enninful mit.

Montag und Dienstag, 01.-02.06.2020

Gute Nachrichten in der Coronakrise: Cafés in Paris öffnen wieder ihre Außenbereiche

Aufatmen im Land des guten Essens: Von diesem Dienstag an dürfen Cafés und Restaurants in Frankreich nach einer zweieinhalbmonatigen Zwangspause wieder Gäste bewirten. Die Regierung hatte die Lockerung der coronabedingten Beschränkungen in der vergangenen Woche angekündigt. In der Hauptstadtregion darf nur auf Außenterrassen der Lokale getrunken und gegessen werden. Die um ihre Wiederwahl kämpfende Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo kündigte am Wochenende bereits an, dass Lokale mehr Platz als üblich auf der Straße einnehmen können, falls sie Sicherheitsbestimmungen und andere Regeln einhalten. Die Cafés und Restaurants waren am 15. März in ganz Frankreich wegen der Corona-Krise geschlossen worden.

Regierung diskutiert Hilfen für gemeinnützige Organisationen

In der Bundesregierung ist einem Medienbericht zufolge ein Hilfsprogramm für gemeinnützige Organisationen im Gespräch, um die Folgen der Corona-Krise zu mildern. „Der gemeinnützige Sektor in Deutschland erfüllt eine eminent wichtige gesamtgesellschaftliche Rolle“, zitiert das Redaktionsnetzwerk Deutschland aus einem Eckpunktepapier der Ressorts Finanzen, Wirtschaft, Arbeit und Soziales, Familien sowie Inneres. Diese Funktion müsse auch in Zeiten der Corona-Pandemie „unbedingt erhalten bleiben“. Das Papier sieht demnach vor, dass der Bund eine Milliarde Euro zur Verfügung stellt, um die Bundesländer bei der Stabilisierung gemeinnütziger Organisationen zu unterstützen. Bereitgestellt werden solle das Geld über Globaldarlehen der staatlichen KfW-Bank.

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„Die Nichtberücksichtigung der gemeinnützigen Unternehmen bei dem KfW-Rettungsschirm war ein Fehler, den niemand wollte“, sagte Matthias Bartke (SPD), Vorsitzender des Bundestagsausschusses für Arbeit und Soziales, dem RND unter Verweis auf ein bestehendes Hilfsprogramm in der Corona-Krise. „Dieser Fehler muss jetzt schnellstmöglich behoben werden.“ In einem zweiten Schritt müsse man darüber nachdenken, wie man den Organisationen helfen könne, Kredite auch wieder zurückzuzahlen. Dem Bericht zufolge könnte das Hilfsprogramm im Rahmen des geplanten milliardenschweren Konjunkturpaketes beschlossen werden. Die Spitzen der schwarz-roten Koalition beraten am Dienstag über das Paket.