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25 Juni 2022 / Lesezeit: 9 minuten

enorm Ticker

Drei gute Nachrichten zum Wochenende

Die Redaktionen von enorm und Good News sammeln für Euch wöchentlich gute Nachrichten (Symbolbild).

 

Bild: Elena Koycheva / Unsplash

Bild: Elena Koycheva / Unsplash

Die Welt ist weder verloren noch so schlecht, wie es uns oft erscheint. Das soll nicht zynisch klingen, aber medial jagt dummerweise ein Problem das nächste. Gesund ist das nicht. Dabei gibt es ein ganze Menge ziemlich guter Ideen und ziemlich viele Lösungen, die bereits prächtig funktionieren. Diese konstruktiven Geschichten erzählen wir seit 2010 ausführlich im enorm Magazin. Seit 2018 gibt es dazu auch eine knackige News-Variante – dank unserer Kooperationspartnerin Good News: In der gleichnamigen App oder im Newsletter gibt es sechs gute Nachrichten täglich. Was bisher noch fehlt? Ein Motivationshappen fürs Wochenende, zusammengestellt von beiden Redaktionen. Los geht’s – und viel Spaß beim Lesen.

Ihr könnt uns gerne jeder Zeit auf weitere gute Nachrichten hinweisen: Schreibt einfach an redaktion@goodnews.eu und ideen@enorm-magazin.de

02.07. und 03.07.2022

DFB beschließt Spiel-Wahlrecht für trans*, inter* und nicht-binäre Personen

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) lässt trans*, intergeschlechtliche sowie nicht-binäre Personen künftig selbst entscheiden, ob sie in einem Frauen- oder in einem Männerteam spielen wollen. Für die Erteilung der Spielberechtigung und Zuteilung ab der Spielklasse der A-Junior:innen war bisher das in Personaldokumenten eingetragene Geschlecht – männlich oder weiblich – maßgeblich. Das neue Spiel-Wahlrecht soll nun Menschen mit dem Eintrag „divers“ oder „ohne Angabe“ gerecht werden und ab der kommenden Saison im Amateur:innen- und Jugendbereich sowie im Futsal gelten.

Die Wettbewerbsintegrität sei durch die neue Regelung nicht gefährdet, da Menschen, egal welchen Geschlechts, unterschiedliche Stärken in den Fußball einbrächten und sich im Team ergänzten, heißt es von Seiten des DFB. Als erster Landesverband setzt der Berliner Fußball-Verband bereits seit 2019 eine entsprechende Regelung um.

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Vodafone recycelt über eine Million alte Handys aus Afrika

In einem großen Recycling-Projekt wird Vodafone Deutschland für jedes an Privatkund:innen verkaufte Mobiltelefon ein ausrangiertes Handy aus Afrika sachgerecht entsorgen. Mit Hilfe des niederländischen Spezialunternehmens Closing the Loop werde man jährlich über eine Millionen Altgeräte vor allem in Nigeria, Ghana und Kamerun einsammeln, nach Europa transportieren und dort recyceln, teilte Vodafone am 28. Juni mit. Bei den eingesammelten Geräten handelt es sich nach Angaben von Vodafone nicht um Elektroschrott, der ursprünglich aus Europa stammt, sondern um Handys, die von Menschen in Afrika genutzt wurden. Die Aktion wird durch die zurückgewonnenen Rohstoffe finanziert. Dabei werden Sammelpartner vor Ort wie Kirchengemeinden, kommunale Einrichtungen oder Reparaturläden an den Erlösen beteiligt.

Elektroschrott ist laut dem Global E-Waste Monitor 2020 der Vereinten Nationen die am schnellsten wachsende Quelle von Haushaltsabfällen weltweit. 2019 wurde eine Rekordmenge von 53,6 Millionen Tonnen Elektroschrott produziert, und bis 2030 wird mit einem Anstieg auf 74 Millionen Tonnen gerechnet. Mobiltelefone machen dabei einen erheblichen Anteil aus. Allein in Deutschland liegen nach Berechnungen des Digital-Branchenverbands Bitkom über 200 Millionen ausrangierte Handys und Smartphones in den Schubladen. (dpa)

Studie: Frauenquote wirkt – mehr Managerinnen in Vorständen

Börsennotierte Konzerne in Deutschland haben einer Studie zufolge mehr weibliche Führungskräfte in die Topetage geholt, noch bevor die neuen Vorgaben für mehr Frauen in Vorständen greifen. Der Frauenanteil in dem Führungsgremium der 160 Firmen der Dax-Familie sowie weiterer 23 im regulierten Markt notierter, paritätisch mitbestimmter Unternehmen, erhöhte sich auf 14,7 Prozent (Stand April 2022), wie aus dem aktuellen Women-on-Board-Index (WoB/Frauen-im-Vorstand) der Organisation „Frauen in die Aufsichtsräte“ (Fidar) hervorgeht. Im Vorjahr lag er zum Stichtag bei 13 Prozent.

„Der aktuelle WoB-Index zeigt einmal mehr: Gesetzliche Quoten wirken. Wir brauchen feste Quoten, um die gleichberechtigte Teilhabe in Führungspositionen durchzusetzen“, sagte Bundesfrauenministerin Lisa Paus (Grüne). Ab 1. August des laufenden Jahres müssen börsennotierte und paritätisch mitbestimmten Unternehmen mit mehr als 2000 Beschäftigten und mehr als drei Vorständen bei der Neubesetzung in dem Gremium darauf achten, dass mindestens eine Frau in der Topetage sitzt. Andere börsennotierte oder mitbestimmte Unternehmen, die nicht unter die Mindestvorgabe fallen, müssen begründen, wenn sie ihren Vorstand ohne Frauen planen – wenn sie also eine „Zielgröße Null“ in ihren Berichten angeben. (dpa)

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25.6. und 26.6.2022

Paragraf 219a zum Werbeverbot für Abtreibung ist Geschichte

Der Bundestag hat die Aufhebung des umstrittenen Werbeverbots für Schwangerschaftsabbrüche beschlossen. Eine große Mehrheit der Abgeordneten stimmte am 24. Juni im Plenum für den Regierungsentwurf zur Streichung des entsprechenden Gesetzesparagrafen 219a aus dem Strafgesetzbuch. Paragraf 219a regelte bislang, dass für Schwangerschaftsabbrüche nicht geworben werden darf – führte aber in der Vergangenheit immer wieder dazu, dass Ärztinnen und Ärzte nicht ausführlich über Schwangerschaftsabbrüche informieren konnten, ohne Strafverfolgung zu riskieren. Das soll sich nun ändern. Den Mediziner:innen wird im beschlossenen Regierungsentwurf ein Informationsrecht zugestanden.

Neben der Streichung von 219a sieht der Bundestagsbeschluss vor, dass Urteile gegen Ärztinnen und Ärzte, die seit 3. Oktober 1990 auf Basis des Paragrafen ergangen sind, aufgehoben werden. Das betrifft etwa die Gießener Allgemeinmedizinerin Kristina Hänel, die 2017 auf der Grundlage von 219a verurteilt worden war und seit Jahren für die Abschaffung des Paragrafen kämpft. Sie saß zusammen mit anderen Ärzt:innen am Freitag im Bundestag auf der Besuchertribüne.„Heute ist ein großartiger Tag,“ sagte Bundesfamilienministerin Lisa Paus. „Gesundheit und Selbstbestimmung von Frauen – das sind Menschenrechte.“ Das Gesetz muss formal noch den Bundesrat passieren, kann aber ohne die Zustimmung der Länderkammer in Kraft treten. (dpa)

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Francia Márquez wird Kolumbiens erste Schwarze Vizepräsidentin

Francia Márquez wurde am 19. Juni als erste Schwarze Frau zur Vizepräsidentin von Kolumbien gewählt. Die Juristin bildet gemeinsam mit dem linksgerichteten Präsidenten Gustavo Petro, einem früheren Guerillakämpfer, die neue Regierungsspitze. Márquez soll zudem ein neues Gleichstellungsministerium leiten, möchte sich für die Verbesserung von Frauenrechten einsetzen sowie den Zugang zu Gesundheit und Bildung für Menschen in finanzieller Armut ermöglichen. Als Umwelt- und Menschenrechtsaktivistin hat sie gegen den Goldabbau in ihrer Heimatgemeinde Suarez gekämpft und wurde für ihr Engagement mit dem renommierten Goldman-Umweltpreis ausgezeichnet. Die afrokolumbianische Bevölkerung macht mindestens zehn Prozent der Kolumbianer:innen aus, wurde aber historisch marginalisiert. Márquez sagte nach dem Wahlsieg: „Der Wandel ist nicht aufzuhalten“.

Auch auf enorm: Wie sprechen wir über Städtenamen in Osteuropa?

Moore, Wälder, Meere: EU-Kommission will Natur wiederherstellen

Die EU-Kommission hat ein umfassendes Paket für mehr Umwelt- und Klimaschutz vorgelegt, das etwa für mehr Natur in Städten sorgen soll. Konkret sollen aber etwa auch trockengelegte Moore wieder vernässt und Wälder aufgeforstet werden. Die Wiederherstellung von Feuchtgebieten, Flüssen, Wäldern, Ökosystemen in Meeren, aber auch Natur im städtischen Raum sei eine entscheidende Investition in Ernährungssicherheit, Gesundheit und Wohlbefinden, teilte die Brüsseler Behörde am Mittwoch mit. Zudem präsentierte die EU-Kommission einen Vorschlag, wonach die Nutzung von Pestiziden bis 2030 halbiert werden soll. Das Ziel war bereits 2020 vorgestellt worden, nun erläutert die Kommission genauer, wie dies gelingen soll. Rund 80 Prozent der europäischen Lebensräume befänden sich in einem schlechten Zustand, hieß es darüber hinaus. Diese sollen durch die rechtlich verbindlichen Vorgaben wiederhergestellt werden. (dpa)

18.06. und 19.06.2022

Besonderer Schutz für Europas letzten wilden Fluss

Die Vjosa strömt unbegradigt und ungestaut, 272 Kilometer lang durch Schluchten, Flussbette und Sumpflandschaften – von der Quelle im griechischen Pindosgebirge bis zur Mündung in die albanische Adria. Das einzigartige Ökosystem ist Heimat von mindestens 1.100 Tier- und Pflanzenarten. Viele sind akut gefährdet wie der vom Aussterben bedrohte Europäische Aal. Seit über zehn Jahren kämpfen Naturschützer:innen bereits für den Schutz der Vjosa und der Zuflüsse – und gegen die Wasserkraft-Industrie und deren geplante Staudämme zur Stromgewinnung. Nun mit Erfolg: Bereits 2020 sprach sich der albanische Ministerpräsident Edi Rama erstmals für den Schutz der Vjosa aus. Zwei Jahre später, am 13. Juni, hat die albanische Regierung eine Verpflichtungserklärung zum Aufbau des ersten Wildfluss-Nationalparks Europas unterzeichnet. Das Vorhaben unterstützen und begleiten mehrere NGOs sowie der Kleidungshersteller Patagonia.

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So reagieren immer mehr Städte auf Hitzewellen

Temperaturen von bis zu 50 Grad Celsius in Indien, Australien oder der Sahara führen zu Bränden und Ernteausfällen. In Deutschland sind 2018 über 20.000 Menschen im Zusammenhang mit der ungewöhnlichen Hitze gestorben. Gerade in Städten steigen die Temperaturen im Sommer gefährlich an, etwa weil viele versiegelte, dunkle Flächen Wärme speichern. Athen, Santiago de Chile, Miami, Phoenix und Freetown haben deshalb einen neues Berufsbild geschaffen: den Heat Officer. Weltweit gibt es jetzt fünf Vertreter:innen der neuen Zunft. Hier erfahrt ihr was sie tun.

Auch auf enorm: Kampf gegen die Klimakrise: Was ist eine Schwammstadt?

Erster europäischer Superrechner kommt nach Jülich

Das Forschungszentrum Jülich wird Standort des ersten europäischen Computers, der mehr als eine Trillion Rechenoperationen in der Sekunde ausführen kann. Die Rechenleistung werde fünf Millionen moderne Notebooks oder PCs übertreffen, teilte das Forschungszentrum am Mittwoch mit. Der sogenannte Exascale-Rechner namens „Jupiter“ solle dazu beitragen, wissenschaftliche Fragen etwa zur Klimakrise und zur nachhaltigen Energieerzeugung zu lösen. Kostenpunkt: eine halbe Milliarde Euro. Davon kommen 250 Millionen von der europäischen Supercomputing-Initiative EuroHPC JU und weitere 250 Millionen vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und dem Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen. NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) sagte, dass der Rechner nach Jülich komme, sei „eine Auszeichnung für die Wissenschaft und die Exzellenz insgesamt in unserem Land“. (dpa)

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11.06. und 12.06.2022

Spanien will Lebensmittelverschwendung verbieten

Jährlich werden in Spanien 1,36 Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen. Ein neues Gesetz sieht deshalb vor, die industrielle Verschwendung von Nahrungsmitteln unter Strafe zu stellen. Es gilt für alle Unternehmen der Produktions- und Vertriebskette. Das Kabinett um Ministerpräsident Pedro Sánchez hat dem Entwurf bereits zugestimmt, nun muss das spanische Parlament darüber abstimmen. Das Gesetz tritt voraussichtlich 2023 in Kraft. Dann sollen etwa Supermärkte die Preise von Produkten senken, deren Ablaufdatum naht, Restaurants ihren Gäst:innen Doggy Bags anbieten, statt Essensreste wegzuwerfen und Organisationen Lebensmittelspenden für Tafeln besser organisieren. Wer sich nicht an das neue Gesetz hält, dem drohen Geldbußen zwischen zwischen 2000 und 60.000 Euro. Bisher haben innerhalb der EU nur Frankreich, Tschechien und Italien ähnliche Regelungen gegen Lebensmittelverschwendung.

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Softball hinter Gittern

Deutschlandweit sitzen 44.588 Menschen im Gefängnis, 94 Prozent davon männlich. Für viele Insas:innen ist Sport im Gefängnis ist ein wichtiger Ausgleich – der aber meist ohne Kontakt zu Menschen außerhalb des Gefängnisses stattfindet. In der nordrhein-westfälischen Justizvollzugsanstalt (JVA) Heinsberg, wo knapp 300 Männer zwischen 14 und 24 Jahren inhaftiert sind, ist das anders: Seit März 2017 trainieren Inhaftierte und Ehrenamtliche des Base- und Softballverein (BSV) Wassenberg einmal im Monat zusammen. Sie spielen Softball „Slow Pitch“, eine in den USA beliebten Freizeitvariante des Baseballs. Mittrainieren darf, wer sich gut benimmt. Was macht es mit den Gefangenen, wenn der Vereinssport zu ihnen kommt? Hier lest ihr die ganze Geschichte.

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Unwetter besser erkennen – und lokalisieren

Extreme Gewitter, Stürme und Starkregen treten im Zuge der Klimakrise vermehrt auf. Genauere Vorhersagen könnten Leben retten. Um künftig die Entstehung und die Gefahren von Unwettern besser erkennen und lokalisieren zu können, geht bald eine neue Generation von Wettersatelliten an den Start. „Sie haben eine wesentlich höhere Auflösung“, sagt Alexander Schmid, Programmleiter für die neuen Meteosat-Satelliten bei der europäischen Agentur für meteorologische Satelliten (Eumetsat). Aus dem Kontrollzentrum in Darmstadt sollen die Satelliten, die auch für die Klimabeobachtung eingesetzt werden, künftig gesteuert werden. Das Training hierfür soll im Juni starten. Im November soll dann der erste von insgesamt drei Satelliten ins All geschossen werden. 2024 und 2025 folgen die anderen beiden. Insgesamt 20 Jahre sollen die Satelliten Daten für Europa und Afrika liefern. Hier gibts mehr Infos dazu.

Auch auf enorm: Sonne, Mond und Müll – Aufräumen im All

04.06. und 05.06.2022

Australiens Regierung und ein Oberstes Gericht werden diverser

In Australien wurde das neue Kabinett um Premierminister Anthony Albanese vereidigt: Zehn der 23 Ministerien werden neuerdings von Frauen geführt – so viele wie noch nie zuvor in der Geschichte des Landes. Unter anderem leiten Penny Wong und Clare O’Neil das Außen- und Innenministerium, Anne Aly das Ministerium für Kindererziehung und Jugendliche und Linda Burney das Ministerium für Indigene Australier:innen. Das Kabinett ist nicht nur weiblicher, sonder auch diverser geworden: Anne Aly ist die erste muslimische Frau in der australischen Regierung und Linda Burney die erste indigene Ministerin. Im australischen Bundesstaat Queensland wurde außerdem Lincoln Crowley als Richter an den Supreme Court berufen – als erster indigener Mensch überhaupt. Mehr Infos dazu findet ihr hier und hier.

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Eigene Ärzt:innen für Bienen

Bienen zählen zu den wichtigsten Nutztieren in der Landwirtschaft. Sie bestäuben Pflanzen, liefern Honig und sind somit für unser Ökosystem von entscheidender Bedeutung – umso wichtiger, dass sie gesund sind. Aber wer kümmert sich um kranke Bienen? Traditionell werden Bienen in der Tierärzt:innenausbildung nur als Teil der Parasitologie oder als Wahlfach gelehrt. Um die Bedeutung der Biene im Veterinärwesen zu stärken, hat die Tierärztin Heike Aupperle-Lellbach 2014 eine Fachgruppe für Bienen in der Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft (DVG) angestoßen. Mit Erfolg: Inzwischen gibt es bundesweit 17 auf Bienen spezialisierte Tierärztinnen und Tierärzte, laut der Statistik der Bundestierärztekammer für das Jahr 2020. Davon haben neun einen Fachärzt:innentitel, die anderen acht eine Zusatzbezeichnung „Bienen“. Summ, summ! Hier erfahrt ihr mehr.

Auch auf enorm: Wie ich meine Angst vor den Bienen verlor

Kreativer Sportunterricht ohne Leistungsdruck

Vor über 15 Jahren hat die Tänzerin und Choreografin Livia Patrizi in Berlin das Projekt „TanzZeit“ ins Leben gerufen: Statt beim Völkerball oder Staffellauf entdecken Berliner Schüler:innen durch Musik und Tanz Freude an der Bewegung – ganz ohne Noten, Leistungsstress oder Wettkampf, wie sonst meist im Sportunterricht üblich. 159 Berliner Grund- und Oberschulen haben bisher am Projekt „TanzZeit“ teilgenommen, das sind gut 1.060 Klassen mit knapp 24.000 Kids aus allen Schichten. Patrizi: „Tanzen schärft die Körperwahrnehmung, stärkt Selbstbewusstsein und Sozialkompetenz.“ Hier lest ihr die ganze Geschichte.

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28.05. und 29.05.2022

Spanien verschärft Sexualstrafrecht

Das Parlament in Madrid billigte am 26. Mai mit deutlicher Mehrheit einen Gesetzentwurf der linken Regierung, nach dem alle beteiligten Personen künftig sexuellen Handlungen ausdrücklich zustimmen müssen. Gegen das sogenannte „Nur Ja heißt Ja“-Gesetz stimmten lediglich die Abgeordneten der konservativen Volkspartei (PP) und der rechtspopulistischen Vox. Ihr Hauptargument: Mit dem Vorhaben werde das Prinzip der Unschuldsvermutung gefährdet. Zur Verabschiedung muss das Gesetz noch vom Senat gebilligt werden, was aber als Formsache gilt.

Das neue Paragraphenwerk hebt die Unterscheidung zwischen Missbrauch und Aggression auf. Sexuelle Übergriffe werden nach dem Inkrafttreten als Vergewaltigung betrachtet werden – egal ob das Opfer sich wehrt oder eine Handlung aus Angst geschehen lässt. Auf Vergewaltigung und sexuelle Gewalt werden dann bis zu 15 Jahre Haft stehen. Zudem werden unter anderem auch „einschüchternde“ Komplimente sowie die Verbreitung von Sexvideos unter Strafe gestellt. (dpa)

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In diesem Staat haben Brandungswellen Rechte

Das ist weltweit bisher einmalig: Wellen, die an zahlreichen Stellen der peruanischen Küste anlanden, sind gesetzlich geschützt – sofern sie bestimmte Bedingungen erfüllen. Surfer:innen hatten zuvor über ein Jahrzehnt für diesen Status gekämpft. Im entsprechenden Paragrafen heißt es: „Diejenigen, die absichtlich Aktivitäten ausüben, die die Brandungswellen oder Brandungswellenzonen beeinträchtigen, werden gemäß der geltenden Gesetzgebung wegen eines Verbrechens gegen die Umwelt strafrechtlich belangt.“ Nun ziehen Aktivist:innen aus anderen Ländern Südamerikas nach. Hier lest ihr die ganze Geschichte.

Forscher:innen entdecken offenbar Ursache für plötzlichen Kindstod

2019 sind 107 Babys und Kleinkinder in Deutschland infolge des plötzlichen Kindstodes (SIDS) gestorben. Warum scheinbar gesunde Kinder im Schlaf sterben, war bisher unklar. Doch die Biochemikerin Carmel Therese Harrington und das Team des Kinderkrankenhauses Westmead in Sydney haben womöglich den Auslöser gefunden: Ein Mangel des Enzyms Butyrylcholinesterase soll bei betroffenen Babys und Kleinkindern zu längeren Atemaussetzern im Schlaf führen und den lebensnotwendigen Weckmechanismus blockieren. Künftig könnte ein frühzeitiger Screening-Test den Mangel erkennen – und Leben retten. Mehr zum Thema gibt’s hier.

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