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21 April 2020 / Lesezeit: 2 minuten

Kolumne Einigeln

Wieder Kind sein

Unser Igel-Experte wird während der Isolation wieder zum Kind: Die fiktiven Welten von Harry Potter, Star Wars und anderen Geschichten seiner Igel-Jugend werden zum Refugium vor düsteren Gedanken und Einsamkeit.

Illustration: AREZU WEITHOLZ

Illustration: AREZU WEITHOLZ

Das Coronavirus legt den Alltag lahm. Um uns und andere zu schützen, dürfen wir kaum noch raus. Wie man dabei trotzdem fröhlich bleibt, erklärt dienstags und donnerstags unser „Igel-Experte“ in der enorm Kolumne Einigeln.

enorm Kolumne Einigeln, Teil 10:

Diese seltsame Zeit erinnert mich manchmal stark an meine Kindheit: Wenn ich nach der Schule nach Hause kam, telefonierte ich oft stundenlang mit meinen Freund*innen und verbrachte den Rest des Abends mit stundenlangem Lesen von Fantasy-Romanen.

Wer in Zeiten vor der Coronakrise als groß gewordener Igel seine Freizeit so gestaltete, der galt als unreifer, fauler Stubenhocker. Jetzt aber wird der Eskapismus in Fantasy- und Science-Fiction-Universen von allen Seiten empfohlen und praktiziert: Viele in meinem Freundeskreis graben gerade die Harry-Potter-Reihe wieder aus: Entweder lesen sie die sieben Romane hintereinander weg oder sie verabreden sich zu einem gemeinsamen Online-Binge-Watching der Verfilmungen. Es kann so gut tun, für einige Stunden loszulassen, und wieder in die fiktiven Welten seiner Kindheit einzutauchen – seien es die wandernden Treppen von Hogwarts oder die schwedischen Bauernhöfe Bullerbüs von Astrid Lindgren.

Kolumne Einigeln: Jede Woche Baby Yoda

Das absolute Mekka des Eskapismus ist für mich außerdem gerade der Streamingdienst Disney+. Hier gucke ich die neue Star-Wars-Serie „The Mandalorian“– ein Weltall-Western, der uns jede Woche mit einer neuen Folge des viral gegangenen Baby Yoda beglückt.

Wem das Erleben einer Geschichte durch ein Buch oder einen Film zu eintönig ist, dem seien interaktive Spiele ans Herz gelegt: Die New York Times schrieb jüngst einen aufwendigen Bericht darüber, welche Videospiel-Landschaften so spektakulär entworfen sind, dass man sich in der Beklemmung der Isolation darin flüchten kann, wie in eine Traumreise. Und sogar die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rief via Twitter unter dem Hashtag #PlayApartTogether dazu auf, in Zeiten der sozialen Distanzierung den virtuellen Kontakt zu anderen in Gemeinschaftsspielen zu suchen, um Einsamkeit und psychischen Problemen vorzubeugen. Aber Vorsicht: Spielen kann schnell süchtig machen.

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Wenn man von Videospielen nicht viel hält, kann man auf der Seite bordgamearena mit Freund*innen virtuell Brettspiel-Klassiker wie Carcassonne oder wie in dieser Igel-Kolumne beschrieben, Doppelkopf spielen. Lasst eurer inneres Kind wieder raus! Es heilt.