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25 Mai 2020 / Lesezeit: 2 minuten

„Afghan Dreamers“

Junge Frauen entwickeln Beatmungsgerät mit Autoteilen

Junge Frauen einer Technik-Gruppe entwickeln in Afghanistan kostengünstige Lösungen für das von der Corona-Pandemie schwer getroffen Land.

Bild: unsplash/Hasan Almasi

Bild: unsplash/Hasan Almasi

Ein Team junger Frauen hat in Afghanistan für Corona-Patienten einen günstigen Prototyp eines Beatmungsgeräts mit Autoteilen gebaut.

„In einer Zeit, in der die Welt gegen die Corona-Krise kämpft, machen die afghanischen Mädchen einen Schritt nach vorn“, sagt die Unternehmerin Roja Mahbub, die das Team mit ihrer Wohltätigkeitsorganisation fördert. Unterstützung bekommen die jungen Frauen laut Mahbub auch von Forschern der Harvard University und dem Massachusetts Institute of Technology (MIT).

Zugang zu Technologie und Wissenschaft

Zwölf junge Frauen im Alter zwischen 12 und 18 Jahren sind Teil der technikbegeisterten Gruppe „Afghan Dreamers“. Sechs von ihnen arbeiten seit Monaten unter Hochdruck an dem Gerät, das sie mit Ersatzteilen von Fahrzeugen planen. „Wenn wir der afghanischen Jugend den Zugang zu Wissenschaft und Technologie ermöglichen, können sie bessere Bedingungen in Afghanistan schaffen“, sagt Mahbub. Das Gerät soll umgerechnet nur rund 550 Euro kosten.

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Herausforderung Corona-Krise

Die jungen Frauen stammen aus der Grenzprovinz Herat, die neben dem besonders schwer von der Corona-Krise betroffenen Iran liegt. Hunderttausende Afghanen kehrten dieses Jahr zurück über die Grenze, schnell entwickelte sich auch Herat zu einem Corona-Hotspot. Als sich Provinzbeamte zunehmend besorgt über den Mangel an Beatmungsgeräten zeigten, nahm das sechsköpfige Team die Herausforderung an.

Die frühere Arbeit der „Afghan Dreamers” im Bereich der Robotik wurde bereits mit internationalen Preisen ausgezeichnet, derzeit versuchen sie Afghanistan mit der Entwicklung dringend benötigter medizinischer Geräte zu unterstützen. In der jetzigen Corona-Krise fehlt es in dem von Krieg und Krisen geplagten Land vielerorts an Personal und auch an Ausrüstung, nur 400 Beatmungsgeräte gibt es im ganzen Land laut Gesundheitsministerium.

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Doch der Prototyp funktioniert derzeit nur für zwei Stunden, kann also noch nicht in der Praxis eingesetzt werden. „Es ist von Experten abgesegnet, muss aber noch weiterentwickelt werden. An seinem Drucksensor muss noch gearbeitet werden“, erzählt die 18-Jährige Nahid Rahimi. Diesen muss das Team importieren, die Teile fehlen in Afghanistan. Doch sie haben schon ein neues Projekt – in den kommenden Tagen wollen sie einen Viruskiller vorstellen, der mit UV-Licht Oberflächen desinfiziert.