Startseite/Gesellschaft/Zusammenleben
15 March 2019 / Lesezeit: 3 minuten

Social Impact Channel

Nie wieder „Das geht sowieso nicht!“

Anzeige

Innovationslabore bieten Raum und Zeit, um Tradiertes zu hinterfragen und neu und anders zu denken

Titelbild: Abbi Wensyel Photography/Social Impact

Social Impact bringt soziale Innovationen für und mit der Wohlfahrt auf den Weg

Wer Innovation hört, der denkt an geniale Start-ups, High-Tech, Digitalisierung. Aber eher nicht an Wohlfahrt. Dabei war bereits die Gründung von Wohlfahrtsverbänden vor rund 150 Jahren ein hochgradig innovativer Akt. Kitas, Behindertenwerkstätten, die Hilfe zur Selbsthilfe –all das waren bahnbrechende Neuerungen. Heute, in Zeiten von demografischem Wandel und Fachkräftemangel, ist es für die Wohlfahrt – einem der größten Arbeitgeber Deutschlands – überlebenswichtig, weiterhin innovativ zu bleiben. Die Social Impact gGmbH unterstützt Wohlfahrtsverbände dabei, aus sich selbst heraus und mit Partnern im ständigen Erneuerungs­prozess zu bleiben.

„Gemeinsam für eine bessere Welt von morgen“ – unter diesem Slogan fördert Social Impact Start-ups mit sozial-innovativen Geschäftsideen und entwickelt selbst innovative Projekte rund um Social Entrepreneurship, Inclusive Entrepreneurship, Gründungsfinanzierung, Bildungsinnovationen, Innovation in der Wohlfahrt und internationale Kooperationen

Räume für Möglichkeiten schaffen

„Als wir anfingen, mit der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Braunschweig zu kooperieren, ging es vor allem darum, Zeiten und Räume zu schaffen, in denen Platz zum Denken und Weiterspinnen ist“, sagt Mareike Müller von Social Impact. Im täglichen Job gelinge es nur wenigen, eine neue Idee bis zur Marktfähigkeit zu durchdenken. Ganz schnell schalte sich auch der eigene Zensor im Kopf ein: „Das geht doch sowieso nicht!“ oder „Das haben wir aber schon immer so gemacht!“. Mit genau diesen Sätzen sollte endlich Schluss sein im neu eingerichteten AWO-Innovationslabor in Braunschweig. Dort konnten interessierte Mitarbeiter*innen in Workshops von ihren Ideen für eine neue soziale Dienstleistung erzählen und diese angeregt durch Coaches konkretisieren. Dabei spielten auch Themen wie Businessplan, Kundenbedarfe und Finanzierungsmöglichkeiten eine wichtige Rolle. „Aber nicht in dieser Das-geht-sowieso-nicht-Weise, sondern mit einer Wie-bekommen-wir-das-hin-Haltung“, so Mareike Müller.

„Viele Kolleginnen und Kollegen haben sich sehr über diese Möglichkeit gefreut, ihre Ideen vorzustellen und Methoden kennenzulernen, um sie weiterzuentwickeln“, sagt Ingrid Kleinert, die das AWO-Innovationslabor leitet. An sieben schon sehr konkreten Projekten wird derzeit gearbeitet: Ein Campus für die Pflegeausbildung soll entstehen, „Kochfreu(n)de“ will Migrant*innen aus Osteuropa mit behinderten Menschen in einem inklusiven Gastrobetrieb zusammenbringen, ein Videoprojekt will die Medienkompetenz von Jugendlichen erhöhen.

Starthilfe für die Verwirklichung innovativer Ideen leisten

Von einem Wohnprojekt für junge pflegebedürftige Menschen träumen Kerstin Metke und Jessica Reinecke. „Dieses Projekt hat mich besonders beeindruckt“, erzählt Ingrid Kleinert. „Jüngere Menschen, die wegen einer Erkrankung im Pflegeheim landen und dort mit den ‚Alten‘ zusammenleben müssen, kennen die beiden aus ihrer täglichen Arbeit. Die Kolleginnen haben sich mit viel Eifer in die Arbeit gestürzt. Innerhalb von acht Monaten haben sie aus der Idee ‚Wir brauchen eine neue Wohnform, die für die Zielgruppe passt‘ ein konkretes Projekt entwickelt, ein an ein Pflegeheim angegliedertes Wohnheim für Menschen unter 65 Jahren, das speziell auf deren Bedürfnisse eingeht mit entsprechender Einrichtung, Personal et cetera. Nun soll die Umsetzung beim nächsten Umbau eines Wohn- und Pflegeheims geprüft werden.“

Besonders interessant fand Ingrid Kleinert, dass man auf dem Weg zu etwas Neuem auch Unsicherheit aushalten muss. „Das ist einigen Kolleginnen und Kollegen schwer gefallen, denn in ihrem Arbeitsalltag gilt es oft, Unsicherheit zu vermeiden.“

Kreativität und Erfahrung zusammenbringen

Seit September 2018 fördert das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) Social Impact bei der Entwicklung von Innovationsprozessen in der Wohlfahrt in Zusammenarbeit mit Start-ups.

In diesem Prozess übernimmt Social Impact eine Mittlerrolle: „Salopp gesagt, erklären wir den Start-ups, wie die Wohlfahrt tickt, welche Strukturen zu bedenken sind, und andersherum“, sagt Mareike Müller. „Wir bringen Kreativität mit Erfahrung zusammen.“

Social Impact Channel

Dieser Artikel wurde im Auftrag von Social Impact erstellt. Gesponserte Beiträge sind eine der Möglichkeiten, über die wir uns finanzieren (mehr dazu hier). Alle von Social Impact gesponserten Beiträge finden sich hier

Eine Erfolgsgeschichte aus dieser Zusammenarbeit ist das Unternehmen ichó systems. An seinem Anfang stand eine Erfahrung, die Steffen Preuß, Mario Kascholke und Eleftherios Efthimiadis gemeinsam hatten: Ihre Großeltern erkrankten an Demenz. „Und zu erleben, wie sich die eigene Oma immer weiter entfernt, das zerbricht einem das Herz“, sagt Steffen Preuß. Die drei jungen Männer entwickelten einen interaktiven Pflegeball, der auf Bewegung, Druck, Berührung reagiert und eine Kommunikation mit Demenzerkrankten wieder möglich macht. Social Impact stellte den Kontakt zur Parität NRW her, die in ihren Pflegeheimen die ichó-Prototypen testete. „Durch Social Impact kamen wir sehr früh an große Netzwerke, die an unsere Idee glaubten und uns bis jetzt maßgeblich unterstützen“, sagt Steffen Preuß. „Und dank Social Impact haben wir das Handwerkszeug gelernt, das man für ein Start-up braucht.“ Im Moment läuft es richtig gut für ichó, die drei kommen kaum nach, alle Anfragen zu beantworten. In den nächsten Wochen soll die Testphase abgeschlossen sein und der ichó-Ball in die Produktion gehen.

Soziale Innovationen brauchen Rat, Zeit und Räume zum Ausprobieren. Social Impact schafft diese Grundvoraussetzungen und hilft dabei, Finanzierungsquellen zu finden. Für eine gute Wohlfahrt von Morgen.