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8 November 2021 / Lesezeit: 18 minuten

Postkolonialismus

Transkript: Good News enorm Podcast Folge 34

Die Ausgabe 05/2021 des enorm Magazins mit dem Titel „Tschüss, Kolonialismus“ beschäftigt sich mit kolonialen Machtstrukturen in Wirtschaft, Politik und Kultur und zeigt Wege aus der strukturellen Ungleichheit.

Bild: enorm Magazin

Bild: enorm Magazin

Hier findest du eine schriftliche Fassung der Podcastfolge 34 von „Good News enorm“. Noch immer prägt der Kolonialismus unsere Wirtschaft und wie wir heute leben: Tief verwurzelte Machtstrukturen schaffen strukturelle Ungleichheiten, die es zu überwinden gilt. In dieser Folge und im aktuellen enorm Magazin stellen wir Menschen und Initiativen vor, die sich für Dekolonialisierung einsetzen. Unternehmer:innen, Aktivist:innen, Kreativschaffende, die vermitteln: Tschüss, Kolonialismus, komm niemals wieder!

Das Transkript soll den Podcast möglichst barrierefrei auch nicht-hörenden Menschen zugänglich machen. In dieser Folge sprechen Good-News-Redakteurin Bianca Kriel und Astrid Ehrenhauser, Redakteurin beim enorm Magazin, über Dekolonialisierung. 

Bianca: Bianca: Hallo und herzlich willkommen zu Good News enorm – gute Nachrichten und konstruktive Gespräche! Ein Podcast von Good News und dem enorm Magazin. Heute geht es um Postkolonialismus. Aber erst einmal: Der gute Nachrichten Überblick.

Nach 10 Jahren Datenschutz-Debatte ist es nun soweit: Der Facebook Mutterkonzern Meta hat angekündigt, sein umstrittenes Gesichtserkennungssystem einzustellen. Dafür würden die Daten von mehr als einer Milliarde Menschen gelöscht.

Forschende der Universität Miguel Hernández haben ein Mikroimplantat entwickelt, das blinden Menschen grundlegende Sehfähigkeit zurückgeben könnte. Eine Kamera, die an einer Spezialbrille befestigt ist, sendet visuelle Signale an das Implantat, das wiederum Neuronen stimuliert.

Wissenschaftler:innen der Duke University in North Carolina haben in einer neuen Studie herausgefunden, dass sich Klimaschutz bereits in kurzer Zeit rechnen würde. Bessere Luft und weniger Krankheiten – und 163 Billionen US-Dollar Einsparungen alleine in den USA bis 2050.

Spanien zählt zu den Ländern, in denen Übergewicht bei Kindern mit am häufigsten vorkommt. Die spanische Regierung möchte daher an Kinder gerichtete Werbung für ungesunde Lebensmittel unterbinden. Das Werbeverbot soll für Zeiten gelten, in denen Kinder häufig vor dem Fernseher oder am Radio sitzen.

Die baufällige Synagoge in der Reichenbachstraße in München soll saniert werden. Dem Gebäude kommt eine besondere historische Bedeutung zu: 1931 als eine der wenigen Synagogen im Bauhaus-Stil errichtet, überstand das Gotteshaus 1938 den Brandanschlag in der Reichspogromnacht.

Bianca: Hallo, mein Name ist Bianca. Ich bin Redakteurin bei Good News und ich freue mich, dass wir heute über die neue enorm Magazin Ausgabe sprechen. Und heute zum allerersten Mal sitzen wir zusammen im enorm / Good News Büro in Berlin, zusammen mit Astrid. Hallo Astrid!

Astrid: Hallo Bianca, ja, ich finde es auch richtig schön, dass ihr mal im selben Raum aufnehmen und nicht nur virtuell uns sehen sozusagen. Und ja, heute geht es um den Schwerpunkt „Tschüss Kolonialismus!“ und es geht um Dekolonialisierung in dieser Ausgabe. Genau. Und wir sind auch ein bisschen aufgeregt, weil wir eben zusammen aufnehmen können. Aber es macht auch, glaube ich, ein bisschen mehr Spaß. Ich habe jetzt auf jeden Fall schon viel Spaß gehabt, haben ziemlich viel gelacht, allein beim Aufbauen von unserem kleinen Set-up mit Mikrofon und so einem Bildschirm oder Micscreen, hinter dem ich sitze.

Bianca: Wir machen euch ein Foto auf die Socials, damit ihr mal seht, wie das hier aussieht. Sieht auf jeden Fall sehr lustig aus. Also ich möchte kurz vorlesen, was da auf eurer neuen enorm Ausgabe steht: „Tschüss Kolonialismus!“

Astrid: Genau. Heute immer noch gibt es krass viele koloniale Strukturen, Ungerechtigkeiten, die nachwirken, also die sogenannten Kolonialitäten. Ressourcen sind global immer noch mega schlimm ungerecht verteilt. Und sei es, dass eben Menschen aus ehemaligen Kolonien in allen Bereichen unterrepräsentiert sind. Das es rassistische Vorurteile gibt halt gegenüber indigenen Sprachen oder auch einfach, wie eng Kapitalismus und Kolonialismus verknüpft sind. Seit Beginn und bis heute sozusagen. Das sind Dinge, die wir in dem Heft uns angeschaut haben. Aber vor allen Dingen ging es darum, dass wir uns gefragt haben: Wie können wir das Ganze aufbrechen? Also wie kann Dekolonialisierung tatsächlich funktionieren? Und zwar in verschiedenen Bereichen. Deswegen haben wir auf dem Cover eben verschiedene Dinge aufgezählt, die wir uns angeschaut haben im Heft, sei es jetzt eben Politik, Wirtschaft, Ernährung, Kunst, Fotografie oder auch Rapmusik oder Bildung – und schlichtweg unser Denken. Also wie können wir das dekolonialisieren? Das haben wir uns angeguckt und wir haben uns dabei halt bemüht, dass wir irgendwie so eine postkoloniale Perspektive eingenommen haben. Postkolonialismus ist sozusagen eine Form von Widerstand und Befreiung von diesen kolonialen Strukturen. Und darum ging es eben in der neuen enorm Magazin Ausgabe.

Auch auf enorm: Glossar zu Postkolonialismus: Was ist gemeint, wenn wir Dekolonialisierung fordern?

Bianca: Ach so, Postkolonialismus ist der Widerstand und nicht die Ära, die wir jetzt haben? Damit ich das richtig verstehe.

Astrid: Genau. Zumindest eine Definition davon sagt, dass es dieser Widerstand und die Befreiung davon ist. Und darum ging es uns halt, dass wir solche Perspektiven einnehmen. Wir haben auch geschaut, dass wir wirklich auch versucht haben, vielen Menschen eine Stimme zu geben, die ja selber anders betroffen sind als ich als weiße Person hier im Globalen Norden. Jetzt sind wir schon beim ersten Punkt: ich sage gerade „Globaler Norden“ und das ist vielleicht nicht allen ein Begriff. Und wir haben das auch vorher schon immer beim enorm Magazin verwendet: Globaler Süden, Globaler Norden. Aber das ist auch nicht so leicht. Das ist irgendwie nicht die perfekte Lösung. Leider. Diese Worte sollen zeigen: Okay, es gibt nicht so einen geografischen Raum, sondern es ist sozusagen ein Raum, den wir meinen, weil er von der Ausbeutung, der kolonialen Ausbeutung noch immer betroffen ist. Also der Globale Norden ist eben in dem Fall die privilegierte Position und der Globale Süden, die Länder dort sind benachteiligt. Das Ganze ist aber ein bisschen tricky, weil das sehr verallgemeinernd ist. Ja, es gibt ja auch zum Beispiel in Australien Aboriginals, die Teil des Globalen Südens sind. Aber Australien ist ein Land des Globalen Nordens, liegt aber auf der Südhalbkugel. Also man sieht, wie schwierig es teilweise ist, es so zu verallgemeinern. Und deswegen ist diese Definition jetzt auch nicht perfekt. Aber sie ist auf jeden Fall besser, als wenn man immer von „Entwicklungsländern“ spricht. Ich mache jetzt da gerade meine Finger in der Luft zu Anführungszeichen, weil man sollte das immer in Anführungszeichen setzen: sogenannte „Entwicklungsländer“. Oder „erste, zweite, dritte Welt“: Das ist alles auf jeden Fall überholt in dem Sinne, weil das so sehr abwertend ist und so tut, als würden sich diese Länder noch wohin „entwickeln“ müssen, wo wir schon sind im Globalen Norden, in Deutschland oder so, was halt de facto auch stark kritisiert wird, in der Wissenschaft und von Aktivist:innen. Da habe ich zum Beispiel ein Protokoll geschrieben mit einem Didaktik-Dozenten an der Uni Hannover, Andreas Ebert, und der hat eben so eine Vorlesungsreihe oder ein Seminar, wo er sich dafür einsetzt, dass eben Lehrer:innen in der Ausbildung lernen, wie man anders unterrichtet. Geografie zum Beispiel, dass es nicht eben diese kolonialen Strukturen weiter repräsentiert oder reproduziert. Vor allen Dingen setzt er sich dafür ein, dass Schulbücher umgeschrieben werden, dass anders gelehrt wird in der Schule. Also total früh muss man da glaube ich schon rangehen an das Thema.

Bianca: Da kommt mir gerade was in den Sinn. Ich weiß nicht, ob das im Zuge dessen auch erwähnt wird. Die Weltkarte, wie wir sie kennen, die ist ja nicht im korrekten Maßstab dargestellt, oder? Also dass Südamerika und der Kontinent Afrika zu klein auf dieser Karte aufgezeichnet sind. Und damit werden ja die Kinder auch groß und sind wir auch groß geworden.

Astrid: Ja, auf jeden Fall total problematisch und auch wie rum es gezeigt wird. Das oben ist der Globale Norden und unten sozusagen ist der Globale Süden. Das kann man ja auch ganz anders machen. Und das haben wir im enorm Magazin tatsächlich auf einer Seite immer drin, dass wir da eine andere Darstellung der Welt, also eine andere Karte zeigen und auf der dann so kleine globale und soziale Innovationen auch vorstellen, die es gibt, die cool sind, um auch ein bisschen so das Bild und die Sehgewohnheiten aufzubrechen und vielleicht auch im zweiten Schritt dann eben auch das Denken zu verändern. Genau das war die Idee dahinter. Apropos „Denken“: Wir haben auch ein total tolles Interview im Heft. Das hat meine Kollegin Morgane Llanque geführt mit Gil Shohat. Da geht es um deutsche Erinnerungskultur, und zwar um diesen Streit, den es gab vor einer Weile – bis heute auch zwischen: Wie gedenken wir des Holocausts, wie gedenken wir der deutschen Kolonialgeschichte, im Vergleich sozusagen? Gibt es da eine Konkurrenz? Oder wie ist das? Wie kann man das vereinbaren? Sehr, sehr lesenswert auf jeden Fall. Und Gil Shohat ist ein Historiker, weiß gerade nicht, ob ich das erwähnt hatte vorher, und der hat mit ihr gesprochen drüber. Und ebenfalls von Morgane gibt es einen Text zum Kampf um die Dekolonialisierung des US-amerikanischen Territoriums Puerto Rico. Auch sehr spannend, was es da für verschiedene Strömungen gerade gibt und wie sich Menschen da einsetzen.

Genau, ich mache mal weiter mit einem Text, den ich auf jeden Fall empfehlen kann. Und zwar geht es da um eine Mine, um eine Aquamarin-Mine in Simbabwe. Das Thema Minen ist ja auch so etwas, was in der ganzen Kolonialgeschichte mega das riesige Thema ist oder war. Damals auch schon als es losging, weil Bergbau war immer so eine tragende Säule, europäische Unternehmen haben sozusagen von Anfang an Rohstoffe ausgebeutet, Menschen ausgebeutet, den Kontinent Afrika vor allen Dingen ausgebeutet und da billig Arbeitskräfte die Rohstoffe schürfen lassen und das Ganze hat eigentlich die Natur zerstört und Menschen schlecht bezahlt, oder damals auch versklavt und so weiter. Und da ist jetzt eine Mine, die das Ganze irgendwie versucht zu dekolonialisieren kann man sagen. Da sind zum Beispiel nur Frauen angestellt in dieser Mine, in der Zimbaqua-Mine heißt die. Die ist was total tolles, weil Frauen gerade dort in einer relativ armen Gegend, ländlichen Gegend teilweise Probleme haben, dass sie irgendwie gut bezahlte und sichere Arbeitsplätze bekommen, Frauen oft illegal im Bergbau angestellt waren oder eben nicht angestellt waren, ja genau illegal da gearbeitet haben und dort bekommen sie eine Ausbildung.

Es gibt auch bald einen Kindergarten oder eine Kinderklinik und eine Grundschule und sie setzen sich da auch ein, dass es nachhaltiger ist, dass sie eben ökologisch so ein bisschen besser arbeiten, weil Bergbau ist ja schon so ein bisschen schmutzig, einfach die Art der Ressourcen-Gewinnung, dass man danach das wieder verschließt und drauf neues Saatgut wieder anpflanzt und das Ganze so versucht ein bisschen besser zu machen. Und am Ende auch wollen sie halt vor Ort selber Schmuck herstellen, also eigenen Schmuck bald auch vor Ort produzieren, was auch super cool ist, weil ganz oft ist es so, dass die Ressourcen geschürft werden in, eben in dem Fall in Simbabwe – oder in anderen Ländern auch des Globalen Südens. Und die Wertschöpfung ist dann im Globalen Norden und am Ende geht halt super viel Geld verloren dort vor Ort. Und das sollte jetzt auch ein bisschen aufgebrochen werden, also echt ne ganz cooles Projekt.

Bianca: Es gibt eine Studie, die packen wir euch in die Shownotes, die haben herausgefunden, dass zwischen 1960 und heute 152 Trillionen US Dollar dem Globalen Süden durch die Lappen gegangen sind, weil der Globale Norden sich in irgendeiner Weise an den Ressourcen und an der Arbeitskraft und überhaupt an allem des Globalen Südens, einfach bereichert hat.

Astrid: Ich finde es auch eigentlich gar nicht so überraschend, ehrlich gesagt, weil man kennt ja verschiedene Beispiele und bis heute, dass es eben so Produktionsbedingungen gibt, die für uns irgendwie super vorteilhaft sind, hier in Deutschland, aber in den Ländern vor Ort einfach nur Schaden zufügen und Ressourcen ausbeuten. Was ich auch immer wieder so, also in letzter Zeit sehr gut finde, dass wir da drüber diskutieren. Aber auch total krass. Also dieses Thema Raubkunst, das ist ja in Berlin jetzt auch immer wieder hochgekocht im Zuge des Humboldt Forums, wo eben auch Kunst ausgestellt wird, die einfach, ja, Raubkunst ist aus Ländern des Globalen Südens. Und da haben wir eben auch ein Protokoll drin mit Barazani.Berlin, die sich da eben dagegen einsetzen, eine Aktivist:innen Gruppe, die Widerstand organisieren und mit Protesten in virtuellen Ausstellungen dagegen kämpfen. Und da ist tatsächlich auch nochmal eine Zahl, die ich auch krass finde: Der Wiederaufbau des Berliner Schlosses hat 677 Millionen Euro gekostet und jährlich braucht man auch 60 Millionen Euro, um das Ganze am Laufen zu halten, dieses Projekt. Und wenn man das vergleicht mit den Reparationszahlungen!

Kurzer Exkurs: Das haben vielleicht auch welche mitbekommen von euch Hörer:innen, dass wegen des Genozids an den Ovaherero und Nama in Namibia, mittlerweile Deutschland, ja, so eine solche Art Reparationszahlungen zugesagt hat, die dann aber als sogenannte „Entwicklungshilfe“ eigentlich wieder fließen letzten Endes. Also es wurde schon anerkannt, dass es da eben dieses Unrecht gab, dass Deutschland damals eben diesen Genozid verübt hat. Ja, aber es wird eben jetzt im Vergleich sehr viel weniger bezahlt, weil das sind dann jährlich 36,6 Millionen Euro, so ein Versöhnungsangebot von deutscher Seite an, bezogen auf diesen Völkermord halt. Was wieder sehr umstritten ist, auch in Namibia von Aktivist:innengruppen und so weiter. Und das ist im Vergleich halt natürlich krass, wenn man sich überlegt, was da an Leid ist und wie viel wir dann bezahlen und was da an diesem Humboldt Forum an Geld rein fließt.

Ja, aber es gab eine gute Nachricht, auch in diesem Kontext Raubkunst in den letzten Tagen, und zwar: Frankreich hat jetzt zugesagt, dass sie wohl 26 Objekte zurückgeben an Benin, also sogenannte Raubkunst, zurückgeben. Und das sind wirklich bedeutende Objekte. Man denkt sich erst: „Okay, 26 Stück.“ Insgesamt hat Frankreich nämlich wohl 90.000 Kunstobjekte aus Afrika, also nicht nur Benin, in französischen Museen – also 90.000 und sie geben 26 zurück. Es ist natürlich ein bisschen crazy wenig, aber es sind wohl sehr wichtige Objekte und eine Kunsthistorikerin, Benedict Savoy, wurde zitiert, bei tagesschau.de habe ich das gelesen, dass sie sagt: Das Ereignis ist wohl vergleichbar mit dem Mauerfall in Berlin. Sie vergleicht es als historisch wichtigen Schritt, um eben diesem blutigen Raub der Kunst in dem 19. Jahrhundert während der Kolonialkriege damals, dass es sich jetzt irgendwie ändert. Also dass auch wirklich was passiert, nicht nur das Bewusstsein, sondern dass de facto auch das zurückgegeben werden soll oder wird. Das könnte auch Einfluss auf Deutschland haben und die Debatte bei uns, auf jeden Fall. Und es sollen ja auch im kommenden Jahr vor allem an Nigeria auch Rückgaben stattfinden aus Deutschland. Also ja schon, kann man schon zumindest da die gute Nachricht sehen.

Bianca: Ein bisschen anders gelagert, aber da muss ich daran denken, dass in New York, im City Council, im Sitzungssaal stand ganz lange eine Statue von Thomas Jefferson. Und da haben viele Aktivist:innen gegen protestiert, weil einfach Jefferson über 200 Schwarze Menschen als Sklav:innen gehalten hat und dass heute die Leute einfach dagegen protestiert haben, dass heute in diesem City Council, in diesem wichtigen Sitzungssaal, dieser Mensch Jefferson immer noch steht, also seine Statue, natürlich. Jetzt haben sie diese Statue entfernt. Jetzt ist er weg und im Zuge dessen muss ich an andere Statuen denken, die jetzt errichtet werden oder weggenommen werden. Und daran, dass sich manche so aufregen darüber, dass gewisse Sachen verschwinden. Und dann sagen, dass damit auch ein Geschichtsverständnis verschwindet.

Da muss ich auch an diese Straße denken in Berlin, an die Wissmannstraße, die jetzt umbenannt ist in Lucy-Lameck-Straße. Wenn wir diese Namen, Sachen wegnehmen, verschwinden lassen, so dass sie nicht mehr im öffentlichen Raum diesen Raum haben, ist das gefährlich, dass wir dann vergessen, was passiert ist? Wie siehst du das?

Astrid: Also ich persönlich bin eine große Befürworterin, dass man das wirklich umbenennt auch, oder eben diese Statuen abreißt und andere Statuen hinstellt. Weil sonst ist das ja schon ein Schlag ins Gesicht von Menschen, die Nachfahr:innen sind von Menschen, die unter diesen Leuten gelitten haben oder auch heute noch ja letzten Endes darunter leiden.

Ich habe selber in der Lüderitzstraße in Berlin gewohnt, eine Zeit lang und da wurde vor mittlerweile drei Jahren, glaube ich, gesagt, dass die umbenannt werden soll in die Cornelius-Fredericks-Straße. Weil Adolf Lüderitz war auch ein totaler Kolonial-Verbrecher in Namibia, in der damaligen Kolonie Deutschlands. Also super wichtig, diese Straße umzubenennen – ist aber bis heute nicht passiert. Da gab es super viel Protest von Anwohner:innen. Und ja, total schwierig, weil ich mir denke, wieso kann man das nicht einfach umbenennen, also was ist da das Problem für Menschen, die da leben? Vielleicht gehe ich einmal zum Einwohnermeldeamt und dann, whatever? Aber ja, es ist anscheinend so ein bisschen sehr emotional für viele Menschen und das kann ich auch nicht ganz verstehen. Man liest sich ja nicht immer durch: Wer war denn jetzt der Lüderitz? Und was auch immer, man kontextualisiert ja viel zu wenig, leider.

Bianca: Das sehe ich auch so. Vor allem jetzt auch bei dieser Wissmannstraße, die jetzt eben nicht mehr Wissmannstraße heißt, sondern Lucy Lameck. Und ich wusste selber ganz lange nicht, dass das halt so ein Typ war. Es war ja eben nicht so, dass diese Straße Wissmannstraße hieß und daneben war irgendwie eine Plakette und man konnte sich irgendwie informieren und wusste dann: Oh! So war es ja nicht, sondern es stand halt einfach da, ganz selbstverständlich. Und deswegen begrüßen ich das sehr. Ich glaube aber, dass es wichtig ist, dass zum Beispiel jetzt, wenn diese Straße umbenannt wird, dass da vielleicht dann doch irgendwie auch eine Erinnerung oder eine Erklärung da steht, warum diese Straße jetzt so heißt und dass da ja auch ein Widerstand war von Anwohner:innen, die gesagt haben: Wir wollen das nicht mehr, also Wissmann, weil das finde ich dann auch wieder erinnerungswürdig, dass wir uns erinnern, dass Menschen Widerstand leisten.

Astrid: Aber kannst du da noch mal kurz sagen, wer waren die Leute, was war der Hintergrund?

Bianca: Also Wissmann, das war eben ein Gouverneur des damaligen Deutsch-Ostafrika, so hieß das. Und der hat halt militärische Expeditionen gemacht und schwerste Verbrechen begangen. Und er hat einen gewaltsamen Feldzug geführt gegen, also mehrere, gegen die Bevölkerung, hat Dörfer geplündert, hat Dörfer in Brand gesetzt und Widerstände niedergeschlagen. Und es gibt zwei Straßen in Berlin, die Wissmann heißen und die nach diesem Menschen benannt sind. Und eben eine, die in Neukölln, die gibt es jetzt nicht mehr. Das ist jetzt die Lucy-Lameck-Straße. Und wenn ich das richtig erinnere, war Lucy Lameck die erste Frau im neuen Parlament, dann in Tansania.

Astrid: Sehr, sehr cool. Übrigens: Cornelius Fredericks war ein Aktivist und Widerstandskämpfer gegen die deutsche Kolonialverwaltung.

Okay, ich habe gerade Angst, dass mein Laptop hier ausgeht und die Aufnahme weg ist. Okay, wie ihr vielleicht hört, sind wir gerade so ein bisschen überfordert mit der Live-Aufnahme im Studio sozusagen (lacht).

Aber genau, jetzt mal kurz so was, ein bisschen ein leichteres Thema. Vielleicht, weil das Ganze schon auch sehr, sehr schwer ist und sehr, ja, wir hatten auch bei der Recherche und so weiter beim Heft gemerkt, dass es uns alle persönlich irgendwie ziemlich betroffen gemacht hat. Und ich meine, ich hab mich damit schon auch vorher schon beschäftigt, in der Uni oder so im Privaten viel gelesen und so weiter. Aber es ist echt ein Thema, das ja sehr schwer ist.

Also, ein Social Start-up, das sich meine Kollegin Miriam Petzold angeschaut hat, macht das Ganze eben, dreht das Ganze ein bisschen um: Conflictfood heißen die. Und da geht es darum, dass man beim Handel ansetzt und sagt: Okay, mit Konfliktregionen werden Güter gehandelt und es geht um Essen, Gewürze, Tee, Getreide und die kann man kaufen in Deutschland und dadurch eben sozusagen die Menschen dort vor Ort unterstützen, die diese Wertschöpfung betreiben. Aber, und das ist wichtig für den Co-Gründer Salem El-Mogaddedi, dessen Eltern sind aus Afghanistan, und Afghanistan ist auch eines der Länder, die sie da als Partner haben, und ihm ist wichtig, dass man sozusagen auch die Esskultur des Landes vermittelt: Innerhalb dieser kleinen Packungen von eben Tee oder so liegt immer eine kleine Zeitung mit drin, die so ein bisschen eben diese Krisengebiete jenseits der Krise zeigt. Und dass das auch immer noch so, dass Bild nicht nur ist: Okay, da ist Krieg und Leid, sondern es gibt da noch mehr. Und deren Motto ist halt so ein bisschen dieses „Trade Not Aid“, also dass man nicht durch sogenannte „Entwicklungshilfe“, „Entwicklungszusammenarbeit“ ist ja das, was man eher sagen würde, sondern eben durch selbstbestimmten Handel die Menschen vor Ort versucht zu empowern.

Und zum Thema Essen, das war auch noch mit einem anderen Text bei uns für uns so ein Thema. Da haben wir uns angeschaut, wie tatsächlich Köch:innen, Aktivist:innen in Südafrika das Essen vor Ort wieder so reaktivieren, sozusagen, was lange dort eigentlich Grundnahrungsmittel und für die Menschen dort normal war und verdrängt worden ist, in der Kolonialzeit. Und das klingt auch so, dass man echt Bock hat, das auch mal auszuprobieren, das Essen. Auf jeden Fall total cool, dass sich da Leute einsetzen.

Bianca: Wenn du über Südafrika sprichst, muss ich auch gerade daran denken, dass auch da Namen jetzt geändert werden: Port Elizabeth wird jetzt wieder zurück geändert in den eigentlichen Namen der Ortschaft und das war, ich muss es richtig sagen, es ist mir tatsächlich noch nicht so geläufig: „Gqeberha“. Elizabeth war der Name der Frau eines britischen Kolonialherren und dass man jetzt sagt: Hey eigentlich, warum heißt diese Stadt heute noch so? Jetzt hat sie wieder ihren ursprünglichen Xhosa-Namen.

Astrid: Mega, mega cool.

Ein letztes Thema, das auch noch Teil der Ausgabe ist, darüber habe ich einen Artikel geschrieben, da geht es um Freiwilligendienste. Und Disclaimer, das habe ich auch dazu geschrieben, dass ich selber so einen Freiwilligendienst gemacht habe mit „Kulturweit“. Ich war ein halbes Jahr in Namibia bei der Deutschen Welle Akademie, ist, glaube ich, sechs Jahre her oder so, fünf, weiß ich gar nicht mehr. Da steht im Artikel. Anfang 2016, genau.

Also, es gibt „Kulturweit“, es gibt „Weltwärts“, die so Internationale Freiwilligendienste machen und es gibt seit 2008 beide. Das Problem ist so ein bisschen, dass da weiße, deutsche, vor allem junge Menschen in Länder des Globalen Südens geschickt werden, auch Südafrika oder so, ich war ja in Namibia, und das es so Gefahr läuft, dass man koloniale Strukturen so reproduziert, weil man am Ende ja so eine Machtungleichheit hat. Und die Idee, so ein bisschen ist: Ah ja, in dieses vermeintlich „unterentwickelte Land“ in Anführungsstrichen, kommt eine Person aus dem Globalen Norden und „erzieht“ dann da die Menschen oder so, das ist so diese ganz alte Idee. Man nennt es auch den „White Saviour Complex“, also Menschen, die dann mit dieser Ideen kommen: „Oh, ich kann da den Menschen jetzt helfen und so.“ Und das ist total problematisch. Natürlich wird das auch eingeordnet von den Organisationen. Es gibt da sehr gute Seminare zum Thema Privilegien oder strukturellen Rassismus, Machtungleichheiten, Kolonialismus, und solche Themen werden da schon bearbeitet.

Aber es ist natürlich trotzdem schwierig, wenn man sagt: Okay, es sind super viele Menschen, die da von Deutschland ins Ausland gehen. Es gibt aber jetzt, und das ist das, wie man halt vielleicht wirklich diese Strukturen ändern kann, es gibt seit 2015 bei „Kulturweit“, bei „Weltwärts“ seit 2013, gibt es auch Reverse-Programme, dass Leute eben aus Ländern des Globalen Südens nach Deutschland kommen. Und das habe ich mir näher angeschaut, weil das ja schon eine total tolle Option war. Ich habe mit zwei Leuten gesprochen, die eine Freiwillige, Rana, die ist als Freiwillige für „Kulturweit“ jetzt in Berlin gerade gewesen, oder Ivan aus Bolivien. Der war „Weltwärts“ Freiwilliger vorher, 2016 war der bei so einem Aktiv-Kinderspielplatz in Stuttgart und Rana aus Jordanien, die war bei einem Kulturzentrum Oyoun in Berlin-Neukölln, die sich eben mit so queerem Feminismus und auch mit Dekolonialisierung beschäftigen, war total passend. Die beiden haben mir da auch so ein bisschen Einblick gegeben, wie das für sie so ist und dass sie das anders auch gar nicht sich hätten leisten können, organisieren hätten können und so irgendwie diese Chance zu haben, dann nach Deutschland zu kommen für eben, bei „Kulturweit“ sind es auch leider nur drei Monate bei dem Programm, und der andere war tatsächlich ein Jahr da. Aber das ist halt auch schon ein Punkt, warum das noch immer problematisch ist, weil die halt viel kürzer, bei „Kulturweit“, viel kürzer herkommen können. Läuft eher so als Art Praktikum und bei „Weltwärts“ klar genauso lang, da gibt es auch Programme eben für ein Jahr und so. Aber die Zahlen sind halt krass. Man hat zum Beispiel bei Kulturwelt seit 2015, wo es dieses Incoming Programm gibt, sind halt 59 Personen nach Deutschland gekommen und in den letzten 13 Jahren sind halt fast 5000 Menschen anders herum gereist sozusagen, in den Globalen Süden. Und weltweit waren seit 2013 eben knapp 3000 Freiwillige aus Ländern des Globalen Südens nach Deutschland, aber wiederum seit 2008 42.000 Freiwillige aus Deutschland in den Globalen Süden. Also Kulturweit ist auch kleiner im Vergleich, natürlich sieht man ja auch gerade. Und ja, das ist natürlich ein bisschen krass. Und was ich aber schön finde wiederum: Es gibt Organisationen wie BKW, das bolivianische Kinderhilfswerk, das war die Organisation, mit dem Ivan in Stuttgart, da in der Nähe von Stuttgart war. Und die haben mir auch erklärt, dass sie wirklich gucken, dass es gleiche Zahl ist. Also die Leute, die aus Deutschland nach Bolivien gehen und andersrum, dass sie das anpassen wollen. Und gerade sind sogar doppelt so viele aus Bolivien hier. Also 28 sind gerade in Deutschland, weil das wegen Corona irgendwie anscheinend so leichter war, so rum zu reisen. Und ja, es ist schon schon ein Schritt sozusagen zu zeigen, hey, wir können auch andersrum den Leuten die Chance eröffnen, hierher zu kommen. Aber ist natürlich noch zahlenmäßig und dass sie auch oft viel qualifizierter sind und so weiter. Gut, aber da ist doch schon noch mal ein Schritt, Luft nach oben sozusagen. Ja.

Bianca: Ja, interessant, weil das hört man ja so ganz oft. Also ich habe nie so einen Austausch gemacht oder so ein freiwilliges Jahr oder wie auch immer. Aber das hört man ja ganz oft, dass eben jemand war, eben irgendwo im Globalen Süden. Und dass das irgendwie so für viele so normal ist.

Astrid: Ja, und auch es ist auch, wenn man allein auf die Struktur guckt. Das ist so, und das ist der Unterschied dazu. Das sind mehr so, bei „Kulturweit“, Bildungspolitik, und bei „Weltwärts“ ist es aber wirklich entwicklungspolitischer Freiwilligendienst, so wird es geframed. Das ist beim BMZ, Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung auch angesiedelt, das ist schon klar. Die Gelder, die da rein fließen, sind einfach Gelder der Entwicklungszusammenarbeit. Und worum es dem Programm immer nach außen hin geht, um was es geht, es geht um globales Lernen, um Verständnis für andere Länder und Lebensrealitäten usw. und am Ende auch um natürlich die persönliche Weiterentwicklung der Leute. Und das ist auch ein Punkt: Ich glaube, wenn man wirklich auf das Kleine guckt und wie haben sich jetzt Menschen dadurch vielleicht auch persönlich ihren Horizont erweitert und sind sehr viel kritischer mit sich und ihren Privilegien und arbeiten danach vielleicht noch in so einem Bereich oder setzen sich ein und sind total, haben so verstanden: Wie kann ich vielleicht zum kleinen, zumindest antirassistischer und irgendwie gegen diese kolonialen Strukturen arbeiten? Genau das ist natürlich super toll und das hat auch den Freiwilligen, mit denen ich geredet habe, die haben da glaube ich auch viel mitgenommen für sich alleine persönlich einfach schon. Aber diese großen Strukturen sind immer noch so, ja, da könnte man noch mit viel mehr Geld und Mitteln gucken, dass es halt gerechter ist der Austausch, der richtige Austausch sozusagen.

Das war auch spannend, noch mal kurz zurück zu meinem ersten Thema, zu diesem Bildungsthema: Da habe ich auch mit diesem Didaktik-Dozenten geredet und der hat auch erzählt, dass es in ganz vielen Schulbüchern so zum Beispiel erfundene Zitate gibt von irgendjemandem, einem Gastarbeiter in Katar auf einer Baustelle für die Stadien dort, Fußballstadien. Das wird dann in den Mund gelegt, wie es dem so geht. Und er meinte so, wir müssen doch gleichberechtigt oder auch einen wirklichen, richtigen realen Einblick schaffen für Menschen hier in deutschen Schulklassen sozusagen, dass man einfach wirklich den zitiert, eventuell jemanden, der da vor Ort ist. Oder er hat eben so ein Projekt, wo er wirklich in den Slums in Nairobi mit jungen Menschen dort ein Projekt gemacht hat für seine Doktorarbeit damals, wo er sich von denen einfach ihren Alltag zeigen hat lassen. In Bildern haben die das eingefangen und Texte dazu, wie es ihnen da geht, was für sie so wichtige Themen sind und es war völlig offen und so weiter. Und das Tolle daran war auch wiederum, oder das ist ja das Erstaunliche vielleicht, dass das Bild von außen auf diese Wellblech-Landschaften so negativ ist und wir das mit so viel Elend vielleicht verbinden und deren Innenwelt-Sicht und Innenperspektive war dann, sie haben ganz oft so lösungsorientierte Sachen gezeigt und waren so eigentlich viel positiver als es der Außenblick ist von uns, und das hat er eben auch als Schulbuch-Einheit eben dann am Schluss umgesetzt. Seine Forschungsarbeit. Und ich denke mir, ja man kann halt, wenn man wirklich in den richtigen Austausch geht, dann können wir ja richtig viel voneinander lernen und so tatsächlich irgendwie unsere Perspektiven so erweitern, dass es nicht mehr so Stereotypen in so negativen und so bemitleidenden oder wie auch immer sind, sondern echt.

Bianca: Ja, das wäre Teil von „Tschüss Kolonialismus“.

Astrid: Genau. Ja genau. Wir fanden diesen Titel auch auf jeden Fall sehr, sehr cool und hoffen sehr, dass ihr euch ein Heft kauft.

Tatsächlich haben wir auch eine Verlosung für euch. Ihr müsst es auch nicht unbedingt kaufen. Ihr könnt es euch gerne kaufen oder auch natürlich am besten ein Abo abschließen. Wir haben da auch verschiedene Optionen. Da ist für jeden Geldbeutel was dabei. Es gibt auch ein Soli-Abo, das man das komplett kostenfrei, wenn man sich es nicht leisten kann, abonnieren kann. Aber ihr könnt auch gerne das Impact-Abo kaufen für 72 Euro, um dann noch eben anderen Menschen ein Abo zu ermöglichen. Aber wir verlosen heute eben auch eine Ausgabe. Und zwar haben wir uns überlegt, dass ihr uns eine E-Mail schreiben könnt, an – Bianca, magst du die E-Mail-Adresse sagen?

Bianca: redaktion@goodnews.eu.

Astrid: Und wir dachten uns, vielleicht habt ihr Themen, Wünsche, Vorschläge, Anregungen. Schickt uns doch einfach dazu ein paar Zeilen. Und unter allen Einsendungen verlosen wir dann eine Ausgabe des neuen Hefts „Tschüss Kolonialismus“.

Bianca: Ganz genau. Also holt euch, falls ihr nicht gewinnt, holt euch ein Abo. Es ist ein tolles Heft geworden und ich glaube, also ich kann auf jeden Fall viel noch davon lernen.

Astrid: Ja danke! Es hat Spaß gemacht, hier mit dir live aufzunehmen.

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