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2 Juli 2021 / Lesezeit: 3 minuten

Digitale Zivilcourage

Gaming – wo der Spaß aufhört

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Fotos: Deutsche Telekom AG

Fotos: Deutsche Telekom AG

Beim Gaming geht es nicht nur ums Spielen, sondern auch um den Austausch mit anderen. Weil diese Kommunikation im Netz kaum reguliert ist, wird sie von einer Minderheit gezielt für Diskriminierung und Hetze missbraucht. Jede*r ist aufgefordert, sich dieser Entwicklung entgegenzustellen. Die Deutsche Telekom setzt sich gegen Hass im Netz ein und will digitale Zivilcourage auch im Gaming-Bereich fördern.

Gaming boomt – immer mehr Menschen spielen, und sie spielen auch länger. Untersuchungen zeigen, dass in Deutschland mehr als 34 Millionen Menschen regelmäßig Zeit mit Video- und Onlinespielen verbringen. Darunter gleichermaßen Frauen und Männer sowie Menschen fast jeden Alters. So sind die „Silver Gamers“ heute eine wichtige Zielgruppe. Laut einer Forsa-Umfrage spielen 23 Prozent der Deutschen zwischen 50 und 69 Jahren fast täglich. Entsprechend groß ist der Markt: Der Branchenverband game verkündet fürs Pandemiejahr 2020 einen neuen Rekordumsatz für digitale Spiele in Höhe von 8,5 Milliarden Euro – und hat damit die Buchbranche überholt.

Was Gaming heute von früheren Videospiel-Generationen unterscheidet, ist die Interaktion. Vorbei die Zeit, als man beim Spielen alleine war. Auf Online-Plattformen wie Steam, Epic, Origin und Connect, bei speziellen Streaming-Diensten für Gamer*innen wie Twitch oder in Gruppen der Nachrichtendienste wie Telegram bilden sich Communitys, in denen gemeinsam gespielt und parallel intensiv kommuniziert wird. Für viele sind die Chats so wichtig wie die Games. Wobei dort passiert, was im Internet sehr häufig zu beobachten ist: Die Vorurteile der analogen Welt wandern ins Digitale. Nicht selten werden sie hier durch zusätzliche Hetze noch verschärft – und finden dann ihren Weg zurück in die Wirklichkeit, wo sie zur Spaltung der Gesellschaft beitragen.

Gegen Diskriminierung und Hetze auf Gaming-Plattformen

In der Regel sind diese Plattformen noch weniger reguliert als die sozialen Netzwerke. Oft fehlt es an Moderation oder möglichen Sanktionen. Nicht alle Anbieter prüfen die Inhalte der Spiele, bevor sie online gestellt werden. Für den Hass ist das ein Einfallstor. Es wird beobachtet, dass sich Menschen, die immer wieder durch Hetze auffallen, aus den sozialen Netzwerken zurückziehen und auf Gaming-Plattformen aktiv werden – ungestört und wirkungsvoll. Eine Untersuchung der US-Organisation Anti-Defamation League zeigte 2019, dass 65 Prozent der Gamer*innen bereits eine schwere Form von Belästigung beim Online-Gaming erfahren hatten. Mehr als die Hälfte der Befragten gab an, dass diese Situationen mit Sexismus, Rassismus, Antisemitismus, Homophobie oder Behinderungen zu tun hatten. Verstärkt wird das toxische Klima dadurch, dass immer noch zu viele Spiele ein Weltbild transportieren, das Diskriminierungen einen Nährboden gibt: Männliche und weiße Avatare retten die Welt, starke Frauenfiguren sind selten, People Of Colour werden stereotyp dargestellt. Queere Weltenretter*innen oder Held*innen mit Behinderung? So gut wie Fehlanzeige.

Auch in der Gaming-Welt gibt es Hetze und Diskriminierung. Um dem entgegenzuwirken, engagiert sich die Telekom dafür, die digitale Zivilcourage der Spieler*innen zu stärken.

Was aber auch stimmt: Die allermeisten Gamer*innen wollen mit Hass nichts zu tun haben. Ihnen geht es um den Spaß. Analog zu den sozialen Netzwerken gibt es auch in den Game-Communitys nur wenige, die aggressiv hetzen. Doch diese Minderheit ist laut und einflussreich. Sie nutzt dabei die Freiheiten der Gaming-Kultur, um ihre Codes zu platzieren, andere zu diskriminieren oder Menschenfeindlichkeit zu verharmlosen. Oft geschieht dies unter dem Vorwand, diese oder jene Aussage sei Teil des Spiels. Oder nur ein Scherz. Was in solchen Situationen häufig fehlt, sind Stopp-Zeichen: Wenn niemand sagt „bis hierhin und nicht weiter“, verschieben sich die Grenzen des Sagbaren immer weiter. Dann hat der Hass leichtes Spiel.

Die Telekom sensibilisiert und zeigt Lösungen

Die Zivilgesellschaft steht dieser Situation jedoch nicht machtlos gegenüber. Um etwas zu bewirken, muss sie dorthin gucken, wo der Spaß aufhört. Die Deutsche Telekom nimmt diese Aufforderung an: 2020 startete das Unternehmen eine breite Kampagne gegen alle Formen von Hass im Netz. Das Thema Gaming nimmt dabei in diesem Jahr eine zentrale Rolle ein. Um auf das Problem aufmerksam zu machen und Lösungen anzubieten, hat das Unternehmen für unterschiedliche Zielgruppen Angebote erarbeitet und auf der Plattform Medien, aber sicher. gebündelt. In den DABEI-Geschichten werden Storys aus der digitalen Welt erzählt, die auch die Themen Gaming und Digitale Zivilcourage aufgreifen. Multiplikator*innen finden hier Material für Workshops oder Präsentationen – auf Deutsch, Englisch und in Einfacher Sprache. Sie sollen Gruppen dabei unterstützen, positive Veränderungen anzustoßen. An Eltern und pädagogische Begleiter*innen richtet sich die Telekom-Initiative Teachtoday inklusive einer Toolbox mit mehr als hundert Formaten für 9- bis 16-Jährige und dem interaktiven Kindermagazin Scroller. Für alle, die tiefer in das Thema eintauchen möchten, gibt es das Themenspecial „Gegen Hass im Netz“ mit Podcasts, Videos und wöchentlichen neuen Infos und Terminen, an denen jede*r teilnehmen kann. Mit 44 Partnern engagiert sich die Telekom dafür, dass Worte nicht zur Waffe werden.

Die Deutsche Telekom setzt sich für ein respektvolles Miteinander ein. Sie vermittelt Wissen und Strategien, die Gamer*innen darin bestärken, auch in der virtuellen Welt einen achtsamen Umgang einzufordern. Klar, die meisten Spiele sind fantasievoll und leben davon, dass jede*r sich hier frei bewegen kann. Doch hinter fiktiven Spielernamen stecken Menschen. Wer glaubt, unter diesen Hass und Hetze verbreiten zu können, trifft im Idealfall auf eine Community, die sofort einschreitet, sobald erkennbar wird: Hier hört der Spaß auf.

Weitere Informationen über die Initiativen und Projekte der Deutschen Telekom AG können im aktuellen CR-Bericht nachgelesen werden. Interessantes rund um die Themen Verantwortung und Nachhaltigkeit findet sich auch in We Care, dem Magazin der Deutschen Telekom.

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