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5 August 2019 / Lesezeit: 2 minuten

Social Impact Channel

Unternehmungslust: unbeeinträchtigt

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Therese Glage ist eine von über 400 Gründer*innen in Berlin, die beweisen, dass Schwerbehinderung und Unternehmertum sich nicht ausschließen

Social Impact gGmbH

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Seit 15 Jahren unterstützt das Social Impact-Programm enterability Menschen mit Behinderung auf ihrem Weg in die berufliche Selbstständigkeit

Das muss man sich mal vorstellen! Zum Beispiel Frank Kornfeld. Er war Buchhändler, Produktmanager, Vertriebsleiter. Bis er durch eine komplizierte Tropeninfektion schwerbehindert wurde und keine unbefristete Anstellung mehr fand. Doch Aufgeben passt nicht zu ihm. So entwickelte Kornfeld eine Idee weiter, die er schon länger verfolgte: ein Ultraschallgerät, das Marder und Waschbären vergrämt. Nun verdient er seinen Lebensunterhalt mit „Marderalarm“.

Oder Ali Lacin. Schon in der Ausbildung träumte er vom eigenen Geschäft. Mit seinem Bruder gründete er den Süßwarengroßhandel sweet store. Dabei halfen ihm eine klare Aufgabenteilung und ein Hochhubwagen – Ali Lacin trägt zwei Beinprothesen.

Oder Therese Glage. Eine Geschäftsaufgabe katapultierte die gehörlose Schneiderin und Modedesignerin in die Arbeitslosigkeit. Zahllose Bewerbungen liefen ins Leere. Eine Jobvermittlung zu einem Hundelabel gab ihr den Impuls, sich mit einem eigenen Label für Tieraccessoires selbstständig zu machen. Ihre in liebevoller Handarbeit gefertigten Halsbänder, Geschirre, Mäntel, Decken, Täschchen und Kissen vertreibt sie nun unter ihrem Zweitnamen in ihrem Onlineshop handmade-by-charlotte.de sowie auf Märkten und in Shops in und um Berlin.

„Gemeinsam für eine bessere Welt von morgen“ – unter diesem Slogan fördert Social Impact Start-ups mit sozial-innovativen Geschäftsideen und entwickelt selbst innovative Projekte rund um Social Entrepreneurship, Inclusive Entrepreneurship, Gründungsfinanzierung, Bildungsinnovationen, Innovation in der Wohlfahrt und internationale Kooperationen

„Menschen mit Behinderung sind leistungsfähig“

Kornfeld, Lacin und Glage sind drei von über 400 Gründer*innen in Berlin, die mit enterability den Weg in die Selbstständigkeit geschafft haben. enterability, ein Projekt der Social Impact gGmbH, ist eine Gründungsberatung für Menschen mit Behinderung. „Der Schritt in die Selbstständigkeit ist für die meisten unserer Kund*innen der einzige Weg, überhaupt auf dem ersten Arbeitsmarkt eine Chance zu bekommen“, sagt enterability-Leiter Manfred Radermacher. „Viele Menschen mit Behinderung sind leistungsfähig – nur müssen sie die Möglichkeit haben, ihren Arbeitsalltag selbst zu gestalten, ihre Arbeits- und Pausenzeiten frei zu wählen.“ Manfred Radermacher und seine Kolleginnen unterstützen Menschen mit psychischen und physischen Beeinträchtigungen und beraten diese in allen Branchen, egal ob Weinhandel, Kunstvermittlung, Bäckerhandwerk oder Softwareentwicklung.

Gut gemeinte Bevormundung ist nicht hilfreich

Viele Leute haben sehr genaue Vorstellungen davon, was Menschen mit Behinderung nicht sein können: belastbar, zuverlässig, selbstständig. „Es ist eine oft gut gemeinte Bevormundung von Ämtern und Banken, wenn sie behinderten Menschen vom Schritt in die Selbstständigkeit abraten“, sagt Radermacher. „Aber es ist nicht hilfreich.“ Hilfreich seien Erfahrung und praktische Unterstützung, wie enterability sie anbiete. „Wir rechnen bei jedem genau durch, ob das Geschäftsmodell funktionieren kann.“ Auch macht Radermachers Team – wo nötig – Hausbesuche, geht beim Ausfüllen von Formularen zur Hand, ist bei Gesprächen mit der Arbeitsagentur dabei.

Seit 15 Jahren fördert enterability behinderte Gründungswillige mit individueller Beratung und der Bereitschaft zum Ausprobieren ungewöhnlicher Lösungen. Ein kleines Jubiläum im 30. Jubiläumsjahr von Social Impact. Und ein typisches Beispiel für die Arbeit der Agentur, die soziale Innovationen fördert, um den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken.

Deutschlandweite Unterstützung tut Not

Mittlerweile ist enterability ein anerkannter, mehrfach ausgezeichneter Integrationsfachdienst. Doch trotz der hohen Erfolgsquote immer noch die einzige Gründungsberatung für Menschen mit Behinderung in Deutschland. Eben weil im geistigen Universum der meisten Förderer, so Manfred Radermachers Erfahrung, eine Behinderung nicht mit Selbstständigkeit vereinbar ist. Das muss man sich mal vorstellen!

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Dieser Artikel wurde im Auftrag von Social Impact erstellt. Gesponserte Beiträge sind eine der Möglichkeiten, über die wir uns finanzieren.