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25 May 2018 / Lesezeit: 3 minuten

perspektiven

Jugendlichen sagen: Ihr seid toll!

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Beim Design Thinking dürfen die Jugendlichen ihrer Kreativität freien Lauf lassen

Titelbild: Karoline Spring

Titelbild: Karoline Spring

Mit „Baut Eure Zukunft“ will Social Impact nicht nur Design Thinking an Schulen etablieren, sondern vor allem das Selbstwertgefühl von Schülern steigern – und ihnen zeigen, dass sie schon unzählige gute Ideen in sich tragen. Preise zu gewinnen gibt es dabei auch

Unsere Gesellschaft steht vor großen Herausforderungen – nicht nur jetzt, sondern auch die nächsten Jahre und Jahrzehnte. Ohne unsere Kinder und Jugendlichen werden sie nicht zu bewältigen sein. Umso wichtiger, dass der nächsten Generation Schlüsselkompetenzen vermittelt werden, damit sie für die Aufgaben der Zukunft gewappnet ist.

Vorraussetzungen für einen positiven Beitrag

Gabriela Spangenberg ist Geschäftsführerin von Social Impact und begegnet dort täglich Start-ups, die mit innovativen Ideen die Welt verbessern. Sie ist überzeugt, dass „wir unseren Kindern Selbstvertrauen in die eigene Wirksamkeit, digitales Wissen und soziale Kompetenzen mit auf den Weg geben müssen, damit sie einen positiven Beitrag für die Gesellschaft leisten und ihr eigenes Leben und ihre Karriere gestalten können“. Dazu tragen die Schulen viel bei, doch seien Lehrer oft durch Lehrpläne und festgelegte Muster in der Unterrichtsgestaltung eingeschränkt. „Zudem fehlen zeitliche Ressourcen, den Unterricht auf die individuellen Stärken und Schwächen der Kinder auszurichten oder neue pädagogische Konzepte zu entwickeln.“

Design-Thinking-Tools an Schulen

Deshalb hat sich Social Impact gemeinsam mit seinen Partnern sowie Lehrern und Schülern gefragt: Wie können wir Lehrer unterstützen – und welche Methode eignet sich am besten, um Schülern Kompetenzen wie Wissensmanagement, Teamarbeit und vernetztes Arbeiten zu vermitteln? Die Antwort fanden sie im Ansatz des Design Thinking, mit dem Spangenberg und ihre Kollegen oft arbeiten. Dabei wird ein konkretes Problem zunächst gemeinsam analysiert und dann in mehreren Schritten kreativ und pragmatisch eine Lösung erarbeitet.

Aus der Überlegung, wie man Design Thinking an Schulen als Methode etablieren könnte, ist dann das Projekt „Baut Eure Zukunft“ entstanden. Es richtet sich vor allem an die Jahrgangsstufen 8 bis 10 in Haupt- und Gesamtschulen. Kernstück ist ein digitaler Werkzeugkasten – die Toolbox –, mit dem Klassen unterschiedlichste Themen auf eine neue, innovative Art behandeln können. „Wir haben zunächst spezielle Toolboxen für die Themen Mobbing, Zukunftsangst, Armut sowie Gewalt entwickelt“, erklärt Spangenberg. „Die Methode lässt sich aber auf unzählige weitere Themen anwenden, weshalb es auch eine Toolbox für eine freie Themenwahl gibt.“ Alle Toolboxen stehen auf der Webseite von „Baut Eure Zukunft“ kostenlos zum Download zur Verfügung.

Ergebnisse aus der Praxis

Lehrer Michael Seidel war neugierig und hat mit seiner 8. Klasse an der Oberschule Mölkau in Leipzig die Toolbox zum Thema Mobbing ausprobiert. Sein Fazit? „Das Projekt war sehr kognitiv angelegt, gerade beim Thema Mobbing hätte es vielleicht noch ein, zwei emotionalere Bausteine mehr gebraucht“, sagt Seidel. So ein guter, emotionaler Teil seien beispielsweise die Interviews gewesen: Dabei durften die Schüler Erwachsene zu deren Mobbingerfahrungen befragen. „Das hat die Situation ungemein entspannt. Dadurch haben sich die Schüler selbst geöffnet und eigene Erfahrungen preisgegeben.“ Auch die Videos und kreativen Bastelarbeiten – ein fester Bestandteil aller Toolboxen – seien beliebt gewesen und hätten den Ablauf zusätzlich aufgelockert. Der Methodenwechsel helfe den Lehrern, sich die Aufmerksamkeit der Schüler zu sichern, so Seidel.

Die Methode lässt auch Spielraum, eigene Erfahrungen der Pädagogen einfließen zu lassen. Deshalb kann Seidel sich vorstellen, die Methode künftig in den regulären Schulalltag zu integrieren und andere Themen damit zu behandeln. „Es tut gut, dass man versucht, die Lösung eines Problems gestalterisch anzugehen“, erklärt Seidel. „Die Schüler sind unheimlich kreativ und tragen wirklich viele Ideen schon in sich.“

Genau darum gehe es letztlich bei „Baut Eure Zukunft“, so Spangenberg: den Jugendlichen zu zeigen, dass sie die Lösungen für viele große und kleine Probleme aus sich heraus entwickeln können, in gemeinsamer Arbeit. Sie sollen so zu freiem, eigenständigem Denken animiert werden, auch jenseits der Schule. Die Botschaft an die Jugendlichen lautet: Ihr seid toll, selbstständig, habt Kompetenz und Wissen. Das wirkt. „Man merkt, wie die Jugendlichen im Laufe des Tages wachsen“, sagt Spangenberg. Diese Erfahrung nehmen sie mit in ihren Alltag, in ihr zukünftiges Leben.

Passgenau für jugendliche Lebenswirklichkeiten

Ebenso sehen es die Projektpartner, die „Baut Eure Zukunft“ zusammen mit Social Impact auf die Beine gestellt haben: „Wir möchten Jugendliche stärken, sich den gesellschaftlichen wie den alltäglichen schulischen Herausforderungen erfolgreich und mithilfe aktueller Methoden zu stellen“, sagt Dr. Kristina Hasenpflug, Geschäftsführerin der Deutsche Bank Stiftung. Design Thinking sei dafür eine gute Möglichkeit, da „Strategien für Problemlösungen kreativ und gemeinschaftlich entwickelt werden – passgenau für die Lebenswirklichkeit der Jugendlichen“. Die Organisation habe sich deswegen aktiv in die Entwicklung der Toolbox eingebracht und fachlich stark geholfen, betont Spangenberg.

Ähnlich ist es bei der Projektpartnerin Deutsche Bank. „Gerade in einer sich sehr schnell wandelnden Gesellschaft ist es wichtig, den Heranwachsenden Methoden an die Hand zu geben, die ihnen helfen, Herausforderungen im eigenen Umfeld zu erkennen, eigene Lösungsideen zu entwickeln und diese auch über eine digitale Community anderen Gleichaltrigen und Erwachsenen bekannt zu machen“, so Alexander Gallas, der als Leiter soziale Verantwortung Deutschland bei dem Finanzinstitut tätig ist.

Über einen Wettbewerb sollen die Ideen der Jugendlichen eine breitere Öffentlichkeit erhalten. Dafür laden die Klassenteams ihre mit den Toolboxen erarbeiteten Ergebnisse auf www.baut-eure-zukunft.eu hoch. Eine unabhängige Jury wählt die Teams aus, die nach Berlin ins Social Impact Lab und ins Quartier Zukunft der Deutschen Bank eingeladen werden, wo sie Lösungsideen für die Globalen Nachhaltigkeitsziele entwickeln. Die Gewinnerteams erhalten Geldpreise für eine Klassenreise oder um die eigenen Ideen Wirklichkeit werden zu lassen.