Startseite/Gesellschaft/Politik/Demokratie
26 Mai 2021 / Lesezeit: 2 minuten

Grünen-Direktkandidatin Margaux Erdmann

„Wenn du arm bist, ist Zukunftsangst dein ständiger Begleiter“

Margaux Erdmann, 35, ist Politikerin bei den Grünen, Menschenrechtsaktivistin und Gleichstellungsbeauftragte an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig.

Bild: Grünen Kampagne

Bild: Grünen Kampagne

Margaux Erdmann ist Direktkandidatin für die Bundestagswahl bei Bündnis 90/Die Grünen in Braunschweig. Was hat sie motiviert in die Politik zu gehen und wofür setzt sie sich ein?

„Ich stecke mitten im Wahlkampf. Nehme Podcasts auf, poste auf Instagram und Facebook. Ich habe tollerweise elf Freund:innen, die mich total unterstützen. Auch von der Initiative Brandnew Bundestag bekomme ich Support, Coaching zum Beispiel. Es ist beflügelnd, wenn man in der Politik vorankommt. Zu spüren, dass man etwas bewegen kann.

„Die richtig große Politik traute ich mir lange nicht zu“

Meine Großmutter hat mich politisiert, bei ihr bin ich mit meinen Geschwistern in Lübeck aufgewachsen. Großmutter sprach viel vom Krieg, von der Friedensbewegung. Sie erzählte uns viel von Umweltschutz, machte mit uns Ausflüge zu Windparks. 2003 habe ich meine erste Demonstration organisiert: gegen den Irakkrieg. Die richtig große Politik traute ich mir lange nicht zu. Genau wie die Uni. Meine Großmutter war Schneidermeisterin, ich habe als erste in der Familie Abi gemacht – und hatte riesige Angst, im Studium zu scheitern. Zum Glück gab es im Fachbereich Kulturantrophologie der Uni Göttingen viele starke Frauen, die mich inspiriert und gestärkt haben. Wir haben Hannah Arendt gelesen, viel über Demokratie, Ungleichheit und Emanzipation diskutiert. So wurde ich selbstbewusster: Tu was.

Auch auf enorm: Demokratie stärken: Engagiert euch!

Sozialpolitik und Klimagerechtigkeit

2018 habe ich die Seebrücke Braunschweig gegründet. Dort ist mir klar geworden, wie wichtig es ist, Parlamentarier:innen zu erreichen, um die Forderungen der Straße in die Parlamente zu tragen. Das kann man am besten, wenn man selbst einer Partei angehört – denn so hat man besseren Kontakt zu Abgeordneten, kann mit darüber bestimmen, welche Themen auf die Tagesordnung kommen.

Hilf enorm!

Unterstütze konstruktiven Journalismus

Die Coronakrise stellt auch uns bei enorm vor große wirtschaftliche Herausforderungen. Um möglichst viele Menschen zu erreichen, möchten wir die Inhalte auf enorm-magazin.de frei zugänglich halten und auf Bezahlschranken verzichten. Hilf uns mit deinem Beitrag dabei!

Hilf enorm!

Jetzt setze ich mich vor allem für Sozialpolitik und Klimagerechtigkeit ein. Wir brauchen eine sozial gerechte Klimapolitik, damit wir bei dem krassen Umbruch, den wir anpacken müssen, Niemanden in Armut zurücklassen. Ich weiß, was es heißt, kein Geld zu haben. Zuhause haben wir Kinder mit unserer Großmutter Quellekataloge ausgetragen, um unsere Waschmaschine und Klassenfahrten zu finanzieren. Wenn du arm bist, ist Zukunftsangst dein ständiger Begleiter.“