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23 April 2021 / Lesezeit: < 1 minuten

Kampf gegen Korruption

Der Nachhaltigkeitspreis geht an einen Whistleblower

Unter Einsatz seines Lebens hatte der ehemalige Mitarbeiter eines isländischen Fischereiunternehmens einen Korruptionsskandal rund um Fischfangquoten in Namibia enthüllt. Für seinen Mut wurde Jóhannes Stefánsson ausgezeichnet.

Bild: IMAGO / Rainer Mirau

Bild: IMAGO / Rainer Mirau

Der Göteborger Nachhaltigkeitspreis geht dieses Jahr an Jóhannes Stefánsson, ein isländischer Whistleblower, der eine Korruptionsaffäre seines eigenen Unternehmens in Namibia aufdeckte.

Der isländische Whistleblower Jóhannes Stefánsson erhält für seinen Einsatz gegen Korruption bei seinem Arbeitgeber den hochdotierten diesjährigen Göteborger Nachhaltigkeitspreis, wie die Preisjury des sogenannten Win Win Gothenburg Sustainability Award am Mittwoch mitteilte. Stefánsson habe unter Einsatz seines Lebens einen weitreichenden Korruptionsskandal rund um Fischfangquoten in Namibia enthüllt und bewiesen, dass auch Einzelpersonen Korruption bekämpfen könnten.

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Kampf gegen Korruption

Der Preis, der im Oktober in Göteborg verliehen werden soll, ist mit einer Million schwedischen Kronen (knapp 99 000 Euro) dotiert. Motto der seit 2000 verliehenen Auszeichnun ist in diesem Jahr der Kampf gegen Korruption. Diese sei eine der größten Hürden auf dem Weg zu globaler nachhaltiger Entwicklung, hieß es von der Preisjury.

Stefánsson ist ein früherer führender Mitarbeiter von Samherji, einem großen isländischen Fischereiunternehmen. Während seiner Zeit für das Unternehmen in Namibia wurde er nach Jury-Angaben auf korrupte Praktiken rund um die Fangquoten aufmerksam, bei denen Bestechungsgelder in Millionenhöhe an namibische Politiker geflossen sein sollen. Stefánsson war zunächst aktiv in den Transfer der Schmiergelder involviert, verließ das Unternehmen aber dann aus Protest 2016 und lud heimlich zahlreiche Dokumente herunter, die die Straftaten belegen. Diese wurden dann unter dem Namen der Fishrot-Affäre Ende 2019 von der Enthüllungsplattform Wikileaks veröffentlicht.

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Seitdem ist Stefánsson laut Jury Drohungen und Angriffen auf sein Leben ausgesetzt gewesen. Wie der isländische Rundfunksender RÚV berichtete, gibt der Whistleblower an, dass Anfang 2017 in Kapstadt unter Wissen seines Arbeitgebers ein Giftattentat auf ihn versucht worden sei. Samherji weist die Vorwürfe zurück und hat Stefánsson demnach im März wegen Verleumdung angezeigt.