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3 Februar 2022 / Lesezeit: 17 minuten

Wir feiern Jubiläum – und blicken hinter die Kulissen

Transkript: Good News Podcast Folge 45

Diese Woche gibt es etwas zu feiern: Der Good news enorm Podcast wird ein Jahr alt! Zu diesem Anlass blicken Bianca und Astrid auf das Podcast-Jahr zurück und nehmen euch mit hinter die Kulissen.

Bild: Unsplash / Daniel Fontenele

Bild: Unsplash / Daniel Fontenele

Hier findest du eine schriftliche Fassung der Podcastfolge 45 von „Good News“. Unser Podcast Good News wird ein Jahr alt! Daher blicken wir heute hinter die Kulissen und beantworten Fragen von euch, unserer Community: Wo nehmen wir eigentlich auf? Was waren unsere Lieblingsfolgen? Und wie recherchieren wir all die guten Nachrichten und konstruktiven Stories?

Das Transkript soll den Podcast möglichst barrierefrei auch nicht-hörenden Menschen zugänglich machen. In dieser Jubiläumsfolge sprechen die Good-News-Redakteur:innen Bianca Kriel und Astrid Ehrenhauser, Redakteurin beim enorm Magazin, über ihre Lieblingsfolgen des Jahres und blicken hinter die Kulissen des Good News enorm Podcasts.

Bianca: Hallo und herzlich willkommen zu Good News – gute Nachrichten und konstruktive Gespräche! Ein Podcast von Good News. Heute feiern wir. Und zwar ein Jahr Good News Podcast. Aber erst einmal der Gute-Nachrichten-Überblick:

Zum Schutz von Umwelt und Gesundheit: Los Angeles‘ Stadtrat hat gegen neue Öl- und Gasbohrungen im Stadtgebiet gestimmt. Die Metropole in Kalifornien möchte die Förderung fossiler Energien langfristig einstellen.

In Deutschland sind rund 32.000 Kinder an Typ-1-Diabetes erkrankt. Ihr Blutzuckerspiegel muss mehrere Male am Tag gemessen und angepasst werden. Die Universität Cambridge hat nun ein automatisiertes Insulinabgabesystem per App entwickelt, das bei Kleinkindern sicher und effektiv eingesetzt werden kann.

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Für ein energieeffizienteres Wärmemanagement in Gebäuden: Forschende des Berkley Labs haben ein Beschichtungsmaterial entwickelt, das sowohl als Klimaanlage, wie auch als Heizung fungieren kann. Die TARC-Beschichtung könnte als smarte Dachbedeckung bis zu zehn Prozent des Elektrizitätsverbrauchs einsparen.

Für mehr Transparenz: Die offene Datenbank „Open Food Facts“ informiert über Inhalts- und Zusatzstoffe, Allergene sowie den Nutri-Score der Produkte. Nutzer:innen können via App oder über die Webseite auf die Informationen zugreifen. Die Datenbank wird, ähnlich wie bei Wikipedia, von den Nutzer:innen selbst gefüllt.

Wasserstoff konnte bisher nur unter erschwerten Bedingungen transportiert werden – das Gas muss bei Temperaturen unter minus 250 Grad Celsius flüssig gehalten werden. Nun ist der weltweit erste Wasserstoff-Tanker mit einer riesigen „Thermoskanne“ als Tank von Australien nach Japan aufgebrochen.

Bianca: Hallo, mein Name ist Bianca. Ich bin Redakteurin bei Good News und ich freue mich, dass wir heute das einjährige Bestehen unseres Good News enorm Podcasts feiern. An dieser Stelle darf natürlich Astrid nicht fehlen. Redakteurin beim enorm Magazin und Mitgründerin des Good News Enorm Podcasts. Hallo Astrid!

Astrid: Hallo Bianca, ich freue mich auch sehr, dass wir unser einjähriges Jubiläum gemeinsam feiern und die 45. Folge von Good News enorm gerade aufnehmen. Sehr, sehr schön.

Bianca: Genau das ist die 45. Folge binnen eines Jahres. Am 03.02.2021 sind wir das erste Mal „on air“ gegangen. In dieser Zeit wurden unsere Folgen fast 70.000 Mal abgerufen. An dieser Stelle ein großes großes Dankeschön an euch, liebe Hörerinnen und Hörer und Leserinnen und Leser unseres Transkripts, dass ihr uns zuhört und uns die Treue haltet oder auch neu dazu gekommen seid. Vielen Dank!

Astrid: Ja. Apropos unsere Hörer:innen oder Leser:innen des Transkripts: Da habe ich auch noch mal nachgeschaut, wer uns eigentlich so am liebsten anhört. Und scheinbar haben wir eine sehr, sehr große weibliche Community. Also fast 70 Prozent aller, die uns anhören, sind wohl Frauen oder definieren sich als weibliche Menschen. Und auch vom Alter her ist es ganz spannend: Über die Hälfte der Menschen, die uns hören, sind zwischen Anfang 20 und Mitte 30. Und ja, in der Natur der Sache liegt auch, dass die meisten dann ja in Deutschland leben, aber auch in Österreich und der Schweiz. Und da dachte ich natürlich gleich: Dass es wahrscheinlich deine ganzen Freund:innen in der Schweiz sind, die da den Podcast regelmäßig hören, scheinbar, weil du kommst ja aus der Schweiz, Bianca, genau.

Bianca: Ja, ganz genau. Und ich habe natürlich alle meine Freund:innen in der Schweiz geflutet mit diesem Podcast. Also wenn ihr zuhört, vielen lieben Dank.

Astrid: Wir haben auch mal geguckt, was ihr am liebsten gehört habt. Das war natürlich auch ganz spannend. In diesem Jahr ganz vorne mit dabei ist die Folge zu Ökohumanismus. Da hattest du ein Interview geführt, das auch wirklich sehr hörenswert ist und auch eine unserer längsten Folgen sogar tatsächlich. Also scheint auch viele Leute angesprochen zu haben. Da hatten wir fast 3.600 Abrufe für diese Folge, die im Oktober rauskam und auch das bedingungslose Grundeinkommen war sehr beliebt ist. Über 2.000 Menschen haben das abgerufen. Und unsere erste Folge scheint auch so ein Dauerbrenner zu sein. Die hat so 2.000 Abrufe bisher und da ging es ja noch ein bisschen zusammengemixt um eine Tierheim/Tier-Aktion, um Lebensmittel retten und eine gute Nachricht zum Thema Obdachlosigkeit hatten wir damals besprochen. Damals war auch noch Sophie dabei, das war auch sehr, sehr schön. Sie war auch bis Herbst bei uns im Team, ist gerade in Elternzeit und ein Gründungsmitglied sozusagen dieses Podcasts. Also liebe Grüße an Sophie an dieser Stelle.

Bianca: Ja, ganz genau. Sophie war da von Anfang an dabei. Und was natürlich auch nicht unerwähnt bleiben darf ist, dass da noch viel mehr Leute im Hintergrund oder nicht nur im Hintergrund, sondern auch im Vordergrund und am Mikro und an den Recherchen mit dabei sind. Das ist das gesamte enorm Redaktionsteam und auch das Good News Redaktionsteam, das auch die ganzen guten Nachrichten recherchiert und aufbereitet und ja auch dafür sorgt, dass dieser Podcast unter die Leute kommt und dass er beworben wird. Und ja, es sind nicht nur Astrid und ich.

Astrid: Nee, auf keinen Fall, könnten wir auch gar nicht zu zweit machen. Ich bin auch ganz froh, dass da meine Redaktion so, so viel uns unterstützt und immer wieder auch eine Kollegin oder Kollege von mir mit aufnimmt. Und wenn dann gerade jemand eben voll recherchiert hat, wie zum Beispiel in dem Fall war es Morgane, die zum bedingungslosen Grundeinkommen viel macht, die dann da in der Folge auch mit dir drüber gesprochen hat. Wir hatten auch mal eine Folge auf Englisch ausprobiert mit meiner Kollegin Miriam. Und zu der Folge finden wir es spannend, wie ihr das fandet, dass wir da einmal ein englisches Interview hatten? Da ging es um einen Mikroplastik-Filter für Waschmaschinen. Oder mein Kollege Jan, unser Redaktionsleiter, der hat zum Koalitionsvertrag gesprochen mit dir, Bianca. Und jetzt die letzte Folge war ja mit meiner Kollegin Anja zu New Work. Genau. Und das ist natürlich auch super wichtig, dass wir da alle zusammenhelfen vom enorm Magazin und sich jede:r einbringt, der oder die kompetent zu einem Thema erzählen kann und über Recherchen reden kann. Das könnten wir nicht nur zu zweit stemmen, glaube ich ne, wirklich nicht. Und was natürlich auch super wichtig ist, was ihr natürlich nicht mitbekommt, weil Bianca das so gut macht, dass sie unseren Schnitt auch jede Woche stemmt. Und das ist wichtig, auch wenn man sich dann mal ganz schlimm versprochen hat, dass Bianca das wieder rausschneiden kann. Und wir machen auch immer ein Fact Checking von jeder Folge. Gucken, dass die Infos alle passen und jede Zahl korrekt ist usw. Und wenn dann doch mal was durcheinander gegangen ist, kann Bianca das auch rausschneiden und neu einfügen oder so, dass da wirklich nichts Falsches erzählt wird in diesem Podcast. Du bist du ja mittlerweile Schnitt-Profi.

Bianca: Na ja, also Schnitt-Profi weiß ich nicht. Ich learne by doing nein, learning by doing.

Astrid: Das könnten wir zum Beispiel rausschneiden. (Beide lachen)

Bianca: Ähm, ich bringe mir das so ein bisschen selber bei. Und ihr merkt bestimmt, wenn ihr mehrere Folgen gehört habt, die Tonqualität unterscheidet sich immer mal wieder. Ich lerne noch.

Astrid: Ich sitze gerade zum Beispiel auch unter meiner Bettdecke, in meinem Bett und nehme hier drunter auf, weil dann der Sound halt auch besser ist als in meiner Wohnung. Aber es ist ein bisschen warm hier unter der Decke (lacht). Ich war immer unter der Decke, die ganze erste Zeit eigentlich, für die ersten Podcastfolgen. Dann irgendwann wurde das ein bisschen professioneller. Und jetzt, ja, Pandemiebedingt gerade wieder mal unter der Decke. Naja, aber als wir damals im Büro aufgenommen haben, da hatten wir schön unser kleines Podcast-Studio aufgebaut. Wir haben nämlich hier eigentlich ein Büro gemeinsam in Berlin-Mitte, das Good News Redaktionsteam und die enorm Magazin Redaktion. Aber ja, es ist gerade leider so ein bisschen schlecht besucht, einfach wegen Corona. Aber das war echt richtig schön, Bianca als wir dort zusammen aufgenommen haben, das war wirklich absolut meine Lieblingsfolge, meine Lieblingsaufnahme würde ich sagen. Auch die einzige bisher, die wir zusammen in einem Raum aufgenommen haben im Herbst. Richtig krass, eigentlich!

Live im Studio: Unsere Redakteurin Astrid vom enorm Magazin während der Podcast-Aufnahme zum Kolonialismus-Schwerpunkt aus dem Heft 06/21. Für besseren Sound hinter einem Miscreen.
Bild: Bianca Kriel

Bianca: Tatsächlich, erst eine von 45 Folgen von Angesicht zu Angesicht aufgenommen. Wobei wir natürlich auch nicht immer in dieser Kombination waren. Dennoch sehr wenig. Es war sehr lustig. Ich musste sehr viel lachen, vor allem darüber, dass ich das Wort Dekolonialisierung nicht aussprechen konnte. Schweres Thema, aber das war das einzige Mal, dass wir zusammen im Büro saßen. Normalerweise sitzt halt jede meistens bei sich zu Hause unter Decken. Ich übrigens auch. Ich sitze an meinem Schreibtisch unter einer Decke mit einem hochroten Kopf. Das ist der Vorteil an einem Podcast, dass ihr mich nicht sehen müsst.

Astrid: Ja, ich finde, die Folge damals, ja klar, es war so ein bisschen ein schweres Thema zu unserem Heft, zu Dekolonialisierung, zum damaligen Schwerpunkt vom enorm Magazin. Aber ich finde ja eh, das ist das Schöne an diesem Podcast, dass man trotzdem… Also, wir versuchen ja schon jedes Thema, auch wenn es eben an sich sehr politisch ist und ja auch einfach gewisse Dinge einfach sehr kritisch zu sehen sind natürlich, versuchen wir immer auch nach vorne zu blicken und die lösungsorientierten Aspekte zu suchen. Und das macht diesen Podcast auch zu einem Projekt, das mir einfach super viel Spaß macht. Ich finde, das ist das, was für mich diese Arbeit auch ausmacht, dass es mir einfach sehr viel Hoffnung macht, an diesem Podcast mit dir zu arbeiten oder mit uns allen in der Redaktion, weil man halt immer auch diesen Dreh sich suchen kann.

Bianca: Absolut. Wir haben ja unsere Community gefragt, Astrid, ob sie, ob ihr Fragen an uns habt und wir haben ein paar Fragen zugeschickt bekommen. Vielen Dank an dieser Stelle. Ich würde dich jetzt einfach interviewen, Astrid.

Astrid: Oh, ja, okay, schieß los!

Bianca: Du hast es schon erwähnt bzw. vielleicht ändert sich ja deine Antwort noch. Eine Frage aus der Community war: Welche Podcastaufnahme hat dir am meisten Spaß gemacht?

Astrid: Da hatte ich mir tatsächlich auch gedacht, dass es die war, die zu Kolonialismus, oder die Kolonialisierung eigentlich, weil sie eben auch gemeinsam aufgenommen werden konnte in dem Moment und aber auch, weil das Thema mir halt super am Herzen liegt, weil ich das sehr, sehr wichtig finde und ich da auch das Heft einfach ein sehr gelungenes Heft finde. Ich mag die Schwerpunkte immer sehr, wenn wir sie fertig haben, aber das ist einer, der mir persönlich einfach, ja, sehr wichtig war. Und ich habe da selber einen Artikel zum Freiwilligendienst geschrieben, wie man den irgendwie dekolonialisieren kann zwischen Globalem Norden und Globalem Süden. Und da haben wir dann ja auch über Reparationen und Raubkunst gesprochen oder auch bis hin zu Essen und was das mit Kolonialismus zu tun hat. Und ja, ich mag die Folge sehr. Ich mochte die Aufnahme damals auch sehr, sehr gerne mit dir. Was ist es bei dir? Welche hat dir am meisten Spaß gemacht?

Bianca: Also ich glaube auch so unter dem Aspekt, dass wir da zusammen waren, hat mir das auch sehr viel Freude gemacht im Büro und auch das Thema. Wobei ich nicht so tief im Thema drin war wie du natürlich, die du an der Gestaltung des ganzen Heftes beteiligt warst. Ich habe durchaus tatsächlich durch dieses Heft noch viel, viel mehr gelernt. Das fand ich echt cool. Und übrigens auch ein Punkt, der mir so gut gefällt an diesem Podcast, dass ich mich immer wieder punktuell in Themen einarbeiten darf. Was ich aber auch noch anmerken möchte ist, glaube ich, die Folge zum Ökohumanismus, weil die auch etwas anders war als alle anderen Folgen. Das war nämlich die einzige andere Folge, die ich von Angesicht zu Angesicht mit einem Gast geführt habe. Bei uns im Büro tatsächlich in Berlin. Das hat eine ganz andere Gesprächsatmosphäre aufgetan mit Jörg Sommer von der Deutschen Umweltstiftung. Und das war einfach so schön, weil es war ein langes Gespräch, viel Hintergrund, es war Tiefe möglich, es war extrem erhellend. Und ja, Jörg Sommer hat sehr viel Kontext gebracht, um die großen Fragen dieser Zeit besser einordnen zu können. Das fand ich einfach unglaublich interessant und ich glaube, ich könnte jetzt noch weiterreden, weil zum Beispiel das Human Rights Filmfestival, dass wir darüber eine Folge gemacht haben, hat mich extrem gefreut, weil ich persönlich ein großer Fan bin vom Human Rights Filmfestival. Und wir in Kontakt getreten sind, das war natürlich so, ja, Fangirl darf was über Human Rights Film Festival machen, fand ich großartig. Ich kann mich gar nicht so beschränken. Ich fand einige Aufnahmen sehr, sehr schön.

Bianca im Einsatz: Unsere Good News Redakteurin Bianca in der Podcast-Aufnahme. Der einzige Tag, an dem die Aufnahme im gemeinsamen Berliner Büro stattfinden konnte.
Bild: Astrid Ehrenhauser

Astrid: Sind auch zwei sehr schöne Folgen geworden, fand ich. Also ich finde die beide auch super gut. Und wir hatten ja auch die Frage bekommen tatsächlich, wie wir bei der Suche nach Good News vorgehen. Und ein Punkt ist ja auch tatsächlich, dass manchmal auch Leute auf uns zukommen und uns eben anbieten, mit uns zu sprechen für den Podcast oder wir dadurch auch Themen finden. Wie beim Ökohumanismus, weil es ja genauso ist, oder, dass wir da gefragt wurden, ob wir nicht ein Interview dazu machen möchten für den Podcast.

Bianca: Ja, ganz genau. Man kann uns jederzeit schreiben an redaktion@goodnews.eu und wir lesen auch alle E-Mails. Wir können nicht alle Anfragen umsetzen, aber wenn es irgendwie zeitlich passt und inhaltlich, freuen wir uns sehr über eure Vorschläge.

Astrid: Und ja, ansonsten, wie gehen wir vor bei der Suche nach Good News? Ich meine ganz oft ist es ja wirklich so, dass ihr auch einfach super riesen Fundus habt von Good News für die App für die tägliche Nachrichten App. Da haben wir natürlich ein super Rechercheteam von euch am Start, aber auch, dass wir vom enorm Magazin ja immer gewisse Artikel haben oder Schwerpunktthemen und dazu dann auch einfach die Kompetenz gerade da ist und wir wissen: Hey, da sind wir total tief drin, wie eben bei Dekolonialisierung oder das letzte Heft, da ging es um Osteuropa, und dann bietet sich das ja an, dazu eine Folge zu machen, wenn man da eh schon das Wissen hat und diese ganzen lösungsorientierten Stories sozusagen. Genau.

Bianca: Ja, voll. Und du hast den großen Fundus angesprochen, den wir bei Good News haben, der entsteht so, dass wir, unser Team, wir sind fast 3 Leute, durchgängig, eben nicht durchgängig, aber es sind drei Leute im News Team und wir recherchieren täglich bis zu 150 deutschsprachige Medienquellen, durchforsten die nach guten Nachrichten, sammeln die, besprechen in einer Redaktionssitzung, welche Nachricht gut ist und warum oder warum auch nicht, treffen eine Auswahl und packen die dann eben in die Good News App, in den Newsletter, in den Podcast, auf die Webseite und in die Socials.

Astrid: Ja, und ach stimmt, das würde ich vielleicht auch an der Stelle noch mal erwähnen, weil natürlich auch nicht jede:r weiß, wie die enorm Magazin Redaktion aussieht. Wir sind auch, ich würde mal sagen unterm Strich so 10 Leute, davon unser Redaktionsleiter Jan da noch vier Redakteurinnen und meistens haben wir dann eine Person, die Praktikum macht bei uns gerade, zwei für Social Media, zwei Kolleginnen, und dann zwei Art Direktorinnen. Eine Kollegin, die Lektorat macht, und Studentin fürs Content Management. Also insgesamt sind es so, nicht jede:r in Vollzeit und so weiter, deswegen würde ich mal so 10 Menschen jetzt zusammengezählt sagen. Also ein bisschen schwierig zu zählen.

Bianca: Aber ja, ich glaube, das beantwortet auch eine der Fragen aus der Community, die da lautete, wie viele Menschen an diesem Projekt arbeiten bzw. bei Good News und enorm arbeiten. Und auch die Folgefrage, die da war, ob wir das hauptberuflich machen. Also wir sind beide hauptberuflich Redakteurinnen. Wir verbringen aber jetzt nicht unsere ganze Arbeitszeit mit dem Podcast. Wir sind natürlich im Tagesgeschäft und Recherchen und Produktionen eingebunden. Der Good News enorm Podcast ist ein Teil unseres Arbeitsalltags.

Astrid: Ja genau. Ich bin eben für das enorm Magazin normalerweise am Schreiben, ja, also ich schreibe ja vor allen Dingen und habe aber selber privat einfach immer schon super gerne Podcasts gehört in den letzten Jahren. Und deswegen hatte ich auch große Lust diesen Podcast zu starten mit euch von Good News und ja, ich würde sagen, das ist halt schon so ein Projekt, was nebenbei läuft, aber trotzdem halt auch ja gar nicht so wenig arbeitsintensiv ist. Zum Beispiel seit wir jetzt dieses Transkript machen, also eine verschriftlichte Folge immer, also dass wir die Folge immer auch verschriftlichen, das machen wir seit Mai, weil wir nämlich damals eine Mail bekommen haben von einem nicht hörenden Leser vom enorm Magazin, der eben auch gerne diesen Podcast also gelesen hätte, weil er eben nicht hören kann und dann halt meinte, ob es nicht möglich wäre, dass wir ihm oder überhaupt so ein Audiotranskript machen. Und das haben wir dann auch angefangen. Wir haben ja auch eine Software, die das macht für uns, aber diese Software ist halt nicht perfekt und dann muss man schon nochmal ziemlich drüber gehen und da haben wir ganz toll auch Alexandra, die macht das bei uns in der Redaktion, dass die da dann einfach danach wirklich nochmal diesen Text so aufpoliert, dass er gut zu lesen ist und auch korrekt ist und die Software nicht irgendwelche Fehler eingebaut hat oder so. Das machen wir jetzt bei jeder Folge, würde ich sagen. Eigentlich glaub ich, einmal vielleicht, dass es mal nicht geklappt hat, aber doch bisher bei allen Folgen seit Mai jetzt. Und wir machen es halt auch richtig gerne, weil wir wissen, dass es Menschen gibt, die das dann dadurch auch konsumieren können und es inklusiver wird, das ganze Projekt.

Bianca: Es gab noch, wenn wir da schon beim Produktionsprozess sind, noch eine Frage aus der Community, die da lautet: Wie lang dauert es von der Idee bis zu dem fertigen Podcast, also wie viel Zeit wir dafür aufwenden? Kannst du das so pauschal sagen?

Astrid: Ja, ich habe mich ein bisschen ertappt gefühlt bei der Frage, weil ich das dadurch gar nicht so gut sagen kann, weil das auch sehr folgenabhängig ist. Wenn ich jetzt ganz neu recherchieren, vielleicht auch noch mal ein wissenschaftliches Paper lese zu etwas oder so, dann dauert es einfach länger. Und ich finde es ganz schwer, das so runter zu brechen, weil manchmal geht es auch schnell, dann sind wir so, ja, wir überlegen uns die Folge für die Woche und machen es. Aber eigentlich sind wir mittlerweile schon so gut organisiert, dass wir schon so ein bisschen voraus planen und so den nächsten Monat schon geplant haben. Was gerade auch für aktuelle News irgendwie sind, was sich gerade aktuell tut im Nachrichten- und politischen Geschehen wie auch immer. Ja, dann ist es wahrscheinlich für mich gar nicht so leicht zu beziffern. Könntest du das so ganz genau sagen?

Bianca: Nein, wirklich nicht. Wie du sagst, manche Folgen dauern länger in der Produktion und manche Ideen stehen auch schon länger im Raum. Und es gibt aber bestimmt auch Folgen, die haben wir vielleicht montags beschlossen und konnten sie donnerstags rausbringen, weil wir einfach schon eben viel Information und Hintergrundwissen hatten. Das ist ganz unterschiedlich, ganz, ganz unterschiedlich. Aber manchmal gab es halt auch technische Verzögerungen. Dateien, die sich nicht ausspielen lassen, Hochladen schwierig, Tonprobleme, jemand ist krank, jemand ist im Urlaub. Also ja, alles mögliche gab es schon.

Astrid: Apropos Urlaub, genau, das würde mich nämlich tatsächlich interessieren. Jetzt an dieser Stelle, wer zuhört und Lust hat, sich zu melden: Wie findet ihr unsere Spezialfolgen, die Gute-Nachrichten-Überblicks-Folgen? Die hatten wir ein paar Mal gemacht, vor allem in der Urlaubszeit. Und da würd mich sehr interessieren, wie das unsere Hörer:innen finden, ob man da gerne mehr solche Folgen mal machen kann. Die sind ja meistens ein bisschen knackiger und ganz viel geballte Power an so guten Nachrichten, aber eben nicht so dieses Gesprächsformat. Aber ich mag die auch sehr gern. Ich finde es ganz gut, dass wir die ab und zu auch mal machen, weil es für uns natürlich auch leichter ist, manchmal, das dann so vor zu produzieren, wenn gerade Urlaubszeit ist, im Sommer oder so und sonst ja vielleicht ist einfach nicht so klappen würde, dass wir so viele gemeinsame Gesprächsfolgen aufnehmen. Genau.

Bianca: Ja, voll! Also schreibt uns gerne eure Meinung an redaktion@goodnews.eu, würde mich auch sehr interessieren.

Astrid: Eine Frage habe ich aber noch: Wenn ihr euch einen Gast wünschen könntet, wer wäre das? Die Frage hatten wir bekommen. Hast du deine Antwort spontan darauf? Bianca?

Bianca: Da kommen wir mehrere Leute in den Sinn. Als erstes wahrscheinlich Maja Göpel, Transformationswissenschaftlerin, sozusagen. Ich finde die Frau unglaublich interessant, sie hat ein enormes Wissen zu Transformation, zur ökologischen, sozialen Transformationen, scheint mir immer wieder das Gute herausarbeiten zu können, scheint mir auch sehr besonnen. Ist natürlich jetzt ein Long Shot, aber das wäre schon jemand, mit der ich sehr gerne mal sprechen würde.

Astrid: Ihr Buch ist auch sehr toll: Unsere Welt neu denken. Es ist 2020 erschienen. Ja, ich habe auch überlegt, wen ich gerne hier als Gäst:in mal hätte, mit dem ich gerne sprechen würde. Und da ist mir eingefallen, dass ich ja, ich habe vor zwei Jahren mal ein Interview für das enorm Magazin mit Kristina Lunz vom Centre for Feminist Foreign Policy geführt. In dem Interview geht es um feministische Außenpolitik. Und tatsächlich ist es so, dass Kristina Lunz jetzt aktuell ein neues Buch rausgebracht hat. Die Zukunft der Außenpolitik ist feministisch, heißt es, und es erscheint jetzt Ende Februar im Econ Verlag. Und ich habe es jetzt noch nicht gelesen, werde es aber auf jeden Fall sehr gerne lesen und finde das Thema auch super spannend, was feministische Außenpolitik bedeutet. Warum das wichtig ist, dass wir eben Menschenrechte und Gerechtigkeit und Frieden mit Außenpolitik zusammendenken und nicht irgendwie so ellenbogenmäßige, alte, weiße, westliche Männer domineren diese ganze Außenpolitik, sondern sehr viel mehr auch auf Frauen und Minderheiten gucken und dass wir diese Bedürfnisse mit einbeziehen in Außenpolitik. Und das Spannende ist nämlich, dass tatsächlich auch vor zwei Wochen ungefähr Annalena Baerbock, unsere Außenministerin, jetzt gesagt hat, dass die deutsche Außenpolitik viel stärker feministische Ziele haben sollte und haben wird. Dass es irgendwie gerade in der Strategie wohl ausgearbeitet wird im Außenministerium, in Deutschland. Und das finde ich ja eine super Nachricht tatsächlich und hätte große Lust da mit Kristina Lunz mal drüber zu sprechen, die auch das Auswärtige Amt sogar berät in ihrer Tätigkeit. Sie ist auch Aktivistin, aber eben auch politische Beraterin sozusagen. Und ich finde sie ganz, ganz wunderbar. Das Gespräch damals war auch super mit ihr und ich verlinke euch auch nochmal das Interview. Das ist so ein bisschen, ich würde sagen, es ist ziemlich zeitlos. Auch weil es vor zwei Jahren zwar schon erschienen ist, aber einfach so grundsätzlich noch mal erklärt: Was ist denn eigentlich feministische Außenpolitik und warum ist das so super?

Bianca: Großartiger Vorschlag. Ich folge ihr auch auf allen sozialen Medien, die es so gibt und verfolge auch dieses Vorhaben von diesem Centre. Finde ich ganz großartig. Würde mich extrem freuen, käme sie zu uns in den Podcast. Und wenn du von Kristina Lunz sprichst, muss ich direkt, wobei ein bisschen anders gelagert, noch an Emilia Roig denken. Politikwissenschaftlerin und Gründerin des „Center for Intersectional Justice“. Emilia Roy ist auch Autorin eines ganz tollen Buches, was ich jetzt ja auch empfehle… Hey, Astrid, voll die Buchempfehlungsfolge… Why we matter? Das Ende der Unterdrückung. Ich hoffe, der Untertitel stimmt so, genau. Und sie hat eben dieses Center gegründet. Und mich interessiert sowieso Intersektionalität, Gerechtigkeit, Unterdrückungssystem überwinden. Ich glaube, sie wäre auch eine ganz, ganz großartige Gästin. Ich gehe aber davon aus, dass sie absolut ausgebucht ist.

Astrid: Ja, wir sollten sie einfach mal fragen. Die Leute finde ich. Wir haben ja anscheinend gute Ideen. Und vielleicht wollen sie. Würde mich auch sehr sehr freuen, wenn ihr übrigens Wünsche für Gäst:innen oder auch Themenvorschläge habt, sehr gerne einfach eine E-Mail schicken. Wir freuen uns immer total, weil wir dann einfach auch mitbekommen, was euch so interessiert und welche Leute euch interessieren, dass wir mit ihnen für Good News enorm sprechen.

Bianca: Ja, unbedingt. Schreibt uns gerne und vielleicht an dieser Stelle, das haben wir jetzt noch gar nicht angeschnitten, Astrid, wie wir uns finanzieren, also wie wir überhaupt diesen Podcast möglich machen. Also Good News finanziert sich über freiwillige Beiträge. Nicht ausschließlich, aber auch und die werden auch alle reinvestiert in unsere Vorhaben. Und beim enorm Magazin kannst du vielleicht was dazu sagen.

Astrid: Also wir finanzieren uns, oder, der Plan ist, dass wir uns langfristig nur noch über Abos finanzieren. Und da sind wir gerade dabei, einfach mehr Menschen zu motivieren, dass sie uns abonnieren. Aber wir haben auch freiwillige Beiträge, auf unserer Webseite kann man uns unterstützen. Und genau bei diesen Abos ist das Tolle, dass wir mittlerweile ein gestaffeltes Modell haben, also dass man zwischen 30 und 72 Euro bezahlen kann für ein enorm Magazin Abo. Man kann aber auch tatsächlich ein gratis Abo bekommen, das sogenannte Soli-Abo. Und da wollte ich eh noch mal darauf hinweisen, weil das zwar einerseits schon für Menschen gedacht ist, die sich sonst das nicht unbedingt leisten könnten. Und wir haben aber festgestellt, dass es wirklich nicht so viele Leute gibt, die sich das vielleicht trauen bzw. dass Menschen davor zurückschrecken, eventuell das umsonst in Anspruch zu nehmen, ist unser Eindruck. Und wenn dann Menschen das Abo sich bestellen, es reicht Vor- und Nachname, Adresse zu schicken an soli@enorm-magazin.de, also eigentlich nur Name und Adresse schicken. Ganz ganz viele begründen es aber doch und bedanken sich und sagen, wie wahnsinnig wichtig das für sie ist oder erzählen auch so von ihren persönlichen Umständen. Und es ist meistens sehr berührend irgendwie und auch was für Kraft sie kriegen durch das Abo oder durch den Content von uns und wie es auch hilft. Zum Teil also wirklich sehr, sehr berührende Nachrichten, die wir bekommen und uns natürlich sehr darüber freuen.

Aber es ist uns wirklich wichtig zu betonen, dass wir uns auch freuen, wenn jemand dieses Abo sich holt, dieses Soli-Abo oder auch verschenkt an eine andere Person. Und natürlich vor allem für diejenigen, die es sich aktuell nicht so leisten können oder weil sie vielleicht sparen müssen oder andere Ausgaben haben, die wichtiger sind. Aber wir müssen dafür nicht extra bezahlen. Es gibt diese Abos sowieso schon, die sind schon bezahlt. Also keine Scheu sich das zu holen weil wir nämlich durch die Impact Abonnent:innen, also jemand der 72 Euro bezahlt, der finanziert sozusagen das Soli-Abo mit und auch unsere Companions, also das sind Unternehmen, die irgendwie unsere Werte vertreten und für eine gerechte, nachhaltige Zukunft eintreten. Und die finanzieren das auch mit sozusagen. Und wir haben die eh schon rumliegen, mehr oder weniger diese Soli-Abos. Also keine Scheu, holt euch so ein Soli-Abo! Und ja, das finde ich auch ganz toll, dass wir das machen können. Es freut mich auch sehr und ich wünsche mir, dass da doch noch mehr Menschen irgendwie, ja, das enorm Magazin kennenlernen und enorm lesen können auf diesem Wege. Genau. Also wir finanzieren uns auch ein bisschen durch Anzeigen, aber das ist nicht so der Fokus sozusagen, sondern unser Hauptanliegen ist gerade auf den Abos, dass wir da irgendwie noch ausbauen und möglichst viele Menschen sich ein Abo jeglicher Art bestellen bei uns.

Bianca: Und wenn ihr jemanden wisst, Leute wisst, die unbedingt vom enorm Magazin erfahren sollten oder von Good News, empfiehlt uns sehr, sehr gerne weiter. Schreibt eine Bewertung auf Spotify oder iTunes oder folgt uns in den sozialen Medien. Holt euch ein Abo von enorm. Wir freuen uns auch über jeden freiwilligen Beitrag bei uns in den jeweiligen Donor-Boxen. Kann man das so sagen? Genau. Geht gerne auf goodnews.eu oder enorm-magazin.de und schreibt uns Mails: redaktion@goodnews.eu. Vielen Dank.

Astrid: Dann sind wir eigentlich auch am Ende unserer kleinen Jubiläumsfolge würde ich sagen, Bianca, und es hat sehr Spaß gemacht. Irgendwie finde ich auch ein bisschen schade, dass wir gerade nicht anstoßen können. Wir hatten da tatsächlich, als er gelauncht ist unser Podcast, haben wir uns getroffen auf dem Tempelhofer Feld. Es war sehr kalt und sehr windig, aber sonnig. Mit Sophie, damals noch der Kollegin von Good News und haben da angestoßen auf unser Podcast Baby, als es endlich da war nach langer Vorbereitungszeit. Und ja, vielleicht sollten wir das einfach mal wieder machen und aufs Einjährige auch noch mal auf dem Tempelhofer Feld oder wo auch immer coronakonform drauf anstoßen.

Bianca: Und jetzt möchten wir euch noch etwas nicht vorenthalten. Und zwar, du sprichst gerade die lange Vorbereitungszeit an. Damals hat die natürlich auch so Sachen beinhaltet wie: Welchen Jingle nutzen wir? Wir hatten einen anderen Jingle im Kopf, als wir angefangen haben. Den werden wir hier einspielen. Entscheidet selbst, welchen ihr besser findet.

Astrid: Ja, ich habe ihn jetzt auch noch einmal gehört im Zuge der Vorbereitung für die Folge. Und ich war ganz klar, sagen wir, erleichtert, dass es nicht dieser Jingle geworden ist. Ich glaube, ich kann den anderen sehr viel leichter länger hören. Und mit dem damals aussortierten Jingle wäre ich, glaube ich, jetzt nicht mehr so ganz so happy. Irgendwie fand ich ihn damals ganz motivierend, aber irgendwie, im Nachhinein, vielleicht hätte er mich ein bisschen aufgeregt, irgendwann.

Speaker1: Ja, hört selbst und auf ein weiteres Jahr, hoffentlich!

Astrid: Und schreibt uns mit Feedback und bewertet uns vor allen Dingen auf allen möglichen Podcast-Apps. Vergebt uns Sterne. Wir freuen uns sehr darüber und ja, freuen uns auf das nächste gemeinsame Podcast-Jahr.

Bianca: Danke Astrid!

Astrid: Danke dir, Bianca, tschüss!

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