Startseite/Gesellschaft/Medien & Journalismus
10 Januar 2022 / Lesezeit: 8 minuten

Unsere Lieblingsnachrichten des Jahres 2021

Transkript: Good News Podcast Folge 41

Tschüss 2021: Ein zweites Jahr Pandemie und andere Krisen. Zugegeben, das Jahr war nicht immer leicht, aber wir konnten auch sehr viele gute Nachrichten mit euch teilen. Wir haben die Lieblings-Good-News unserer Redakteur:innen des Jahres 2021 zusammengetragen.

Bild: Ian Schneider / Unsplash

Bild: Ian Schneider / Unsplash

Hier findest du eine schriftliche Fassung der Podcastfolge 41 von „Good News“. Heute sprechen wir über unsere Lieblingsnachrichten des Jahres. Außerdem verraten wir euch, welche Recherchen die Redakteur:innen des enorm Magazins besonders gepackt haben und warum. Es geht unter anderem um die Vier-Tage-Woche, inklusiven Saft aus alten Obstsorten und skandinavische Inseln als Vorbild bei der Klimawende. 

Das Transkript soll den Podcast möglichst barrierefrei auch nicht-hörenden Menschen zugänglich machen. In dieser Folge sprechen Good-News-Redakteur:innen Bianca Kriel, Selina Mahoche und Christian Zänkert sowie Astrid Ehrenhauser, Morgane Llanque und Miriam Petzold, Redakteurinnen beim enorm Magazin, über ihre Lieblingsnachrichten des Jahres 2021.

Bianca: Hallo und herzlich willkommen zu Good News – gute Nachrichten und konstruktive Gespräche. Ein Podcast von Good News. Heute geht es um unsere liebsten Good News und Storys des Jahres 2021. Wir, das ist die Good News und die enorm Redaktion. Und an dieser Stelle möchten wir uns ganz herzlich bei euch bedanken für eure Unterstützung, euer Interesse, eure Rückmeldungen und wir wünschen euch ein gutes 2022. Auch viele gute Nachrichten. Wir machen eine kurze Pause und sind Anfang Januar 2022 wieder für euch da. Aber erst einmal der Gute-Nachrichten-Überblick:

Im Falle eines Herz-Kreislauf Stillstandes muss schnell und richtig gehandelt werden. Eine neue App der Deutschen Herz- Stiftung zeigt Helfer:innen kurz und verständlich, wie sie sich in Notsituationen korrekt zu verhalten haben. Unter anderem können Nutzer:innen auf eine Anleitung zur Herzdruckmassage zurückgreifen.

Nur etwa jeder zehnte Mensch weltweit, der auf medizinische Hilfsmittel wie Prothesen oder Gehhilfen angewiesen ist, hat Zugang zu diesen. Karthikeyan Kandan von der de Montfort University in Leicester hat daher eine innovative und nachhaltige Lösung entwickelt: Prothesen aus recycelten Plastikflaschen.

Frischgebackene Eltern in Deutschland sollen künftig zwei Wochen bezahlten Urlaub nach der Geburt des Kindes erhalten. Das hat die neue Familienministerin Anne Spiegel angekündigt. Weiterhin sollen Paare, die sich die Elternzeit aufteilen, mehr Elterngeld-Monate bekommen.

Im buddhistischen Glauben werden alte Gebetsfahnen aus Polyester verbrannt, damit der Wind die Gebete zu den Göttern trägt. Leider auf Kosten der Umwelt. Am Boudhanath Stupa in Nepals Hauptstadt Kathmandu wurden die umweltschädlichen Wimpel nun gegen biologisch abbaubare Gebetsfahnen ausgetauscht.

Jedes Jahr werden 20 000 bis 30 000 afrikanische Elefanten für ihr Elfenbein getötet. Der Handel ist zwar seit 1989 verboten, doch es gibt viele Ausnahmen. Die EU hat jetzt einem Gesetzespaket zugestimmt, das den Handel mit Elfenbein künftig weitgehend untersagt.

Morgane: Hi, ich bin Morgan, ich bin Redakteurin beim enorm Magazin und meine absolute Lieblings-News 2021 war, dass Spanien ein Jahr lang die Vier-Tage-Woche auf nationaler Ebene testet. Ich arbeite selbst nur vier Tage die Woche und weiß daher, wie gut das für die Work-Life-Balance ist. Und ich habe auch einen Artikel für enorm über zwei Dresdner Firmen geschrieben, die die Vier-Tage-Woche für alle ihre Mitarbeiter:innen eingesetzt haben. Und auch diese Leute haben mir berichtet, dass sie jetzt viel mehr Zeit für ihre Familie, für Care-Arbeit, aber auch für soziales Engagement oder ihre Hobbies haben. Ich glaube, es wird Zeit, dass wir uns von der der Fünf-Tage-Woche verabschieden und deshalb sind das meine Lieblings-News.

Christian: Hi, mein Name ist Christian und ich bin seit September 2021 glückliches Mitglied der Good News Redaktion. Ich bin quasi als Trainee angestellt und zu meinen täglichen Aufgaben zählt, dass ich gute und innovative Nachrichten suche und finde. Und ja, meine Good News des Jahres hat tatsächlich was mit meinem Lieblingstier zu tun. Und zwar liebe ich Pandas. Ich bin absoluter Panda-Fan und da haben wir am 12.07. die Nachricht gespielt, dass der Riesenpanda in China sich nach und nach erholt bzw. wieder mehr Pandas in freier Wildbahn unterwegs sind. Ja, dass die Population sich in China erholt, liegt unter anderem daran, dass die chinesische Regierung Lebensräume des Pandas wiederhergestellt hat. Es wurden Bambuswälder wiederhergestellt und auch riesige Schutzräume, die teilweise dreimal so groß sind wie der amerikanische Yellowstone Nationalpark, eingerichtet. Genau. Und für mich ist das einfach eine Good News, weil gerade in Zeiten der Klimakrise viele, viele Arten vom Aussterben bedroht sind und auf unsere Hilfe angewiesen sind. Und es ist einfach immer schön zu hören, wenn Schutz Programme für Arten quasi erfolgreich sind, wenn sich Arten wieder erholen. Und gerade der Panda… man mag sich ja wirklich keine Welt ohne Panda vorstellen. Das ist einfach für mich eine richtig tolle Nachricht und ich hoffe, dass sich nicht nur der Panda, sondern auch andere Arten nach und nach durch unsere Hilfe wieder erholen können.

Miriam: Hi, ich bin Miriam, Redakteurin beim enorm Magazin und meine Lieblingsnachricht des Jahres 2021 ist der Sieg verschiedener Umweltschutzverbände gegen den Ölkonzern Shell vor einem niederländischen Gericht. Und zwar wurde Shell dazu verurteilt, seinen CO₂-Ausstoß um 45 Prozent zu reduzieren bis 2030. Und dieses Urteil ist für mich einfach ein Riesenschritt für den Klimaschutz und auch ein Präzedenzfall für die Zukunft, der einfach signalisiert: Ja, Konzerne sind verantwortlich und können auch zur Rechenschaft gezogen werden für Versäumnisse und Emissionen, die sie in der Form nicht mehr ausstoßen müssten, wenn sie einfach mehr in Zukunftstechnologien investieren würden. Und eine Recherche, an die ich mich gerne erinnere aus diesem Jahr, ist ein Beitrag in der enorm Ausgabe 04/21 vom Sommer. Da habe ich mir nämlich angeschaut, wie verschiedene Inselngemeinschaften in Skandinavien die Energiewende bereits hinter sich gebracht haben. Denn es gibt da ein paar Beispiele, unter anderem zum Beispiel das dänische Samsøe und Bornholm, aber auch die Åland-Inseln bei Finnland und Lidö bei Schweden, die ja auf dem besten Weg in eine Kreislaufwirtschaft sind. Und ich habe dort mit verschiedenen Menschen gesprochen, die mir eben erklärt haben und die auch mitverantwortlich sind für die Energiewende und Klimawandel, um zu erfahren, wie ihnen das gelungen ist. Denn am Ende des Tages sind Inselgemeinschaft natürlich kleine Gemeinden, wo eine solche Transition natürlich schneller und leichter vonstatten gehen kann. Aber sie können eben auch als Entwürfe oder als Blueprint für größere Gemeinden und Regionen dienen.

Und genau das ist bei den Verantwortlichen eben auch das Ziel. Sie laden auch immer wieder Menschen, Politiker:innen und Unternehmer:innen aus dem Ausland ein, um ihnen zu zeigen, wie ihre Gesellschaft den Übergang quasi schon geschafft hat durch zum Beispiel Windkraft, Solarenergie, durch Speicher, innovative Speicher, Möglichkeiten und Techniken. Und ja, da erinnere ich mich gerne zurück, weil ich auch generell sehr gerne in Skandinavien unterwegs bin und sehr beeindruckt bin von der Beziehung der Menschen, auch zu ihren Regierungen. Während meiner Recherche ist auch immer wieder der Begriff nordisches Gold gefallen. Es gibt nämlich ein Sprichwort in Skandinavien, das heißt „Trust is Nordic Gold“. Und das soll einfach zeigen, dass die Menschen, ja dass die Menschen ihren Politiker:innen vertrauen oder dass zumindest ein Basisvertrauen in die Regierung besteht, dass die Menschen, die gewählt wurden, sie eben sicher in die Zukunft führen und dass alle Entscheidungen, die auch vor allem in Bezug auf Nachhaltigkeit getroffen werden, dass sie wirklich zum Wohle des Volkes geschehen. Und dieses Vertrauen, dieses „Gold“ fehlt mir manchmal in Deutschland. Ich würde mir wünschen, dass wir, ja, sowieso auch mehr Vertrauen in einander haben, aber eben auch in die Menschen, die wir wählen und die unser Land regieren und die eben auch die Energiewende, die Klimawende für uns vorantreiben müssen.

Selina: Ich bin Selina, Trainee im Online-Marketing bei Good News und bei Good Jobs. Und meine liebste gute Nachricht des Jahres ist, dass Spanien Tiere zu fühlenden Wesen erklärt und somit keine unbelebten Objekte mehr sind. Dies hat nun erst kürzlich die spanische Regierung in einem neuen Gesetz verabschiedet. Somit ist das Wohlbefinden von wilden Tieren und Haustieren im privaten Bereich besser geschützt. Für mich als Hundebesitzerin und absoluter Tierfreund eine tolle Nachricht im Sinne des Tierschutzes und Daumen hoch dafür, dass weitere Länder folgen.

Astrid: Ich bin Astrid und ich bin Redakteurin beim enorm Magazin und beim Podcast Good News. Und meine liebste lösungsorientierte Geschichte des Jahres ist die Erfolgsstory von einem inklusiven Sozialunternehmen aus Hamburg, die sich „Das Geld hängt an den Bäumen“ nennen. Und dazu habe ich eine Folge mit Bianca aufgenommen im Mai für unseren Podcast. Da ging es um gute Nachrichten zum Thema Inklusion und das Unternehmen hat mir damals so imponiert. Ich hatte auch mit denen telefoniert für meine Recherche, für die Podcast-Aufnahme, dass ich eben tatsächlich selber noch mal hingefahren bin nach Hamburg und dort ein Tag verbracht habe. Und darüber habe ich dann ein Feature geschrieben. Das ist in unserer fünften Ausgabe des Jahres vom enorm Magazin von Oktober November erschienen. Das Sozialunternehmen „Das Geld hängt an den Bäumen“ gibt es seit 2010 und die sind gemeinnützig. Die haben eben sowohl einen ökologischen als auch einen sozialen Impact. Und zwar machen sie dort Saft, Saftschorlen aus alten Obstsorten und pflegen dabei noch Gärten. Sie nutzen dabei teilweise Früchte von ungenutzten Streuobstwiesen und erhalten eben auch alte Apfelsorten, die dann sehr, sehr schöne Namen haben, wie zum Beispiel um der „Finkenwerder Herbstprinz“ oder „Juwel aus Kirchwerder“ oder „Dithmarscher Paradiesapfel“. Außerdem, und das ist auch noch mal sehr, sehr toll an dem Unternehmen, haben sie sich auch einem sozialen Zweck verschrieben. Es ist so, dass da etwa die Hälfte von den 20 Mitarbeitenden einen Schwerbehindertenausweis hat. Und es ist auf keinen Fall gewöhnlich, weil normalerweise ist es so, dass sehr viele Unternehmen, die eigentlich dazu verpflichtet sind, per Gesetz, wenn sie mehr als 20 Mitarbeitende haben, dass sie mindestens fünf Prozent schwerbehinderte Menschen beschäftigen müssen. Das ist so, dass ein Viertel dieser Unternehmen tatsächlich stattdessen lieber eine Abgabe zahlt, als solche Menschen zu beschäftigen.

Und anders ist es eben bei „Das Geld hängt an den Bäumen“, wo eben die Hälfte der Mitarbeitenden diesen Schwerbehindertenausweis hat und ihm der Sinn des Unternehmens wirklich ist. Der Zweck des Unternehmens, möglichst viele Arbeitsplätze zu schaffen für Menschen, die es eben anderswo schwer hätten, eine Beschäftigung zu finden, weil sie eben eine Behinderung haben oder auch eine chronische Krankheit oder andere Beeinträchtigungen. Dort arbeiten eben auch ein paar Menschen, die früher obdachlos waren oder lange arbeitslos und sie bekommen bei „Das Geld hängt an den Bäumen“ eine sozialversicherungspflichtige Anstellung, sie werden fair bezahlt, bekommen mehr als den gesetzlich vorgeschriebenen Mindestlohn von 10, 50 Euro brutto pro Stunde und das ist dann gestaffelt je nach dem, was sie tun. Ich habe dort mit ein paar Menschen mich unterhalten, die begleitet an dem Tag und zum Beispiel einer der dort im Gartenbau-Team ist im Landschaftspflege-Team, Marcel. Der bekommt beispielsweise 13 Euro pro Stunde, weil er eben gewisse verantwortliche Tätigkeiten übernimmt. Und ja, da hat er auch total viel Spaß an seinem Job und es war sehr schön den Tag mit ihm zu verbringen und hat mir auch erzählt, dass er vorher in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderungen gearbeitet hatte und da eben viel zu wenig verdient hat und es auch selber sehr unfair fand. Und dann jetzt durch diesen Job bei „Das Geld hängt an den Bäumen“, wo er eben seit vier Jahren arbeitet, sehr selbstständig leben kann mit seinem Lebensgefährten zusammen und ja auch seine Arbeit dort sehr schätzt. Tatsächlich ist es auch so, dass obendrauf, habe ich gelesen, jetzt im Koalitionsvertrag sich die neue Regierung auch vornimmt, die Situation zu verbessern für Menschen mit Behinderungen auf dem Arbeitsmarkt. Ja und da bin ich sehr gespannt, was sich da dann tatsächlich tun wird.

Bianca: Hallo, mein Name ist Bianca, ich bin Redakteurin bei Good News und ich freue mich euch heute meine absolute Lieblingsnachricht des Jahres 2021 vorstellen zu dürfen. Die Auswahl ist mir nicht ganz leicht gefallen, wenn man bedenkt, dass ich jeden Tag 6 gute Nachrichten zusammen mit meinem Team auswähle. Da kommt einiges zusammen in so einem ganzen Jahr. Dennoch habe ich mich für eine Nachricht entschieden, von der ich glaube, dass sie eine große Tragkraft entwickeln könnte. Warum eine große Tragkraft? Es geht um die Infektionskrankheit Malaria. Malaria ist in Zeiten der globalen Corona-Pandemie etwas in Vergessenheit geraten. Das heißt aber nicht, dass sie nicht nach wie vor fatal endet. Denn jedes Jahr sterben nach wie vor um die 400 000 Menschen an Malaria. Bisher gab es keine als wirksam eingestufte Impfung gegen die Infektionskrankheit. Doch nun scheint ein historischer Durchbruch gelungen zu sein. Die WHO empfiehlt seit Oktober 2021 zum allerersten Mal einen  Malaria-Impfstoff für Kinder. Der ist vielleicht nicht ganz so wirksam, wie er sein könnte. Und doch geht die WHO davon aus, dass Zehntausende junge Leben damit gerettet werden können, so die Hoffnung. Und das ist zumindest ein Anfang. Eine weitere gute Nachricht im Zusammenhang mit Malaria kommt von der Universität Oxford. Dort haben Forscher:innen einen Impfstoff erforscht, der noch effektiver sein soll für Kinder. Die Forscher:innen haben in Burkina Faso eine Studie durchgeführt mit einem neuen Impfstoff namens R 21 Matrix M. Und das Forschungsteam hat herausgefunden, dass dieser neuartige Impfstoff bei Kindern eine Wirksamkeit von 77 Prozent gezeigt hat. Gut, dazu muss man sagen, die Studie war relativ klein. Es haben 450 Kinder im Alter von fünf bis 17 Monaten teilgenommen. Dennoch, eine größer angelegte Studie soll nun in mehreren afrikanischen Ländern folgen. Ich finde, das ist eine Nachricht, die durchaus Hoffnung macht.

Hilf enorm!

Unterstütze konstruktiven Journalismus

Die Coronakrise stellt auch uns bei enorm vor große wirtschaftliche Herausforderungen. Um möglichst viele Menschen zu erreichen, möchten wir die Inhalte auf enorm-magazin.de frei zugänglich halten und auf Bezahlschranken verzichten. Hilf uns mit deinem Beitrag dabei!

Hilf enorm!

Bianca: „Good News – die besten guten Nachrichten der Woche“ wurde euch präsentiert von der Good Family. Noch mehr gute Nachrichten und konstruktive Hintergrundberichte findet ihr auf goodnews.eu in der Good News App und auf enorm-magazin.de.