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28 March 2018 / Lesezeit: 2 minuten

Mein Weg zum Job mit Sinn

Der bessere Hebel: Journalismus

Perspective Daily wurde 2016 gegründet, ein Onlinemagazin für konstruktiven Journalismus

Titelbild: Nathan Dumlao / Unsplash

Maren Urner ist promovierte Neurowissenschaftlerin und hat im konstruktiven Journalismus ihre neue Berufung gefunden. Dabei nutzt sie auch ihre wissenschaftlichen Erkenntnisse

„Ich hatte nach dem Abi eine recht stringente, wissenschaftliche Karriere in den Neurowissenschaften hingelegt – drei Jahre Bachelor, zwei Jahre Master in den Niederlanden und dann für den Doktor nach London. Auch wenn man es gerne so erzählt, gab es nicht den einen Moment, wo es „Klick!“ gemacht hat und ich beschlossen habe, den Beruf zu wechseln. In London haben mein Mitgründer Han Langeslag und ich viel diskutiert und sind zu der Erkenntnis gelangt: Unsere gesellschaftlichen Herausforderungen sind so groß und wichtig, da müssen wir mehr machen. Das klingt nach viel Pathos, war aber tatsächlich der Kern unserer Gespräche.

Ich habe mich schon früh mit Themen wie globaler Gerechtigkeit auseinandergesetzt und beispielsweise mit 15 angefangen, in einem Weltladen zu arbeiten. Wir wollten also mehr beitragen. Nach wissenschaftlicher Manier haben wir uns dann überlegt, wo wir den größten Impact erzielen können. Da sind wir bei Bildung und Medien angelangt. Da ich selbst seit meiner Jugend als freie Journalistin gearbeitet hatte und wir dort die potenziell größere Wirkung sahen, begannen wir zu planen.

Nachdem wir uns international umgesehen hatten, welche Entwicklungen es im Journalismus gab und welche Modelle erfolgreich waren, haben wir 2016 Perspective Daily gegründet, ein Onlinemagazin für konstruktiven Journalismus. Dabei wenden wir unsere neurowissenschaftlichen und psychologischen Erkenntnisse im Journalismus an. So beschreiben wir nicht nur die Probleme, vor denen wir stehen, sondern diskutieren auch – konstruktiv – mögliche Lösungen.

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Natürlich war der Übergang nicht ohne Herausforderungen: Da gab es zum einen den kulturellen Wandel – ich hatte immerhin sechs Jahre nicht in Deutschland gelebt – und alles rund um die Firmengründung; Mitarbeiter einstellen, Businessplan schreiben und durchziehen. Dabei helfen natürlich viele Menschen um mich herum, die von Beginn an die gleiche Vision glaubten, das Projekt und damit letztlich mich unterstützen. Außerdem habe ich in den letzten zwei Jahren sehr viel gelernt, was natürlich auch Spaß macht.

Klar, mein Herz hängt nach wie vor an der Forschung. Wir begleiten bei Perspective Daily zum Beispiel auch aktiv Forschungsprojekte zu konstruktivem Journalismus. Komplett wieder zurück zu wechseln, erscheint mir derzeit aber unrealistisch. Natürlich gibt es Tage, da stelle ich mir die Frage „Was wäre gewesen, wenn …?“. Aber das sind dann rein theoretische Überlegungen.“