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18 Dezember 2019 / Lesezeit: 2 minuten

Selbstliebe

#LoveYourselfFirst

Die Musikerin Lizzo steht für Empowerment und Selbstliebe.

TITELBILD: IMAGO IMAGES/ZUMA PRESS

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Selbsthass fängt im Internet an. Heißt es. Diese Flut an Fotos mit perfekten Körpern und kruden Challenges: Wer hat die schmalste Taille, wer die tiefliegendsten Schlüsselbeine? Doch soziale Medien lassen sich auch nutzen, um neue Körperbilder zu etablieren. Vier Aktivist*innen im Kurzporträt.

Adam Eli

Adam Eli setzt auf Social Media im großen Stil. Für seine Gruppe Voices 4 Chechnya, die sich von New York, London und Berlin aus für Homosexuelle einsetzt, die vor zunehmenden Übegriffen und Verhaftungen in Tschetschenien fliehen. Und für sich privat. Auf seinem Instagram-Account mit 65.000 Followern schreibt der 29-Jährige über Homophobie, Antisemitismus, Angstattacken, Depression und Körperscham. Die vielen positiven Kommentare bestärken ihn, zeigen: Viele (queere) Männer empfinden ähnlich. Hadern mit sich selbst. Sehnen sich nach mehr Austausch, Ehrlichkeit und Zusammenhalt. Wobei Eli auch schreibt: Sich selbst kritisert man oft am härtesten, „genug damit“.
https://www.instagram.com/adameli/

 

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Melodie Michelberger

Weiß, wie schwierig es ist, seinen Körper zu lieben, wenn man ihn Jahre lang gehasst hat. Mit 12 fängt die Hamburgerin an zu hungern. Weil sie spürt, dass von Natur aus „rund und curvy“ nicht erwünscht ist. Immer wieder Witze. Immer wieder ist irgendwas falsch an ihr. Beine zu dick, Bauch zu dick, Busen zu dick. Mit Mitte 30 springt Michelberger runter vom ewigen Diäten-Karussell, gründet die Meinungsplattform Trust the Girls und zeigt sich auf Instagram in Unterwäsche und Bikini. So wie sie ist. So wie sie sich fühlt. Ihre Botschaft: Kommentare über das äußere Erscheinungsbild eines anderen Menschen fallen nicht unter Meinungsfreiheit. Sie sind einfach nur unnötig und übergriffig.“
https://www.instagram.com/melodie_michelberger/

 

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Lizzo

Ist gerade auf Welttournee, um ihre neue Platte „Cuz I love you“ vorzustellen. Verwunderlich, dass es nicht „me“ heißt. Etliche Songs der Musikerin drehen sich um Selbstliebe. Gerade afroamerikanische Mädchen und Frauen stehen sich oft selbst im Weg. Anstatt ihr Leben zu leben, ihre Träume zu verwirklichen, „Präsidentin zu werden“, wie die 30-Jährige singt, machen sie sich extra klein, weil sie gleich zweimal nicht in die gängige Norm passen: dünn und weiß. In der Dezember-Ausgabe der britischen Vogue glänzt Lizzo in Abendrobe auf dem Cover und schreibt dazu auf Instagram: „Big black girls, wenn ihr das hier lest … ihr seid ein Cover-Star. Nichts Geringeres.“
https://www.instagram.com/lizzobeeating

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Sinéad Burke

Liebt Mode. Doch sie ist klein, sehr klein, und Mode-Designer haben die Dublinerin nicht im Blick. Genauso wenig wie die Entwickler von Schuhen, Flughäfen, öffentlichen Toiletten. Auf Twitter und Instagram ruft sie dazu auf, nicht nur Menschen mit Durchschnittsmaßen zu berücksichtigen. Und sich die Frage zu stellen: Wen blenden wir aus, wem machen wir unnötig das Leben schwer? Mittlerweile wird Burke wahrgenommen. Ted Talk. BBC’s Top 100 Women of the World 2019. VogueCover, Weltwirtschaftsforum Davos. Late Night Show mit Seth Meyers. Ein Riesenerfolg und ein Ansporn für sie, auch weiterhin die Kameras neu auszurichten: „Tilt the lens“.
https://www.instagram.com/thesineadburke/

 

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