Startseite/Gesellschaft/Bildung & Lehre
15 Juli 2021 / Lesezeit: 10 minuten

Bildungsgerechtigkeit

Transkript: Good News enorm Podcast Folge 22

Die Corona-Pandemie hat die Bildungschancen für finanziell benachteiligte Kinder verschlechtert, im Globalen Süden insbesondere für Mädchen. Auch der Klimawandel verschärft die Situation. Doch es gibt Projekte, die den Zugang zu Bildung weltweit stärken sollen.

Bild: IMAGO / Greatstock

Bild: IMAGO / Greatstock

Hier findest du eine schriftliche Fassung der Podcastfolge 22 von „Good News enorm“. Wie schaffen wir global gerechte Zugänge zu Bildung? In Südafrika versucht es das Projekt SuperScientists mit Sammelkarten realer Wissenschaftler:innen im Superheld:innenstyle. Das soll insbesondere Schwarze junge Menschen für die Wissenschaft begeistern. Die Bundesregierung wiederum startet „SHE – Support Her Education“ („Unterstütze ihre Bildung“). Diese Initiative soll bis 2024 eine Million Mädchen in Ländern des Globalen Südens auf ihrem Bildungsweg unterstützen.

Das Transkript soll den Podcast möglichst barrierefrei auch nicht-hörenden Menschen zugänglich machen. In dieser Folge sprechen unsere Good-News-Redakteurin Bianca Kriel und Astrid Ehrenhauser, Redakteurin beim enorm Magazin, über Bildungsgerechtigkeit.

Bianca: Hallo und herzlich willkommen zu Good News enorm – gute Nachrichten und konstruktive Gespräche. Ein Podcast von Good News und dem enorm Magazin. Heute geht es darum, wie gute Bildungsprojekte Kinder empowern können. Aber erst einmal der Gute-Nachrichten-Überblick:

Ende Juli starten die Olympischen Spiele in Tokio. 33 Sportarten, 339 Wettkämpfe. Das Besondere: Die zu vergebenen Medaillen bestehen dieses Jahr aus recycelten Edelmetallen. Über 78 000 Tonnen alte Elektronik hat Japan zwischen 2017 und 2019 hierfür gesammelt.

Millionen Menschen leiden unter zu hohem Blutdruck. Eine Studie der University of Colorado konnte zeigen, dass ein spezielles Atemtraining helfen kann. Bereits fünf Minuten des sogenannten inspiratorischen Muskeltrainings pro Tag helfen, den Blutdruck effektiv und nachhaltig zu senken.

Seit 2009/10 ist es offiziell erlaubt, kleine „Guerilla-Solaranlagen“ auf dem eigenen Balkon zu installieren. Seither boomt der Verkauf: Rund 100 000 Haushalte in Deutschland produzieren inzwischen mit kleinen Photovoltaik-Modulen Strom für ihren Eigenbedarf.

Viele ADAC Mitglieder nutzen immer häufiger das Fahrrad. Im Rahmen eines Pilotprojekts bietet der Automobilclub nun auch ihnen einen Pannenservice an. Wer in Berlin oder Brandenburg Probleme mit Reifen, Kette, Bremse oder Akku hat und liegenbleibt, bekommt als Mitglied ab sofort kostenlos Hilfe.

Der Riesenpanda galt in China lange als gefährdete Tierart. Nun scheint sich der Bestand der Tiere erholt zu haben. Dank großflächigen Schutzpark und Bambusanbau leben inzwischen wieder um die 1800 Bären in freier Wildbahn.

Bianca: Hallo, mein Name ist Bianca, ich bin Redakteurin bei News und ich freue mich, dass wir heute über gute Entwicklungen im Bereich Bildung sprechen, darüber, wie Bildungsprojekte Kinder empowern können. Ich freue mich besonders, dass wir heute wieder einmal Astrid mit dabei haben. Hallo Astrid,

Astrid: Ja hallo Bianca, schön mit dir zu sprechen. Ich fange gleich mal an mit der ersten guten Nachricht. Und zwar hab ich mir ein Bildungsprojekt in Südafrika näher angeschaut und da geht’s um Sammelkarten im Superheld:innenstyle. Also, die werden genutzt, um junge Menschen für die Wissenschaft zu begeistern. Es geht da um afrikanische Forscher:innen, also nicht nur aus Südafrika, sondern auch aus anderen Ländern, die dann als Comic-Superheld:innen inszeniert werden und eben so eine Art Vorbildfunktion für Kinder und Jugendliche sein sollen, damit sie sich mit diesen Menschen identifizieren können. So als Inspiration sozusagen. Das Thema ist halt deswegen auch so spannend und relevant, weil in Südafrika das Bildungssystem noch immer ziemlich rassistisch geprägt ist, also von rassistischen Strukturen geprägt ist. Und zwar haben da tatsächlich Zahlen zeigen, dass nur neun Prozent der Schwarzen Menschen dort einen weiterführenden Abschluss machen, also z.B. an der Uni und von den sogenannten „Coloureds“. Also „coloured“ das ist eine Selbstbezeichnung einer südafrikanischen Ethnie, nicht zu verwechseln mit der rassistischen Fremdbezeichnung. Und nur acht Prozent von den „Coloureds“ machen eben auch einen weiterführenden Abschluss. Bei weißen Südafrikaner:innen sind es hingegen 38 Prozent. Also da ist ein krasser, krasser „Gap“ und das will dieses Bildungsprojekt adressieren, indem es die tatsächliche ethnische Verteilung zeigt und nicht nur weiße Wissenschaftler:innen, sondern eben auch Schwarze, Schwarze Frauen und eben da ein Vorbild sein kann. Und ja, die Frage, warum Superheld:innen? Das kommt daher, dass der Gründer der Initiative, Justin Yarrow, der hatte im Herbst 2019 die Idee an einer Supermarktkasse. Und zwar liegen da nämlich Sammelbilder aus, in Südafrika. Und ja, auch bei uns ist es, glaube ich, manchmal so, dass man da so Sammelbilder bekommt oder so, an Supermarktkassen. Kennst du das auch?

Bianca: Ja, voll. Und ich kenne das vor allem aus meiner Kindheit. Ich hatte so ein Familie-Feuerstein-Sammelbuch, wo man diese Sticker so reinkleben konnte. Und dann kenne ich noch von so allen Fußballgroßereignissen diese Sammelkarten von den ganzen Fußballspielern.

Astrid: Ja genau. Es gibt halt da alles mögliche, so naturbezogen oder eben Sportler:innen und so weiter. Justin Yarrow hat eben, als er an der Supermarktkasse gestanden, in Südafrika, da lebt er – er ist ein gebürtiger US-Amerikaner, lebt seit zehn Jahren in Südafrika – und dann hat er sich eben gedacht: Ist eigentlich schon krass, dass Kinder darüber total funktionieren. Er hat selbst drei Kinder zwischen drei und zwölf. Und er meinte, die sind natürlich Riesenfans von Superheld:innen aus Comics, Marvel-Filmen usw. Kinder können halt teils schnell sagen: Was sind deine Superhelden im Fußball oder wer begeistert dich da? Aber wenn man sie nach Wissenschaftler:innen fragt, dann fällt ihnen meistens nur Albert Einstein ein, also ein weißer alter Mann, so ungefähr. Und keiner kennt halt die realen aktuellen Wissenschaftler:innen, die jetzt wirklich gerade die Leute sind, wie Justin Yarrow sagt, die eigentlich Superkräfte haben, weil sie eben so krasse Sachen erfinden, leisten, erforschen. Und er dachte sich eben: Okay, man könnte die Geschichten dieser Forscher:innen, die es ja gibt „real“, die könnte man so erzählen, dass es eben den Zugang eröffnet für Kinder und Jugendliche auf einer Sprache, die sie eben sprechen. Also, die Superhero-Sprache, sozusagen. Und sie ihnen dann dadurch nahebringen. Und ja, er hat mittlerweile einundvierzig solcher Karten in Umlauf gebracht. Es gibt nicht nur so Karten, es gibt auch einen kleinen Comic oder mehrere Comics. Es gibt einen Kalender, es gibt Unterrichtsmaterialien und ein Arbeitsheft. Da sind dann Wissenschaftler:innen der Astrophysik, der Immunologie, Verhaltenswissenschaften, aber auch Politikberater:innen dabei.

Und ja, es ist total cool gemacht. Also so richtig schön gezeichnet in so einem klassischen Comicstil eben. Justin Yarrow war das auch ein riesen Anliegen, weil er selber schon lange im Bildungsbereich arbeitet, auch in Südafrika. Früher war er tatsächlich jemand, also, er hat in Zellbiologie promoviert und früher zu HIV gearbeitet und dann für ein paar Jahre eine Non-Profit-Organisation  „Code Makers“ gegründet und geführt, wo er sich speziell um Gemeinden, also Jugendliche und Kinder in finanziell schlechter ausgestatteten Gemeinden gekümmert hat und ihnen Programmieren beigebracht hat. Da hat er gesehen, wie krass sich das ungerechte Bildungssystem in vielen südafrikanischen Gemeinden auswirkt. Deswegen war es ihm wichtig, für diese Kinder eben Zugänge zu schaffen. Eine dieser SuperScientists, mit der habe ich auch selber gesprochen, die war echt eine total inspirierende Frau, richtig cool. Sie heißt Kolisa Yola Sinyanya und ihr SuperScientist Alter Ego heißt Nitro. Sie schreibt grade ihre Doktorarbeit am Institut für Ozeanforschung an der Universität Kapstadt. Sie forscht im südwestlichen Indischen Ozean zu Auswirkungen der Erderhitzung und mit ihrer Geschichte möchte sie als Schwarze Frau andere junge Schwarze Frauen ermutigen, auch in die Wissenschaft zu gehen, vielleicht auch in die Ozeanforschung. Weil sie eben eine der wenigen Schwarzen Ozeanforscher:innen ist. Sie ist heute 37 und sie ist in den 80er/90er Jahren in Südafrika, einer Kleinstadt im Ostkap aufgewachsen, als Teil der Working Class. Und damals herrschte in Südafrika das rassistische Apartheidsystem, das mit dem Bantu Education Act auch ganz gezielt nicht-weiße Kinder und Jugendliche diskriminiert hat.

Also, die Bildung von diesen Kindern und Jugendlichen war um einiges schlechter als die von Weißen. Und das ist halt auch ein Grund dafür, warum eben Kolisa Yola Sinyanya heute eine der wenigen Schwarzen Ozeanforscher:innen ist. Und sie sagt halt auch, dass sie, als sie aufwuchs, keine Vorbilder hatte. Und sie möchte jetzt dieses Vorbild sein für andere junge Menschen. Und ja, ich hab mit ihr gesprochen und sie war auch irgendwie sehr witzig und total selbstbewusst. Und das braucht man, glaube ich auch beides, um sich als Comic-Science-Superhero irgendwie malen zu lassen, weil das in so einer seriösen Science Community wahrscheinlich was ist, was nicht alle irgendwie so cool finden. Am Anfang hatte zumindest Justin Yarrow, der Gründer, das Gefühl, dass manche ein bisschen skeptisch waren, ob sie ihre Seriosität einbußen würden, wenn sie da jetzt irgendwie in so Superheld:innen-Ganzkörperanzügen gemalt werden. Aber mittlerweile ist das Projekt international ein bisschen renommiert, weil beim Wissenschaftskongress in Berlin, dem Falling Falls, war es 2020 und auch viele der Wissenschaftler:innen, die gemalt worden sind, die haben auch gemerkt, dass sie für jüngere Menschen ein bisschen nahbarer wurden, auch für Studierende und ja, auch für Menschen noch an der Schule, die dann auch eher mit Fragen auf sie zugegangen sind.

Man sieht schon, es hat den konkreten Effekt, dass es Wissenschaftler:innen nahbarer macht. Ja, und das ist so ein cooles Projekt. Ich war total begeistert von Justin Yarrow, mit dem ich gesprochen habe, der das echt mit total viel Herzblut macht und alles irgendwie gerade mehr oder weniger alleine stemmt, weil er sich mit Förderprogrammen durchschlägt und so weiter. Er hat einen Illustrator, den er natürlich bezahlen muss und die ganzen Druckkosten. Das ganze Material wird relativ kostengünstig oder teilweise gratis rausgegeben. Sie haben jetzt auch schon so 5 000 Kalender verteilt und so 9 000 Karten, hunderte Poster, Ausmalbücher. Also schon einiges in Umlauf gebracht und alles mit Freiwilligen gestemmt. Manche Menschen übersetzen manch der Karten in die Bantu-Sprache IsiZulu und nicht nur auf Englisch. Meistens sind sie auf englisch und ein paar sind übersetzt worden. Er würde natürlich auch gerne mehr übersetzen lassen, aber das kostet alles Geld. Oder neue Karten malen lassen. Es gibt halt echt noch so 50 weitere Wissenschaftler:innen, die sich beworben haben oder nominiert wurden von Kolleg:innen. Aber ja, das Geld ist gerade so ein bisschen das Problem. Ich finde das Projekt einfach toll und deswegen haben wir im enorm Magazin diesen Artikel von mir dazu. Den könnt ihr gerne mal anschauen, den verlinken wir in den Shownotes. Da sieht man auch diese schönen Comic-Bilder nochmal genau.

Bianca: Ja ich finde das eh so krass mit Wissenschaftler:innen. Also, ehrlich gesagt, ich könnte dir jetzt auch nicht so viele nennen. Und du?

Astrid: Nee, auf keinen Fall. Weil man die natürlich in der Popkultur oder auch in so einer Kinder-Medienwelt wahrscheinlich gar nicht so oft sieht. Und deswegen fand ich es auch so cool, weil ich dachte ja, wenn ich ein kleines Kind gewesen wäre, vielleicht hätte mich das auch nochmal mehr begeistert und vielleicht wäre ich heute auch Ozeanforscherin. Keine Ahnung. Also wenn man dann diese coolen, coolen Zeichnungen sieht, uns einen kleinen Comic mit Kolisa Yola Sinyanya, die halt echt auch irgendwie so eine inspirierende Geschichte hat und auch echt sympathisch und charismatisch rüberkommt. Vielleicht guckt man dann nochmal so ein Video mit der. Es ist ja alles nochmal connected mit Social Media, wo sie voll aktiv ist. Ich meine, ob die Kinder dann alles verstehen ist die Frage, aber es wird schon versucht das sehr niedrigschwellig aufzubereiten. Aber es ist halt schon total komplex, was sie da forscht. Ich hab jetzt auch nur ganz kurz angedeutet, um was es geht. Im Artikel erkläre ich es ein bisschen genauer, was sie da mit dem Isotop Stickstoff-15 und Plankton aus Algen usw forscht. Könnt ihr alles gerne nachlesen. Aber es ist halt schon so, dass zumindest den Kindern die Message vermittelt wird, um was es grundsätzlich geht in der Forschung. Und das es halt total wichtig ist, was die machen. Da haben sie gewisse Punkte auf den Karten, wie relevant sie sind und wieviel Power sie haben. Und das ist schon irgendwie ganz nett verarbeitet. Und ich glaube, sowas bräuchte es wahrscheinlich schon nochmal mehr, ja für  niedrigschwellige Zugänge, für alle jüngeren Menschen, gerade eben für Communities, die vielleicht ein bisschen benachteiligt sind, finanziell und von den Bildungschancen her.

Bianca: Ja, total. Ja, du sprichst von Bildungschancen. Da komme ich nämlich direkt zu unserer nächsten Nachricht, zu unserer nächsten guten Nachricht zum Thema Bildung. Das Bundesentwicklungsministerium hat am 19. Mai 2021 eine neue Initiative gestartet oder ein neues Projekt. Das heißt SHE. Das ist kurz für Support Her Education. Also: „unterstütze ihre Ausbildung“. Das ist ein Programm, das 100 Millionen Euro in die Bildung von Mädchen und jungen Frauen weltweit investieren wird. Vor allem für Frauen und Mädchen im globalen Süden. Denn es ist folgendermaßen: Die Corona-Situation hat für viele Mädchen und junge Frauen die Bildungschancen einfach nochmal schlechter gemacht. Im Moment geht man davon aus, dass um die 130 Millionen Mädchen nicht zur Schule gehen können. Und ja, das trifft auch junge Männer und Jungs auf jeden Fall. Das Problem ist aber, dass vor allem Mädchen weniger zur Schule gehen, sobald Krisensituationen eintreten. Also z.B. in einer globalen Pandemie oder bei Dürren. Es ist dann meistens so, dass die Familien entscheiden, wenn sie mehrere Kinder haben, dass die Mädchen nicht mehr zur Schule gehen sollen, weil sie sich einfach die Schulgebühren nicht mehr leisten können und vielleicht jemanden zu Hause brauchen, der den Haushalt macht. Weil tatsächlich ist es so, dass weltweit Mädchen zwischen 5 und 14 Jahren insgesamt pro Tag, also, wenn man alles zusammenrechnet, also alle Mädchen zusammen leisten um die 550 Millionen Stunden Hausarbeit täglich weltweit. Das ist eine unglaubliche Anzahl und das ist doppelt so viel, als Jungs und junge Männer an Hausarbeit leisten. Und das sind so viele Stunden, die natürlich die Mädchen nicht zur Verfügung haben, um in ihre eigene Bildung zu investieren. Und das ist nicht nur eine Frage der Gerechtigkeit. Das hat einfach eine lebensentscheidende Konsequenz für die Mädchen, weil in der Folge, wenn Mädchen nicht lange zur Schule gehen, werden sie oft auch viel früher schwanger, weil sie zum Teil in Kinderehen getrieben werden. Also jedes fünfte Mädchen weltweit wird in eine Kinderehe getrieben. Und das ist fünfmal häufiger als bei Jungs. Und warum ist das jetzt so lebensentscheidend? Weil, Schwangerschaft und Geburt für jugendliche Mädchen ist die häufigste Todesursache weltweit für jugendliche Mädchen. Also, das muss man sich mal vorstellen. Die meisten Mädchen im jugendlichen Alter sterben weltweit durch Komplikationen einer verfrühten Schwangerschaft oder Geburt. Ja, so hängt das also alles krass miteinander zusammen. Man geht davon aus, dass wenn alle Mädchen in sogenannten Schwellenländern ihren Schulabschluss machen könnten, dass die weltweite Kindersterblichkeit um die Hälfte sinken würde. Wahnsinn, oder?

Astrid: Total krass. Und ich meine, du hast ja gerade auch erwähnt, so Dürren und so weiter. Also nicht nur jetzt die aktuelle Pandemie ist das Problem, sondern die Klimakrise wird es ja noch weiter verschärfen, weil Klimafolgen, also Folgen des Klimawandels, der Klimakatastrophe, die werden ja weiterhin dazu führen, dass gerade eben junge Frauen, Frauen und Mädchen stärker betroffen sind. Also das Thema ist ja langfristig leider aktuell.

Bianca: Genau. Und deswegen finde ich dieses Programm vom Bundesentwicklungsministerium ganz gut, dass die sagen okay, ab jetzt bis 2024 werden 100 Millionen Euro ausschließlich in die Mädchen-Bildung gesteckt. Man kann ja manchmal bei so Entwicklungsprogrammen das durchaus hinterfragen und auch kritisch sehen, dass der globale Norden mit irgendwelchen Ideen in den globalen Süden zieht und denkt jetzt die Lösung zu haben. Aber in dem Fall zumindest aus meiner Perspektive im Moment denke ich, dass es einfach Sinn macht, viel Geld zu investieren in junge Mädchen und Frauen, um ihre Lebens-, aber auch einfach Bildungschancen zu verbessern.

Astrid: Ja, es kommt dann immer drauf an, ja konkret, in was fließt es dann wirklich vor Ort? Und was sind es da für langfristige Strukturen? Deswegen kann das ja auch supergut sein, wenn es da irgendwie was Langfristiges, Positives aufbaut. Und das ist ja auf jeden Fall gut, dass man in dem Bereich investiert. Ja, absolut.

Bianca: Und wie gesagt, ich hatte ja am Anfang gesagt, dass das natürlich auch die Bildungschancen für Jungs und junge Männer in vielen Ländern betrifft. Das ist natürlich nicht so einfach, aber trotzdem trifft es halt dennoch am Schluss am meisten die Mädchen und jungen Frauen. Deswegen denke ich, dass es gerechtfertigt ist, dass man da jetzt erstmal einen Schwerpunkt auf die Mädchen legt.

Astrid: Ja, und du meintest auch gerade, dass natürlich auch Jungs benachteiligt sind, offensichtlich. Nochmal ganz kurz zurück zu dem Projekt SuperScientists. Da ist es so, dass sie tatsächlich auch gerade voll den Überhang haben, an Schwarzen Wissenschaftlerinnen, an Frauen sozusagen in den Comics. Aber ich denke mir jetzt auch mal: Ganz okay! Meistens hat man eher andersherum einen Überhang, dass man eher mehr Männer zeigt überall. Und ja, also da so ein bisschen nochmal die ausgleichende Gerechtigkeit zu schaffen, ist vielleicht gar nicht so schlecht. Und auch wenn natürlich das Geld, was da investiert wird oder auch so SuperScientists und Comic-Bilder – natürlich wird das vielleicht nicht gleich der totale Gamechanger sein, aber es ist zumindest kleine Schritte, oder? In dem Fall ist es ja auch relativ viel Geld, das in die richtige Richtung geht. Hoffentlich.

Bianca: Ja, hoffen wir es. Vielen Dank, Astrid.

Astrid: Dankeschön, Bianca.

Hilf enorm!

Unterstütze konstruktiven Journalismus

Die Coronakrise stellt auch uns bei enorm vor große wirtschaftliche Herausforderungen. Um möglichst viele Menschen zu erreichen, möchten wir die Inhalte auf enorm-magazin.de frei zugänglich halten und auf Bezahlschranken verzichten. Hilf uns mit deinem Beitrag dabei!

Hilf enorm!

Bianca: „Good News enorm – die besten guten Nachrichten der Woche“ wurde euch präsentiert von der Good Family. Noch mehr gute Nachrichten und konstruktive Hintergrundberichte findet ihr auf goodnews.eu in der Good News App und auf enorm-magazin.de.