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27 September 2022 / Lesezeit: 3 minuten

Anzeige - Oxfam #ClimateOfChange

Für eine sozial und ökologisch gerechte Wirtschaft

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Bild: Oxfam

Bild: Oxfam

Rekordgewinne für Konzerne und Milliardär*innen auf der einen, Einkommensverluste für die meisten Menschen und zunehmende Armut auf der anderen Seite. Booster-Impfungen hier, mangelhafter oder gar kein Zugang zu Impfstoffen und Gesundheitsversorgung dort. Die Corona-Pandemie verschärft Ungleichheiten dramatisch, innerhalb und zwischen Gesellschaften, und stellt die Welt vor eine immer größere Zerreißprobe.

Derweil hat das reichste 1 Prozent (63 Millionen Menschen) zwischen 1990 und 2015 mehr als doppelt so viel klimaschädliches CO₂ ausgestoßen wie die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung zusammen. Die pro-Kopf-Emissionen dieses reichsten ein Prozent wird im Jahr 2030 30-mal größer sein, als es mit einer Begrenzung der Erderwärmung auf maximal 1,5 Grad Celsius verträglich wäre.

Diese Entwicklungen sind kein Zufall, sondern die Folge struktureller Macht- und Eigentumsverhältnisse. Die Ursachen der sich verschärfenden Ungleichheitskrise liegen in unserem Wirtschaftssystem. Durch ihre einseitige Ausrichtung auf Aktienkurse und Profitmaximierung befeuern große Unternehmen die wachsende Ungleichheit, die Erderhitzung und die systematische Verletzung von Menschenrechten. Ihre finanziellen Spielräume nutzen sie, um Dividenden auszuschütten oder Rücklagen zu bilden, anstatt ihre Geschäftsaktivitäten so auszurichten, dass Menschenrechte und Umwelt geschützt werden. Dabei wäre das notwendige Geld vorhanden.

Wenn Profite für Konzerne und ihre Eigentümer*innen mehr zählen als der Schutz von Menschenrechten und des Planeten, wenn aus Kostengründen eine notwendige medizinische Behandlung verwehrt wird, wenn das Geld nicht reicht, um sich gesund zu ernähren oder Arbeitsbedingungen krank machen, dann erfahren Menschen Gewalt. Davon betroffen sind wir alle, allerdings nicht in gleichem Maße: Menschen, die in Armut leben, Frauen, Mädchen und Angehörige von Gruppen, die rassistisch diskriminiert werden, sind besonders betroffen.

Dabei können extreme Ungleichheit und Armut nur überwunden werden, wenn wir die Macht und den wirtschaftlichen Einfluss Einzelner konsequent aufbrechen und in die Hände aller legen. Um ein gutes Leben für alle zu ermöglichen und die globale Zukunft sozial und ökologisch gerecht zu gestalten, brauchen wir ein grundlegend anderes Wirtschaftssystem – eines, in dem wirtschaftliche Entscheidungen demokratischer gefällt werden und dessen handlungsleitendes Prinzip nicht der Profit, sondern das Gemeinwohl ist.

Der gesetzgeberische Rahmen muss zu nachhaltiger Unternehmensführung weiterentwickelt werden, damit Unternehmen ihr Handeln konsequent am Gemeinwohl ausrichten – und damit ihren Beitrag zur Bewältigung der Krisen unserer Zeit leisten, anstatt sie weiter zu verschärfen.

Diese Auseinandersetzung ist im Kern politisch und damit selbst schon eine Frage von Macht. Sie berührt die Fragen nach Eigentum und Privilegien, die selten freiwillig abgegeben werden. Es geht deshalb nicht nur um das richtige Argument oder die plausibelsten Analysen. Es geht darum, ein Gegengewicht aufzubauen – im politischen Raum, im öffentlichen Diskurs und in alltäglichen Zusammenhängen.

Dafür brauchen wir Mitstreiter*innen: Menschen, die uns unterstützen, Organisationen, mit denen wir in Bündnissen arbeiten, und starke Bewegungen, die den Boden für Veränderungen bereiten.

Demonstration zur UN-Klimakonferenz Cop25 Madrid 2019. @Pablo Tosco/Oxfam
Deine Stimme für #ClimateOfChange

Es ist Zeit für Veränderungen. Absichtserklärungen allein reichen nicht.

Deswegen fordert Oxfam im Rahmen der Kampagne #ClimateOfChange gemeinsam mit 15 Partnerorganisationen aus 13 europäischen Ländern von der EU einen europaweiten Aktionsplan für Klimagerechtigkeit und einen sozial-ökologischen Umbau der Wirtschaft. Dieser Aktionsplan muss die globale Erderwärmung auf unter 1,5° Celsius begrenzen, die Wirtschaft sozial und ökologisch gestalten, Klimagerechtigkeit schaffen und Betroffene klimabedingter Migration schützen und schließlich junge Menschen viel stärker in klimapolitische Entscheidungen einbeziehen.

Wirksamer Klimaschutz jetzt!

Um eine Klimakatastrophe zu verhindern, muss die EU bis 2040 klimaneutral sein, also ganze 10 Jahre früher als bisher geplant. Dafür muss die EU konkrete Maßnahmen ergreifen und die gesamte Wirtschaft auf erneuerbare Energien, nachhaltige Produktion und gerechten Handel umstellen.

People over Profits

Wir brauchen eine soziale, ökologische und demokratische Wirtschaft, die Mensch und Natur ins Zentrum stellt, statt sich weiter auf Wachstum und Konzerninteressen zu fixieren. Die EU und nationale Regierungen müssen Unternehmen dazu verpflichten, Menschenrechte in ihren Lieferketten zu achten, Arbeiter*innen gerecht zu bezahlen und alle Unternehmensbereiche klimaneutral umzubauen.

Klimagerechtigkeit und Schutz für Betroffene

Die Länder, die am wenigsten zur Klimakrise beitragen, leiden oft am stärksten unter deren Folgen. Es ist daher eine Frage der globalen Gerechtigkeit, die besonders betroffenen Länder beim Klimaschutz finanziell und technisch zu unterstützen. Gleiches gilt für die Bewältigung von unvermeidlichen Verlusten und Schäden und die Anpassung an Folgen der Klimakrise. Wir brauchen globale Bewegungsfreiheit für alle und einen internationalen Schutzmechanismus für Menschen, die durch die Folgen der Klimakrise dazu gezwungen werden, ihr Zuhause zu verlassen.

Junge Menschen gestalten Zukunft

Junge Menschen müssen stärker in klimapolitische Entscheidungen miteinbezogen werden, da sie langfristig deren Hauptbetroffene sind. Dazu müssen in der EU und in den Mitgliedsstaaten Jugendräte ins Leben gerufen werden, ähnlich dem Jugendklimarat der Vereinten Nationen.

Die Petition, die sich an die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen richtet, wird während der Weltklimakonferenz (COP27) im November übergeben. Die Konferenz stellt einen Wendepunkt für die Staats- und Regierungschef*innen aller Länder dar, um die Klimakrise zu bewältigen und den Boden für globale Gerechtigkeit zu bereiten.

In dieser vernetzten Welt haben wir die Macht, Teil des Wandels zu sein. Deine Unterschrift ist unverzichtbar, um Klimagerechtigkeit auf der COP27 auf die Tagesordnung zu bringen – für ein gutes Leben für alle!

Setze auch Du Dich mit Deiner Unterschrift dafür ein, unsere Forderungen nach einer gerechteren und nachhaltigeren Zukunft für Alle bei der Klimakonferenz (Cop27) im November auf die Agenda zu setzen!
Sei auch Du Teil des #ClimateOfChange!
www.oxfam.de

Oxfam

Oxfam ist eine der weltweit größten Nothilfe- und Entwicklungs­organisationen. Wir bekämpfen extreme Armut und soziale Ungleichheit mit über 75 Jahren Erfahrung. Zusammen mit rund 4.100 Partner­organisationen sind wir in über 90 Ländern aktiv. Außerdem machen wir Druck bei Politik und Wirtschaft – mit kreativen Kampagnen, Fachgesprächen und öffentlichen Aktionen.