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5 Mai 2021 / Lesezeit: 10 minuten

Inklusion

Transkript: Good News enorm Podcast Folge 12

Das gemeinnützige Unternehmen mit dem ungewöhnlichen Namen „Das Geld hängt an den Bäumen“ aus Hamburg stellt Saft aus Früchten von Streuobstwiesen her. In dem Unternehmen arbeiten außerdem behinderte oder zuvor langzeitarbeitslose Menschen unter fairen Bedingungen.

 

Bild: Das Geld hängt an den Bäumen

 

 

Bild: Das Geld hängt an den Bäumen

 

 

Hier findest du eine schriftliche Fassung der Podcastfolge von „Good News enorm“ zum Thema Inklusion. Es geht um faire Arbeitsbedingungen für Menschen mit Behinderung, eine Karte, die Barrierefreiheit fördert und darum, wie Kinder mit bunten Daumenkinos Gebärdensprache lernen können.

Das Transkript soll den Podcast möglichst barrierefrei auch nicht-hörenden Menschen zugänglich machen. Über das Thema Inklusion sprechen Good-News-Redakteurin Bianca Kriel und enorm-Magazin-Redakteurin Astrid Ehrenhauser.

Bianca: Hallo und herzlich willkommen zu „Good News enorm – gute Nachrichten und konstruktive Gespräche“. Ein Podcast von Good News und dem enorm Magazin. Heute geht es um das Thema Inklusion. Aber erst einmal der Gute-Nachrichten- Überblick.

Für den Bau von Elektrogeräten werden Seltene Erden wie Scandium und Yttrium eingesetzt. Doch die ließen sich bisher nicht bedenkenlos ohne Chemikalien recyceln. Das Projekt Reegain will das jetzt ändern und hat eine Recyclingmethode mit Bakterien und Algen entwickelt, die Elektroschrott in biologisch abbaubares Material zersetzt.

Gebrochene Herzen gibt es nicht nur im Volksmund. Tatsächlich können seelische Traumata zum Broken Heart Syndrom mit Herzinfarkt ähnlichen Symptomen führen. Bisher gab es kein wirksames Medikament dagegen. Doch jetzt haben australische Forscher:innen ein Mittel gefunden: die Substanz Suberanilohydroxamic-Säure (SAHA).

Die deutsche Turnerin Sarah Voss hat bei der Europameisterschaft in Basel erstmals in einem Ganzkörperanzug geturnt. Sie wollte damit ein Zeichen gegen die Sexualisierung von Turnerinnen setzen und eine Alternative zu den bisher knappen badeanzug-ähnlichen Anzügen aufzeigen.

Der gesamte weltweite Energiebedarf beläuft sich auf etwa 65 Petawattstunden (PWh) pro Jahr. Weltweit sind erneuerbare Energien so umfassend verfügbar, dass sie diesen Energiebedarf schon mit heutiger Technologie hundertmal decken könnten. Zu diesem Ergebnis kam ein Report des britischen Think Tanks Carbon Tracker.

Jedes Jahr sterben um die 400.000 Menschen an Malaria. Bisher gab es keine als wirksam eingestufte Impfung gegen die Infektionskrankheit. Doch nun macht eine klinische Studie der Universität Oxford Hoffnung. In Burkina Faso zeigte der neue Impfstoff R21/Matrix-M bei Kindern eine Wirksamkeit von 77 Prozent.

Bianca: Ich freue mich sehr, dass wir heute mal wieder ein Gespräch führen können. Heute wollen wir über Inklusion sprechen und nicht über den abstrakten Begriff oder das Ideal per se, sondern um tatsächlich gelebte Inklusion. Wie sie gelingen kann über Ansätze, die gelingen, aber auch über Herausforderungen, die Menschen mit Behinderungen z.B. im Arbeitsleben haben. Ich bin Bianca und ich bin Redakteurin bei Good News.

Astrid: Hallo, ich bin Astrid und ich bin Redakteurin beim enorm Magazin. Und ich fange auch direkt mit dem Arbeitsleben an, mit einer guten Nachricht zum Thema Arbeit und Inklusion. Und zwar habe ich mir einen Saft-Hersteller in Hamburg näher angeschaut. Der nennt sich „Das Geld hängt an den Bäumen“ und ist ein gemeinnütziges Unternehmen. Das Projekt gibt’s seit 2009. Ich hab da mit Till Kelpe telefoniert, der dort Projektmanager für Öffentlichkeitsarbeit und Fundraising ist, und der hat mir so ein bisschen erklärt, was was hinter dem Konzept steht.

Also das Tolle an dem Unternehmen ist, dass sie einerseits einen ökologischen aber auch einen sozialen Impact haben. Und ökologisch heißt, sie machen eben Saft aus Obst und Früchten, die von so Streuobstwiesen kommen, die sonst vielleicht auch verrotten würden. Sie haben auch mittlerweile eigenen Obst Hof mit über tausend Bäumen. Und der soziale Impact ist, dass sie mit Menschen arbeiten, die langzeitarbeitslos waren vorher.

Ein Mensch, von dem er mir erzählt hat, der war früher obdachlos und viele Menschen haben auch eine Behinderung, die dort arbeiten. Also Menschen, die dort eingestellt werden, haben halt sonst auf dem Arbeitsmarkt oft einen Nachteil, leider.  Tatsächlich ist es so, wenn man sagen möchte, ungefähr die Hälfte/Dreiviertel der Mitarbeiterinnen – es sind 21 Menschen, die da arbeiten – die haben tatsächlich einen Schwerbehindertenausweis.

Aber Till Kelpe hat auch ganz ungern darüber gesprochen, weil er meinte, er will nicht über Menschen mit und Menschen ohne Behinderung reden, sondern für ihn sind das natürlich alles einfach Mitarbeiter:innen. Das fand ich irgendwie – allein dieser Ansatz ist supercool – dass man halt sieht: Okay, da können Menschen so langfristig und fair bezahlte Jobs bekommen, die sozialversicherungspflichtig sind und die eben auch wirklich gut verdienen, also besser. Also gut ist vielleicht relativ, aber auf jeden Fall sehr, sehr viel besser als Menschen, die in sogenannten Werkstätten für Menschen mit Behinderung arbeiten. Weil bei dem Saft-Produzenten bekommen die eben wirklich mehr als den Mindestlohn. Also auf jeden Fall deutlich über Mindestlohn, meinte er. Das hängt dann immer von der Position ab. Also mehr als diese 9,50 die Stunde. Und das Krasse ist, Bianca, wusstest du, dass Menschen mit Behinderung, die in Werkstätten arbeiten, teilweise im Schnitt nur 1 Euro und 11 Cent pro Stunde bekommen?

Auch auf enorm: Menschen mit Behinderungen: Das Werkstätten-System muss sich ändern, um inklusiv zu sein

Bianca: Heftig!

Ja, es ist richtig, richtig krass. Und das hat mein Kollege Jan Scheper bei einem Text auch sehr gut recherchiert. So eine investigative Recherche zu dem Thema, wie schrecklich eigentlich die Situation ganz oft ist für Menschen mit Behinderung in diesen Werkstätten. Also es kommt dann immer drauf an, aber es ist so der Bundesdurchschnitt ist wohl 1 Euro 11 pro Stunde und er hat dazu einen großen Text geschrieben, auch mit Forderungen, die es gibt, wie man das ändern könnte und so weiter. Und gerade vor dem Hintergrund fand ich das so toll, als ich die Good News bei euch gelesen hab zu diesem Saft-Produzenten, weil ich dachte: „Ja, genau“. Also man kann es halt auch besser machen. Also man kann halt auch Menschen besser bezahlen und direkt anstellen und eben fair einstellen. Und genau weil das Ding ist wohl, dass das Unternehmen möchte halt auch zeigen, meinte eben Till Kelpe am Telefon auch, dass sie wirklich zeigen wollen, sie sind ein normaler wirtschaftlicher Betrieb und sie sind gemeinnützig, ja, aber sie haben halt auch das Interesse daran, Geld zu verdienen,  natürlich. Und sie sind trotzdem so sozial und haben diesen Impact, dass sie Menschen anstellen, die vielleicht sonst eben diese Chance gar nicht hätten.

Das sieht man auch an Zahlen, die eben mein Kollege dann recherchiert hat für das enorm Magazin. Da sieht man halt, dass wirklich nur ein einziges Prozent, also ein Prozent der behinderten Beschäftigten, die in den Werkstätten arbeiten, also ein Prozent von denen, die schaffen eigentlich nur den Sprung in den sogenannten ersten Arbeitsmarkt nach Einschätzungen von Expert:innen. Und das ist natürlich viel zu wenig. Dass die meisten Menschen in so einem Parallel-System gefangen bleiben, wo sie super schlecht bezahlt werden, ganz oft, und man natürlich mit ein bisschen Förderung und dem Engagement, das ja eigentlich schaffen kann, dass Menschen auch fairere, bessere Bedingungen bekommen können, weil das sollte ja das Ziel sein. Das Ziel sollte ja sein, dass Menschen auch reguläre, im ersten Arbeitsmarkt, Arbeit finden können. Genau.

Bianca: Und warum heißt das nochmal „Das Geld hängt an den Bäumen“?

Astrid: Das kommt daher, dass die früher eben wirklich auch so bei privaten Obstbäumen die Früchte geerntet haben, die sonst keiner mehr so richtig beachten würde. Diese Streuobstbäume, Streuobstwiesen – und da hängen eigentlich Ressourcen an den Bäumen. Das wollten sie jetzt zeigen, dass da eigentlich noch Geld dranhängt, weil man ja daraus tollen Saft machen kann, sozusagen. Das ist so ein bisschen die Idee des Titels oder des Namens, glaube ich. Und das Traurige ist natürlich wegen Corona, jetzt, hatten sie echt eine schwere Zeit, weil viel über die Gastronomie, die Umsätze weggefallen sind von ihren Säften, die sie produzieren. Aber man kann tatsächlich spenden und da können wir den Link ja noch in die Shownotes packen, wohin man das spenden kann, dem Unternehmen „Das Geld hängt an den Bäumen“. Was du recherchiert hast – eine gute Nachricht,  die fängt ja noch viel früher an als der Arbeitsmarkt. Es geht also Richtung Bildung für Kinder und Jugendliche, oder? Die fand ich auch toll die Nachricht.

Bianca: Es geht um das Startup „Talking Hands“. Maria Möller und Laura Mohn haben das ins Leben gerufen und sie wollen einen Beitrag an eine inklusive und verständnisvolle Gesellschaft leisten, indem sie Gebärden in Daumenkinos umwandeln. Also das heißt, dann stehen so kleine Booklets, die man durchblättern kann und man sieht Gebärden in Bewegung. Und diese kleinen Gebärden-Daumenkinos, mit denen können Kinder bereits interaktiv Gebärdensprache lernen. Also es geht jetzt nicht nur darum, dass Kinder, die Schwierigkeiten haben, sich verbal auszudrücken, das nutzen können, sondern tatsächlich auch, dass Kinder ohne Sprachbehinderungen, diese Gebärdensprache lernen mit bunten Bildern und Freude. Und ich finde das so großartig. Es sind so schön gezeichnete Illustrationen und Begriffe. Vielleicht muss ich dazu noch sagen: Es gibt zwei Sprachsysteme, wenn wir über Gebärden sprechen. Es gibt einerseits die Deutsche Gebärdensprache, das ist ein eigenständiges Sprachsystem. Das ist seit 2002 anerkannt als eigenständiges Sprachsystem, hat auch eigene Dialekte, also sehr komplex. Sie bieten ihre Daumenkinos in der Deutschen Gebärdensprache an, aber auch in Gebärden unterstützter Kommunikation. Der Unterschied zur Deutschen Gebärdensprache ist da, dass es eher um Schlüsselbegriffe geht, dass es nicht Sätze sind, sondern Schlüsselbegriffe. Das ist vor allem für Kinder z.B. mit Autismus hilfreich, um sich besser ausdrücken zu können und um besser verstanden zu werden. Das ist das eine. Und jetzt habe ich gelesen, dass „Talking Hands“ auch eine App am Entwickeln ist, also quasi eine Art Duolingo für Gebärdensprache, so dass auch Erwachsene oder Jugendliche einfachen Zugang haben, um diese Gebärdensprache zu lernen.

Astrid: Das ist sehr cool. Die würde es mir ja gerne mal runterladen. Weil, ich muss echt auch zugeben, ich weiß nicht,  sprichst du ein bisschen Gebärdensprache oder gar nicht?

Bianca: Leider gar nicht.

Astrid: Ich hab auch. Ich finde es auch total traurig, aber ich hab so, ich glaube ich hab mal einzelne Worte gelernt von einer Freundin, die eben das studiert hat. Sie ist Dolmetscherin für Gebärdensprache. Aber ich, also es ist halt schon, man müsste sich da echt viel mehr damit befassen. Deswegen, die App klingt richtig cool, dass man sich da so ein bisschen spielerisch ein paar Sachen beibringt, weil ja, warum sollte man die Sprache nicht lernt? Man lernt ja auch alle möglichen anderen Sprachen.

Bianca: Absolut total. Und ich finde es einfach auch so schön, dass die, also jetzt die App einerseits, aber andererseits mit den Gebärdenkinos, dass sie da halt bei den Kleinsten anfangen, dass es ganz selbstverständlich wird, dass man diese Sprache auch einfach lernt. Und ein anderes gutes Beispiel, was Kinder angeht und Gebärdensprache kommt aus Hebborn. Jetzt musst du mir kurz helfen, Astrid, heißt es „Heeborn“ oder „Hebborn“. Ich als Schweizerin bin mir manchmal nicht sicher, wie gewisse Ortsnamen in Deutschland ausgesprochen werden.

Astrid: Oh, peinlich. Ich habe auch keine Ahnung. Also wenn es in Bayern liegen würde, wo ich herkomme, da hätte ich vielleicht jetzt mehr Durchblick. Aber ich würde sagen, in Heb-, in Hebborn.

Bianca: Okay, in Hebborn. Es gibt an der Gemeinschaftsschule Hebborn, eine Schüler:innen AG aus der dritten Klasse, wo die Kinder Gebärdensprache lernen. Und das mit viel Einsatz und viel Freude. Stefanie Schneider ist die ehrenamtliche Leiterin dort, und sie sagt, die Kinder würden so schnell lernen, sie käme gar nicht hinterher. Also dort lernen die Schüler:innen – ja, in ihren AGs Gebärdensprache. Und das kam auch einerseits daher, weil es ein Mädchen gibt, an der Schule die Gebärdensprache spricht und sich die Kinder einfach mit ihr verständigen wollten. Es war ganz klar: „wir wollen diese Barriere überwinden”. Und so haben sie diese AG ins Leben gerufen. Die Aktion Mensch unterstützt das finanziell, zumindest im ersten Jahr. Mal gucken, wie es weitergeht mit und nach Corona. Aber auch ein wunderschönes Beispiel, ja, wo man einfach sieht, wie Inklusion tatsächlich gelebt wird. Dass die Schüler:innen, die hörenden Schüler:innen einfach Gebärdensprache lernen.

Astrid: Ist ein richtig schönes Projekt. Also was hätte ich mir auch gewünscht für mich in der Schule, Grundschule, wenn man es wirklich richtig gut lernen kann, wahrscheinlich. Sehr cool!

Du hast gerade schon von „Barrieren überwinden“ gesprochen. Das passt ganz gut als Stichwort für die letzte gute Nachricht, die wir heute dabeihaben. Und zwar geht es da um Barrierefreiheit in einem räumlichen, örtlichen Sinne sozusagen. Und zwar geht es um die „Wheel Map“. Das ist eine interaktive Karte, die findet man auf wheelmap.org und die zeigt, wie barrierefrei ein Ort ist. Also, das heißt, es geht speziell natürlich darum, wie sich Menschen im Rollstuhl fortbewegen können, wie gut. Aber auch im Endeffekt natürlich für Menschen, die einen Rollator nutzen oder einen Kinderwagen dabei haben. Für die ist es ja auch wichtig, wie gut sie sich da bewegen können an den Orten. Und man sieht in dieser Map, also in dieser Karte, da sieht man dann eben mit einem Ampelsystem, ob Orte eben voll, ob sie teilweise oder ob sie gar nicht rollstuhlgerecht sind. Es wird dann so angezeigt mit grün, gelb und roten Farben. Und diese Karte, die hat Raul Krauthausen erschaffen. Das ist der Gründer von Sozialhelden e.V. und er ist Inklusionsaktivist und mein Kollege Jan Scheper, der bei uns ein bisschen die Themen rund um Inklusion gerade behandelt hat, in letzter Zeit verstärkt. Der hat sich mit ihm unterhalten und hat mit ihm darüber gesprochen, wie es ihnen so nach circa zehn Jahren – 2010 wurde das gegründet, die Wheel Map – wie es dem ganzen Projekt heute geht. Und das ist halt krass, weil die haben so einen Aufstieg hingelegt, sozusagen. Die haben mir so 100 Einträgen begonnen und mittlerweile ist es halt weltweit. Mehr als eine Million Einträge gibt es und ist sogar in 32 Sprachen verfügbar. Also, sehr sehr cool.

Auch auf enorm: Zehn Jahre wheelmap.org: „Wir verschaffen User:innen ein Erfolgserlebnis, das anderen hilft“

Bianca: Wow!

Astrid: Ja, das ist richtig durch die Decke gegangen, weil es halt, also weil es auch so leicht ist. Man kann da, ohne dass man sich irgendwie anmelden muss, registrieren muss. Man kann kostenlos mitmachen. Es baut voll auf die Community auf, dass jeder da kann was eintragen, der oder die möchte. Und es läuft über so einen offenen, freien, also Open Street Map, über offene, freie Geodaten. Und deswegen ist es auch sehr einfach zu nutzen. Und finanziert wird das Ganze, weil es eben ein Projekt von Sozialhelden e.V. ist, von dem Verein, wird zwar Fördergelder spenden und auch teilweise, dass der Verein Beratungstätigkeit hat, bei der Deutschen Bahn oder so, berät die dann, wie sie irgendwie ja barrierefreier werden können und dadurch finanziert sich dann am Ende auch diese, diese Karte. Sie haben dann sogar auch schon von Google.org, also der Stiftung, der Firmendaten-Stiftung, haben sie eine Förderung bekommen. Auch für die Backend-Weiterentwicklung und das Ganze geht eben richtig gut weiter. Raul Krauthausen sagte meinem Kollegen, dass sie täglich so 300 Bewertungen neu hinzubekommen. Und er meinte auch, sie wissen halt zum Beispiel gar nicht, ob es jetzt mehr Menschen sind, die mit oder mit Menschen mit oder ohne Behinderung sind, diese Einträge dann schreiben. Aber das ist ihnen auch egal, meinte er. Weil es geht halt darum, dass jeder so einen total wichtigen Beitrag leistet für eine barrierefreie Gesellschaft. Wenn man da eben Daten sammelt. Und, weiß nicht Bianca, was mir noch aufgefallen ist: Im Zuge dieser, ja, als ich darüber nachgelesen hab, nochmal, über die Wheel Map, kennst du die App „Be My Eyes“ eigentlich?

Bianca: Nee, gar nicht. Was ist das?

Astrid: Ich hab mir die gestern noch installiert. Ich finde es richtig cool. Also ich kannte die schon, aber ich hab’s vergessen mir die selber zu installieren. Das wollte ich schon mal vor einer Zeit machen und jetzt hab ich die seit gestern. Ich hoffe ich werde auch bald mal angerufen, weil es geht darum, dass man sich die App installiert und jemand, der eben gerade eine Frage hat, es ist ein blinder oder sehbehinderte Mensch, der eine Frage hat zum Beispiel: „Hey, welche Farbe hat dieses T-Shirt, das ich anziehen möchte?“ oder „was steht auf dem Etikett?“. Ist es die glutenfreie Nudelpackung oder nicht? Und der kann dann anrufen über diese App bei den mittlerweile wirklich tausenden von Freiwilligen, die sich registriert haben und kann fragen wie, welche Farbe, was da draufsteht oder so. Und es ist halt total die coole Idee, weil das auch so eine Community ist. Ist ein Startup aus Dänemark, die das gegründet haben. Und ja, ich bin ganz gespannt und hoffe, dass ich da bald mal irgendjemanden unterstützen kann in seinem oder ihrem Alltag.

Bianca: Wie cool ist das denn? Ich will mich auch anmelden.

Astrid: Ja, das ist es echt und ich hab davon auch gelesen, weil eine freie Autorin für uns einen Artikel geschrieben hat zu einem Menschen, der selber blind ist und in der Pandemie, wie es ihm gerade so geht, wie er sich fortbewegt und so weiter. Und da war das auch drin und er hat auch gesagt, wie ihr das halt echt auch genutzt hat schon und die richtig gut findet diese App. Also der Mann, um den es in dem Artikel geht, den können wir auch nochmal in den Shownotes verlinken.

Bianca: Ja, sehr schön. Das hört sich super an…

Astrid: Ja genau. Vielen Dank für das schöne Gespräch, Bianca.

Bianca: Ja, danke dir!

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