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18 September 2020 / Lesezeit: 2 minuten

Gesetz stärkt Frauenrechte in Afghanistan

Die Mutter ist nicht mehr unsichtbar

Krankenhaus in Kabul: Verschleierte Frauen sitzen mit ihren Kindern in einem Wartesaal (Archivbild).

Bild: imago images / VWPics

Bild: imago images / VWPics

In offiziellen Dokumenten wurde bisher nur der Vater angeführt, nun kommt in Afghanistan endlich auch die Mutter hinzu. „Dies ist ein enorm wichtiger Schritt“, sagen Aktivist*innen von Human Rights Watch. Für die zusätzliche Eintragung wurde lange gekämpft.

In Afghanistan soll künftig neben dem Vater auch der Name der Mutter im Ausweis eingetragen werden. Jahrelang hatten Aktivist*innen für die Änderung gekämpft, die Expert*innen als wichtigen Schritt zur Stärkung von Frauenrechten sehen. Präsident Aschraf Ghani unterzeichnete eine entsprechende Gesetzesänderung, wie sein Regierungssprecher am Donnerstagabend bekannt gab.

Frauenrechte in Afghanistan: Gesetzesänderung ist wichtiges Zeichen

„Dies ist ein enorm wichtiger Schritt“, sagte die Frauenrechtlerin Heather Barr von Human Rights Watch der Deutschen Presse-Agentur. Die bisherige Rechtslage habe den Eindruck vermittelt, dass Kinder Eigentum des Vaters seien. „Dies wird unmittelbare Folgen für Frauen in der realen Welt haben und es ihnen erleichtern, Bildung, Gesundheitsversorgung sowie Pässe und andere Dokumente für ihre Kinder zu erhalten und mit ihren Kindern zu reisen“, so Barr.

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In vielen Ländern der Region wird der Name des Vaters in offiziellen Dokumenten angeführt, der maßgeblich die familiäre Abstammung prägt. In Afghanistan beklagen Aktivisten, dass Frauen dadurch unsichtbar gemacht werden. Noch heute wird es in traditionellen Teilen der afghanischen Gesellschaft als Scham empfunden, wenn der Name von weiblichen Familienangehörigen öffentlich genannt wird.

Die Gesetzesänderung als Stärkung der Frauenrechte in Afghanistan ist laut Barr ein wichtiges Zeichen, während die islamistischen Taliban mit Regierungsvertretern in der katarischen Hauptstadt Doha über Frieden verhandeln. Das Golfemirat Katar als Gastgeber ist eines von fünf Ländern, die sich für die Friedensgespräche engagieren. Auch Deutschland, Norwegen, Usbekistan und Indonesien gehören zu der Gruppe. Diese Nationen unterstützen den Friedensprozess als Vermittler, wollen aber in die direkten Verhandlungen nicht eingreifen. Bereits im Juli 2019 wurde eine von Katar und Deutschland ausgerichtete Konferenz in Doha veranstaltet. Katar betonte, dass ihnen Neutralität wichtig sei.

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„Während die afghanischen Frauen verzweifelt nach Frieden streben, haben sie im Verhandlungsprozess potenziell so viel zu verlieren“, so die Frauenrechtlerin. „Dieses neue Gesetz ist ein Vertrauensschub und erinnert an die vielen Kämpfe, die afghanische Frauenrechtlerinnen seit 2001 geführt – und gewonnen haben.“