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1 Juli 2021 / Lesezeit: 10 minuten

Gute Nachrichten zum Thema Sex

Transkript: Good News enorm Podcast Folge 20

Let’s talk about Sex: Was macht Pornos feministisch und warum gibt es eigentlich immer noch so wenige Verhütungsmittel für den Mann?

Bild: Unsplash / Dainis Graveris

Bild: Unsplash / Dainis Graveris

Hier findest du eine schriftliche Fassung der Podcastfolge 20 von „Good News enorm“: In der heutigen Folge von „Good News enorm“ dreht sich alles um Sex. Wir sprechen über feministische Pornos, die während der Pandemie einen Boom erlebt haben, und darüber, warum gerade diese Branche empowernd sein kann. Außerdem geht es um ein weiteres wichtiges Thema: Verhütung – und wie diese gerechter werden kann.

Das Transkript soll den Podcast möglichst barrierefrei auch nicht-hörenden Menschen zugänglich machen. In dieser Folge sprechen unsere Good-News-Redakteurin Bianca Kriel und Astrid Ehrenhauser, Redakteurin beim enorm Magazin, über gute Nachrichten zum Thema Sexualität

Bianca: Hallo und herzlich willkommen zu Good News enorm – gute Nachrichten und konstruktive Gespräche. Ein Podcast von Good News und dem enorm Magazin. Heute gibt es gute Nachrichten zum Thema Sexualität.

Aber erst einmal ein Aufruf in eigener Sache. Wir von Good News und auch vom enorm Magazin gehören zur Good Family. Die Good Family sucht nun eine/einen Trainee für das Online-Marketing mit Schwerpunkt Good News. Wenn du also Lust hast, mit uns zu arbeiten und einen Job mit Impact suchst, dann bewirbt dich gerne jetzt. Der Stellenantritt ist ab so schnell wie möglich. Wir packen dir den Link zur Ausschreibung in die Shownotes. Und jetzt der Gute-Nachrichten-Überblick:

Nicht nur einzelne Unternehmen, auch erste Länder wollen die vier-Arbeitstage-Woche möglich machen. Die japanische Regierung hat in ihren neuen Leitlinien für die Wirtschaft vorgeschlagen, Angestellten künftig eine vier-Tage-Arbeitswoche zu ermöglichen.

Forschende des MIT und der Harvard-Universität haben Bio-Sensoren entwickelt, die Viren in der Luft erkennen. Die Sensoren lassen sich unter anderem in Masken oder Laborkittel integrieren und könnten medizinischem Personal anzeigen, ob sich zum Beispiel Partikel von Corona, Ebola oder Zikaviren in der Luft befinden.

In Großbritannien und Nordirland ist jedes dritte Kind am Ende seiner Grundschulzeit übergewichtig oder fettleibig. 2019 warb noch jeder zweite TV-Spot für Junkfood. Die britische Regierung will deshalb Kinder nun besser schützen und verbietet die Ausstrahlung von TV-Werbung für Lebensmittel mit hohem Fett-, Salz- oder Zuckergehalt vor 21 Uhr.

Das Start-up Bionaut stellt Microroboter her, kleiner als ein Reiskorn, die in den Körper injiziert und von außen mit Magneten gesteuert werden können. Medikamente können so zielgenau verabreicht werden und wirken dort, wo sie tatsächlich gebraucht werden.

In Wasser-, Sonnen- und Windkraft zu investieren ist inzwischen nicht mehr nur ökologisch sinnvoll, sondern auch wirtschaftlich rentabel. Nach den hohen Anfangskosten zahlen sich erneuerbare Energien im Gegensatz zu fossiler Energie nach einer gewissen Laufzeit deutlich mehr aus.

Bianca: Hallo, mein Name ist Bianca. Ich bin Redakteurin bei Good News und ich freue mich, dass wir heute über gute Nachrichten und Entwicklungen zum Thema Sex sprechen. Über feministische Pornos einerseits und über Verhütung.

Astrid: Ja hi, mein Name ist Astrid. Ich bin Redakteurin beim enorm Magazin und ich fange gleich mal an mit der guten Nachricht zum Thema feministische Pornos. Und zwar haben Pornos, aber auch feministische Pornos, während der Pandemie einen krassen Boom erlebt. Der Artikel, den ich da geschrieben habe zu dem Thema, der ist Teil vom enorm Magazin, von unserem aktuellen Schwerpunkt. Da geht es um Kunst und Kultur, wie sie sich während der Coronakrise verändert hat und teilweise sich neu erfunden hat. Und wie wir in dieser Zeit auch Hoffnung bekommen haben und ja, von Kunst und von Kultur, von dem Bereich. Das Heft dazu erscheint jetzt am 2. Juli. Ihr könnt euch das kaufen, wir packen die Links dazu in die Shownotes. Jedenfalls passt der Artikel zu feministischen Pornos da rein, weil natürlich Pornografie auch in gewisser Weise Kunst ist oder vor allem manche Filme sehr, sehr künstlerisch sind, sehr ästhetisch gefilmt sind. Das Ganze hab ich mir eben angeschaut, hab dazu mit einer Regisseurin und Produzentin gesprochen, Paulita Pappel, die aber tatsächlich gar nicht so gerne von Kunst spricht, wenn sie über ihre Arbeit redet, sondern von Sexarbeit, weil sie sich eben mit dieser Branche, also mit Sexarbeiterinnen, solidarisieren möchte. Und Paulita Pappel, die performt auch selbst in Pornos und hat eine Plattform gegründet: Lustery. Wie sie sagt, ist es das perfekte Pandemiemodell, weil sich dort Paare selbst beim Sex filmen und dann natürlich auch während der Coronakrise. Trotz aller Beschränkungen war das ja immer möglich, weil die Menschen sowieso Sex miteinander haben. Dann konnten sie sich auch weiterhin filmen und neue Filme eben produzieren. Genau. Und bei Lustery hat man dann eben so einen Zuwachs von 60 Prozent gesehen. Also einerseits Bewerbungen, es haben sich immer mehr Menschen beworben seit März 2020, aber auch die Nutzer:innen. Also, das sind so 700000 heute und die Zahl ist auch um 60 Prozent gewachsen seit Beginn der Pandemie. Und das ganze hab ich dann auch nochmal nachgefragt bei anderen Produzent:innen im feministischen Pornobereich. Und das haben mir auch weitere Menschen bestätigt, z.B. Erika Lust. Also die ist eine der bekanntesten Produzentinnen von feministischen Pornos und die meinte, dass seit der Pandemie so 50 Prozent mehr Menschen ihre Plattformen, ihre Streamingangebote abonniert haben zum Beispiel. Es gibt noch eine neue Plattform: Cheex, die gerade gegründet wurde, während oder eigentlich kurz vor der Pandemie im Februar 2020. Und die haben auch mittlerweile sechsstellige Nutzer:innenzahlen, meinten sie. Ja und woran liegt es? Also man kann irgendwie sagen, es liegt auch ein bisschen auf der Hand. Menschen haben wahrscheinlich mehr Zeit gehabt, vielleicht war vielen Leuten auch langweilig und man hatte weniger andere sexuelle Begegnungen, wahrscheinlich. Und eine Pornowissenschaftlerin, Madita Oeming, meinte, ein Zitat von ihr: „Essen und Masturbation sind zwei zentrale Quellen von Glückseligkeit, die uns auch der Lockdown nicht nehmen kann“. Ich fand das ganz schön. Ich fand das irgendwie ganz nett auf den Punkt gebracht. Aber trotzdem ist es krass, dass Pornos irgendwie boomen. Auch feministische Pornos.

Und trotzdem ist das Ganze noch ein ziemliches Tabuthema. Und das möchte Paulita Pappel ändern. Also die Produzentin. Sie hat ein bisschen so ein Problem, mit den Label feministisch und ethisch, weil sie sagt, dass das ja eigentlich bedeutet, dass der Rest der Branche nicht feministisch oder nicht ethisch ist. Und alle anderen Frauen oder Menschen, die in der Mainstream-Industrie arbeiten, ausgebeutet werden und nicht selbstbestimmt sind. Und sie sagt, das ist ein bisschen problematisch, weil man dann immer so ein bisschen dieses Bild reproduziert. Frauen sind Opfer, haben keine Lust und weibliche Sexualität wird so in einer gewissen Weise in einer komischen Art dargestellt, die mittlerweile überholt ist, dieses Narrativ sozusagen. So sieht sie das auf jeden Fall. Und ja, das Ganze reicht weit zurück, dieser Streit um Pornografie in der feministischen Debatte. Es gibt die sogenannten feministischen Pornokriege, die ihren Höhepunkt in 1980er Jahren in den USA hatten. Damals gab’s auf der einen Seite Feminist:innen, die meinten, Pornos sind immer irgendwie kommerzialisierte Vergewaltigung und zu verurteilen, sind Ausdruck des Patriarchats. Und auf der anderen Seite standen eben Sex positive Feminist:innen und die Bewegung rund um feministische Pornos. Ja, was meine ich eigentlich, wenn ich die ganze von feministischen Pornos spreche? Also da gibt’s natürlich verschiedene Definitionen. Und im Grunde gibt’s ein paar Kriterien, kann man schon wahrscheinlich sagen, auf die sich viele einigen würden, dass in solchen Pornos eben weibliche Lust dargestellt wird und auch Einvernehmlichkeit.

Es ist ganz wichtig, dass es faire Arbeitsbedingungen gibt für Sexarbeiterinnen und dass eben auch Frauen an Produktion, Drehbuch und Regie beteiligt werden sollen und Identitäten und Sexpraktiken sehr divers sind, die da dargestellt werden. Paulita Pappel hat mir auch noch erklärt, dass sie ganz großen Wert darauf legt, den Sex zu kontextualisieren. Also nicht so anonym darzustellen, dass ihre Darsteller:innen nicht einfach nur ein Stück Fleisch sind, sondern eben Menschen, die Lust auf Sex haben, also dass sie das auch zeigen möchte. Da gibt’s dann so zum Beispiel eine Reihe, die sie hat, wo intime Interviews, also auch persönliche Details oder Intimitäten zu Sex und sexuellen Vorlieben zusammengeschnitten werden mit Szenen, und zwar Szenen von Gangbang. Das hatte ich hier noch gar nicht erwähnt. Sie macht nämlich feministische Gangbangs mit ihrer neuen Produktionsfirma, die nennt sich Handwerk. Die gibt’s seit Herbst 2019. Es ist eine ihrer Forderungen, dass sie sagt: Keine Sexualpraktik darf abgewertet werden, auch Gangbang nicht. Und niemand soll sich für irgendwas schämen müssen. Wenn man sich schämt, dann mag man vielleicht nicht mehr drüber reden und nicht mehr offen kommunizieren. Aber Kommunikation ist ja die Basis von Konsens. Und Konsens ist super wichtig, um Sexualität auszuleben, auf eine gute Art sozusagen. Das sagt auch die Pornowissenschaftlerin Madita Oeming. Die sieht auch Gangbang längst als eine Praxis, also eine Praxis, die auf keinen Fall abnormal ist und wenn das ganze einvernehmlich passiert, is es auf jeden Fall total in Ordnung.

Das ist halt irgendwie auch noch ganz oft im Mainstream, dass man Sexpraktiken abwertet und Frauen dann darin als Opfer sieht und darstellt, was halt einfach nicht stimmt. Ja, irgendwie total spannendes und umfassendes Thema. Ich hab auch noch ein bisschen mit der Pappel zu den Arbeitsbedingungen gesprochen, weil das ja auch eine große Forderung ist von feministischen Pornos, dass es da fair sein muss am Set. Bei ihr ist es wohl so, dass Darsteller:innen wirklich immer ihre Grenzen kommunizieren dürfen und ihre Wünsche äußern können. Nicht nur vor dem Dreh, sondern auch währenddessen. Eine andere Sache, die noch wichtig ist, ist, dass es viel um Transparenz geht, also Lustry, z.B., ist hinter einer Paywall. Man muss Mitglied sein, um die Sachen sehen zu können. Aber es ist ganz oft so, dass es in der ganzen Branche Sachen geklaut werden, also Videos dann am Ende doch auf anderen Plattformen landen. Pornhub und sonstwas. Das ist natürlich ein riesiges Problem, auch wenn die Pappel sagt, die Branche, auch die Mainstream-Branche ist toll und irgendwie ethisch, großteils zumindest, dann ist dieses illegale Weiterverbreiten und Klauen von Videos natürlich überhaupt nicht okay. Die einfachste Regel, die Paulita Pappel hat für Menschen, die Pornos ethisch konsumieren möchten, ist, man soll dafür bezahlen. Das ist ihr Tipp. Das leuchtet natürlich total ein.

Bianca: Ich komme auch gleich zum nächsten Thema, was zum Überthema Sex passt, nämlich Verhütung. Da ist es halt so: 60 Jahre nach dem Einführen der Antibabypille in Deutschland gibt es eigentlich immer noch keine, nicht nur eigentlich, sondern es gibt keine alternative Verhütungsmethode für den Mann. Außer natürlich das Kondom. Ja, aber neben dem Kondom gibt es nichts, wofür sich z.B. ein Mann ganz persönlich entscheiden könnte. Das ist einerseits natürlich für Männer auch nicht so cool, vielleicht möchten die ja auch mal eine andere Verhütungsmethode wählen. Und auf der anderen Seite ist es natürlich auch einfach für die Frauen nicht cool, weil die meisten Verhütungsmethoden oder oder die Entscheidung dafür, tragen halt meistens Frauen alleine. Also, sei es Spirale, Ring, Hormon, Implantat, Spritze oder eben Pille oder was auch immer. Und das ist einerseits ebenso eine Verteilungsfrage: Wer muss sich darum kümmern? Und andererseits natürlich auch einfach eine Kostenfrage. Also, Verhütungsmittel kosten und wenn man jetzt vielleicht nicht in einer Zweierbeziehung nur lebt oder so, stell ich mir das schwierig vor, da mit jedem abzurechnen, wer jetzt welches Verhütungsmittel bezahlt hat. Aber ich meine, da summiert sich ja irgendwie was übers Leben hinweg. Die Krankenkassen übernehmen glaube ich, soweit ich weiß, bis zum Alter 22 die Kosten für die Pille für die Frau. Aber darüber zahlt man es halt dann selber. Und ja, Jana Pfennig und Rita Marlo aus Berlin wollen das alles ändern und haben deshalb die Petition mit dem Namen „Verhütung für alle Bessermachen“ ins Leben gerufen und gestartet. Inzwischen haben über 115 000 Menschen unterschrieben und fordern mit dieser Petition, dass mehr Geld investiert wird in die Forschung für Verhütungsmethoden, für den Mann, für Hormone, freie Verhütungsmethoden. Sie fordern bessere Aufklärung nach wie vor. Sie verlangen Zugang zu dem Wissen und auch zu den Mitteln, wenn man verhüten möchte und eben auch eine Kostenübernahme der Verhütungsmittel für alle.

Astrid: Übrigens hatte ich auch mal über eine Petition geschrieben zu dem Thema im weitesten Sinne, und zwar vergangenes Jahr beim enorm Magazin zu einer Petition aus Großbritannien, wo es auch darum ging, dass man die Zulassung bzw. die Forschung auf jeden Fall, zu einer Pille aus Indien in Europa fordert. Also, das sind zwei junge Frauen gewesen, die sich dafür einsetzen, dass eine hormonfreie Verhütungspille aus Indien auch in europäischen Ländern zugelassen werden soll. Und zu dieser Pille „Saheli“ habe ich dann auch lange recherchiert und mich durch medizinische Papers gewühlt und mit Expert:innen gesprochen. Und ja, das ganze Thema klang auf den ersten Blick super verheißungsvoll, wenn man sich denkt ok, hormonfreie Verhütung, wenig Nebenwirkungen. Okay, super, her damit. Aber so einfach und so klar war das alles doch nicht. Ja, auf jeden Fall ein sehr interessantes Thema. Den Link packe ich euch in die Shownotes, könnt ihr gerne nachlesen.
Aber, da wurde mir auch wieder klar, wie komplex es alles nicht nur ist, sondern auch wie viel Geld, Zulassungen, Kosten und Forschung investiert werden muss. Und dass es auch wichtig ist, dass wir dann natürlich weiter forschen zu dem Thema.

Bianca: Ja, das ist glaube ich der Punkt. Es gibt so ein paar Versprechen. Zum Beispiel haben wir jetzt noch eine Nachricht dabei. Über die haben wir schon mal ganz kurz gesprochen in einem News-Überblick. Und zwar arbeiten Wissenschaftler:innen aus China an einer neuen Möglichkeit, wie man Spermien außer Gefecht setzen kann. Und zwar hormonfrei mit einer Substanz namens Triptonid, die ist aus einer chinesischen Medizinpflanze. Und die kann man auch synthetisch herstellen. Sie haben jetzt eben rausgefunden, dass dieser Stoff, dieses Triptonid die Spermien zu fast 100 Prozent unbeweglich machen kann.

Astrid: Ja, ich finde es super krass. Ich hab die auch gelesen, die Nachricht. Mein Gott, das klingt so verheißungsvoll und irgendwie sehr, sehr interessant. Aber ja, da ist auch die Frage, meinst du das ist realistisch? Oder weißt du, ob es realistisch ist, dass es dann bald mal eine Markteinführung gibt?

Bianca: Ja, das ist halt die Frage. Das ist ja auch das, was Jana Pfennig und Rita Marlo fordern, nämlich dieses: „Okay, es wird zwar immer wieder geforscht, aber warum kommen diese Mittel nicht auf den Markt? War was? Was? Was braucht es da? Was ist das für ein strukturelles Problem? Gibt’s wen? Muss man überzeugen, dass es auch richtig und wichtig wäre, dass auch Männer andere Verhütungsmittel nutzen könnten? Woran liegt das eigentlich genau?“ Ich kann das gar nicht abschätzen, wie weit die sind mit dieser Forschung.

Astrid: Ich wollte auch nochmal weiter recherchieren, weil als ich damals zu der Pille aus Indien recherchiert hatte, bin ich auch über so ein hormonelles Verhütungsmittel für Männer gestoßen, wo ich auch nochmal weiter gucken wollte, weil das ein Projekt aus dem Jahr 2017 war. Also das ist gestartet und es ist auf der Webseite. Dazu steht aber immer noch „ongoing“. Ich wollte da nochmal tiefer reingehen, weil ich es auch spannend finde, was da passiert ist. Und ja, ich frage mich auch manchmal, dass da vielleicht irgendwie echt zu wenig passiert ist schon total dramatisch. Ich glaube das, Mitte des 19. Jahrhunderts oder so wurde das Kondom erfunden und hallo, das kann nicht sein, dass wir nicht weitergekommen sind als das, oder?

Bianca: Ja, oder eben 60 Jahre nach der Antibabypille. Ja klar, inzwischen gibt es auch andere hormonelle Verhütungsmittel für Frauen, aber eben in die Richtung von nicht-hormoneller Verhütung und Verhütungsmittel für den Mann und dann auch noch nicht-hormonelle Verhütungsmittel für den Mann. Da sind wir anscheinend noch nirgendwo. Nicht-hormonell und darüber hinaus natürlich auch gut zum Schutz von sexuell übertragbaren Krankheiten, also nach wie vor wahrscheinlich das Beste. Kleiner Nachtrag aus dem Schnitt: Ich spreche hier natürlich vom guten alten Kondom. Ich habe das Wort nicht gesagt, aber das ist, worüber ich spreche.
Und da haben wir eine kleine Nachricht dabei von einem Unternehmen aus Hamburg. Das heißt Releaf und der Gründer Bennett Müllem hat sich vor ein paar Jahren kurz vor seinen Flitterwochen gedacht: Okay, also junge Menschen interessieren sich anscheinend für zwei Themen: Sex und Klimaschutz. Und er hat dann diese zwei Themen irgendwie zusammengebracht und hat sich überlegt, dass er Kondome herstellen will, die einerseits vegan sind, andererseits fair produziert werden und mit jedem Verkauf eines Kondoms wird ein Baum gepflanzt. So, und zwar haben die sich zusammengetan mit dem Aufforstungspartner Eden Referee Station Projects aus Kalifornien. Die machen das schon sehr, sehr lange. Also, diese Eden Referee Station Projects, und die Idee ist, das Releaf mit dem Verkauf der Kondome 184 000 Bäume pflanzen will. Und zwar ganz konkret in Madagaskar und Mosambik, weil da ein Großteil des ursprünglichen Waldes abgeholzt worden ist. Und die wollen den aufforsten. Im Moment verkaufen sie 22 000 Kondome im Monat. Man muss natürlich dazu sagen, nicht jeder gepflanzte Baum wird überleben. Das ist oft so bei Aufforstungsprojekten. Dennoch gefällt mir an Releaf eben auch, das alle Angestellten fair angestellt sind und die Produktionskette ist fair und transparent. Zum Beispiel der Kautschuk wird in Thailand von kleinen Bäuer:innen angebaut und dort zu Latex weiterverarbeitet.

Astrid: Ja, das ist auf jeden Fall eine schöne Nachricht. Auch wenn wir natürlich weiterhin hoffen, dass es bald mehr gibt als Kondome, auch wenn sie Bäume pflanzen. Aber immerhin.

Bianca: Ja, vielen Dank, Astrid.

Astrid: Dankeschön, Bianca.

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