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21 August 2020 / Lesezeit: 4 minuten

Zivilcourage im Netz

Aktiv gegen Online-Hass

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Sich von Aggressionen nicht einschüchtern lassen, sondern klare Kante zeigen und
demokratische Grundwerte verteidigen – das ist auch im Netz wichtig

Bild: Deutsche Telekom AG

Bild: Deutsche Telekom AG

Was tun im Kampf gegen Hate Speech und Fake News, gegen Strategien, die im Netz nur eines im Sinn haben, nämlich zu spalten? Die Deutsche Telekom zeigt: Jeder kann etwas dagegen tun! Entscheidend ist dabei digitale Zivilcourage, die sich durch Aufmerksamkeit, Mut und Entschlossenheit auszeichnet – und die jeder lernen kann!

Im Netz startet eine Diskussion – und egal, worum es geht, ob um den Kampf gegen Rassismus oder eine neue Streamingserie, die man gesehen haben sollte, irgendwann kommen die Trolls, Bots und Hater und zerschießen die Debatte. Dabei verwenden sie die immer gleichen Strategien. Sie verbreiten Fake News und Vorurteile, berufen sich dabei auf Meinungsfreiheit und bezeichnen alle, die es anders sehen, als naiv. Sie diffamieren und diskriminieren, manipulieren Meinungen und lenken mit „Whataboutism“ vom eigentlichen Thema ab. Fordert zum Beispiel jemand in einer Netzdebatte, dass die Menschenrechte auch für Flüchtlinge an den Grenzen von Europa gelten müssen, poppt zuverlässig ein Kommentar auf, der darauf hinweist, dass wir selbst eigene Probleme hätten, keinen „Abschaum“ mehr brauchen könnten und die Schulschließungen als Maßnahmen gegen Corona die Bildung der Kinder beeinträchtigten. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Und doch wirkt das Gift: Die Diskussion driftet ab, der Ton wird ätzender und persönlicher, die Empörung steigt. Was tun? Genervt die Debatte verlassen? Still mitlesen, wenn Meinungen manipuliert oder andere beleidigt werden? Nein! Was die digitale Gesellschaft benötigt, ist eine eigene Zivilcourage. Ignorieren, verdrängen und in der Schockstarre zu verweilen dürfen keine Optionen mehr sein. Ebenso wenig wie das alleinige Warten auf Gesetze, die das Problem lösen sollen.

Digitale Zivilcourage lernen

Mal angenommen, jemand würde sich auf diese Art bei einer Diskussion in der analogen Welt verhalten, im Park oder im Café. Es wäre selbstverständlicher, dass man dieser Person beim ersten Anzeichen von Hass in die Augen schauen und fragen würde: Was soll das? Die Gruppe, die eben noch fair und offen diskutiert hat, würde dem Spalter deutlicher zu verstehen geben: Bis hierhin und nicht weiter! Wenn es im Park und im Café also gelernte Wege gibt, sich dem Hass entgegenzustellen – warum funktioniert das im Netz häufig noch nicht? Barbara Costanzo, Vice President Group Social Engagement der Deutschen Telekom, nennt zwei Gründe: „Zum einen haben die Menschen Angst davor, selbst Hass zu ernten, wenn sie sich gegen Hass wehren. Zum anderen fragen sich viele konkret: Was kann ich denn überhaupt dagegen unternehmen? Bringt das etwas?“ Für die Deutsche Telekom hat das Team um Barbara Costanzo gemeinsam mit Kooperationspartnern eine Reihe von Konzepten entwickelt, um Menschen zu sensibilisieren, zu ermutigen und ihnen das notwendige Handwerkszeug mitzugeben, um sich aus der eigenen Schockstarre zu befreien.

Das Dach für diese Initiativen bietet die Telekom-Leitkampagne #DABEI – Gegen Hass im Netz: Damit verdeutlicht das Unternehmen seinen Anspruch, allen Menschen die Teilhabe an der digitalen Gesellschaft zu ermöglichen. „Wobei es nicht nur darum geht, technisch dabei zu sein, sondern auch darum, ein Netz zu gestalten, in dem Hass und Ausgrenzung keine Chance haben“, wie Barbara Costanzo ergänzt. Wie das funktionieren kann, zeigt eine Reihe von #DABEI-Geschichten auch zum Thema „Digitale Zivilcourage“. Hier wird deutlich gemacht, wie sich digitale und analoge Räume unterscheiden, wie sich Hate Speech und Meinungsmache auswirkt und was jeder ganz konkret dagegen unternehmen kann – von direkter Gegenrede über Meldungen im Netzwerk bis hin zur Anzeige bei der Polizei. „Denn wer digitalen Hass verbreitet, muss genauso zur Rechenschaft gezogen werden wie in der analogen Welt“, so Barbara Costanzo.

Was aber ist mit der Angst, durch digitale Zivilcourage selbst zum Ziel des Hasses zu werden? Diese Sorge sei verständlich, sagt Barbara Costanzo, „jedoch zeigen unsere Erfahrungen: Wer den Hass nicht mit noch mehr Hass bedient, sondern konstruktive Antworten findet, sorgt häufig dafür, dass der Ton konstruktiver wird“. Dies bestätigt jetzt auch eine Studie des Santa Fe Institute, das deutsche Plattformen untersucht hat. Und wenn der Hater trotzdem weiter trollt? Dann sollte man sich davon nicht beirren lassen, denn es gehe nicht um diese Person allein. „Ich konzentriere mich bei meinen Antworten auf die stillen Mitleser, die sich oft noch keine feste Meinung gebildet haben und häufig offen für alternative Perspektiven sind“, sagt Barbara Costanzo. „Und selbst wenn dies nicht so ist: Es ist wichtig, Hass und Hetze nicht unkommentiert stehen zu lassen. Sonst besteht die Gefahr, dass dies salonfähig und ,normal’ wird und natürlich auch in der analogen Welt Auswirkungen hat.“

Netzkompetenz entwickeln

Wer digitale Zivilcourage entwickeln möchte, benötigt ein Grundverständnis dafür, wie die digitale Welt und ihre Netzwerke funktionieren. Das gilt schon für Kinder und Jugendliche. Auch hier hilft aufklären, Wissen vermitteln und Alternativen ausprobieren. Mit der Initiative Teachtoday fördert die Telekom seit 2008 die sichere und kompetente Nutzung digitaler Medien. Das Projekt bietet eine breit bestückte Online-Toolbox mit Anleitungen, Workshops, Lernsnacks und Projektideen für unterschiedliche Altersgruppen. Auch über das Magazin Scroller mit dem aktuellen Titel „Mut im Netz“ erhalten die Kinder entsprechende Tipps und Informationen.

Wer sich mit diesen Themen beschäftigt, entdeckt, wie stark sie sich aufeinander beziehen. Eine Gesellschaft, die Hass im Netz ignoriert oder verdrängt, entzieht sich der Verantwortung, gefährdet ihre Offenheit und lässt Angriffe auf die Demokratie zu. „Daher ist jeder gefragt, in der Rolle als Nutzer der sozialen Medien, als Bildungseinrichtung, als Unternehmen und in der Politik“, fordert Barbara Costanzo. Ziel müsse es sein, Zivilcourage auch in der digitalen Welt zu einer Selbstverständlichkeit werden zu lassen. Um immer dann, wenn Hass und Ausgrenzung sich breitmachen wollen, schnell und bestimmt zu sagen: Bis hierhin und nicht weiter!

Weitere Informationen über die Initiativen und Projekte der Deutschen Telekom AG können im aktuellen CR-Bericht nachgelesen werden. Interessantes rund um die Themen Verantwortung und Nachhaltigkeit findet sich auch in We Care, dem Magazin der Deutschen Telekom.

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