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7 November 2022 / Lesezeit: 2 minuten

Drei wichtige Kriterien

Heizkosten senken: Welche Dämmung ist die beste?

Stroh hat zwar eine relativ hohe Mindestdämmdicke – bietet dann jedoch guten Schutz vor Kälte.

Foto: IMAGO / Joerg Boethling

Foto: IMAGO / Joerg Boethling

Es kommt nicht darauf an, wie dick das Material ist, sondern was drin steckt. Auf diese Kennzahlen sollten schon bei der Auswahl geachtet werden, denn: Dämmung ist nicht gleich Dämmung. 

Eine gute Dämmung spart Heizkosten. Doch wer das geeignete Material für seine Hauswand, den Dachstuhl und die oberste Geschossdecke sucht, kann schnell überfordert sein.

Wer weiß schon, was Polystyrolplatten (EPS), Mineralwolle oder Polyurethan-Dämmplatten bieten? Ob extrudiertes Polystyrol (XPS) besser ist? Können Naturdämmstoffen wie Holzfasern, Flachs, Hanf, Zellulose, Wolle, Stroh, Schilf oder Kork eigentlich mithalten? Es gibt drei wichtige Kriterien.

Wärmeleitfähigkeit – W/mK:

Ein wichtiges Kriterium ist die Wärmeleitfähigkeit, auch U-Wert genannt. Dämmstoffe, deren Wärmeleitfähigkeit zwischen 0,03 und 0,05 Watt pro Quadratmeter und Kelvin (W/mK) liegt, gelten laut Bauherren-Schutzbund (BSB) als gute Fassadendämmungen. Sehr gut ist eine Wärmeleitfähigkeit von unter 0,03 W/mK.

Denn: „Je kleiner die Wärmeleitzahl, also der U-Wert, desto besser dämmt das Material“, sagt BSB-Berater Holger Schmidt. Und dann kann es auch dünner sein als manch anderes Material mit gleicher Wirkung.

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Die Verbraucherzentralen nennen Beispiele: Man will eine bislang ungedämmte Wand mit 1,2 W/mK auf einen U-Wert von 0,2 W/m2K bringen. Dafür muss ein Phenolharz-Hartschaum weniger als zehn Zentimeter dick sein, Polyurethan zehn Zentimeter und Mineralwolle 15 Zentimeter. Holzwolle, Hanffasern und Kalziumsilikat mehr als 15 Zentimeter, Kork sogar über 20 Zentimeter dick eingebaut werden. Das kann etwa an Grundstücksgrenzen oder auch bei einer Innenraum-Dämmung entscheidende Auswirkungen haben.

Wie bei der Fassade entscheidet auch beim Dämmen des Daches die Wärmeleitfähigkeit des Materials wesentlich darüber, wie dick oder dünn die Dämmung ausfallen kann. Ein Material mit einem Dämmwert von 0,35 W/mK sei hier der Standard, so Michael Pannhausen, Trainer der DIY Academy in Köln.

Aber es gibt eine Hürde: „Beim Dach ist die Dicke durch die Höhe der Sparren vorgegeben, zwischen denen das Dämmmaterial verlegt wird“, sagt Pannhausen. Da natürliche Materialien wie Holzfaser meist etwas schlechtere Werte als 0,35 W/mK erreichen, müsste man sie dicker verlegen und eventuell die Sparren aufdoppeln.

Für die Kellerdecke gilt ein Dämmwert von unter 0,2 Watt pro Quadratmeter und Kelvin als besonders gut, so das Informationsprogramm Zukunft Altbau des Umweltministeriums Baden-Württemberg. Daraus resultiert meist eine Dicke von mindestens zwölf Zentimetern, etwa wenn man mit Polyurethan dämmt, bei Holzweichfaser mindestens 20 Zentimeter. Das kann ein Hürde werden, wenn die Deckenhöhe im Untergeschoss sehr niedrig ist.

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Dämmwirkung – λ:

Man kann bei diesen Informationen auch auf den Wert mit dem Zeichen «λ» stoßen. Es steht für den griechischen Buchstabend Lambda – und wenn es um Dämmungen geht ebenfalls für die Dämmwirkung eines Materials. Auch hier gilt: Je kleiner, desto besser. Aber im Gegensatz zum U-Wert ist dieser Wert unabhängig von der Materialstärke und daher in Situationen, wo es um Raumgrößen geht, weniger aussagekräftig.

Diffusionsoffenheit – μ:

Ein anderer Wert, auf den Sanierer und Bauherren bei der Dämmung achten sollten, ist die Diffusionsoffenheit des Dämmmaterials. Sie gibt Auskunft darüber, wie gut die Wand nach der Dämmung noch Luft austauscht – also «atmen» kann. Der Wert wird mit „μ“ angegeben und „mü“ ausgesprochen.

Je höher der Wert, desto luftdichter ist der Dämmstoff, erklärt Hans-Joachim Riechers, Hauptgeschäftsführer des Verbandes für Dämmsysteme, Putz und Mörtel. Mineralwollplatten erzielen einen Wert von 1 μ. Der Baustoff leitet Wasserdampf ebenso gut weiter wie Luft.

Holzweichfaserplatten schaffen einen Wert zwischen 5 und 10, Polystyrolplatten zwischen 20 und 50. Bei einem mineralischen Außenputz ist der μ-Wert ungefähr 10. Zum Vergleich: Eine Kunststoff-Folie hat einen μ-Wert von 100.000. (dpa)

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